AUSWANDERERBLOG

Kreiselkuriositäten

Posted in Comédie française by ruedibaumann on September 18, 2006

Der bekannteste und schönste Kreisel auf der Welt ist zweifellos la place de l’Etoile in Paris, mit 12 avenues die auf den imposanten Arc de triomphe münden. Aber daneben soll es weltweit noch etwa 20 000 weitere ronds-points geben, die gestalterisch mehr oder weniger gelungen sind und trotzdem den Privatverkehr am Laufen halten. Man schätzt, dass sich etwa die Hälfte davon allein in Frankreich befinden. Kein Wunder, dass es inzwischen zahlreiche Bücher und Fotoalben darüber gibt (z.Bsp. „Du rond-point au giratoire“, éditions Parenthèses). Inzwischen kann man die französischen rond-point-Kuriositäten auch auf einer Internetseite betrachten…..Photos klicken

Hommage an Jules Verne in Aubergenville

Gefährliche Gottheiten

Posted in Diverses by ruedibaumann on September 17, 2006

Nach den Äusserungen des Papstes Benedikt XVI (er zitierte einen byzantinischen Kaiser mit den Worten:“Zeig mir doch was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte durch das Schwert zu verbreiten.“) und den darauf folgenden verständlichen Protesten der islamischen Welt, reibt man sich als Ungläubiger einmal mehr verwundert die Augen.
Wäre es nicht viel besser für die Welt, wenn jeder auf seine Menschlichkeit und Vernunft vertrauen würde, statt auf all diese gefährlichen Gottheiten?

Klischees

Posted in Comédie française by ruedibaumann on September 16, 2006

Während unseren Ferien in der Schweiz war es sehr heiss in der Gascogne, nur einmal habe es kurz geregnet. Das wissen wir aus den E-mails von Séverine, die immer sehr zuverlässig den Garten betreut, wenn wir nicht da sind. Sie hatte also viel zu tun mit Giessen. Séverine hat eine Schwäche für Schweizer Schokolade. Die kleinen Frigörli in der nostalgischen Kartonschachtel mag sie besonders gern. Die sollen wir ihr mitbringen.
Wie es weitergeht steht in der neuen Kolumne auf swissinfo, hier klicken!

Denk-mal

Posted in Politik by ruedibaumann on September 15, 2006

Am 16. und 17. September finden Les Journées européennes de la patrimoine statt. Gelegenheit, sich wieder mal mit den geschichtsträchtigen Bauten in der nächsten Umgebung zu beschäftigen.
Mehr unter Patrimoine

Dummkopf – crétin

Posted in Karikaturen by ruedibaumann on September 14, 2006

Le monde

…aus le monde

137257 Abänderungsanträge…

Posted in Comédie française by ruedibaumann on September 13, 2006

In der französischen Nationalversammlung hat die Opposition im Zusammenhang mit der vorgesehenen Privatisierung von Gaz de France (GDF) fast 140 000 Abänderungsanträge deponiert. Das soll die regierende UMP dazu zwingen, zu unpopulären Entscheiden ohne Parlamentsbeschlüssen zuflucht zu nehmen. Derweil protestieren die Angestellten von GDF auf der Strasse gegen Privatisierung und gleichzeitig gibt die Firmenleitung Rekordgewinne der staatlichen Energieversorgungsfirma bekannt…. Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren? Affaire à suivre.

Innenminister Sarkozy wird höchstpersönlich von Busch empfangen. Ségolène Royal trifft sich mit italiens Ministerpräsident Prodi. Präsidentschaftswahlkampf international!

Djukanovic gewinnt die Wahlen in Montenegro und will sobald als möglich in die EU.

Les écologiste sehen eine gemeinsame Plattform für die Präsidentschaftswahlen vor und Mme Michèle Alliot-Marie (MAM), Verteidigungsministerin, will auch Staatspräsidentin werden.

