640 810 Philosophieprüfungen
Gestern haben in ganz Frankreich die ersten Bac-Prüfungen (Matura) stattgefunden. Philosophie-Examen landauf und landab in der diplomgläubigen Grande Nation. 60% der Französinnen und Franzosen haben ein Baccalauréat-Diplom, angestrebt werden sogar 80%. Und das nur wenige Wochen nach den erfolgreichen wochenlangen Schulstreiks und Demonstrationen gegen den CPE. Vielleicht erinnern sich die hartgeprüften KanditatInnen an den berühmten Satz von André Gide: „La première condition du bonheur est que l’homme puisse trouver sa joie au travail“. Am 3. Juli sollen die Resultate publiziert werden.
Aber heute Abend c’est d’abord le foot, pas la philo….
Hopp Schwiiiz!
Verschnaufpause?
Die WM gibt der gebeutelten französischen Regierung eine hochwillkommene Verschnaufpause. Wenn LES BLEUS gewinnen sollten gegen LES SUISSES, dann könnten sich die dramatisch sinkenden Popularitätswerte der Regierungsmannschaft vielleicht sogar vorübergehend etwas erholen. Dies obschon natürlich die Regierenden eigentlich nichts mit dem Fussball am Hut (oder eben am Fuss) haben. So ist das halt mit der Politik!
Auch die Schönheitskonkurrenz der Kandidaten der Opposition für die Präsidentenwahlen 2007 dürfte jetzt etwas unterbrochen werden. Ségolène Royal hat in den letzten Wochen bei den Umfragen alle männlichen Konkurrenten weit hinter sich gelassen. Verzweiflung macht sich breit bei Fabius und Co.
Derweil grabe ich Frankreich um. Zwar nicht politisch, nur mit dem Schaufelbagger. Damit dann beim nächsten Unwetter wenigstens das Wasser am richtigen Ort abläuft…
Uebrigens: Die Gscogne als Ferienziel: phantastisch: http://www.gascogne.fr/general.htm
Tournesol?
Jetzt beginnen sie bald zu blühen, die legendären Sonnenblumenfelder im Südwesten. Wenden sich die Tournesol wirklich immer der Sonne zu? Versuche es herauszufinden!
Heizen mit Weizen
Trotz der sommerlichen Temperaturen beherrscht ein Thema die Diskussionen „entre les ruraux“: Biocarburants. Biotreibstoffe, seien das nun Biodiesel, Aethanol oder andere grüne Derivate. Die Bauern versprechen sich endlich eine Stabilisierung der in den letzten Jahren stark gesunkenen Produktepreise, seien dies nun die Preise für Getreide, Mais, Sonnenblumen oder Raps. Und die Hoffnungen scheinen nicht unberechtigt: Erdoelpreise steigen laufend und die Verknappung dieser endlichen Ressourcen liegt auf der Hand. Ganz konkret werden landauf und landab auf den Bauernhöfen die Heizungen auf Getreideverbrennung umgerüstet! Allerdings braucht es einige Überwindung, Getreidekörner, BROTGETREIDE, einfach zu verbrennen, in einer Welt, in der nach wie vor täglich Menschen verhungern!
Ist das ethisch zu verantworten? Darf man das?
Die Bauern, gebeutelt durch den anhaltenden Preisdruck machen sich eine einfache oekonomische Überlegung: Ein Kiilogramm Erdoel hat den gleichen Heizwert wie zweieinhalb Kilogramm Weizen. Für ein Kilogramm Weizen erhalten die Bauern zur Zeit etwa 0.12€, macht umgerechnet auf das Kilo Heizoel rund 0.30€. Bekanntlich ist das Heizoel seit langem wesentlich teurer und wird es aller Voraussicht auch bleiben.
Es liegt auf der Hand, dass die Umrüstung von Heizzentralen rentabel ist, umso mehr, als sich die Lagerungs- und Handlingprobleme mit Getreidekörner relativ einfach lösen lassen. Also gilt für nächsten Winter: Heizen mit Weizen!
Kartoffeln graben wie Trüffel
Ich bin am Kartoffeln graben. Nur für die Selbstversorgung, nicht für den Verkauf. Es gäbe auch gar nichts zu verkaufen. Der Ertrag ist miserabel. Boden zu trocken und zu hart. Ich brauche mehr Mist und Humus. Der Versuch, Kartoffeln zusammen mit Ackerbohnen anzubauen (wie in Entwicklungsländern) hat sich nicht bewährt. Ich werde es nächstes Jahr besser machen: andere Sorte, besser vorkeimen, mehr Hofdünger, mehr wässern. Der Boden hier (argileux-calcaire) ist kein Härdöpfubode! Ce sont des terres amoureux. Wenn es nass ist, klebt alles an den Stiefeln und lässt sich fast nicht abwaschen. Dafür wachsen Getreide und Sonnenblumen hervorragend.
Zum graben auf dem Pflanzplätz habe ich mir einen schönen schmiedeisenen Karst aus der Schweiz besorgt. Einen richtigen Karst habe ich hier in den zahlreichen Bricoleur-Geschäften nicht gefunden. Schliesslich musste ich die Kartoffeln fast wie Truffel suchen!
A propos Trüffel: Kürzlich war ich an einer Orientierungsversammlung für den Anbau von Trüffeln. Hier im Gers soll demnächst auch ein regionaler Trüffelmarkt organisiert werden.
Der Anbau von Trüffeln ist offenbar sehr schwierig und mit vielen Unsicherheiten verbunden. Gesagt wurde, dass mit Trüffelpilze (Schlauchpilze) geimpfte Eichen nach einem bestimmten Pflanzschema gesetzt werden können um nach vier Jahren erste Trüffel zu finden. Der PREIS ist verlockend, über 1000€ pro Kilogramm! Aber wenn es einfach und sicher wäre würden es ja alle machen. Hat jemand Erfahrung?
Suisse:France
Frankreich gewann heute gegen China 3:1, die Schweiz bekanntlich letzten Samstag 4:1, macht 1:0 für die Schweiz gegen die Grande Nation am nächsten Dienstag! Alles Klar?
Für wen soll ich nun die Daumen halten?





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