AUSWANDERERBLOG

Verschweigen, verdünnen, verdummen…

Posted in Agrikultur, Politik by ruedibaumann on August 10, 2019

Jahrelang hat man den Leuten in der Schweiz eingetrichtert, sie hätten das beste Trinkwasser der Welt. Leider ist dem nicht so.

Die Landwirtschaftsminister der letzten Jahrzehnte waren entweder der Pestizidindustrie sehr zugetan (früher) oder schlicht naiv (heute).

Ich erinnere mich an das Allerweltsmittel Atrazin (Unkrautvertilger), gegen das wir Grünen in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts  vorerst erfolglos Sturm liefen.

Das Bundesamt für Landwirtschaft erklärte damals das Pestizid in Zusammenarbeit mit der Chemieindustrie zum harmlosen Trinkwasserzusatz…

Erst Jahre später hat die EU Atrazin als kanzerogen entlarvt und verboten. Die Schweiz musste widerwillig und verspätet nachziehen, mit dem Resultat, dass sich Atrazin auch heute noch in Böden und Grundwasser nachweisen lässt!

Heute macht der Pflanzenschutzwirkstoff  Chlorothalonil Schlagzeilen: Aufgeschreckt durch das Verbot in der Europäischen Union haben (endlich) kantonale Labors Trinkwasserfassungen auf das besagte Gift untersucht. Das Resultat ist erschreckend: in zahlreichen Trinkwässern ist der Grenzwert um das x-fache überschritten! Und dennoch werden in der Schweiz jährlich 45 Tonnen  Chlorothalonil als Pilzgift weiterhin versprüht! Bundesrat Parmelin verspricht treuherzig am Fête des vignerons die Sache zu überprüfen…

Dabei dürfen die Leute in der Schweiz nach wie vor nicht wissen, ob und wie stark ihr Trinkwasser in ihrer Gemeinde kontaminiert ist. Ich finde das skandalös!

Hier in unserer Region in Südwestfrankreich wird das Trinkwasser auf mindestens 228 Moleküle (!) untersucht, die aus Herbiziden und Fungiziden stammen! Bei einer Grenzwertüberschreitung wird die Bevölkerung zwingend orientiert!

Beim Schutz des Trinkwassers hat die Schweiz noch sehr viel Handlungsbedarf und darf nicht weiter am Gängelband der Chemiemultis bleiben! Verdrängen, verdünnen und verdummen ist keine Lösung!

 

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5 Antworten

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  1. schweizerfranzFranz Schweizer said, on August 10, 2019 at 9:05 am

    Herzlichen Dank!!

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  2. schweizerfranz said, on August 10, 2019 at 9:07 am

    Als Chef des RFO Region Laupen wäre ich froh darum, zu wissen, wie es um unser Trinkwasser in den Gemeinden im «alten» Laupenamt steht!

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    • Anonymous said, on August 10, 2019 at 9:41 am

      Nachfragen, nachfragen, nachfragen und Resultate veröffentlichen, überall!

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  3. Anita Mattes said, on August 11, 2019 at 7:26 pm

    Herzlichen Dank für die klaren Worte !

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  4. Mütze said, on August 20, 2019 at 5:41 pm

    Bevor der Mund so voll genommen wird, vor der eigenen Tür wischen!!! Ich war im Herbst vor 2 Jahren in der Region der Champagne unterwegs, was ich dort antraf, gibt mir noch jetzt zu denken. Bei einem Fahrzeughersteller lief ein kleiner Bach mitten durch die Lackierkabine. Die Zuckerrüben waren mitte November noch grasgrün, das geht nicht ohne grössere mengen Fungizid, zudem war fast jede Parzelle Gründüngung mit Glyphosat abgespritzt, wozu weiss niemand genau, da sie im winter eh kaput geht.

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