AUSWANDERERBLOG

Neuanpflanzung

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on April 20, 2007

Hier soll Etwas entstehen, das viel mit französischer Ess- und Trinkkultur, savoir vivre und convivialité zu tun hat und oft auch berühmte Namen trägt….. Vorerst wartet viel Arbeit!

Grubbern auf La Oueyte

Üebrigens: gestern haben 885 Leute meinen Blog besucht und sogar er!

Das richtige Mass

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on April 17, 2007

Wie gross muss ein Bauernbetrieb sein, um überleben zu können. Wie rationell muss er betrieben werden?
Diese Fragen beschäftigen die Landwirtschaftspolitik weltweit seit Jahren. Sie werden meistens überall gleich beantwortet: grösser und rationeller als heute!

Im Département Indre, in Zentralfrankreich, haben zehn Landwirte ihre bereits ansehnlichen Ackerbaubetriebe zu einem Grossbetrieb von 3000 Hektaren zusammengelegt und sich gleichzeitig ganz aus der eigentlichen Hofarbeit in die strategische Führung zurück gezogen.

Bauern-Verwaltungsrat

Sie bilden zusammen so etwas wie einen Verwaltungsrat, der sich wöchentlich in einem Sitzungszimmer versammelt, um alle für diese grosse Exploitation wichtigen Fragen zu diskutieren und zu entscheiden.

Auch treffen sich die Besitzer regelmässig zu Feldbegehungen, um an Ort und Stelle die notwendigen oder schon erledigten Kulturmassnahmen besichtigen zu können.

Daneben haben sie Zeit, um anderen Aktivitäten nachgehen zu können.
Denn die eigentliche Arbeit auf dem Feld wird von sieben Traktorführern und drei Chauffeuren erledigt, selbstverständlich alle mit geregelten Arbeitszeiten und mit Handy und Fahrzeugen ausgerüstet.

Gemanagt werden diese Feldarbeiter von zwei Technikern, die dem „Bauernverwaltungsrat“ direkt unterstellt und verantwortlich sind. Diese Techniker, die selber auch nicht Hand anlegen und nur vom Büro aus bauern, sind also die operative Leitung des Unternehmens.

Denn es hat sich bald gezeigt, dass nicht jeder der zehn bisherigen Bauern auch noch ein wenig befehlen kann. Darum haben sie sich darauf geeinigt, dass ausschliesslich die Techniker den Leuten auf dem Feld Befehle erteilen dürfen.

Ein moderner Grossbetrieb

Aus ursprünglich zehn vielseitigen Familienbetrieben mit ein bis zwei Arbeitskräften und dezentralen Entscheidungsstrukturen entstand ein Grossbetrieb mit zehn Feldarbeitern ohne Entscheidungsbefugnis, zwei Technikern plus Sekretariatspersonal für die operative Leitung und eine zehnköpfige Bauernkommission die ausschliesslich für strategische Fragen zuständig ist.

Ist das die Zukunft der Landwirtschaft? Unsere Antwort steht hier, in der swissinfo-Kolumne von diesem Monat!

Düngung

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on April 16, 2007

Um in der Landwirtschaft gute Erträge zu erzielen brauchen die Pflanzen Nährstoffe. In der Regel werden Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kali (K) gedüngt. In den Gewässern fördern die P-Dünger das Algenwachstum und führen zu Problemen in den Mittellandseen. Insbesondere in Regionen wo zu viele Nutztiere pro Flächeneinheit gehalten werden.
Die N-Dünger werden in den Ackerbauregionen grösstenteils in Form von chemischen Handelsdüngern (Kunstdünger) ausgebracht. Durch die N-Düngung ist die Nitratbelastung in vielen Trinwasserfassungen über gewisse Grenzwerte gestiegen. Zuviel Nitrat im Trinkwasser und Gemüse kann Krebs verursachen.
Im Biolandbau sind mineralische Dünger (Chemische Kunstdünger) untersagt. Gedüngt wird nur mittels organischen Hofdüngern oder anderem organischen Material wie Buchon de plume (Hühnerfedern), Knochen- oder Algenmehl usw.. oder Gründüngung.
Die Stickstoffdüngung wirkt sich sehr direkt auf die pflanzlichen Erträge und den Eiweissgehalt (beim Getreide) aus.

