Verschweigen, verdünnen, verdummen…
Jahrelang hat man den Leuten in der Schweiz eingetrichtert, sie hätten das beste Trinkwasser der Welt. Leider ist dem nicht so.
Die Landwirtschaftsminister der letzten Jahrzehnte waren entweder der Pestizidindustrie sehr zugetan (früher) oder schlicht naiv (heute).
Ich erinnere mich an das Allerweltsmittel Atrazin (Unkrautvertilger), gegen das wir Grünen in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts vorerst erfolglos Sturm liefen.
Das Bundesamt für Landwirtschaft erklärte damals das Pestizid in Zusammenarbeit mit der Chemieindustrie zum harmlosen Trinkwasserzusatz…
Erst Jahre später hat die EU Atrazin als kanzerogen entlarvt und verboten. Die Schweiz musste widerwillig und verspätet nachziehen, mit dem Resultat, dass sich Atrazin auch heute noch in Böden und Grundwasser nachweisen lässt!
Heute macht der Pflanzenschutzwirkstoff Chlorothalonil Schlagzeilen: Aufgeschreckt durch das Verbot in der Europäischen Union haben (endlich) kantonale Labors Trinkwasserfassungen auf das besagte Gift untersucht. Das Resultat ist erschreckend: in zahlreichen Trinkwässern ist der Grenzwert um das x-fache überschritten! Und dennoch werden in der Schweiz jährlich 45 Tonnen Chlorothalonil als Pilzgift weiterhin versprüht! Bundesrat Parmelin verspricht treuherzig am Fête des vignerons die Sache zu überprüfen…
Dabei dürfen die Leute in der Schweiz nach wie vor nicht wissen, ob und wie stark ihr Trinkwasser in ihrer Gemeinde kontaminiert ist. Ich finde das skandalös!
Hier in unserer Region in Südwestfrankreich wird das Trinkwasser auf mindestens 228 Moleküle (!) untersucht, die aus Herbiziden und Fungiziden stammen! Bei einer Grenzwertüberschreitung wird die Bevölkerung zwingend orientiert!
Beim Schutz des Trinkwassers hat die Schweiz noch sehr viel Handlungsbedarf und darf nicht weiter am Gängelband der Chemiemultis bleiben! Verdrängen, verdünnen und verdummen ist keine Lösung!
Waldwiesen
Waldwiesen heissen hier auf EU-französisch surface pastorale herbagère oder einfach SPH. Und diese Flächen sind unter genau definierten Bedingungen auch direktzahlungsberechtigt im Rahmen der pac (politic agraire commune). Wer es genau wissen will, bitte sehr: https://www2.telepac.agriculture.gouv.fr/telepac/pdf/tas/2018/Dossier-PAC-2018_guide-admissibilite-prairies-permanentes.pdf
Wenn nun jemand meint, das werde nicht kontrolliert, der könnte sich täuschen: Gestern haben wir diese relativ kleinen Flächen auf unserem Betrieb (7.59 ha) bei 34° am Schatten mit einer Mitarbeiterin der Pac-Kontrollstelle während drei Stunden abgeschritten, kontrolliert, fotografiert und satellitengestützt elektronisch verifiziert.


Resultat der schweisstreibenden Übung: die Flächen die ich bisher angegeben habe, wurden sogar in einzelnen Bereichen merklich vergrössert! Da soll noch jemand sagen, die EU kümmere sich nicht um die Biodiversität!
Härdöpfu grabe
Wegen den steinharten, kalkreichen Böden hier auf unserer Ferme haben wir für den Kartoffelanbau eine etwas andere Praxis gewählt: wir stecken die Kartoffeln nicht i n die Erde, sondern legen sie nur a u f die Erde und decken sie mit einer dicken Strohschicht zu! Das Resultat lässt sich sehen! Statt von Härdöpfu müsste man jetzt von Strouöpfu reden….

Weinbaugebiet Bergerac
Das Weinbaugebiet Bergerac https://de.wikipedia.org/wiki/Bergerac_(Wein) in der Dordogne erstreckt sich über 12’000 Hektaren! Wir haben das Château Monbazillac und die umliegenden AOC-Rebberge besucht, um besser zu wissen, wo der Wein wächst, den wir gelegentlich konsumieren.


Alles weg…
Der Bioweizen ist abtransportiert…

… in die Silos der Biogenossenschaft Qualisol in Monfort. Jetzt gilt es diverse Maschinen zu flicken: Débroussailleuse, Andaineur, Broyeur…
Quatorze Juillet
Erntearbeit am französischen Nationalfeiertag…

… mit unangenehmen Hindernissen…


… zwischen blühenden Sonnenblumenfeldern

Ernte
Von 14 bis 22 Uhr haben wir 12 ha Weizen gedroschen. Guter Ertrag für unsere Verhältnisse! Morgen geht es weiter.

Keine Kathedrale
Das ist keine Kathedrale, auch kein Kunstmuseum sondern schlicht eine neue Weinkellerei in Spanien. Die moderne Bodega befindet sich sich in der Nähe von Barbastro in Katalonien. Offenbar werden auf der ganzen Welt zunehmend Stararchitekten zum Bau von Weingütern engagiert, um das Renommee der jeweiligen Traubensäfte zu steigern. Ob im Napa Valley, im Bordelais, in Argentinien oder Südafrika, immer werden noch aufwendigere und noch teurere Weinpaläste gebaut, und entsprechend explodieren die Weinpreise!
Oder sind es die chinesischen Finanzgesellschaften, die offenbar Weingüter aufkaufen und zu dieser Entwicklung führen?


Ich persönlich halte nichts von all‘ dem Brimborium rund um den Wein. Lieber halte ich mich an meinen einfachen Landwein aus dem Armagnac-Gebiet…








5 comments