AUSWANDERERBLOG

Keine Zukunft für Avenir Suisse

Posted in Politik by ruedibaumann on Dezember 12, 2008

Die selbsternannte „Denkfabrik“ Avenir Suisse, grosszügig finanziert von den Grossbanken und der Industrie ist ja nun wirklich mit ihren exessiven Liberalisierungskonzepten vollständig gegen die Wand gefahren. Die Helden von Avenir Suisse haben uneingeschränkt jahrelang den Casinokapitalismus und die Abzockermentalität der Finanzwelt propagiert und damit an vorderster Front mitgeholfen, die Schweiz und die Welt in eine nie dagewesene Krise zu stürzen.
Thomas Held und seine Crew wollten der Politik ihre untauglichen Konzepte aufzwingen, indem sie den Staat immer als rückständig und inneffizient verspottet haben. Der gleiche Staat muss nun ihrer Misswirtschaft mit 68 Milliarden Schweizerfranken unter die Arme greifen. 10’000 Schweizerfranken muss jeder Bürger und jede Bürgerin dieses Landes bluten, allein um die Eskapaden der UBS zu finanzieren!
Eigentlich würde man erwarten, dass sich die Leute von Avenir Suisse für ihre totale Fehleinschätzung und die damit verbundenen Schäden entschuldigen und ihr Institut umgehend auflösen würden.
Nichts davon! Statt, wie es sich nach diesem Beratungsdebakel gehören würde, kleinlaut die Szene zu verlassen, starten die Schreibtischtäter mit ihren untauglichen Ideologien einen neuen Angriff. Diesmal soll die Landwirtschaft das Opfer ihrer unausgegorenen Empfehlungen werden. Der Strukturwandel soll gefördert und die Landwirtschaft möglichst in Aktiengesellschaften mit billigen Arbeitskräften betrieben werden, fordern die gescheiterten Finanz- und Wirtschaftsberater. Das Selbstbewirtschafterprinzip im bäuerlichen Bodenrecht müsse fallen, damit endlich auch juristische Gesellschaften in grossem Stil Schweizer Ackerböden kaufen könnten! Die Ernährungsicherheit der Schweiz sei ohnehin nur ein Mythos dozieren die „Berater“.

Avenir Suisse sollte in „Vergangenheit Schweiz“ umgetauft werden. Man kann ihren Frontalangriff auf die Schweizer Landwirtschaft nur dahingehend deuten, dass sie nun ein grosses Ablenkungsmanöver starten, um vom Totalversagen ihrer Konzepte in der Industrie- und Finanzwelt abzulenken.

Es gibt in der Schweiz nur noch 4% Bauern und der Strukturwandel läuft (leider) uneingeschränkt weiter. Wie wäre es, wenn endlich auch die selbsternannten Beratungsinstitute von einem vergleichbaren Strukturwandel erfasst würden?