Unwetter
Ich weiss, die Schweizer Berufskollegen plangen seit Wochen auf etwas Regen. Wir hatten gestern gerade etwas zuviel davon! Eben hatten wir mit der Sojasaat auf unsern grossen, fein säuberlich vorbereiteten Feldern begonnen, als sich ein schweres Gewittter zusammenbraute. 52 mm Niederschlag innert kürzester Zeit, was zu Gräben und Überschwemmungen führte…ein Desaster!
So präsentieren sich unsere Felder heute Morgen:
Das isch haut buuret!
16 Stunden rotieren…
Mit der Herse rotative (zu deutsch: Kreiselegge) bereite ich das Saatbeet für die Sojasamen vor… 16 Stunden lang mit Radiobegleitung (France Culture, France Inter, Sudradio) in der Traktorenkabine.
Heuverkauf
Unser zertifiziertes Naturwiesenheu vom letzten Jahr ist endlich verkauft. 70 Euro pro Tonne. In der Schweiz ist der Heupreis fünfmal höher!
Dunkle Wolken…
… und anschliessend Regen (42 mm)! Petrus meint es gut mit uns und den Pflanzen!


Orchideenlandschaften
So können Heuwiesen auch aussehen (Biobetrieb La Oueyte). Bedingung: keine Handelsdünger während zwanzig Jahren!
Orchis simia

Orchis purpurea

Karfreitag
Der Karfreitag ist in Frankreich kein Feiertag und mir ist sowieso nichts heilig…

Gründonnerstag
Flurbegehung, 2 Stunden, keinem Menschen begegnet, dafür einem Fasan, einem Feldhasen, einem Milan, blühenden Hecken und tausend Orchideen…

Eichenböschung

Merlot Reben

Bohnen/Hafer Gemisch (févérole/avoine)

Bereit für Bio-Soja

Körnermais gesät
Drainagearbeiten
Es hat im Februar und anfangs März viel geregnet im Südwesten. Einzelne Nässen in meinen Feldern halten sich hartnäckig. Ich versuche mi einfachen Drainagearbeiten, das überschüssige Wasser abzuleiten. Dank Ausgangssperre habe ich ja viel Zeit….



Ausgangssperre (confinement)
Auf französischen Feldern ist auch in diesen schwierigen Zeiten die Freiheit grenzenlos… (selbst für vulnerable alte Risikopersonen 😇)
Landwirtschafts-ABC
Unser Sohn Kilian hat ein ein sehr gutes und vielbeachtetes Interview zur gegenwärtigen, schweizerischen Agrarpolitik gegeben, das in verschiedenen Medien veröffentlicht wurde:
Mich hat erstaunt, wieviel Halb- und Unwissen über die Landwirtschaft in den rund 200 Kommentaren aufgetaucht ist. Auf die Gefahr hin, als Besserwisser oder Klugscheisser apostrophiert zu werden, erlaube ich mir dazu einige wenige Bemerkungen:
Genetisch hornlose Kühe sind nicht das Resultat, eines gentechnologischen Eingriffs in die Keimbahn gewisser Rinderrassen, sondern schlicht und einfach das Resultat einer jahrzehnte- oder gar jahrhundertalten Auslese (Auslese = Zucht) von hornlosen Tieren, die übrigens auch problemlos wieder tierzüchterisch rückgängig gemacht werden kann.
Pflanzliches Protein (=Eiweiss) lässt sich sehr wohl auf schweizer Biobetrieben anbauen. Ich habe damit im In- und Ausland 50jährige Praxiserfahrung! Grossflächiger Anbau von diversen Eiweisserbsen, Bohnen, Soja usw. für den menschlichen Konsum ist zukunftsträchtig und würde erlauben, mindestens zehn mal mehr Leute zu ernähren, als über den Umweg Tiermagen. Zudem brauchen Leguminosen (= Proteinpflanzen) keinen Stickstoffdünger und schonen damit unser Trinkwasser!
Bekanntlich lassen sich Milch und damit auch alle Milchprodukteproblemlos aus verschiedensten einheimischen Pflanzen herstellen (Sojamilch, Hafermilch usw.). Dabei ist auch eine nichtindustrielle, bäuerliche Produktion möglich!
Die Vorstellung einzelner Kommentatoren und Medienleute, Nebenerwerbsbetriebe in der Landwirtschaft seien unproduktiv und sollten zu Gunsten von grossflächigen Haupterwerbsbetrieben aufgegeben werden, ist Unsinn. Nur dank bäuerlicher Klein- und Mittelbetriebe kann in der Schweiz die Biodiversität einigermassen aufrecht erhalten bleiben. Industrielle Grossbetriebe bringen nur Nachteile: Massentierhaltung, Immissionen, Abwanderung aus dem ländlichen Raum, Verlust der bäuerlichen Dorfkultur.
Grossverteiler wie Migros, Coop, Aldi, Lidl usw. könnten mit ihrer Margengestaltung sehr wohl Einfluss nehmen auf den Absatz von Bioprodukten. Warum basiert die schöne Absatzwerbung ausschliesslich auf bäuerlichen (Bio)Betrieben, während die verkauften Produkte oft aus Massentierhaltung oder industrieller Gemüseproduktion stammen? Gesunde Bioprodukte sollten nicht das Privileg reicher Konsumenten bleiben.

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