AUSWANDERERBLOG

Wahlbeteiligung

Posted in Politik by ruedibaumann on März 29, 2010

In Frankreich, Italien und in der Schweiz (Kanton Bern) haben dieser Tage Regionalwahlen stattgefunden. Überall beklagt man das mangelnde Interesse der Wählerinnen und Wähler.
In Italien ist gegenüber den letzten Wahlen die Stimmbeteiligung um 8% gefallen und betrage nur noch 64%. In Frankreich beklagt man die historisch tiefste Wahlbeteiligung von gerade nur noch 51%! Politologen und Parteistrategen zerbrechen sich den Kopf, wie man die Leute wieder an die Urne bringen kann…
Und in der Schweiz, die sich gerne als demokratisches Musterland sieht, bemüht sich bei kantonalen Wahlen nicht einmal mehr jeder Dritte, seine Volksvertreter zu wählen!
Bei den bernischen Regierungs- und Grossratswahlen vom Wochenende haben sage und schreibe 69% der Bevölkerung grosszügig darauf verzichtet, ihre Regierung und ihr Parlament zu wählen! Nur noch 31% der Stimmberechtigten interessiert sich dafür, von wem sie künftig regiert werden! Und das, obschon beispielsweise durch die briefliche Stimmabgabe alles unternommen wurde, den Aufwand für die Stimmabgabe möglichst gering zu halten. In einzelnen Gemeinden im Berner Seeland haben sogar nur noch 20% ihre Stimme abgegeben…

Was ist zu tun?

Gute Wahl!

Posted in Politik by ruedibaumann on März 28, 2010

Vor 24 Jahren sind Stephanie (SP) und ich (Grüne, damals Freie Liste) in den Bernischen Grossrat gewählt worden. Gleichzeitig gab es damals (im zweiten Wahlgang) erstmals eine rot-Grüne Mehrheit im Regierungsrat (Exekutive).
Heute wurde die rot-grüne Mehrheit im Regierungsrat der letzten 4 Jahre (4/3) erstmals in einem grossen Kanton bestätigt! Chapeau! Toll gemacht!
Der Grüne Bernhard Pulver hat dabei das Spitzenresultat erzielt! Einmalig!

Unser Sohn Kilian (29) hat als Grossratskandidat im Wahlkreis Biel Seeland das zweitbeste Resultat der nicht kumulierten Grünen Kandidaten erzielt! Die Eltern sind sehr stolz! Herzliche Gratulation!

Und so haben wir in der Gascogne die Wahlergebnisse aus der fernen Heimat mitverfolgt…

Frankreich macht es vor!

Posted in Politik by ruedibaumann on März 22, 2010

Überwältigender Sieg der Rot-Grünen (Union de la Gauche) bei den Regionalwahlen in Frankreich.

Unsere Region, Midi-Pyrénées, hat sogar das Rekordergebnis für die Rot-Grünen in ganz Frankreich geliefert…

… und selbst in unserer kleinen Landgemeinde Traversères sin die Resultate eindeutig:

Union de la Gauche (Rot-Grün) 62.5%
UMP (Bürgerliche) 37.5%

Wahlbeteiligung 64.1%

Das ist doch alles sehr vielversprechend für unsere Region und die nationalen Wahlen im Jahr 2012!

Nicht vergessen!

Posted in Politik by ruedibaumann on März 21, 2010

Uhren vorstellen am 28. März!

… und grün wählen, statt schwarz malen!

Kaderli und das Image des Kantons Bern

Posted in Politik by ruedibaumann on März 18, 2010

Wir sind im Wahlstress. Letzten Sonntag Regionalwahlen, erster Wahlgang hier im Midi-Pyrénées, nächsten Sonntag zweiter Wahlgang. Die rotgrüne Mehrheit auf Regionsebene scheint sicher.
Am Sonntag in einer Woche Regierungs- und Grossratswahlen im Kanton Bern. Auch hier hat sich die rotgrüne Regierungsmehrheit bewährt und sollte bestätigt werden. Im Bernischen Grossen Rat sind die rot-grünen Kräfte leider immer noch in der Minderheit. Mit Kaderlis Abgang verliert das Parlament allerdings jetzt eine wichtige Stütze… Hören

Meine ganz persönliche Wahlempfehlung finden Sie hier!

Am meisten fehlen wird mir und vielen anderen in der neuen Amtsdauer Heinz Däpp!

