Frankreich: Gute Wahl!
Entgegen den Voraussagen hat die extreme Rechte (Rassemblement National RN) nicht triumphiert! Stärkste Kraft ist die vereinigte Linke (Nouveau Front Populaire NFP). Selbst Macron’s Mitte (Ensemble) erhält mehr Sitze als LePens Rechtsextremisten!
Die Franzosen müssen lernen, dass nur mit einer Koalitionsregierung unter der Leitung der Linksallianz (Sozialisten und Grüne) das Land vernünftig regiert werden kann. Der bisherige junge Premier Attal hat seine Demission angekündigt.
In unserem Wahlkreis (Gers Sud) hat sich der bisherige Macron-Mann Cazeneuve gegen einen RN-Vertreter deutlich durchgesetzt. So auch in unserer Gemeinde Traversères.
Vive la France et vive la République!
Erleichterung! Erleichterung! Verfolge die Ergebnisse auf TF3! Nun beginnt die Suche nach einer Koalition der Vernünftigen. Herbert Karch
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Die Franzosen haben’s nochmals geschafft! Der Wall gegen die Rechtsnationalen hielt, auch wenn diese zugelegt haben und im Parlament stärkste Fraktion werden. Macron hat mit der Auflösung und sofortiger Neuwahl des Parlamentes nach den Europawahlen richtig gehandelt. Seit seiner Wiederwahl blockierten ihn Rechte wie auch die Linksaussen. Dieser Zustand hätte noch die restlichen seiner Amtsjahre angedauert – und das Rassemblement hätte sich weiter profilieren können, der Elysée währe ihm nach Macrons Abgang sicher gewesen. Mit seinem überraschenden Entscheid hat Macron die Franzosen gezwungen, sich zu bekennen, die Verantwortung zu übernehmen – und er wusste, dass seine Partei keine Mehrheit mehr erreicht. Nun ist sie sogar noch Zweite hinter der neuen Linksfront und vor dem Rassemblement Nationale geworden. Damit kann eine Mitte-Links-Regierung gebildet werden. Hier ist nun aber die neue Linksfront gefordert. Sie muss innerhalb ihres Bündnisses endlich den Mut aufbringen, den in sich selbstverliebten Populisten Mélenchon aufs Altenteil zu versetzen. Grüne(Marine Tondelier) und Sozialisten mit ihrem neuen Hoffnungsträger Raphael Glücksmann sind fähig, zusammen mit den Macronisten und dem Zentrum unter Zuzug einiger liberaler Republikaner eine tragfähige Regierung aufzustellen. Dazu braucht es die France Insoumise mit ihrem spalterisch und zersetzenden Vorsitzenden nicht. Eine solche Regierung muss aber jetzt auch die Strukturen angehen. Nach vielen persönlichen Gesprächen, die ich in den letzten Wochen und Monaten in meiner zweiten Heimat in Südfrankreich führte, habe ich echt Verständnis dafür bekommen, dass sich das ländliche Frankreich zu Recht abgehängt und vernachlässigt vorkommt. Wenn in meinem Dorf die Bäckerei tageweise durch einen Automaten ersetzt wird , der für 1.20 ein Baguette ausspuckt- dann sagt das alles. Und geben wir uns keiner Illusion hin: Das Rassemblement National wird alles daran setzen, in drei Jahren in den Elysée einzuziehen, nicht mit Marine le Pen, der von einer undurchsichtigen finanziellen Affäre beschädigten Gallionsfigur der Rechten, sondern mit dem jungen und noch rechteren Jordan Bardella, dem ich zutraue, le Pen wegzuputschen – dann gute Nacht Frankreich!
Hansjürg Sieber
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Bin gleicher Meinung! Gute Analyse! Vive la France!
Ruedi
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