AUSWANDERERBLOG

Bio Schwand

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Januar 22, 2007

Nach langem sind wir wiedereinmal zu Besuch auf der ehemaligen Landwirtschftlichen Schule Schwand in Münsingen. Die gut ausgebaute Landwirtschaftsschule wurde vor einigen Jahren geschlossen und die meisten Aktivitäten auf andere Standorte verschoben.
Seither sind verschiedene neue Konzepte bereits im Anfangsstadium gescheitert (Private Universität, Golfplatz, Forschungsanstalt usw.).

Jetzt wächst auf der ehemaligen Landwirtschaftsschule eine neue Idee: die Idee Bio Schwand.

Bio Schwand soll den Biolandbau von der Produktion über die Verarbeitung bis zum Handel mit biologischen Lebensmitteln sicht- und erlebbar machen.
Und das für Konsumenten, für Interessierte, für Kinder und für Forscher, wie die Initianten betonen.

Der zugehörige Landwirtschaftsbetrieb (55 ha) soll neu verpachtet werden. Sämtliche Gebäulichkeiten wurden (im Baurecht) an eine sozial und oekologisch orientierte Pensionskasse verkauft (Rudolf Steiner Schulen?, gerüchteweise für rund 7 Mio sfr).

Ich bin gespannt, ob das neue Projekt funktioniert!

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Feldarbeit

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Januar 13, 2007

Ich habe bei schönstem Wetter 20 ha Biogetreide mit dem Hatzenbichler gestriegelt (Unkrautbekämpfung). Eine Arbeit die eigentlich erst im Frühjahr üblich war (…im Märzen der Bauer….). Aber eben, es gibt bald keine Jahreszeiten mehr.
Il y a plus de saison, sagen die Bauern, c’est l’effet de serre!

MF 6270 mit Hatzenbichler

Bodenpreise

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Januar 12, 2007

In Frankreich herrscht seit langem ein eigentlicher Boom der Immobilienpreise. Gemäss Statistiken sind die Immobilienpreise in den letzten Jahren zwar unterschiedlich, aber oft zweistellig angestiegen. Jetzt spricht man davon, dass diese Immobilienpreisblase bald einmal platzen könnte.

Auch die Preise für landwirtschaftliches Kulturland sind stark angestiegen. Eine Hektare Ackerland dürfte in unserer Gegend (Midi-Pyrenée) zur Zeit etwa 5000 €, das heisst umgerechnet etwa 80 Rappen pro Quadratmeter kosten. Die Preise in der Schweiz sind bekanntlich etwa zehn mal höher, also etwa acht Schweizerfranken pro Quadratmeter oder 80-100 000 sfr/ha.

Kein Wunder, dass sich in der Schweiz nur noch Multimillionäre einen Bauernhof leisten können. Die vom Bauernverband, grossen Parteien und Regierung gepriesenen Betriebsvergrösserungen könne sich seit Jahrzehnten ohnehin nur noch Baulandbauern leisten. Die in der schweizerischen Agrarpolitik vorgesehene Liberalisierung des bäuerlichen Bodenrechts wird diesen verhängnisvollen Trend nur noch verstärken!

Vergleiche dazu auch die Nationalfonsdudie Nr. 33: Die Einflussfaktoren auf die Bodenpreise in der Landwirtschaftszone, Ruedi Baumann

Einkommen

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Januar 10, 2007

Französische Bauern verdienten 2006 deutlich mehr.

In Frankreich ist das landwirtschaftliche Nettoeinkommen pro selbstständig Erwerbstätigem im Jahr 2006 gegenüber dem Vorjahr real um 14,9 Prozent gestiegen.
Die Zahl geht aus Schätzungen des Ausschusses für landwirtschaftliche Gesamtrechnung hervor, die das Pariser Landwirtschaftsministerium vorgelegt hat. Mit Ausnahme der Weinwirtschaft und der Schafhaltung konnten alle Produktionsbereiche eine positive Einkommensentwicklung verzeichnen, berichtet der Agrarpressedienst Agra-Europe. Die Statistiker führen das Einkommensplus in erster Linie auf höhere Produzentenpreise infolge einer anhaltend günstigen Nachfrage an den Agrarmärkten zurück, wobei sich niedrige Lagerbestände und ein wegen der Dürre niedrigeres Produktionsaufkommen bemerkbar machten (Meldung aus Bauernzeitung).