Der Gang an die Urne

Posted in Politik by ruedibaumann on März 14, 2010

Heute sind zwischen 8 und 18 Uhr die Urnen für den ersten Wahlgang der Regionalwahlen offen. Ehrensache, dass auch „les Suisses“ daran teilnehmen. Nächsten Sonntag erfolgt der zweite Wahlgang. Wir hoffen auf eine deutliche rot-grüne Mehrheit…
Kumulieren und panaschieren ist nicht erlaubt. Dafür ist die Plakatierung detailliert geregelt: Die acht konkurrierenden Listen dürfen je ein Plakat auf der gemeindeigenen Plakatwand aufhängen, mehr ist nicht erlaubt!

Stand 21:30 Uhr:
Régionales : large avance de la gauche au premier tour
Au plan national, le Parti socialiste totaliserait 30 % des voix, l’UMP 26,7 %, Europe Ecologie 12,3 % et le Front national 12 %, selon des estimations nationales de l’institut TNS-Sofres/Logica pour Le Monde, France Inter, France 2 et Le Point. En Poitou-Charentes, Rhône-Alpes, et Languedoc-Roussillon, la gauche serait largement en tête. (Le Monde)

Niveau Departement Gers:
La tête de liste socialiste y remporte 42, 71 % des suffrages. Il est suivi par la liste UMP emmenée par Brigitte Barèges, qui remporte 22, 94 % des voix.
Europe écologie compte 11, 68 % des votes. Immédiatement derrière lui arrivent le Front National et Frédéric Cabrolier (8, 39 %), le Front de Gauche de Christian Picquet (6, 53 %), Arnaud Lafon pour le Modem (4, 12 %), le NPA conduit par Myriam Martin (2, 84 %) et enfin, Lutte Ouvrière avec Sandra Torromacha (0, 79 %).
53, 49 % des électeurs inscrits dans le Gers se sont exprimés.

Gemeinde Traversères:

Stimmbeteiligung 65.1%

Partei/ Stimmen/ %
PS /12/ 31,6
Ecolo/ 10 /26,3
UMP/ 7/ 18,4
FN/ 6/ 15,8
MODEM/ 3/ 7,9

Das sieht alles sehr gut aus für den zweiten Wahlgang: Klare rot-grüne Mehrheit in unserer Region und wahrscheinlich in sämtlichen Regionen Frankreichs!

1:12 Gemeinsam für gerechte Löhne

Posted in Politik by ruedibaumann on März 11, 2010

Ich habe in den Medien die laufende Diskussion im Nationalrat um die sogenannte Abzockerinitiative (Minder-Initiative) verfolgt und freue mich darüber, dass nun endlich etwas gegen die masslosen, unanständigen, geldgierigen, gesellschaftsschädigenden und nimmersatten Ospels, Vasellas und Konsorten unternommen werden soll.
Letztlich geht es um die Frage, wieviel ein Mann (Frauen verdienen ja immer noch viel weniger) schlussendlich verdienen darf. Früher galt das Gehalt eines Bundesrats (meines Wissens heute ca. 430’000 sfr. brutto) als eine Art Obergrenze, an der sich auch die Privatwirtschaft orientierte. Inzwischen verdient offenbar jeder halbwegs „normale“ Bankmanager oder Pharmachef ein vielfaches davon, selbst wenn er mitgeholfen, hat sein Institut in den Ruin zu führen (Vasella > 40 Mio sfr. pro Jahr!)
Dieses Abzockertum ist staatszersetzend in einer Zeit, in der viele nicht mehr von ihrem Hungerlohn leben können! Die Schere zwischen höchsten und tiefsten Gehältern muss endlich wieder in ein vernünftiges Verhältnis gebracht werden.
Ich hab mit Überzeugung die Volksinitiative der Jusos unterschrieben, die die Unterschiede zwischen höchsten und tiefsten Gehälter wieder auf ein erträgliches Mass beschränken will:
Das Verhältnis vom tiefsten zum höchsten Lohn soll künftig auf 1:12 beschränkt werden. Im Gegensatz zu Frankreich gibt es ja bekanntlich in der Schweiz immer noch keinen gesetzlich festgelegten Mindestlohn!
Dafür gibt es in der Schweiz 4000 Einkommensmillionäre! Darunter auch sehr bekannte Schlitzohren… Hören Sie selbst!

Ich kann allen nur empfehlen die Initiative 1:12 zu unterschreiben!

Regionalwahlen: Midi-Pyrénées

Posted in Politik by ruedibaumann on März 10, 2010

Gestern ist bei uns das Wahlmaterial eingetroffen: einerseits das für die Regionalwahlen Midi-Pyrénées vom 14. März und andererseits die Unterlagen für die Gross- und Regierungsratswahlen im Kanton Bern vom 28. März. Hüben und drüben viel Papier mit vielen mehr oder weniger intelligenten Sprüchen, Versprechungen und Behauptungen.

