OGM/GVO
Der Streit um die OGM (Organisme Génétiquement Modifiée)/GVO (Gentechnisch Veränderte Organismen) geht auch in Frankreich in eine neue Runde. Die Regierung fürchtet sich wegen den Wahlen öffentlich darüber zu diskutieren und im Parlament entscheiden zu lassen. Umfragen sagen, dass auch in Frankreich über 80% der Leute gentechnisch veränderte Nahrungsmittel ablehnen. In unserem Département Gers wurde erfolgreich eine Unterschriftensammlung durchgeführt, um ein OGM-Referendum zu erzwingen. Die Volksabstimmung hat (bisher) nicht stattgefunden, weil die Départemente rechtlich dafür nicht zuständig seien… Mutige Bürgermeister haben ihr Gemeindegebiet schon mal als GVO-freie Zone bezeichnet!
Letztes Jahr wurden einzelne Freisetzungsversuche der Saatutmultis durch die „faucheurs OGM“ (GVO-Mäher) vernichtet. José Bové, zur Zeit u.a. Präsidentschaftskandidat muss als Wiederholungstäter dafür ins Gefängnis.
Zur Zeit liegen die Dossiers der Saatgut- und Chemiefirmen Syngenta, Pioneer, Biogema, Monsanto, BASF u.a. für die Freisetzungsversuche im Internet öffentlich auf. Die meisten Versuche betreffen herbizid- oder schädlingsresistentes Körnermais, daneben werden aber auch krautfäuleresistente-Kartoffeln getestet. In einem Versuch will man auf Tabakpflanzen ein Krebsheilmittel produzieren!
Benachbarte Biobauern, deren Kulturen durch die Freisetzungen verseucht werden könnten, dürfen Einsprache machen. Allerdings sind in den publizierten umfangreichen Dossiers nur die betroffenen Regionen und Gemeinden erwähnt…. Umweltschutzorganisationen bemühen sich nun um die genaue Lokalisierung der Parzellen! Im Gers soll es Versuche in der Gemeinden Condom und Mauroux geben.
Am 27. Februar ist schon mal eine grosse Demonstration gegen OGM und Pestizide in Brüssel angesagt (12:00 Uhr, Rond-Point Schuhmann)!
Hier das Dossier der CH-Firma Syngenta
Zukunftsaussichten
Ségolène Royale hat am Sonntag in ihrer programmatischen, zweistündigen Rede unter anderem folgendes gesagt:
„Je veux redonner aux agriculteurs la fierté de leur métier, ceux qui font un effort pour produire autrement seront reconnus et rémunérés comme tels. La qualité doit primer sur la quantité, l’environnement doit être respecté, les paysages préservés. Ceux qui font cela doivent recevoir davantage d’aides tout simplement parce qu’ils agissent pour protéger la santé publique et l’intérêt général.“
Das stimmt zuversichtlich im Hinblick auf die künftige französische Agrarpolitik. Allerdings gehen diesbezüglichen Vorstellungen des bürgerlichen Gegenkandidaten Sarkozy in eine ganz andere Richtung…..
Wie eine industrielle, liberalisierte, einseitig auf Profit ausgerichtete Landwirtschaft aussieht, wird in dem eindrücklichen Film über die argentinische Landwirtschaft dokumentiert. Wollen wir das in Europa?
Bernerplatte aus China
Hast du gewusst, dass das wichtigste Gemüse auf der Bernerplatte meistens aus China stammt? Am 5. Februar habe ich über die aus China stammenden Dörrbohnen der Grossverteiler berichtet. Coop hat mir gestern folgende Stellungnahme zugehen lassen:
„Besten Dank für Ihre Frage. Wieso stammen die Dörrbohnen aus China? Ein anderes Ursprungsland als China, welches Dörrbohnen für den Handel produziert, ist uns nicht bekannt. Dieses Produkt wird in der Schweiz zwar in Kleinstmengen hergestellt und ist zuweilen in Quartierläden zu finden. Die vom Schweizer Detailhandel benötigten Mengen sind im Inland hingegen schlichtwegs nicht verfügbar. Wir schätzen den gesamtschweizerischen Markt auf ca 200 t. Geht man von einem Faktor 10 beim Verhältnis Frischgewicht zu Trockengewicht aus (in der Produktion anfallender Ausschuss eingerechnet), dann müssten jährlich bis ca. 2’000 Tonnen frische Bohnen angebaut, geerntet, getrocknet und aussortiert werden, um die Nachfrage des Schweizer Marktes abdecken zu können. Auch fehlen in der Schweiz Trocknungsbetriebe, die diese Mengen bearbeiten könnten – während der kurzen Ernteperiode im Sommer stellt die Verarbeitung zu Dörrbohnen beträchltiche Anforderungen an diese Betriebe.
