Bauernproteste
Militante Bauerngewerkschaften haben wieder begonnen ihren Unmut „abzuladen“. In unserem Departementshauptort Auch haben sie alte Heuballen, Mist und verdorbene Schafwolle vor die Tore der regionalen Landwirtschaftsdirektion deponiert. Die Proteste richten sich gegen die billigen Auslandimporte, gegen Umweltvorschriften und gegen die EU-Agrarpolitik. Gleichzeitig werden zahlreiche Wegweiser und Ortstafeln abmontiert und die Geschwindigkeitsmesstationen unwirksam gemacht.
Sympathien bei der Bevölkerung können sie mit diesen gewaltsamen Protesten keine erwarten. Selbst in der monde agricole stossen diese Aktionen auf Unverständnis.
Klar, die Witterungsbedingungen haben im laufenden Landwirtschaftsjahr zu miserablen Erträgen geführt und damit zu schlechtem Einkommen. Aber es wäre wahrscheinlich sinnvoller, wie das übrigens einzelne Kleinbauernorganisationen auch machen, sich für Massnahmen einzusetzen die den Klimawandel und damit Überschwemmungen und Dürren einschränken. Einfach die Landwirtschaftsbeamten für das Wetter verantwortlich zu machen ist zu einfach!

Val de Bagnes
Noch etwas mehr Nostalgie: vor mehr als fünfzig Jahren absolvierten wir als ETH-Agronomie Studenten in Bruson im Val de Bagnes, Kanton Wallis, Blockkurse in einer beschaulichen alten Alphütte. Wir beschäftigten uns mit lokaler Berggebietsförderung, verpflegten uns selber mit lokalen Produkten und wollten die Welt verbessern…
Nun, ein Augenschein vor Ort nach mehr als einem halben Jahrhundert wirft viele Fragen auf: in Verbier ist durch den Zweitwohnungstourismus eine hässliche Alpenstadt entstanden: Chalet an Chalet, in der Hochsaison bis 50’000 Einwohnerinnen, jetzt in der Zwischensaison nur geschlossene Fensterläden und geschlossene Restaurants, Quadratmeterpreis für eine Ferienwohnung über 20’000 sfr. …


Siedlungsbrei in den Bergen, Skitourismus bis zum geht nicht mehr… Ich kann nichts damit anfangen, ein für allemal: ich hab’s gesehen!
kolonial
Globale Verflechtungen der Schweiz
Eindrückliche Ausstellung im Landesmuseum Zürich
https://www.landesmuseum.ch/kolonial




Sollte Pflichtstoff sein für alle Schulen in der Schweiz!
Grand Prix in Locarno
Der Dokufilm „Wir Erben“ von Simon Baumann gewinnt den Hauptpreis in der Kategorie „Semaine de la critique“ am Film Festival in Locarno! Wir gratulieren herzlich!