Die Region Midi-Pyrenée umfasst 8 Departemente. Zu wählen sind 97 Regionalräte.

Midi-Pyrénées ist flächenmässig etwas grösser als die Schweiz, zählt aber wesentlich weniger Einwohner (knapp 3 Millionen).
An den Wahlen hier beteiliegen sich 8 verschiedene Gruppierungen, die jeweils nach ihrem Spitzenkandidaten (tète de liste) benannt werden. Die Parteienbezeichnungen treten eher in den Hintergrund, es sollen Köpfe gewählt werden…

Unbestrittener Favorit und amtierender Regionalpräsident ist Martin Malvy von den Sozialisten.
Das auf nationaler Ebene regierende Parteienbündnis UMP hat (zum Glück) in unserer Region und unserem Departement keine Mehrheit.
Im Aufwind sind seit den erfolgreichen Europawahlen die Grünen, die unter dem Label Europe Ecologie antreten.
Daneben gibt es eine Front de Gauche mit den Kommunisten, die antikapitalistische NPA, die Mittepartei MODEM, die Lutte ouvrière LO und den rechtsextremen Front national FN (vergleichbar mit der schweizerischen SVP).

Ich werde selbstverständlich grün wählen („Grün wählen statt schwarz malen!“) und mithelfen, dass unsere Region eine rot-grüne Mehrheit bekommt!

Régionales

Posted in Politik by ruedibaumann on März 9, 2010

Nächsten Sonntag finden in Frankreich die Regionalwahlen statt. Gewählt wir auf der Ebene Region bisher alle 6 Jahre, neu alle 4 Jahre. Es sind Proporzwahlen mit einer „prime majoritaire“ : Erreicht eine Partei im ersten Wahlgang das absolute Mehr (>50%), erhält sie vorab einen Viertel der Sitze im Regionalrat, die übrigen Sitze werden proportional auf die Parteien mit einem Wähleranteil von mindestens fünf Prozent verteilt. Erreicht keine Partei im ersten Wahlgang das absolute Mehr, findet eine Woche später ein zweiter Wahlgang statt. Beteiligen dürfen sich daran alle Parteien die einen Wähleranteil von mindestens 10% erreicht haben, die anderen können (wenn sie wollen) mit den grösseren Gruppierungen fusionieren.

Gewählt wird in Frankreich in insgesamt 26 Regionen (inkl. 4 régions outre mer). Bei den letzten Regionalwahlen 2004 haben fast alle Regionen eine linke Mehrheit gewählt. Weil Regionalwahlen jeweils ein eigentlicher Popularitätstest für die nationale Regierung sind, werden auch bei den Wahlen am nächsten und übernächsten Sonntag rot-grüne Merheiten erwartet. Die Französinnen und Franzosen sind mit der rechten Regierung Sarkozy zur Zeit sehr unzufrieden.

Der Wahlkampf hat bisher keine grossen Wellen geworfen und ist vergleichbar mit Kantonalwahlen in der Schweiz (allerdings ohne die doofe wilde Plakatierung). Es wird befürchtet, dass die Wahlbeteiligung am Sonntag zum ersten mal die kritische Grenze von 50% unterschreiten könnte!

(le monde)

The End of Switzerland

Posted in Politik by ruedibaumann on Februar 23, 2010

Nicht gerade lustig, was Newsweek hier über unser Land verbreitet: Lesen Sie selbst!

Hand aufs Herz, eingebrockt hat uns das weltweit schlechte Image und das zunehmende Unverständnis der Völkergemeinschaft eine fremdenfeindliche Bundesratspartei mit ihrem hässlichen, milliardenschweren Oberpopulisten. Wer immer noch SVP wählt ist selber schuld!

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte…

Letzte Woche widmete uns auch die österreichische Tageszeitung «Kurier» eine Doppelseite mit dem martialischen Titel «Die Schweiz im Kreuzfeuer». Dort heisst es: «Schwere Zeiten: Minarett-Verbot, Ausländerfeindlichkeit, Schwarzgeldkonten – die Eidgenossen sorgen international für Unmut.» Das brutale Fazit: «Die Schweiz ist eine skurrile Insel, die mit einem grauslichen Bukett von Problemen kämpft und dessen Strahlemann-Image verblasst ist.» Der Autor wirft der Schweiz «Islamfeindlichkeit» vor. Im Artikel suchte man vergeblich nach etwas Positivem. (Der Bund)