AUSWANDERERBLOG

Biobauer

Posted in Bauernland by ruedibaumann on Oktober 18, 2009

Eigentlich wollte ich im nächsten Frühjahr erstmals Biohirse (Sorghum) anbauen. Abklärungen bei unserer Genossenschaft Agribio Union www.agribio.fr haben ergeben, dass es nach der Ernte aus Kapazitätsgründen Logistik-, Lagerungs- und Trocknungsprobleme geben würde. Ich habe daher beschlossen, auf dieser Parzelle (16 ha) Féveroles (Ackerbohnen) anzubauen.
Nun ist aber zerifiziertes Bio-Saatgut sehr teuer (1010 €/Tonne) und ist zudem in arbeitsaufwendige 25 kg-Säcke abgepackt.
Inzwischen habe ich über Internet einen Bioproduzenten gefunden, der mir aus seiner diesjährigen Ernte direkt 2,5 Tonnen Féveroles zu vernünftigen Bedingungen verkaufen will.
Allerdings muss ich die Semence fermier noch selber in Bigbags abfüllen und den Transport organisieren. Trotz Rezession scheint hier das Transportgewerbe mehr als ausgelastet zu sein. Fünf angefragte Transportfirmen haben abgesagt, weil sie keine freien Kapazitäten haben.

Hackstriegeln als Unkrautkur Wochen vor der Saat.

Reise ins Emmental

Posted in Bauernland by ruedibaumann on September 22, 2009

In der Käsereigenossenschaft Tal in Schangnau (www.hohgant-kaeserei) haben wir Hohgant- und Emmentalerkäse gekauft. Im Kemmeribodenbad sind wir eingekehrt und haben endlich die Heu-Ausstellung besucht. Und schliesslich sind wir über die Höger gewandert und haben an der Emme Rast gemacht.

Ein Wiedersehen im schönen Oberemmental!

Begegnungen auf dem Feld

Posted in Bauernland by ruedibaumann on September 12, 2009

Traktorist kann eine einsame Beschäftigung sein. Immerhin kann ich im Massey-Ferguson France Inter, France Culture, France Musique, Sudradio usw. empfangen und stundenlang mehr oder weniger interessante Hörerdiskussionen oder philosophische Streitgespräche mitverfolgen.
Dank der reichen Fauna gibt es aber immer wieder Gelegenheit, verschieden Wildtiere zu beobachten. Erstaunlicherweise haben Rehe und Fasane vor Spaziergängern viel mehr Respekt oder Angst als vor ratternden Traktoren. Traktoren jagen nicht!

Selbstversorgung

Posted in Bauernland by ruedibaumann on August 15, 2009

Die Kartoffel-Selbstversorgung funktioniert auch im trockenen Südwesten. Zwar sind die Böden humusarm und dafür stein- und tonreich (argilleux-calcaire) und alles andere als geeignete Härdöpfuböde… Wir pflanzen die Kartoffeln nicht in, sondern nur auf den Boden und decken sie danach mit einer dicken Strohschicht ab. Das ausgraben geht so sehr viel leichter und die Erträge sind gut.
Heute habe ich in der Morgenfrische die restlichen 30 kg geerntet. Nachmittag soll es 37 bis 40 Grad warm werden.

Les promesses du potager

Stichwort Selbstversorgung in diesem Blog

Mattebuur

Posted in Bauernland by ruedibaumann on August 7, 2009

Der „mattebuur“ will es genau wissen, er schreibt:
„Luzerne macht ja 15 Meter lange Wurzeln, tief in den Boden. Was macht den Deine Luzerne afange. Kannst Du ein Bild einer Einzelpflanze ins Netz stellen. Wieviele Pflanzen hat es pro Quadratmeter. Wieviele Hektaren Luzernematten hast Du. Hast Du dort auch schon mal Orchideen gesehen.“

Also: Mein Luzernebestand ist nach wie vor sehr unterschiedlich und zum Teil lückig. Pro Quadratmeter zähle ich je nachdem nur wenige bis 250 Pflanzen. Insgesamt habe jetzt noch 20 ha Luzerne. Die besten Fläche (rund 20 ha) habe ich in diesem Frühjahr gepflügt und Sonnenblumen angebaut. Die Knöllchenbakterien der Luzernewurzeln dienen hier als willkommener Stickstofflieferanten (ich mache im Biolandbau nur Gründüngung).
Nach dem Heuet (ende Mai, anfangs Juni) werde ich diese Woche emden. Das Heu verkaufe ich als Luzerne-Raygras-Mischung. Ein Teil der Fläche wird beweidet. Orchideen hat es nur in den Naturwiesen und Brachlandflächen, nicht aber in den Luzernefeldern, die zu meinen Fruchtfolgeflächen gehören.