Film Festival Locarno

Filmpremiere in Locarno
Folgenden Beitrag auf Infosperber möchte ich empfehlen!
«Wir Erben» – bejubelte Weltpremiere in Locarno . Der Dokfilmer Simon Baumann fokussiert ein gesellschaftlich hochrelevantes Thema –radikal persönlich, mit viel Witz und Verstand.
Der Film „Wir Erben“ läuft nächsten Winter in den CH-Kinos!
Erbschaftssteuern: Wenig Fakten, viele Behauptungen
Die Juso-Volksinitiative die Erbschaften von über 50 Mio besteuern will, hat ja offenbar in der Schweiz ein Zetermordio ausgelöst. Also wohlverstanden, Erbschaften bis und mit 50 Millionen Schweizerfranken sollen schon mal steuerfrei sein und erst der Anteil über 50 Mio soll mit 50% besteuert werden.
Und schon wollen SVP-Milliardäre wie Spuhler, Blocher und Kompanie „vorsorglich“ die Schweiz verlassen, das heisst schon bevor überhaupt über die Initiative abgestimmt ist!
Der schweizerische Geldadel behauptet, sie müssten sonst ihre Cashcows (Industriebetriebe) ins Ausland verkaufen, um die Erbschaftssteuern überhaupt bezahlen zu können. Unsinn! Die Gesetzgebung in der rechtsbürgerlichen Schweiz würde selbstverständlich dafür sorgen, dass für Familienbetriebe das investierte Kapital als Freibetrag nicht angerechnet würde!
Übrigens: Frankreich hat einen Spitzensatz für Erbschaftssteuern (60%!) und selbstverständlich gibt es Freibeträge für Gewerbebetriebe!
Und noch etwas: Erbschaftssteuern werden von den Erben bezahlt, nicht von den Erblassern!
Bieler Tagblatt: Martin Bühler als Pilger in der France profonde
Lieber Martin Bühler
Warum so negativ? In der France profonde lässt es sich gut leben und arbeiten. Natürlich gibt es diese Haltung von „denen da oben, die in Paris“ usw., aber das ist in der Schweiz ja nicht anders. Nach einem Viertel Jahrhundert leben und arbeiten in der Gascogne können wir uns wirklich nicht beklagen:
Die kleinen Dörfer funktionieren, die Natur ist intakt, die Versorgung durch die Wochenmärkte gewährleistet, das Maison de Santé und das Regionalspital funktionieren gut, die regionalen Tagesschulen betreuen die Kinder hervorragend, das politische Leben mit Stimmbeteiligung von über 70% ist rege.
Wer will kann hier günstig ein Haus bauen, über 80% wohnen in den eigenen vier Wänden. Wer als agricultrice oder agriculteur leben will kann das tun: Kulturland kostet zehn mal weniger als in der Schweiz, die Beiträge der EU (PAC, politique agricole commune) sind grosszügig.
Dass es kein kirchliches Personal mehr gibt, empfinden wir als Vorteil, die strikte Trennung von Kirche und Staat ist im Gegensatz zur Schweiz völlig unbestritten. Kirchen werden aus denkmalpflegerischen Gründen erhalten und kulturell genutzt.
Natürlich ist in diesen dünn besiedelten Gegenden der öffentliche Verkehr praktisch inexistent, das Auto und neuerdings E-Bikes unabdingbar. Für den sanften Tourismus gibt es zunehmend malerische Velorouten.
Dass hier auf dem Land die rechtsextreme Marine Le Pen gewählt wird kann ich so nicht bestätigen. Die Französinnen und Franzosen lieben es bei den (unwichtigen) ersten Wahlgängen „denen da oben“ eins auszuwischen, in den entscheidenden zweiten Wahlgängen wird aber seriös gewählt: unser rurales Departement Gers delegiert seit Jahrzehnten zwei Députés nach Paris, einen Sozialisten und einen Zentristen (Macron). Nur nebenbei, vergleiche ich Frankreich politisch mit der Schweiz: die von einer Milliardärsfamilie geführte und finanzierte grösste Partei der Schweiz ist prominent in der Regierung vertreten, hat diverse verurteilte Rassisten in ihren Reihen und positioniert sich rechts vom Rassemblement National….
Vive la France et vive la République!
Ruedi Baumann
Frankreich: Gute Wahl!
Entgegen den Voraussagen hat die extreme Rechte (Rassemblement National RN) nicht triumphiert! Stärkste Kraft ist die vereinigte Linke (Nouveau Front Populaire NFP). Selbst Macron’s Mitte (Ensemble) erhält mehr Sitze als LePens Rechtsextremisten!
Die Franzosen müssen lernen, dass nur mit einer Koalitionsregierung unter der Leitung der Linksallianz (Sozialisten und Grüne) das Land vernünftig regiert werden kann. Der bisherige junge Premier Attal hat seine Demission angekündigt.
In unserem Wahlkreis (Gers Sud) hat sich der bisherige Macron-Mann Cazeneuve gegen einen RN-Vertreter deutlich durchgesetzt. So auch in unserer Gemeinde Traversères.
Vive la France et vive la République!
„Le fascisme, ça commence avec les fous, ça se réalise grâce aux salauds, et ça continue à cause des cons“
Am Sonntag findet in Frankreich der zweite, entscheidende Wahlgang statt. Keine Stimme für die extreme Rechte!

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