AUSWANDERERBLOG

Herbst in der Schweiz

Posted in Politik by ruedibaumann on September 7, 2007

Die angesehene britische Zeitung The Independent titelt heute: Schweiz, Finsternis im Herzen Europas? Es sei nicht eine kleine Nazigruppe, die zur Zeit das ganze Land mit rassistischen Plakaten überziehe, sondern die SVP, die Partei mit den meisten Abgordneten im nationalen Parlament.

Auf Radio France Inter wird darüber diskutiert, dass in der Musterdemokratie Eidgenossenschaft mit einer Ausschaffungsinitiative die Sippenhaft eingeführt werden soll, etwas das es seit der Naziherrschaft in Deutschland in Europa nie mehr gegeben hat.

Bundesrat Couchepin, vergleicht die Politik der bürgerlichen SVP mit faschistischen Methoden, die blocherschen Machtansprüche mit dem Duce in den Dreissigerjahren in Italien.

Die Geschäftsprüfungs-Kommission des Nationalrates listet dem Justizminister schwere Verfehlungen auf: Kompetenzüberschreitungen, Nichteinhalten der Gewaltentrennung, Respektlosigkeit gegenüber den politischen Institutionen.

Dieser Noch-Justizminister kritisiert öffentlich das Völkerrecht, bezeichnet wider besseres Wissen zwei albanische Asylbewerber als Mörder und Kriminelle und stellt in der Türkei die Schweizer Antirassismusgesetzgebung in Frage.

Dazu kommt, dass der schweizer Justizminister, seines Zeichens Multimilliardär, verdeckt unsägliche Plakataktionen seiner Partei und ihm wohlgesonnene Medien finanziert.

Liebe Schweizerinnen und Schweizer, wie lange soll das noch so weitergehen?

„Geheimplan“

Posted in Politik by ruedibaumann on August 28, 2007

Es gebe einen Geheimplan zur Abwahl Blochers aus dem Bundesrat, verkündete gestern ein gewisser Herr Mörgeli vor den Medien. Dass ich nicht lache, ha, ha ha! Das ist kein Geheimplan, Herr Mörgeli, sondern der aufrichtigeWunsch zahlreicher demokratisch gesinnter Schweizerinnen und Schweizer und aller halbwegs vernünftigen AuslandschweizerInnen!
Stellt Euch vor, welche Schande das für das Ansehen der Schweiz wäre, wenn 2009 ein Bundespräsident erkürt würde, der nur dank seiner jahrelangen Hetze gegen Ausländer und gegen die europäische Solidarität zu seinem Amt gekommen ist.
Le Pen und Haider würden gratulieren!

An die Freude

Posted in Politik by ruedibaumann on August 23, 2007

Als Staatsangehöriger eines der Mitgliedstaaten der Europäischen Union bin ich automatisch auch Unionsbürger. Aus dieser Unionsbürgerschaft ergeben sich vier unmittelbare Rechte:
▪ das Recht, sich im gesamten Gebiet der Europäischen Union frei zu bewegen und aufzuhalten;
▪ das aktive und passive Wahlrecht bei Kommunalwahlen und bei den Wahlen zum Europäischen Parlament in dem Mitgliedsland , in dem ich meinen Wohnsitz habe;
▪ das Recht, in jedem Drittland, in dem der Mitgliedstaat, dessen Staatsangehörigkeit ich besitze, nicht vertreten ist, den diplomatischen und konsularischen Schutz eines jeden Mitgliedslandes unter denselben Bedingungen wie Staatsangerhörige dieses Staates in Anspruch zu nehmen;
▪ das Petitionsrecht sowie das Recht, sich an den europäischen Bürgerbeauftragten zu wenden.
In jedem EU-Land gelten für mich die selben arbeits- , bildungs- und sozialrechtlichen Bedingungen wie für jeden anderen Bürger dieses Mitgliedstaates.

Viele neue Rechte als EU-Bürger und auf einen Schlag 27 zusätzliche Länder und Hauptstädte zum Kennenlernen…..
Bonjour Europe, Good morning Europe, Guten Tag Europa!

Française et Français!

Posted in Politik by ruedibaumann on August 21, 2007

Nous sommes Français et Française!


