Azienda biologica controllata
Überbetriebliche Zusammenarbeit über die Landesgrenzen…


Kolumne-Sammlung
KOLUMNEN
Erschienen im Bieler Tagblatt zwischen dem 18. August 2016 und dem 20. September 2018 von Stephanie und Ruedi Baumann
Die einzelnen Kolumnen-Titel können zum Nachlesen in das Feld „Suche“ in der rechten Spalte eingetragen werden und erscheinen vollumfänglich in diesem Blog.
- Ins Netz gegangen
- Gekaufte Demokratie
- Ach Europa
- Wie hälst du es mit der Religion
- Diplomitis und Bürokratie
- Bauernland
- Airbus
- Frankreich hat gewählt
- Orchidee de Traversères
- Hausgeschichten
- Bauer mit Migrationshintergrund
- Französische Revolution?
- Erntezeit
- Alte Männer
- Mehr als Honig
- Dorfpolitik
- Echo der Zeit
- Wir Alt-68er
- Bricolleurs
- Sanfte Landwirtschaft
- Urbaner Aufbruch, Niedergang der Dorfkultur
- Doppelbürger
- Mort pour la France
Ungelebtes Leben
Kolumne Nr. 23 im heutigen Bieler Tagblatt
Mort pour la France
In jeder französischen Ortschaft , in jedem noch so kleinen Dorf, steht ein Denkmal, auf welchem die Namen derjenigen Söhne aufgelistet sind, welche im Krieg ihr Leben für Frankreich gelassen haben. Zahlreich sind die Namen der Gefallenen beim 1. Weltkrieg (la grande guerre 1914-1918), etwas weniger beim 2. Weltkrieg (l’occupation), einzelne beim Algerien- und beim Indochinakrieg.
So viel ungelebtes Leben von jungen Menschen!
Jährlich werden am Jour de l’armistice (Waffenstillstand 1918) die Gefallenen mit einer Kranzniederlegung geehrt. Auch in unserem 80-Seelendörfchen mitten in der Gascogne hält der Maire an jedem 11. November eine kurze Ansprache und liest die zwölf Namen der gefallenen Soldaten unserer Gemeinde vom Denkmal ab. Der Zweite Weltkrieg wird jeweils nur kurz erwähnt, denn niemand erinnert sich gerne daran, dass es in jedem Dorf auch Familien gab, welche mit der deutschen Besatzungsmacht kollaboriert haben. Und noch schmerzhafter ist die Aufarbeitung der Kolonialgeschichte mit all den brutalen Kriegsverbrechen, welche die Franzosen in Nordafrika verübt haben. Trotz dieser unrühmlichen Geschichte akzeptiert die französische Gesellschaft Einsätze der militärischen Streitkräfte im Ausland, wenn es um Friedenssicherung in Krisenherden und um die Abwehr von Terrorismus geht. Die Bilder von mit Fahnen bedeckten Särgen, die aus den Kampfzonen nach Frankreich zurückkommen, lassen jeweils die ganze Nation innehalten und zusammenstehen. Sind gerade deshalb die Französinnen und Franzosen eher bereit als andere Staaten, in das Friedensprojekt Europa zu investieren?
Frankreich hat schon vor Jahren die allgemeine militärische Dienstpflicht abgeschafft, diskutiert jetzt aber die Einführung eines obligatorischen Zivildienstes für alle Jugendlichen, um den nationalen Zusammenhalt zu fördern.
Eine Art Zivil- und Friedensdienst anstelle des Militärdienstes wäre vielleicht auch etwas für die Schweiz. Ein so reiches Land könnte mehr Solidarität zeigen mit den Armen und für den Frieden auf der Welt, statt sich hinter seiner Neutralität zu verstecken, wenn kein finanzieller Gewinn resultiert. Eine Neutralität, die sofort vergessen geht, wenn lukrative Geschäfte winken mit dem Verkauf von Kriegsmaterial in Länder, welche Menschrechte systematisch verletzen und wo Bürgerkrieg herrscht. Diese neue skandalöse Regelung muss schnellstmöglich korrigiert werden.
Dies war unsere letzte Kolumne. Wir danken dem Bieler-Tagblatt für das uns gewährte Gastrecht und den Leserinnen und Lesern für ihr Interesse.
Ruedi und Stephanie Baumann

