AUSWANDERERBLOG

Wenn Radio und TV streiken…

Posted in Politik by ruedibaumann on Februar 15, 2008

Endlosmusik im Radio France-Inter, Endloskrimis auf TV France-Deux: Wer vorgestern den französischen Staatsrundfunk einschaltete, bekam leichte Kost. Fast alle Beschäftigten von France Télévision, TV5 Monde, Radio France und Radio France International legten die Arbeit nieder, um gegen die neuen Finanzierungspläne der Regierung zu protestieren.

Präsident Nicolas Sarkozy hat im Januar aus heiterem Himmel angekündigt, dass er dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk eine „Kulturrevolution“ verpassen wolle. Er solle sich nicht mehr aus Werbung finanzieren, da er über Kulturthemen und nationales Schaffen berichten müsse. Vor allem die Linksopposition erwischte Sarkozy auf dem falschen Fuss. Sie hatte in der Vergangenheit selbst mit einem werbefreien Rundfunk geliebäugelt. Frühere sozialistische Regierung hatten aber davon abgesehen, weil die Umwälzungen zu gewaltig und die medienpolitischen Konsequenzen zu unvorhersehbar schienen. Nun befürchtet die Linke, dass Sarkozy die eher „kritische“ Berichterstattung von France-Deux und France-Trois sabotieren möchte, indem er ihnen die Mittel entzieht.

Nutznießer wären zweifellos die großen Privatsender TF1 (jetzt schon Nummer eins in Frankreich), Canal Plus und M6. Der Aktienkurs von TF1 war stark in die Höhe geschnellt, als Sarkozy das Ende der staatlichen TV-Werbung ankündigte. Die politischen Gegner des Staatschefs hegen den Verdacht, dass dieser TF1 für seinen in letzter Zeit sehr regierungsfreundlichen Kurs belohnen will. Dies umso mehr, als TF1-Eigner Martin Bouygues ein Taufpate von Sarkozys Sohn ist. Seit neuestem will auch der Financier und Medieninvestor Vincent Bolloré – der Sarkozys Ägyptenreise zu Neujahr teilweise finanziert hatte – ein Aktienpaket von TF1 übernehmen.

Für Aufregung sorgt Sarkozys Vorstoss vor allem bei den Fernsehsendern. Während sich Radiosender wie France-Inter heute nur zu acht Prozent über Werbung finanzieren, würde France Télévision jährlich 760 Millionen Euro an Einnahmen verlieren, wenn das Werbeverbot in Kraft träte. Sarkozy ließ versprechen, der Ausfall werde „Euro für Euro“ durch andere Einnahmen gedeckt. Dazu solle auch eine neue Steuer auf den Umsatz der Privatsender herhalten. Die Beschäftigten von France Télévision, die gestern in Paris auf die Straße gingen, trauen diesen Versprechen aber nicht und befürchten einen Programm- und Stellenabbau. (Textauszüge aus „Der Standart“)

radio france inter

france 2

Centre de Photographie de Lectoure

Posted in Patrimoine et architectures by ruedibaumann on Februar 14, 2008

Im Centre de Photographie de Lectoure ist zur Zeit eine Ausstellung von William Egglestone. Er gilt als eigentlicher „Inventeur de la photographie couleur moderne“. Mich haben seine Bilder nicht überzeugt. Aber wahrscheinlich verstehe ich zuwenig davon.

William Egglestone

Lectoure 2007

Max ist zurück

Posted in Diverses by ruedibaumann on Februar 13, 2008

Wie das Naturhistorische Museum Freiburg mitteilt, ist Max ist wieder an seinem traditionellen Brutplatz eingetroffen:

„Der Senderstorch Max hatte die Nacht auf letzten Freitag südlich der Vogesen verbracht. Bereits am Freitagnachmittag um 16h30 wurde er auf seinem letztjährigen Horst in Tüfingen (D), nördlich des Bodensees gesichtet. Auf dieser letzten, 200 km langen Etappe streifte er die Nordschweiz, bevor er sich an seinen altbekannten Brutplatz begab.“

Max hat leider keinen Abstecher in die Gascogne gemacht und auch die Schweiz scheint er zu meiden…

Max auf der Rückreise

Max auf der Reise nach Afrika

L’agriculture biologique aujourd’hui

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Februar 12, 2008

LE PROCHAIN „RENDEZ – VOUS MENSUEL DE L‘ ENVIRONNEMENT“
se déroulera
Le jeudi 28 février 2008
à 20h précises

dans la salle de conférence du
Bâtiment d’accueil
de l’ADIAF – Arboretum national des Barres

sur le thème

L’agriculture biologique aujourd’hui

Dans les conclusions du « Grenelle de l’environnement » il est proposé un objectif
de 20% de produits bio dans la restauration collective d’ici à 2012 contre 0,7% aujourd’hui.
Rappelons qu’en France 1,8% des terres est cultivé sans produits chimiques, contre 8,7% en Autriche et 3,9% en Allemagne.
Les objectifs du Grenelle en France est de faire passer la surface à 6% d’ici 2010 et 20% d’ici 2020.

