AUSWANDERERBLOG

Weisch no…

Posted in Politik by ruedibaumann on Oktober 22, 2011

Am Wochenende finden in der Schweiz Parlamentswahlen statt. Obschon kaum die Hälfte der Stimmberechtigten ihre Stimme abgeben werden, endet damit ein wochenlanger Wahlkampf, der nicht als politischer Ideenwettbewerb sondern eher als eigentliche Materialschlacht mit wilder Plakatierung entlang der Hauptverkehrsachsen in Erinnerung bleiben wird.
Dabei zeigte sich überdeutlich, dass die intransparente Finanzierung von Wahlen und Abstimmungen ausgerechnet in einem Land mit direkter Demokratie zu einer eigentlichen Plutokratie (Geldherrschaft) führt und unbedingt korrigiert werden muss. Die rechtsnationalistische fremdenfeindliche „Volkspartei“ mit ihren zahlreichen Milliardären in ihren Reihen, konnte einmal mehr aus den Vollen schöpfen und hatte für die Propaganda mehr Geld zur Verfügung als alle anderen Parteien zusammen!

Nichtstestotrotz oder gerade wegen diesen ungleich langen Spiessen wird der Wahlkampf für die grosse Mehrheit der 3500 Kandidierenden in einer mehr oder weniger grossen Enttäuschung enden! Mit zur Wahl stehenden 200 National- und 46 Ständeräten werden schlussendlich nur rund 7% der Kandidaten am Sonntagabend feiern können…
Alle anderen werden trotz viel Arbeit und vollem Einsatz mit einem mehr oder weniger ehrenvollen Ersatzplatz Vorlieb nehmen müssen.

Für die Kandidatinnen und Kandidaten wird es so oder so eine sehr emotionalen Sonntag geben. Wir kennen das…

In den Jahren 1986 bis 2003 haben wir, Stephanie und ich, im Kanton Bern als Kandidaten an allen Grossrats- und Nationalratswahlen teilgenommen und warteten jeweils am Wahlsonntag (oder Montag) mit grosser Spannung auf die Resultate.
Wir hatten Glück und wurden immer gewählt (Stephanie problemlos, ich manchmal sehr knapp). Aber richtig freuen konnten wir uns eigentlich nie, weil gute Freunde nicht oder sogar abgewählt wurden, weil das Parlament wieder einen Rechtsrutsch machte oder weil sich weniger als die Hälfte der Stimmberechtigten überhaupt zur Urne begaben.

Nach der Wahl ist vor der Wahl! Ich gratuliere jetzt schon allen die sich an den Wahlen beteiligt haben, sei es als KandidatIn oder als HelferIn. Auf die Gewählten wartet viel Arbeit!

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  1. Henry said, on Oktober 24, 2011 at 6:41 pm

    Die Milliardäre haben mitgeholfen die Schweiz von der EU und dem Euro fernzuhalten. Hätte man auf SP und Grüne gesetzt wären wir wohl heute auch dabei die Schuldenstaaten zu unterstützen. Gerade jetzt wird wieder an einem neuen Billionen Hebel gebastelt. Da wird mir schlecht und dies wird alles noch ganz bös enden. Das Volk hat natürlich nichts zu diesen Billionen zu sagen. Das nenn ich Demokratie. Lesen sie einmal die Kommentare im Soiegel online zum Billionendeal. Die Differenz zwischen Volk und Politik wird immer grösser in der EU, vor allem in Deutschland dem Nettozahler. Mit dem Frieden ist es bald vorbei.

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  2. RB said, on Oktober 24, 2011 at 7:56 pm

    @HenryDie rechtspopulistischen Milliardäre haben das unsägliche schweizerische Bankgeheimnis verteidigt und dafür gesorgt, dass jahrzehntelang die Diktatoren dieser Welt ihre Fluchtgelder in der Schweiz steuerfrei parkieren konnten. Sie haben mit ihren Millionen in der Schweiz den Rassismus geschürt und „ihr“ Volk aufgehetzt. Und hat nicht die Schweiz ihren Franken aus wirtschaftlichen Gründen an den Euro koppeln müssen?Ich vermute, dass etwas mehr internationale Solidarität dem Ansehen des Landes langfristig dienlicher wäre.RB

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  3. henry said, on Oktober 24, 2011 at 10:39 pm

    Ich will die Annahme von Fluchtgeldern von Diktatoren nicht gutheissen. Aber Hand aufs Herz was würden sie als Grieche mit ihrem Ersparten machen wenn sie sähen, dass der Staat gerade daran ist dieses zu vernichten?Die SVP ist auch die einzige Partei die die Zuwanderung thematisiert (ob sie eine Lösung hat ist zweifelhaft). Finden sie es gut wenn jährlich 50-60000 Menschen in die Schweiz einwandern? Die Grünen benötigen oft das Wort „Nachhaltigkeit“ aber in diesem Zusammenhang habe ich es noch nie gehört. Diese Zuwanderung ist alles andere als Nachhaltig und das hat überhaupt nichts mit Fremdenfeindlichkeit zu tun (ich rege mich auch auf über die dämlichen Plakate). Unser Lebensraum ist begrenzt und die Infrastruktur kommt an Grenzen, das ist ihnen ja sicher auch aufgefallen. Für Linke und Grüne sind einfach gewisse Themen tabu. Sie erkennen die Probleme der Bürger nicht mehr.

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  4. RB said, on Oktober 24, 2011 at 11:45 pm

    @henryEs gibt Menschenrechte. Dazu zähle ich auch die Niederlassungsfreiheit. Wenn so viele Menschen in die Schweiz einwandern, ist das doch, weil die Wirtschaft sie braucht und holt. Und offenbar will die Mehrheit in der Schweiz (und auch in anderen Staaten) ein weiteres Wirtschaftswachstum… Um den (natürlichen) Lebensraum zu erhalten sind wir ja frei, zum Beispiel die Bauzonen zu beschränken, den Naturschutz zu verstärken oder Industriebrachen zu renaturieren!Aber es geht nicht an, Menschen nur wegen ihrer Hautfarbe oder Nationalität zu diskriminieren!RB

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