Der neue Film „Quand j’étais chanteur“ mit Cécile de France und Gérard Depardieu über das Leben eines alternden Musikers kommt in die Kinos.

….. das, und noch viel mehr habe ich gestern im Kabinenradio gehört, während ich meine Felder mit der herse rotatif bearbeitet habe.

Künstlerpech

Posted in Comédie française by ruedibaumann on September 12, 2006

Vorher…

Kern ganz

Nachher…

Wiederaufbauen ?

Innovative Schweizern Bauern

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on September 11, 2006

Am Wochenende fand in Suberg eine Ausstellung und Informationsveranstaltung statt, an welcher eine Anzahl landwirtschaftlicher Unternehmer ihre Maschinen und Dienstleistungen präsentierten. Eindrücklich die vier sechsreihigen Holmer Zuckerrübenvollernter (Kosten pro Maschine sfr. 600 000.-!) und insbesondere die von der Ingenieurschule für Landwirtschaft (Prof. für Landtechnik Martin Meyer) präsentierte Rapsoelpresse und die Naturdieselmotoren (Motoren die mit reinem Pflanzenoel ohne jegliche Zusätze laufen). Die Schweizer Bauern scheinen den weltweiten Trend zu Biotreibstoffen ebenfalls nutzen zu wollen.

Stähli/Friederich/Brauen/Suberg

Der Weg zum ersten Album…

Posted in Von Tag zu Tag by ruedibaumann on September 9, 2006

Hier siehst du einen faszinierenden Video Kalender über eine vielversprechende junge Band aus Biel. Begleitet und gefilmt von den mindestens ebenso vielversprechenden Jungfilmern von ton-und-bild: HOPE MUSIC hier klicken! dann Teaser oder Trailer etc.

ton-und-bild

In der Fremde daheim

Posted in Politik by ruedibaumann on September 8, 2006

In der Fremde daheim

Wir sind Glückspilze, wir Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer. Auch fern der ursprünglichen Heimat dürfen wir das Stimm- und Wahlrecht der Schweiz behalten. Ein gutes Gefühl. Und die Doppelbürgerinnen können sogar in zwei Ländern wählen, in der alten und in der neuen Heimat – ein doppelt gutes Gefühl!

Verdientes Glück?
Sehr viel haben wir selber nicht beigetragen zu diesem Wohlgefühl. Wir verdanken unser Glück dem Zufall, dass wir mit dem richtigen Pass geboren wurden. Und der Tatsache, dass die Mehrheit der Stimmenden 1992 uns grosszügig das Recht gewährte, unsere Stimmzettel auch aus dem Ausland einsenden zu dürfen. Seither sind die Auslandschweizer Stimmen zu einem wichtigen Faktor bei eidgenössischen Abstimmungen geworden. Unser Einfluss wächst, und damit auch die Mitverantwortung. Wir sind Emigranten, wir sind Ausländer, wir sind die Fremden, die in der neuen Wahlheimat freundlich empfangen wurden. Diese Erfahrung macht uns zu toleranten, offenen und hilfsbereiten Menschen. Sollte man meinen.

Irrtum
Als wir kürzlich für einige Ferientage in die Schweiz reisten, hörten wir bei unserer Ankunft als erstes die Radiomeldung, dass der Auslandschweizer-Rat an seinem Kongress mit 38:26 Stimmen die Ja-Parole zum verschärften Asyl- und Ausländerrecht beschlossen hat. Erschrocken schauten wir uns an. Widerspiegelt dieser Beschluss die Meinung der Auslandschweizerinnen? Wir wollen es nicht glauben. Denn das revidierte Asylgesetz ist unmenschlich und bringt Menschen in Not, die dringend Hilfe brauchen. Verfolgte, die keine Pässe haben, werden künftig ohne Asylverfahren weg gewiesen. Dies verletzt internationales Recht. Unbegleitete Kinder, Traumatisierte, Kranke und ganze Familien landen auf der Strasse. Sie werden ins Elend getrieben. Die vorgesehene Beugehaft für Jugendliche missachtet die Kinderrechte. Gefängnis bis zu zwei Jahren ist teuer und fördert die Rückkehr nicht. Wer kann eine solche verfehlte Flüchtlingspolitik mit gutem Gewissen vertreten?

