AUSWANDERERBLOG

Municipales

Posted in Politik by ruedibaumann on Februar 3, 2008

Am 9. und 16. März finden in ganz Frankreich die Gemeindewahlen statt. Allein in unserem Departement Gers sind 463 Maires (Gemeindepräsidenten) und 4806 Conseil communales (Gemeinderäte) zu wählen. Landauf und landab werden zur Zeit die Listen zusammengestellt, Kandidatinnen und Kandidaten nominiert und Absprachen getroffen.
Im Gers hat jede zweite Gemeinde weniger als 200 EinwohnerInnen. In diesen kleinen Gemeinden gibt es in der Regel keine Parteilisten, schliesslich kennt man sich ja.

„La Dépêche du Midi“ hat gestern eine Liste aller Maires des Departementes veröffentlicht, die entweder wieder zur Wahl antreten, sich noch nicht entschieden haben oder nicht mehr antreten wollen. Demnach müssen allein im Gers im März über hundert neue GemeindepräsidentInnen gewählt werden. Das sorgt für viel Gesprächstoff in der Region.

In den grösseren Ortschaften und Städten Frankreichs gelten die Gemeindewahlen natürlich auch als Popularitätstest für die amtierende Regierung auf nationaler Ebene. Dabei steht vor allem der Kampf zwischen rechts und links, also zwischen UMP und Sozialisten im Fokus. Oft werden in grossen Städten auch national bekannte PolitikerInnen „eingeflogen“ (parachutée), um einen Wahlkreis zu erobern, bzw. zu verteidigen. Politmanöver die so in der Schweiz völlig undenkbar wären. Andere Länder, andere Sitten….
Das Resultat der Gemeindewahlen wird so oder so für Sarkosy einen ersten richtigen Härtetest werden. Mal sehen, ob der neuvermählte Staatschef seinen Abwärtstrend stoppen kann?

Mairie Moncorneil-Grazan

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  1. Avatar von Unbekannt zer said, on Februar 3, 2008 at 7:22 pm

    Ich mag dieses Mairie-Häuschen…

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  2. Avatar von Unbekannt RB said, on Februar 3, 2008 at 7:28 pm

    @zerDas ist nicht nur ein Mairie-Häuschen sondern der stolze Regierungspalast einer selbstbewussten, eigenständigen, fortschrittlichen, ruralen commune de la Grande Nation!AmicalementRuedi Baumann

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  3. Avatar von Unbekannt zer said, on Februar 3, 2008 at 10:02 pm

    …m’enfin – ich mag es gleichwohl…herzlichzer

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  4. Avatar von Unbekannt Koni Kreis said, on Februar 4, 2008 at 1:04 am

    Momoll, mir gefällt es auch, das Mairie-Häuschen… Geranien, Faience-Bordüren, eine schöne alte Lampe über dem Eingang.Jetzt fehlt nur noch der Maire mit seiner Schärpe auf dem Bild…Gruss Koni Kreis

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  5. Avatar von Unbekannt Alexander Müller said, on Februar 4, 2008 at 1:40 pm

    Interessant was Sie da schreiben.Zitat: „Allein in unserem Departement Gers sind 463 Maires (Gemeindepräsidenten) und 4806 Conseil communales (Gemeinderäte) zu wählen. Im Gers hat jede zweite Gemeinde weniger als 200 EinwohnerInnen.“Es tut gut zu hören, dass es in Ihrem Departement im zentralistischen Frankeich soviele kleine Gemeinden gibt. Nehme jetzt einfach mal an, dass dies in anderen Departementen ähnlich ist. Bei uns in der Schweiz träumen die Etatisten und die Zentralisten von Gemeindefusionen und wollen die 26 Kantone bzw. Halbkantone zu 7 fusionieren. Bei der ganzen Fusionitis vergessen dann die Leute einfach leider zu oft, dass jeder Kanton auch kulturelle Eigenheiten hat, die man pflegen sollte, wenn man Wert auf eine Identität legt.Freundliche GrüsseAlexander Müller

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  6. Avatar von Unbekannt RB said, on Februar 4, 2008 at 2:24 pm

    @Koni KreisUnseren bescheidenen Maire habe ich leider noch nie mit seiner Tricolore-Schärpe gesehen. Aber vielleicht kann ich ihn dazu überreden, einmal mit dem Schmuckstück zu posieren…

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  7. Avatar von Unbekannt RB said, on Februar 4, 2008 at 2:41 pm

    @Alexander MüllerGanz so idyllisch wie sie annehmen ist es mit diesen Kleingemeinden auch nicht. Zahlreiche Aufgaben werden in grössere Gemeindeverbände ausgelagert und machen die Sache sehr kompliziert. Die demokratische Kontrolle der Gemeindeverbände ist wie in der Schweiz schwierig oder nicht existent.Der Kantönligeist in der Schweiz mag gut sein für Morgarten-Schwärmer, ich halte nichts davon. Kulturelles Selbstbewusstsein braucht keine bürokratische und ineffiziente Kantonsgrenze.

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  8. Avatar von Unbekannt Adaina said, on Februar 5, 2008 at 1:15 pm

    @Alexander MüllerMan resp. Frau braucht nicht“etatistisch“ und „zentralistisch“ zu sein um diesem unsäglichen Modell Kantönligeist nichts abgewinnen zu können. Es ist ein Auslaufmodell mittelalterlichen Feudalismus und hat im angehenden 3. Jahrtausend nichts mehr zu suchen. Wenn grundlegende Bereiche wie Steuern, Gesundheitswesen, Schulen usw. kantonal einigermassen ausgeglichen werden bleibt noch genügend Spielraum für kulturelle Identität, Eigenheiten, Sonderfälle und Mödeli der einzelnen Kantone und auch Gemeinden. Es kann ja nicht sein dass meine Krankenkasse in dem einem Kanton bestimmte Leistungen zahlt und im anderen nicht, dass ich doppelte Steuern zahlen muss als der Nachbar ennet der Strasse, dass ich mit meiner Berner Ausbildung im anderen Kanton für gleiche Arbeit weniger verdiene bloss wegen der Kantonsgrenze….Der Beispiele gibt es unendliche.Nun, ich empfinde mich als Europäerin und ertrage diese Kantönlikorsagen immer schlechter. Vielleicht gehören Sie ja zu den Träumern???Mit emene schwizer Gruess

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