Wir haben uns entschlossen keine (teuren) organischen Dünger zuzukaufen, sondern zu versuchen, den N-Bedarf unseres Weizens mittels den Pflanzenresten der Vorfrucht zu decken. Das heisst, dass wir in der Fruchtfolge vor dem Getreide eine Leguminosepflanze anbauen, die die Fähigkeit hat, den N aus der Luft zu binden. Das können Bohnen, Erbsen, Klee oder Luzerne sein.
Natürlich sind durch diese reduzierte Düngung die Erträge deutlich tiefer als in der konventionellen Landwirtschaft (-30%). Zurzeit sieht man den Unterschied in der Farbe der Getreidefelder: stark gedüngte Äcker sind dunkelgrün, fast blaugrün, schwach gedüngte Biofelder hingegen eher hellgrün oder fast gelblich.
Dafür bleibt das Grundwasser sauber und die Umwelt intakt! Aber ich gebe gerne zu, dass mein Agronomen-Herz manchmal etwas blutet, wenn ich meine schwach gedüngten Felder mit denjenigen gewisser Nachbarn vergleiche….

Orchideeen wählen Ségolèèèn!

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on April 11, 2007

Warum die wilden Orchideen Ségolène wählen würden?
Weil Orchideen nur auf ungedüngten Wiesen wachsen und sie gewillt ist, den Biolandbau zu fördern und die naturnahe Landwirtschaft auf Kosten der industriellen Agrarproduktion zu unterstützen. Beides hat sie in ihrem Departement Poitou-Charante bereits bewiesen!

Orchis purpurea

Die Plakate aller zwölf KandidatInnen wurden inzwischen fein säuberlich und demokratisch, in der ausgelosten Reihenfolge, durch den Bürgermeister höchst persönlich auf unserem Dorfplatz aufgehängt!

Traversères, elections présidentielle 2007

„Vote utile“ heisst übrigens, dass man so wählt, dass nicht wieder der fremdenfeindliche Rechtsnationalist und bekennende Blocherfan LePen in den zweiten Wahlgang kommt…

Blühender Raps

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on April 10, 2007

Grandios, ein blühendes Rapsfeld vor dem Haus! In der Gascogne ist der Frühling ausgebrochen. Mai ist im April!

Colza, La Oueyte, 9.4.2007

Gentechmais

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on April 5, 2007

Die Regionalzeitung „La Dépêche du midi“ berichtet gestern auf der Titelseite über den Streit der hiesigen Biobauern mit den Saagutfirmen, die erstmals grossflächig gentechnisch verändertes Maissaatgut (OGM) einsetzen wollen. Die Biobauern befürchten die Kontamination ihrer Maiskulturen mit GVE-Pollen.
Im Departement ist noch ein Referendum über ein Gentechmoratorium hängig. Mit Ausnahme von Sarkozy befürworten alle Präsidentschaftskandidaten ein OGM-Moratorium. Bisher hat es Frankreich nicht geschafft, klare Regeln über den Anbau, die Deklaration und die Verantwortlichkeiten zu erlassen.
Unsere Biobauernorganisation hat sich mit unterstehendem Brief direkt an den Präsidenten der Republik gewandt:

Monsieur le Président de la République,

Depuis plus de dix ans, l’utilisation des plantes génétiquement modifiées en agriculture fait débat dans notre pays.

La controverse scientifique sur les effets sanitaires et environnementaux de ces plantes est ouverte.
Encore très récemment, une étude, menée par le CRII-GEN, concernant le maïs OGM Mon 863, et traitant des données recueillies par Monsanto, met en évidence des signes de toxicité hépatique et rénale alors que ce maïs a été autorisé à la consommation animale ou humaine. Le maïs OGM Bt Mon 810, destiné aux semis 2007, proche du Bt Mon 863, autorisé en 1998, n’a pas été évalué sérieusement sur ses effets à long terme sur la santé et l’environnement.

Au moyen d’une lettre intitulée « Avec les OGM, mon exploitation va disparaître », des paysans expriment auprès du Ministre de l’Agriculture et de l’Alimentation, Dominique Bussereau, la très vive inquiétude dans laquelle les plonge l’annonce de semis de maïs OGM Mon 810 en augmentation cette année.

En effet, ils considèrent que leur revenu est directement menacé par l’impossible coexistence entre les filières OGM et non OGM et ses conséquences sur l’économie agricole et les derniers décrets et arrêtés parus le 20 mars dernier ne répondent en aucune façon aux situations de responsabilité, de préjudice et de réparation auxquelles ils vont être confrontés. Et notamment les producteurs biologiques qui risquent de voir leur récolte déclassée et perdre leur plus value, leurs clients, transformateurs et consommateurs comptant parmi les plus farouches opposants à toute trace d’OGM dans l’alimentation.

Alors que 84 % de paysans dont 81 % de céréaliers ne veulent pas semer d’OGM , que 86 % des consommateurs n’en veulent pas dans leurs assiettes , que les citoyens, les élus et les candidats signent en nombre l’Appel d’Orléans – moratoire pour un printemps sans OGM-,
alors que des citoyens, en grève de la faim depuis 19 jours maintenant ou en jeûne en plusieurs lieux de France, réclament une notification de moratoire par votre gouvernement aux autorités communautaires sur le maïs Mon 810, nous pensons, Monsieur le Président qu’en la matière « la maison brûle » et que vous ne pouvez pas regarder ailleurs.