Da habe ich offenbar etwas falsch gemacht…….

GVO-Mais, Mais OGM

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Januar 8, 2007

Monsanto mit mehr Umsatz dank Mais

(lid) – „Maissaatgut ist Wachstumstreiber für den US-amerikanischen Saatgut- und Pflanzenschutzkonzern Monsanto. Im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2007 hat das Unternehmen mit 1,54 Milliarden US-Dollar fast 10 Prozent mehr umgesetzt als im Vorjahreszeitraum. Obwohl das 1. Quartal normalerweise sowohl bezüglich Umsatz und Marge schwach ist, konnte Monsanto ebenfalls ein Plus beim Nettogewinn verbuchen, wie agrimanager.de berichtet. Monsanto-Chef Hugh Grant betrachtet den Auftakt in das Geschäftsjahr 2007, welches von September 2006 bis August 2007 dauert, als vielversprechend. Wie er am 4. Januar erläuterte, sind in den USA vor allem die dreifach resistenten Maissorten von Monsanto gefragt. Sie verfügen über die Roundup-Resistenz und können sich ausserdem gegen den Maiszünsler und den Maiswurzelbohrer schützen. Insgesamt könnten 35 Prozent des 2007 verkauften Monsanto-Maissaatgutes in den USA (Marken Dekalb und Asgrow) mit diesen Dreifachresistenzen ausgestattet sein. Ausserdem erwartet das Unternehmen, in diesem Jahr von einer wachsenden Maisanbaufläche in den USA profitieren zu können. Im Geschäftsjahr 2006 hatte der Konzern 7,34 Mrd. US-Dollar umgesetzt. Damit war der Umsatz bereits um fast 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.“

Und die Kehrseite der Medaille:

Monokulturen, Verlust Artenvielfalt, Wasserverschmutzung und -verschleiss, Erosion

Allein in Frankreich hat der Maisanbau in den letzten 30 Jahren um 82% zugenommen! Vor allem auf Kosten von artenreichen Wiesen, wie entsprechende Studien beweisen (Solagro et Agreste).
Damit wurde die Artenvielfalt radikal reduziert. Zugenommen hat dafür gleichzeitig der Einsatz von chemischen Stickstoffdüngern, was wiederum zu erheblichen Nitratwerten in den Gewässern führte.
Da der Mais eine konstante Bewässerung erfordert, sind die Wasservorräte in vielen landwirtschaftlichen Regionen stark gesunken und vielerorts mussten Sparprogramme für den Wasserverbrauch erlassen werden.
Weil die Bewässerungsinfrastrukturen auf gewisse Flächen limitiert sind, werden die früher allgemein praktizierten Fruchfolgemassnahmen (rotations des cultures) vernachlässigt, was wiederum zu grössereren Schädlings- und Unkrautproblemen führt. Zudem nimmt die Bodenerosion auf entsprechenden Maisflächen laufend zu. Es gibt in SW-Frankreich zahlreiche Parzellen, auf denen seit zwanzig Jahren nur noch Körnermais angebaut wird!
Schwer verständlich, dass diese umweltschädigenden, bewässerten Monokulturen von der PAC (europäische Agrarpolitik) noch mit besonders hohen Beiträgen gefördert wurden. Letzteres wurde zwar jetzt endlich korrigiert, allerdings profitieren die grossen Ackerbaubetriebe nach wie vor von diesem Raubbau, weil die heutigen Direktzahlungen auf historischen Werten beruhen!

Monsanto und die anderen Saatgutmultis kümmert dies offenbar wenig. Hauptsache, ihr Umsatz und Gewinn steigt!