Le Sous-Directeur des Naturalisations de la Direction de la population et des migrations du Ministère de l’imigration, de l’intégration, de l’identité nationale et du codéveloppement de la République Française vient de nous écrire:

„J’ai le plaisir de vous faire savoir que vous êtes Français/Française depuis le 10/08/2007.“

Damit sind wir nicht nur Französin und Franzose sondern endlich auch Bürgerin und Bürger der Europäischen Union!

Merci beaucoup, herzlichen Dank, wir freuen uns!

Blochers Volch

Posted in Politik by ruedibaumann on August 19, 2007

Ich gehöre nicht zu Blochers Volch, schliesslich bin ich „Ausländer“, Auslandschweizer und bald Doppelbürger, etwas das es nach Meinung der SVP bald nicht mehr geben darf.
Ihr Anführer hat am Wochenende wieder einmal gesagt, wer die freie Schweiz bedroht: nicht nur die EU sondern neuerdings auch das unsägliche Völkerrecht habe dazu geführt, dass die rechte Schweiz so geknechtet werde….. Das Völkerrecht werde von Landvögten geschaffen und nicht von seinem Volch, und Gesetze sollen nur gelten wenn sie von seinen Mannen erlassen werden, dozierte der SVP-Feldherr.
Nach Meinung des Säulenheiligen vom Herrliberg sind zur Zeit die juristisch gebildeten Völkerrechtler die schlimmen Übeltäter, die liessen ihn nicht richtig schalten und walten zu Gunsten der freien Schweiz!
Früher war die Classe politique für alles Schlechte verantwortlich, aber das passt jetzt nicht mehr so gut, schliesslich gehört man ja selber dazu…
Seine Jünger haben jetzt einen Vertrag mit dem Volch unterschrieben. Höflinge, Knechte, Kompagniekälber und andere Zukurzgekommene haben jetzt endlich richtiges Volksrecht erlassen: EU nie, Ausländer raus und Steuern runter. Endlich eine richtige Verfassung, erlassen von Blochers Volch für alle Übrigen und für alle Zeiten!
Hat da jemand gesagt das sei Wahlkampfgeschwätz?

Auslandschweizerwahlen

Posted in Politik by ruedibaumann on August 15, 2007

Es ist geradezu rührend wie sich zur Zeit gewisse Parteien in der Schweiz um die Auslandschweizer kümmern. Fast alle Parteien haben auf ihre Wahllisten für die Nationalratswahlen im Oktober ein oder mehrere Kandidaten (meines Wissens keine Kandidatinnen) aufgenommen. Selbstverständlich haben diese tapferen Männer keine Wahlchancen… aber schliesslich geht es ja auch nicht darum. Es geht nur darum, von der wachsenden Zahl von AuslandschweizerInnen (zur Zeit etwa 650 000 Personen) möglichst viele Stimmen zu sammeln. Allerdings sind nur 110 000 Schweizerinen und Schweizer bei den Kantonen registriert und damit überhaupt wahlberechtigt.
6O% der AuslandschweizerInnen wohnen im EU-Raum, 70% sind DoppelbürgerInnen.
Da erstaunt es dann schon einigermassen, dass beispielsweise die SVP im Auslandschweizermagazin ausgerechnet damit wirbt, dass sie gegen den EU-Beitritt sei und den Status der Doppelbürger abschaffen will!
Das wirklich Einzige was uns hier in Frankreich Vorteile bringen und unser berufliches Leben erleichtern würde, wäre gerade dieser EU-Beitritt…. Dazu fällt mir nur ein: Nur die allergrössten…. Sie wissen schon wies weitergeht.
Übrigens, ich war von 2001 bis 2003 der erste Auslandschweizernationalrat. Meistens sind es eben die Grünen, die der Zeit etwas voraus sind…

Wahlblog 07 von swissinfo

Ausschaffungsinitiative

Posted in Politik by ruedibaumann on August 3, 2007

Die Ässvoupee sieht in den Ausländern vorallem Kriminelle und will sie alle ausschaffen. Tönt das nicht wie die Neonazis?

Hier sieht man das anders. Etwa so:

Bild Simon Baumann

Europa wundert sich über die fremdenfeindlichen Töne einer schweizerischen Regierungspartei!

