AUSWANDERERBLOG

Auch mal über Direktzahlungen reden…

Posted in Uncategorized by ruedibaumann on Mai 19, 2021

Hier in Frankreich und in der ganzen EU sind die Direktzahlungen an die Landwirtschaft für jedermann öffentlich einsehbar.

Wir erhielten für unseren 70-Hektaren grossen Biobetrieb letztes Jahr 12’386.55 €.

In der Schweiz wurde die Veröffentlichung der einzelbetrieblichen Direktzahlungen immer mit fadenscheinigen Argumenten bekämpft und verhindert. Auch im laufenden Abstimmungskampf hört man von den beteiligten Bauern nie, wieviel Direktzahlungen sie erhalten. Aber oft die Drohung, bei Annahme der Trinkwasserinitiative würden sie auf die DZ verzichten und gewisse Auflagen nicht mehr einhalten….

So müssen wir uns halt auf grobe Sammelstatistiken des Bundesamtes für Landwirtschaft stützen:

Ich bin überzeugt, dass nach der Übergangszeit von 8 Jahren praktisch kein Betrieb auf DZ verzichten würde!

Wetten!

ÜBRIGENS: Es soll Betriebe geben die über 400’000.- SRF /Jahr erhalten weil auch die Deckelung der DZ im Parlament immer abgelehnt wurde. Auch Einkommens- und Vermögensgrenzen beim Bezug von DZ wurden wieder aufgehoben….

Auch darum am 13. Juni 2 x Ja, damit auch in der Schweiz wieder Feldblumen blühen!

Der Stellvertreterkrieg

Posted in Uncategorized by ruedibaumann on Mai 19, 2021

In der Schweiz tobt zur Zeit ein heftiger Abstimmungskampf zu den sogenannten Agrarinitiativen. Die grosse Mehrheit der Bauern (bei den Bäuerinnen weiss man es nicht so genau…) schmückt ihre Tennstore mit den 2 x Neinplakaten.

Finanziert wird der Abstimmungskampf durch die grossen Welt-Agrarkonzerne Syngenta (inzwischen in chinesischem Besitz), Bayer-Monsanto und dem Agrarkonzern Fenaco, einem schweizerischen Gemischtwarenladen mit hundert alten Firmennamen, von denen fast niemand weiss, dass sie zur selben Gruppe gehören. Aktive Fenaco Verwaltungsräte sitzen im Vorstand des Bauernverbandes und in der WAK des Nationalrates, frühere Fenaco Verwaltungsräte im Bundesrat (Maurer und Parmelin). Der Chef der Fenaco verdient wesentlich mehr als ein Bundesrat (über 700’000 sfr.).

Eingesetzt für den Abstimmungskampf werden über 8 Millionen Franken (natürlich nicht offengelegt) über Economiesuisse, deren Chef früher Syngenta Manager war. Orchestriert wird die Neinkampagne durch den stellvertretenden Direktor des Bauernverbandes (selber in 14 Verwaltungsräten, bis vor kurzem auch bei der Skandalbank Raiffeisen). Die 2 x Nein Plakate hatte er schon gedruckt und ausgehängt, bevor die Bauern etwas von der Trinkwasser und Pestizidinitiative wussten. Das alles um zwei Bürgerinitiativen zu bekämpfen, die sich um die Gesundheit der Schweizerbevölkerung sorgen.

Die Geldgeber treten selber nicht in Erscheinung. Vorgeschickt in den Abstimmungskampf werden vornehmlich Biobauern und Bäuerinnen, weil die glaubwürdiger und sympathischer wirken im Stellvertreterkrieg. Sie sollen für die Pestizid-, Dünger- und Futtermittelfabrikanten und -händler die Kohlen aus dem Feuer hohlen.

Die Bauern selber wissen, dass sie sich in den nächsten zehn Jahren dem gesellschaftlichen Wandel hin zu gesunden Produkten und sauberem Trinkwasser anpassen müssen. Die Initiativen selber sehen Übergangsfristen von 8 bzw. 10 Jahren vor. Weitere Initiativen gegen Tierfabriken, für mehr Biodiversität und Landschaftsschutz sind bereits eingereicht. Es kommt mir vor wie zu den Zeiten von Napoleon, als Schweizer Söldner für den Kaiser in den Krieg gezogen sind.