La monoculture et son danger pour l’environnement

Echter Lorbeer, Laurier

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Januar 6, 2007

War das ein würziger Duft den ganzen Tag lang. Ich habe Loorbeer-Stauden/Bäume auf den Stock zurückgeschnitten. Die Lorbeeren wachsen hier sehr kräftig und haben inzwischen eine Höhe von über acht Metern und einen Stammdurchmesser von bis zu 15 cm. Die Erfahrung zeigt, dass auf den Stock zurückgeschnittene Lorbeerstauden nach einem Jahr schon wieder einen kräftigen Busch von einem Meter Höhe bilden. Die immergrünen Lorbeerpflanzen sind sehr konkurrenzstark und können andere Baumarten verdrängen.
Wenn ich jetzt nur wüsste, was ich mit all‘ den Lorbeerblättern machen soll. Das würde ja genügend Loorbeerkränze für die Winter- und Sommerolympiade zusammen ergeben. Oder genügend Lorbeerblätter für Suppen und Saucenbraten für ganz Frankreich.
Wer hat eine Idee, was ich mit dem vielen Lorbeer machen kann?

Echter Lorbeer, Wikipedia

Holzen

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Dezember 27, 2006

Das sonnige Wetter und die vielen Festessen rufen nach körperlichen Betätigung! Wir haben fünf Kilometer Hecken auf unserem Hof. Heckenpflege ist angesagt. Nach drei Stunden harter Arbeit bin ich fix und fertig…. allerdings habe ich erst 50 Meter geschafft. Morgen ist auch noch ein Tag, und die Tage werden ja schon wieder länger! Nachts war es minus sieben Grad, jetzt wo die Sonne scheint, sind es schon wieder plus 12 Grad. In den alten Hecken sind Weidedrahtzäune eingewachsen, etwas das die Motorsäge gar nicht gerne hat…

Holzen in der letzten Woche des Jahres 2006

Warum Hecken so wichtig sind: Haies

Reben schneiden

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Dezember 23, 2006

Wir beabsichtigen unseren eigenen Wein anzubauen. Weil die früher auf unserem Hof angebauten Reben leider vor Jahren alle ausgerissen wurden, müssen wir ganz vorne anfangen. So haben wir in den letzten fünf Jahren versuchsweise neue Rebstöcke gepflanzt. Bei den Sorten haben wir uns an die im Südwesten gängigen Rebsorten gehalten: Merlot, Cabernet-Sauvignon, Cabernet-Franc, Tannat, Manseng. Wir wollen uns auf Rotwein beschränken. Die einzelnen Rebstöcke sind unterschiedlich gut gediehen und auch mehr oder weniger krankheitsanfällig. Selbstverständlich wollen wir, wenn schon, biologischen Wein produzieren. Eigentlich möchten wir auch auf die im biologischen Weinbau zugelassenen Kupferspritzungen verzichten, was bei starkem Mehltaubefall nicht ganz unproblematisch ist. Die Traubenernten von unseren rund 150 Versuchsrebstöcken waren bisher noch sehr bescheiden. Im letzten Sommer haben die Hornissen den ersten Trauben stark zugesetzt.
Nachdem wir jetzt die ersten Erfahrungen gesammelt haben, planen wir für nächstes Frühjahr eine Fläche von ca 60 Aren an einem Südhang neu anzupflanzen. Dabei werden wir die Reihenabstände so wählen müssen, dass wir mit unseren vorhandenen (breiten) Landmaschinen die Bearbeitung bewerkstelligen können. Ob es für den Anbau von Reben noch rechtliche Probleme (Droits de vigne) zu lösen gilt, wird sich zeigen. Wir hoffen immer noch, schlussendlich unseren Freunden bald einmal einen „Cuvée de Garage“ kredenzen zu können….