Le contenu et la portée de vos dernières déclarations et initiatives concernant l’environnement doivent naturellement vous amener à intervenir en vous exprimant sur le sujet les OGM le plus rapidement possible. Nous vous remercions par avance de bien vouloir recevoir une délégation des organisations signataires pour vous en entretenir.

Les organisations signataires de l’Appel d’Orléans :

Les Amis de la Terre – ATTAC- Bioconsom’acteurs – Biocoop – Collectif des Faucheurs Volontaires – Collectif 45 sans OGM – Comité 63 sans OGM – Comité de Soutien aux faucheurs de Pithiviers – Collectif des Grévistes et Jeûneurs de la Faim pour le moratoire OGM- Confédération paysanne – Fédération Nationale d’Agriculture Biologique – Greenpeace – Groupement International d’Etudes Transdiciplinaires – Mouvement pour les Droits et le Respect des Générations Futures – Nature et Progrès – Réseau Semences Paysannes – Vigilance OGM 36

Affaire a suivre!

Kastanienknospen

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on April 4, 2007

Faszinierendes Schauspiel im Frühling: aufgehende Knospen!
Was mir dazu einfällt: „Trinkt, o Augen was die Wimper hält, von dem goldnen Überfluss der Welt….“

Kastanienknospe 4.4.

Kastanienknospe 4.4.

Kastanienknospe 4.4.

Übrigens: Das ist schon mein 300ster Blogeintrag! Jubiläum, Jubiläum!

Paysan et paysanne dans le Gers

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on März 29, 2007

Fabienne und Jean-Jaques fahren jede Woche am Samstagvormittag mit ihrem Kleintransporter nach Toulouse und bieten auf dem Biomarkt Place de la Capitole ihre Produkte an. Sie bauern hier in unser Nachbargemeinde, auf einem Hof von knapp 50 Hektaren mit 10 Kühen, etwa 100 Schafen viel Weide- und wenig Ackerland. Wir beziehen bei ihnen Käse, Jogurt und gelegentlich Brotmehl.
Sie setzen ihre ganze Produktion direkt ab: täglich Rohmilch und diverse Milchprodukte, insbesondere Käse, gelegentlich Rind- oder Lammfleisch, diverse Gemüse und Getreidemehl. Alles wird in Kleinmengen direkt auf dem Hof hergestellt und verarbeitet.

Fabienne und Jean-Jaques beklagen sich nicht. Schliesslich konnten sie während nun bald dreissig Jahren von ihrer biologischen Landwirtschaft gut leben. Allerdings mit viel Arbeit und wenig Freizeit.

Aber sie fürchten, wenn Sarkozy gewählt werde, würde die Grosslandwirtschaft noch mehr überhand nehmen, weil dann die letzten Vorbehalte gegen den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen (OGM) endgültig beseitigt würden. Der Biolandbau, schon bisher von der bürgerlichen Regierung nie unterstützt, würde dann noch mehr unter Druck kommen.

Was wird aus der douce France, wenn an Stelle der paysannes und paysans du Gers nur noch entrepreneurs agricoles die Böden bewirtschaften?

Bioweidefleisch

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on März 26, 2007

Haute cuisine française hin oder her, das beste Rindfleisch der Welt kommt aus dem Berner Seeland!

Auf dem Biohof Inselmatt wurden wieder fünf Rinder geschlachtet und direkt ab Hof verkauft. Das zarte Jungrindfleisch wird in Mischpaketen in diversen Grössen angeboten. Es ist Küchenfertig portioniert und vakuumverpackt und kann so tiefgekühlt ein Jahr gelagert werden.
Die Nachfrage ist so gross, dass nur frühzeite Bestellungen berücksichtigt werden können!

Für alle die genau wissen wollen woher ihr Fleisch kommt Biohof Inselmatt

Biohof Inselmatt, Berner Seeland

Setzlingszucht

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on März 24, 2007

Stephanie hat für unseren Pflanzplätz unzählige Setzlinge grossgezogen:
Tomaten
Lattich
Fenchel
Zucchini
Physalis
Sellerie
Auberginen
Peperoni
Krautstiele
Kürbis und allerlei Blumen

Auf dem Pflanzplätz bereits gesät sind Erbsen, Rüebli, Pflücksalat, Zwiebeln und Radiesli.
Die Kartoffeln haben wir Mitte März gesetzt.

Täglich können wir immer noch Winterkopfsalat, Lauch, Spinat und Topinambur ernten.

Wer ernten will muss säen…

Setzlinge an der Wärme

Arbeit im Serre

Pflanzplätz