Schöne Rosette
Was hat sich der Pilz wohl gedacht, gerade diese Eiche an unserer Zufahrt auszuwählen?
Weiss jemand wie der Pilz heisst?
Stephanie meint: http://dracaena-drachenbaum.de/2010/06/29/schwefelporling-laetiporus-sulphureus-ein-beeindruckender-baumpilz/
kann man sogar essen:
https://www.gemuesegarten-blog.de/2017/05/der-schwefelporling-bildergalerie-pilzrezept/
Ich meine: zu schön zum essen!
Unser freund Roger meint: Attention les amis !
Ce chêne va devenir très dangereux, il risque de tomber tout seul.
S’il menace la route ou la maison et que vous devez l’abattre il faut faire très attention.
Amitiés Roger
Schnee, der auf Zedern fällt
Roman von David Guterson 1998
Zwischen Seattle und Vancouver befindet sich der Puget Sound mit einer Vielzahl kleiner und mittelgroßer, wunderlich geformter Inseln, auf dem die Menschen vom Tourismus, der Fischerei und dem Erdbeeranbau leben. Eine dieser Inseln im Puget Sound ist die Heimat des Schriftstellers David Guterson, und auf einer dieser Inseln spielt auch das vorliegende Buch.
Vordergründig geht es um den rätselhaften Tod eines Fischers, in Wahrheit um ein halbes Jahrhundert amerikanischer Geschichte – und um einen Rückblick auf den Umgang Amerikas mit seinen Minderheiten. Erschienen in den Neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts, spielt die Romanhandlung im Jahre 1954, als die furchtbaren Kämpfe der Amerikaner und Japaner im Pazifik noch unvergessen waren. Noch gibt es keinen Tourismus auf den Inseln des Puget Sounds, und die Menschen müssen sich mit harter Arbeit als Fischer oder Erdbeerfarmer über Wasser halten. Das ist der Stand der Dinge, als eines Nachmittags der allseits geachtete Fischer Carl Heine tot auf seinem Boot gefunden wird. Sein Jugendfreund Kabuto Myamoto, ebenfalls ein Fischer und durch verschiedene Indizien belastet, wird unter Mordverdacht verhaftet. Sofort bricht der mühsam übertünchte Riss zwischen der japanischstämmigen Gemeinde San Piedros und den autochthonen Amerikanern wieder auf, Chauvinismus, Vorurteile und Vorbehalte kommen wieder ans Tageslicht, denn die Opfer des zweiten Weltkriegs sind unvergessen.
Eine ergreifende Geschichte über Vorurteile, Rassismus, Familienfehde, Liebe, Fischer und Erdbeerfarmer. Ich gebe fünf Sterne!
Berner Literaturfest 22-26 August 18
http://www.berner-literaturfest.ch
„Also gehen wir hin. Denn: Was wäre ein Lese-Fest ohne Gäste“
Christine Häsler
Erziehungsdirektorin des Kantons Bern
Was ich sonst noch verpasst habe
Das ist der Titel eines ausserordentlichen Romans von Lucia Berlin:
„B.F. keuchte und hustete, nachdem er die drei Stufen hochgestiegen war. Er war ein Riese, gross, sehr dick und sehr alt. Schon als er schnaufend vor der Tür stand, konnte ich in riechen. Tabak und schmutzige Wolle, ranziger, alkoholgetränkter Schweiss. Er hatte blutunterlaufene himmelblaue Augen, die lächelten. Ich mochte ihn sofort.“
Grosse literarische Kunst.


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