Qu’en pensent deux agriculteurs engagés depuis longtemps dans des productions biologiques ?

Les intervenants de cette soirée d’échange:

Olivier Chaloche est producteur de céréales et de légumes bio dans le Gâtinais.
et Ruedi Baumann a pratiqué l’agriculture bio en Suisse. Il a été Président des Verts en Suisse et a siégé au Parlement. Après avoir transmis sa ferme à son fils, il s’est installé comme céréalier bio dans le Gers.

Venez nombreux pour échanger vos opinions et découvrir les réalités de terrain, les difficultés, les satisfactions d’une minorité d’agriculteurs que les consommateurs devraient mieux connaître.

L’entrée est libre et accessible à tous

N’hésitez pas à parler de ces „rendez vous de l’environnement“
et à envoyer ce message autour de vous.

A très bientôt …

Schweizer Agrarpolitik

Posted in Politik by ruedibaumann on Februar 11, 2008

Von Zeit zu Zeit lasse ich mich durch Herbert Karch, dem aktiven Geschäftsführer der Schweizerischen Kleinbauernvereinigung über die agrarpolitische Situation in der Schweiz orientieren. Hier seine Antwort auf aktuelle Fragen:

Wie lange dauert das Gentechmoratorium in der Schweiz noch?

Bis Ende 2010. Es betrifft den Anbau zu kommerziellen Zwecken.

Wird es verlängert?

Die in der SAG (www.gentechnologie.ch) zusammenarbeitenden Organisationen streben eine Verlängerung an.

Durch wen (Parlament?)?

In der Märzsession wird eine Parlamentarische Initiative lanciert, welche über eine Übergangsbestimmung im Landwirtschafts- oder im Gentechnikgesetz eine Verlängerung bis Ende 2013 verlangt. Wir bemühen uns, mindestens 101 (von 200) NationalrätInnen zur Unterzeichnung zu bewegen. Dabei argumentieren wir etwas macchiavellistisch auch mit dem Argument, das NFP59 zu Gentech-Pflanzen ende erst 2011 und es brauche Umsetzungszeit für die Erkenntnisse daraus. Parallel werden in einigen Schlüsselkantonen parallel Motionen für Standesinitiativen mit der gleichen Forderung eingereicht. Im Kanton Bern ist die Motion mit ErstunterzeichnerInnen aus vier Parteien bereits eingereicht.
Oder ist eine neue Initiative notwendig/geplant?
Wenn der parlamentarische Weg keinen Erfolg zeigt, gibt es einen Plan B: Lancierung der Gentechfrei-Initiative 2 (gleicher Text wie die erste) unmittelbar nach der Sommersession, mit dem Ziel, das Volksbegehren mit 120’000 beglaubigten Unterschriften Ende Jahr einzureichen.

Wie ist die politische Stimmung gegenüber Gentech?

In der Bevölkerung und im Nahrungs- und Agrarsektor ist alles froh über die Ruhe, welche das Moratorium am Lebensmittelmarkt und in der Landwirtschaft schafft. In der Politik haben die Wahlen in Sachen Pro/Kontra Agro-Gentechnik keine nennenswerte Verschiebung gebracht.

Wie ist die Situation bei den Agrotreibstoffen?

Hier ist die politische Auseinandersetzung in vollem Gang.

Sind diese von den Steuern befreit?

Noch ist die Positivliste für steuerbefreite Rohstoffe nicht beschlossen. Es bestehen die Anforderungen, dass eine Ökobilanz erstellt werden muss und nicht schlechter als bei Erdöl ausfallen darf. Die EMPA hat dazu eine gute Studie veröffentlicht. Hinzu kommen soziale Anforderungen. Da sucht man noch nach praktikablen Kriterien.

Werden sie gefördert und wenn ja unter welchen Bedingungen?

Die Zollvergünstigung ist der wichtigste Anreiz und betrifft somit lediglich die Importe. Im Inland gibt es eine bescheidene Förderung für zwei Pilotanlagen. Öko-Anforderungen sind keine daran geknüpft, indirekt wirkt aber der ökologische Leistungsnachweis der Direktzahlungen als Schranke gegen übermässige Intensivierung.

Gibt es neuere Tendenzen bei den oekologischen Direktzahlungen?

Das BLW hat vom Parlament einen Aftrag zur Überprüfung erhalten. Bis 2009 muss ein Bericht abgeliefert werden. Was dann politisch daraus wird, steht noch in den Sternen.

Sind eher Verbesserungen oder Verschlechterungen zu erwarten?

Es wird meine letzte agrarpolitische Aufgabe vor der Pensionierung 2014 werden, ökologische und soziale Verschlechterungen zu verhindern. Ob gar Verbesserungen drin liegen? Kann ich auf moralische Unterstützung durch R.B., den künftigen Leader du Mouvement français pour une agriculture écologique, zählen?

…ha, ha…

Malatelier

Posted in Comédie française by ruedibaumann on Februar 10, 2008

Das schöne Frühlingswetter animiert zu künstlerischen Höhenflügen im Freien…
Das Publikum freut sich schon auf die nächste Ausstellung!