Die Arbeiten während eines Weinjahres

DPU (Droits de payement unique)

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Dezember 2, 2006

Heute wurden uns – und ich glaube auch allen anderen Bauern in Frankreich-, über die Direction départementale de l’agriculture die seit langem ersehnten europäischen DPU eröffnet. Es handelt sich bei diesen Droits de payement unique um Zahlungsrechte für die nächsten Jahre. Diese EU-Beiträge für die Landwirtschaft sind produktionsunabhängig und basieren auf den Basisjahren 2000 bis 2002.
Wir erhalten künftig für die Bewirtschaftung von 63 ha einen Flächenbeitrag von rund 140 €/ha und für rund 5 ha Brachland 313 €/ha, alles in allem einen jährlichen Beitrag von rund 10 000 € für den ganzen Betrieb
Diese EU-Beiträge sind an eine ganze Reihe von oekologischen Auflagen (conditionalité) gekoppelt wie zum Beispiel die Anlage von Krautsäumen entlang von Wasserläufen (bandes enherbée), Aufzeichnungen über Ensatz von Dünger und Pflanzenschutzmittel, Brachlandflächen, Heckenpflege usw.. Als langjähriger Biobetrieb haben wir, im Gegensatz zu vielen anderen Bauern, keine Probleme mit diesen Randbedingungen.
Die EU-Staaten haben die Möglichkeit, Biobetriebe mit etwas höheren Beiträgen zu unterstützen. Leider macht die gegenwärtige bürgerliche Regierung davon keinen Gebrauch. Wir gehen aber davon aus, dass bei einem Regierungswechsel hin zu den Sozialisten im nächsten Jahr, Umweltleistungen wieder besser honoriert werden!

Die Bauerngewerkschaft Coordination rurale ist sehr skeptisch gegenüber dieser neuen Art der Direktzahlung in Frankreich und Europa!

Santé!

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Dezember 1, 2006

Länger leben mit dem richtigen Rotwein

Gute Nachrichten für Weinliebhaber: Rotweine aus dem Gers weisen einen besonders hohen Anteil gesunheitsfördernder Verbindungen auf. Sie sollen den Blutdruck senken und damit der Arterienverkalkung vorbeugen.

Wissenschaftler führen diesen Effekt auf Polyphenole zurück, wie eine Gruppe um Roger Corder von der Queen Mary Universität in London im Journal „Nature“ berichtet. Zu diesen Substanzen gehören unter anderem Gerb- und Farbstoffe, die auch zum Geschmack des Weins beitragen.

Die britischen Forscher haben nun jene Polyphenole identifiziert, die für den Schutz der Arterien verantwortlich sind. Es handle sich dabei um Procyanidine. Die Forscher wiesen in Laborversuchen nach, dass diese die Herstellung eines gefässverengenden Eiweisses, des Endothelin-1, unterdrücken.

Corder errechnete, dass pro Tag ein Viertelliter eines Weins mit viel Procyanidin bereits den Blutdruck senke. Hoher Blutdruck schädigt die Innenwand der Arterien und ist einer der Risikofaktoren für Arterienverkaltung.

Es stellte sich heraus, dass Weine aus dem südwestfranzösischen Departement Gers vier Mal mehr Procyanidine enthielten als andere, heisst es in „Nature“. Tatsächlich waren dies auch jene Regionen, in denen die Menschen auffallend alt wurden.

Besonders viele Procyanidine sind in Traubenkernen enthalten. Bei der traditionellen Weinherstellung, wie sie im Gers gepflegt wird, würden die Trauben zusammen mit den Kernen und den Schalen für drei bis vier Wochen vergoren, erklärt Corder.

Das liesse genug Zeit für eine vollständige Extraktion der Procyanidine. Moderne Weine hingegen vergärten höchstens eine Woche, wobei der Traubenschale vor allem die Farbe entzogen werde.

Zudem sei die in Südfrankreich vorrangig verwendete Traube mit dem Namen Tannat sehr reich an diesen gesundheitsfördernden Substanzen. Die traditionelle Weinherstellung sei aufwendiger und teurer als moderne Verfahren und daher heute wenig verbreitet.

Info aus bluewin

Die bekanntesten Weine aus der Region sind der Saint-Mont und der Madiran

Tannat-Reben, Gewitterstimmung La Oueyte