Die Anbaubetriebe in China liegen in den Provinzen Lanzhou – in der Umgebung der Stadt Zanghye – und Ningxia – in der Umgebung der Provinzhauptstadt Yinchuan.
Ein Verarbeitungsbetrieb ist bspw. Gansu Ganlu dehydrated Vegetables Co. Ltd. in Zanghye.“
Ich bestreite in aller Form, dass 2000 Tonnen frische Bohnen in der Schweiz nicht verfügbar sind! Wir haben vor einigen Jahren in der Schweiz selber jährlich 20 Tonnen Grüne Biobohnen angebaut, bis uns die Verträge wegen angeblichen Überschüssen gekündigt wurden… Der Anbau von 2000 Tonnen Bohnen lässt sich in der Schweiz problemlos sofort organisieren! Angesichts der vielen nicht ausgelasteten landwirtschaftlichen Trocknungsbetriebe kann ich nicht glauben, dass die Verarbeitung der Dörrbohnen ein Problem darstellt!
Übrigens: Die Böden in der chinesischen „Bohnenregion“ Ningxia würden durch „intensive und falsche Nutzung zunehmend an Fruchtbarkeit verlieren“…
Bioberatung
Aus meinem Betriebstagebuch:
„….und dann hatten wir auch noch Besuch von einer Bio-Beraterin, die uns unbedingt Fleischmehl als Dünger verkaufen wollte, was wir ablehnten. Und am gleichen Tag kam auch noch eine Beraterin eines privaten Unternehmens, die uns ein biologisches Algendüngerprodukt andrehen wollte. So ein weisses Pulver, das in Verbindung mit Wasser sofort zu einer klebrigen Masse wird, die sich dann neben den Weizenpflänzlein festkleben soll ohne auszuwaschen….. Gekauft haben wir auch das nicht.“
Biologische Landwirtschaft verzichtet vollständig auf den Einsatz von mineralischen Düngern. Zugelassen ist nur eine organische Düngung (Hofdünger, Kompost, Algen usw.).
Im Getreidebau kann neben dem Ertrag der Proteingehalt (Qualitätsmerkmal) der Körner durch den Einsatz von Stickstoff (N) erhöht werden. Organischen N ist unter anderem in Fleischmehl oder Hühnerfedern enthalten. Mir sind beide Düngemittel nicht sypathisch (grippe aviaire, vache folle) und zudem sind sie extrem teuer. Ich versuche auf unserem Betrieb, ausschliesslich mit pflanzlichen Düngern (Gründüngung) durchzukommen. Die Févéroles als Vorfrucht lassen viel N in der Ackerkrume zurück, der nun den wachsenden Weizenpflanzen zur Verfügung steht. Zur Zeit machen unsere Getreidefelder einen sehr guten Eindruck (Anzahl Pflanzen/m2, Farbe), so dass wir keine Düngung vorsehen.
La Ouaïtte
Unser Hofname „La Ouaïtte“ ist okzitanisch, er wird auch „La Oueyte“ geschrieben. Die Einheimischen sagen, das bedeute „Die Schäferin“. Darum steht sie an unserem Eingangstor….