Scharfmacher
Christoph Blocher ist auf Propaganda-Tour für dieses Asyl- und Ausländergesetz. Er spricht nicht von den Verfolgten, die in der Schweiz Asyl suchen. Nicht von den Menschen, die um ihr Leben fürchten müssen, wenn sie an unserer Grenze abgewiesen werden. Er redet lieber genüsslich und vergnügt von einzelnen Kriminellen und von Missbräuchen, die es zu bekämpfen gelte. Er schürt absichtlich und wissentlich den Fremdenhass, um seinen radikalen Parteifreunden zu gefallen. Wie früher als Nationalrat macht dieser politische Brandstifter populistisch Stimmung gegen die Fremden. Bereits im Januar hat er damit begonnen, in seiner Anhängerschaft die Stimmung anzuheizen, als er zwei albanische Flüchtlinge als Kriminelle verunglimpfte. Und er greift auch jetzt wieder auf unwahre Behauptungen zurück, wenn er wider besseres Wissen erklärt, dass echte Flüchtlinge nichts zu befürchten hätten. Das revidierte Asylgesetz sieht jedoch vor, dass Asylsuchende, die keine Identitätspapiere vorweisen, einen Nichteintretens-Entscheid erhalten. Damit steigt das Risiko von Fehlentscheiden, denn die Gründe für fehlende Papiere sind vielfältig. Fast die Hälfte der später anerkannten Flüchtlinge haben bei ihrer Einreise keinen Pass vorweisen können. Diese echten Flüchtlinge würden mit dem neuen Gesetz weggeschickt.
Die bürgerliche Mehrheit (SVP, FDP, CVP) hat diesen Scharfmacher in die Landesregierung gehievt. Er werde den Anstand schon noch lernen, wenn er nicht mehr nur Gallionsfigur der SVP, sondern für das Wohl der ganzen Bevölkerung verantwortlich sei, haben sie gesagt. Sie haben mit dem Feuer gespielt und stehlen sich jetzt – angesichts des Brandes – aus der Verantwortung und schweigen. Und die Linke hat sich zurückgehalten mit offener Kritik – in der irrigen Meinung, man könne einem Hetzer durch Totschweigen die Macht entziehen. Aber die Geschichte lehrt uns anderes: Wir dürften heute mit Stolz auf unsere humanitäre Tradition verweisen, wenn wir und unsere Vorfahren nicht geschwiegen hätten, als die Schweiz 1938 ihre Grenzen geschlossen hat für jüdische Flüchtlinge aus dem deutschen Reich und Österreich.

Nein
Wer ein Gewissen hat, schweigt nicht länger zur Stimmungsmache mit falschen Behauptungen.
Die Zahl der Asylgesuche ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Ebenso die Ausgaben für das Asylwesen. Es besteht keine Gefahr, es gibt keinen Grund für menschenverachtendes Gepolter und schon gar keinen Grund dafür, dass die Schweiz gegen die Menschenrechte verstossen sollte.
Urs Hadorn, ehemaliger Chef des Flüchtlingsamts und Kenner der Materie, widerspricht in der SonntagsZeitung fundamental den Worten seines früheren Chefs, Christoph Blocher, wenn er erklärt:

„Ich werde beim Asylgesetz Nein stimmen.“
„Die geplanten Massnahmen sind wenig effizient, weit gehend wirkungslos und unverhältnismässig.“
Spätestens beim Lesen dieser Aussagen von Urs Hadorn müssen bei allen Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern die Alarmglocken läuten.

Stephanie und Ruedi Baumann