Stephanie an ihrer Staffelei

Gemäldegalerie
Exposition
Bilder aus der Gascogne

Margaret Mead

Posted in Diverses by ruedibaumann on Februar 9, 2008

„Man darf nie daran zweifeln, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann; in Tat und Wahrheit ist es das einzige, was die Welt jemals verändert hat.“
Dieser Satz von Margaret Mead ist und war für mich so etwas wie ein Lebensmotto („Bauernland“). Ich mache und machte mir damit bei meiner Arbeit Mut, sei’s in der Politik, bei den Grünen oder in der Kleinbauernvereinigung.
Jetzt habe ich endlich ihre Biographie gelesen („Brombeerblüten im Winter, Ein befreites Leben“) und dabei viel über Ethnologie gelernt. Die Amerikanerin Margaret Mead, geboren 1901, gestorben 1978, gehört zu den bekanntesten Anthropologen und Ethnologen. Sie untersuchte die Lebensbedingungen, Sitten und Verhaltensweisen einer Anzahl sog. primitiver Völker in der Südsee und amerikanischer Indianerstämme.
Die Autobiographie hat sie 1972 geschrieben und das Buch steht seit 1979 in unserem Büchergestell.
Es ist schön, endlich mehr Zeit zum Lesen zu haben und es lohnt sich, auch alte Bücher wieder mal zur Hand zu nehmen.

Frankreich zurück in Europa

Posted in Politik by ruedibaumann on Februar 8, 2008

Das französische Parlament hat den neuen EU-Vertrag endgültig zur Ratifizierung freigegeben. Nach der Nationalversammlung stimmte auch der Senat für den Gesetzestext zum Vertrag von Lissabon.
265 Abgeordnete stimmten für die Vorlage, 42 dagegen und 13 enthielten sich der Stimme. Der Vertrag kann nun durch die Unterschrift von Präsident Nicolas Sarkozy oder Regierungschef François Fillon ratifiziert werden.
Im Jahr 2005 war die EU-Verfassung an Referenden in Frankreich und den Niederlanden gescheitert.
Damit kommt ein unschönes Politmanöver zu einem vorläufigen Ende. Aus meiner Sicht hat das Scheitern der europäischen Verfassung einen Namen: Laurent Fabius.
Der ehrgeizige Sozialist und frühere Premierminister ist 2005 gegen seine eigene Partei angetreten, um sich persönlich endlich wieder ins Gespräch zu bringen für die damals bevorstehenden Präsidentschaftswahlen. Dabei hat er sich nicht gescheut, linke Sozialisten, rechte Nationalisten und alle die mit Staatschef Chirac nicht zufrieden waren zu einem Nein gegen die EU-Verfassung aufzuhetzen. Er hat damals den Neinsagern versprochen, anschliessend einer viel sozialeren Europäische Verfassung zum Durchbruch zu verhelfen.
Tatsache ist, dass der jetzt genehmigte Vertrag von Lissabon einfach eine Miniverfassung ist, in welcher ein paar symbolische Elemente (Fahne, Hymne) gestrichen oder „ausgelagert“ (Grundrechte) wurden. Die Verfassung ist dabei nicht besser und schon gar nicht sozialer geworden und sie hat den gewichtigen Nachteil, dass sie nicht vom Volk genehmigt wurde.

Ich würde sagen der egoistische Laurent Fabius hat ein grandioses Eigentor geschossen. Er ist schon in der Vorausscheidung seiner Partei als Präsidentschaftskandidat kläglich gescheitert und die Sozialistische Partei Frankreichs hat seit den Präsidentschaftswahlen nie mehr richtig Tritt gefasst.

Betriebsvergrösserung?

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Februar 7, 2008

Die SAFER (Société d’aménagement foncier et d’établissement rural) hat eine Reihe von beabsichtigten Kulturlandverkäufen publiziert. Aufgefallen ist mir eine Fläche in unserer Nachbargemeinde Lartigue. Meine bisherigen Abklärungen haben folgendes ergeben:
Zum Verkauf steht eine Ackerfläche von 26 ha an einem Stück (256’259 m2).
Mit verkauft wird ein alter Hangar.
Die Preisvorstellungen des Verkäufers bewegen sich um 135’000 €.
Die DPU auf der Fläche werden mitverkauft.
Distanz zu unserem Hof rund 5 km Luftlinie, Strasse 9km.

Wir bemühen uns seit langem um eine angemessene Betriebsvergrösserung. Allerdings wäre aus betrieblichen Gründen Parzellen die direkt an unseren Hof angrenzen idealer?

Was tun?

So sieht das an Ort und Stelle aus:

Lartigue, Ackerland, 26 ha

Frühere Beiträge über Kulturlandpreise

1. Frühlingstag

Posted in Bauernland by ruedibaumann on Februar 6, 2008

1. Frühlingstag in der Gascogne, Traversères, 5. Februar 2008, 18 Grad Celsius, Panaoramablick auf die verschneite Pyrenäenkette… (in Wirklichkeit ist es viel schöner und eindrücklicher)