Mehr über die okzitanische Sprache
Pestizide
Les pesticides sont partout, et leurs molecules s’attaquent directement a la vie des humains et de tous les etres vivants. Savez-vous qu’il y a des pesticides dans la rosee du matin sur les fleurs ? Savez-vous qu’il y en a dans l’eau de pluie, a Paris, Rennes, Marseille, Lyon, Bordeaux ? Savez-vous qu’il y en a dans les sources, dans les nappes les plus profondes, dans les sols, dans les pommes, dans le pain ? Savez-vous qu’il y en a dans le sang des nouveau-nes, dans le lait des meres, dans la graisse de nos corps ? Savez-vous qu’il y en a dans l’air interieur des maisons ?
Jusqu’au debut de 2007, les responsables de ce desastre sans precedent pouvaient dormir tranquillement. Nul ne les connaissait. Grace au livre ‚Pesticides : Revelations sur un scandale francais‘, qui parait chez Fayard le 1er mars, ce ne sera plus le cas !
Deutsch und deutlich soll demnächst über die skandaleuse Verbreitung der Pestizide in Frankreich in einem Buch informiert werden (auf französisch). Mich interessiert natürlich der Quervergleich zu der Schweiz. Ich fürchte, dass es in der Schweiz nicht besser aussieht!
Ab 15. Februar gibt es zusätzliche Infos hier!
Dörrbohnen
Ich habe aus der Schweiz Dörrbohnen mitgebracht. Habe ich zumindest gemeint. Bei näherer Betrachtung der Produktebeschreibung habe ich jetzt allerdings festgestellt, dass diese aus…. China stammen! Inzwischen habe ich zur Kenntnis nehmen müssen, dass sowohl bei der Migros wie bei Coop Dörrbohnen ausschliesslich aus China stammen! Grüne Bohnen übrigens zur Zeit aus Dubai!
Darüber rege ich mich auf, weil ich in der Schweiz während Jahren Jahren mit Erfolg Biobohnen produziert habe, bis der Anbauvertrag plötzlich nicht mehr erneuert wurde, wegen angeblichen Überschüssen…
Wie ist das nun mit der vielgerühmten Regionalisierung der Produktion? Haben die Grossverteiler in der Schweiz nicht versprochen möglichst umweltschonende Produktionsarten zu bevorzugen und unnötige Transporte zu vermeiden?
Ich werde der Sache nachgehen. Mich würde interessieren unter was für ökologischen und sozialen Bedingungen die Dörrbohnen in China produziert werden. Mal sehen was die Grossverteiler dazu meinen….
Holz fräsen
Wir müssen die Meterspälten halbieren, damit sie in den Heizkessel passen. Wir brauchen pro Heizsaison 20 – 30 Ster Laubholz. Weil der Lothar 1999 einen Grossteil unseres Waldes zerstört hat, müssen wir seither auch Holz (direkt ab Waldstrasse) zukaufen (sfr.62.-/pro Ster).
Holz wärmt vielfach: beim Holzen, beim Spälten machen, beim Aufschichten, beim Fräsen und schliesslich beim Heizen…. Brennholz kommt erst nach dreijähriger Lagerung an der Sonne in den Ofen.
Ausmisten
Laufstall ausmisten….
… derweil sind die Angus-Mutterkühe auf der Winterweide….
… es ist kalt (Barolo hat die Schnauze voll…)!
Europameister
Die SchweizerInnen sind Europameister beim Kauf von Bio-Lebensmittel, auch wenn man mitberücksichtigt, dass die Lebensmittel in der Schweiz mehr als ein Drittel teurer sind als im übrigen Europa. In Frankreich ist der Biokonsum noch wesentlich kleiner, entsprechend hoch ist das künftige Potential.
Interessant wären Statistiken, die zeigen, wie viel der Bioprodukte aus der näheren Region stammen. Bioprodukte sollten ja möglichst aus einheimischer Produktion stammen.
Ein gutes Beispiel Biohof Inselmatt
Ausgaben in Franken pro Kopf und Jahr für Bio-Lebensmittel
• Schweiz: 160
• Dänemark: 80
• Schweden: 75
• Deutschland: 67
• Italien: 67
• Finnland: 60
• Österreich: 55
• Frankreich: 51
• England: 48
Quelle: Bio Suisse, 2005








leave a comment