Rütli – Grütli

Posted in Politik by ruedibaumann on August 1, 2007

An Stelle einer Erst-August-Rede: Auf der Suche nach einem modernen Patriotismus

Unser Hyper-Président

Posted in Politik by ruedibaumann on Juli 24, 2007

Man sieht ihn immer mit dem Handy am Ohr, immer in Bewegung, immer aktiv, hyperaktiv!
Seit etwas mehr als zwei Monaten ist er im Amt und er hat die politische Landschaft Frankreichs verändert, umgepflügt, die politischen Gegner und Freunde verunsichert, begeistert und verärgert, hüben wie drüben.
Er ist überall und jederzeit, macht alles selber und zwar subito. Seine eigene Regierung degradiert er mehr und mehr zu Statisten, sein Premierminister Fillon wirkt neben ihm wie ein Beamter, der sofort ausführt was der Chef befiehlt. Nicolas Sarkozy ist ein Tausendsassa, Staatschef und Premierminister in einem, der neue Alleinherrscher in Frankreich, der neue Napoleon!
Er hat im Wahlkampf versprochen, die von den Franzosen verschmähte europäische Verfassung durch einen simplen Vertrag (mini-traité) zu ersetzen und in der EU ohne neue riskante Volksabstimmungen durchzupauken. Gesagt getan.
Er hat versprochen, die kriselnden europäischen Airbus-Werke neu zu strukturieren und die deutsch-französischen Doppelspitzen abzuschaffen. Gesagt getan.
Er hat versprochen, wichtige Ämter seiner Regierung mit Leuten der sozialistischen Opposition zu besetzen. Gesagt getan. Kouchner (PS) ist Aussenminister, Jack Lang (PS) Vizepräsident der Balladur-Kommission, die die Instiutionen Frankreichs neu definieren soll und Strauss-Kahn (PS) soll Präsident des Weltwährungsfonds werden….
Er hat versprochen, die in Libyen zum Tode verurteilten rumänischen Krankenschwestern zurückzuholen. Gesagt getan.
Er lässt im Eilzugstempo im Parlament das Jugendstrafrecht verschärfen und verzichtet auf die üblichen präsidialen Begnadigungen am quatorze juillet.
Er ist an der Tour de France und gratuliert den Siegern, er ist bei dem Carunfall in den Alpen und tröstet die überlebenden Opfer, er joggt und telefoniert, eilt und hastet und ist allgegenwärtig.
Veni, vidi, vici?

aus Le Monde vom 21. 7. 07

Auswanderer

Posted in Politik by ruedibaumann on Juli 23, 2007

Willkommen im „Britishland“ titelt Le Monde und zeigt auf, wie die Engländer langsam den Westen von Frankreich (zurück)erobern. Innert zwei Jahren sei die Anzahl der Zweitresidenzen der Britanniques von 50 000 auf weit über 70 000 gestiegen. Der Immobilienboom in London führt dazu, dass die Briten für den Erlös ihrer Wohnung in London-Aerea in France ein Château kaufen können…
Auch die englischen Farmer überqueren mehr und mehr den Ärmelkanal: Etwa 400 Landwirtschaftsbetriebe pro Jahr werden inzwischen von den „éleveurs anglais“ gekauft. Gemessen an den rund 600 ausländischen Landwirten die sich jedes Jahr neu in Frankreich installieren ist das einsame Spitze.
Die Kehrseite der Medaille ist natürlich, dass auch in Frankreich die Bodenpreise enorm ansteigen. Ackerland, vor zehn Jahren noch für 3000 €/ha erhältlich, kostet inzwischen das Doppelte!
Der landwirtschaftliche Bodenmarkt in Frankreich unterliegt strengen staatlichen Regulierungen. Die Safer, eine halbstaatliche Organisation, hat ein Vorkaufsrecht und sorgt für Transparenz und dafür, dass sich die landwirtschaftlichen Strukturen vernünftig entwickeln. Bei Hofkäufen werden die Junglandwirte (Jeunes Agriculteurs) zu Recht stark privilegiert.
Unterschiede zwischen den einzelnen Nationalitäten sind im Zusammenhang mit dem Grundstückerwerb gemäss europäischem Recht jedoch nicht zulässig. Es gibt kein Lex Koller wie in der Schweiz.

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