Bestand 7. August 13:30 Uhr…

Einzelpflanze 30 cm bis 100 cm hoch. Die 15 m langen Wurzeln kann ich nicht ausgraben, weil der Boden infolge Trockenheit sehr hart ist….

„Wenn man meint, Heu sei Heu, versteht man nichts von Heu“

Posted in Bauernland by ruedibaumann on Juli 30, 2009

Noch mehr vom Heuboden…. Heute heut Herr Bieri!

Anonym, Postkarte von Hut erhalten, am 30.7.2009

Heuladies

Voyante et Marius

Posted in Bauernland by ruedibaumann on Juli 11, 2009

Wir haben uns zwei Landschaftspfleger zugelegt. Voyante (22) und Marius (10) sollen die „lande“ pflegen und dafür sorgen, dass die lichten Eichenwäldchen nicht verbuschen. Voyante und Marius sind Bretonen. Des chevaux bretons. Gross, muskulös, genügsam, mit mächtigen Hufen. Sie haben sich schon gut an die neue Umgebung gewöhnt.

Marius, zehnjähriger Bretonenhengst

Voyante, 22-jährige Bretonenstute

Cheval breton

Site des éleveur

Auf der Wiese…

Posted in Bauernland by ruedibaumann on Mai 17, 2009

… hinter unserem Haus blühen zurzeit: Margueriten und Serapias vomeracea (Orchideen) und die gelben Klappertöpfe (Rhinantus) um die Wette! Zu schön um zu heuen….

Siesta

Posted in Bauernland by ruedibaumann on Mai 3, 2009

Siesta unter blühenden Obstbäumen auf der Inselmatt

Er gab den Kleinbauern eine Stimme

Posted in Bauernland by ruedibaumann on April 29, 2009

Am 3. April jährt sich der Todestag von René Hochuli, dem Gründer der Kleinbauern-Vereinigung zum zwanzigsten Mal. Er starb mit 53 Jahren an einem Krebsleiden. Sein mutiges Engagement veränderte die schweizerische Agrarpolitik.

Am Samstag 2. Mai 2009 findet im Kultur- und Kongresshaus Aarau die Jahresversammlung der schweizerischen Kleinbauernvereinigung statt (Türöffnung 10.15 Uhr).

Ein Rückblick, um weiter vorwärts zu gehen

René Hochuli führte mit seiner Familie einen Bauernhof in Reitnau, im aargauischen Suhrental. 10 Milchkühe und 20 Muttersauen bildeten die Haupteinnahmequelle, ergänzt durch Kartoffeln und Getreide aus dem Ackerbau. René Hochuli machte als Lokalpoet und im Kampf gegen ein unsinniges Eisenbahnprojekt von sich reden, bevor die Land wirtschaftspolitik sein Leben in Beschlag nahm. Ende der Siebzigerjahre führten Milchschwemmen und Butter berge zur Milchkontingentierung. Gleichzeitig drohte die Indus trialisierung der Eier- und Fleischproduktion durch Tierfabriken. Die Futtermittelimporte aus Übersee stiegen sprunghaft. Das Agrobusiness verschlang einen wachsenden Berg von Bundessubventionen. Immer mehr Bauern wanderten in die Industrie ab. Vom Bauernverband war René Hochuli bitter enttäuscht. Die grossen Bauern sassen am Ruder und waren hungrig, auf Kosten der kleinen Höfe ihre Betriebe zu vergrössern. René Hochuli suchte die Konsumentinnen und Konsumenten als verbündete Kraft für die Kleinbauern. Am besten erreichte er die Bevölkerung über die Massenmedien. TV-Duelle mit den Bundesräten Ernst Brugger und Fritz Honegger sorgten für die schweizweite Bekanntheit des kämpferischen Kleinbauern.

Erster Präsident der Kleinbauern-Vereinigung
Zu hunderten trafen Briefe von Bäuerinnen und Bauern ein, denen René Hochuli im Fernsehen aus dem Herzen gesprochen hatte. Die Gründung der Kleinbauern-Vereinigung war eine Konsequenz daraus, Hochuli wurde 1980 erster Präsident. Die Konflikte mit dem Bauern verband, dem Zentralverband der Milchproduzenten und den Grossmästereien wurden hitzig ausgetragen. In den Medien nutzte Hochuli den Sympathiebonus der Kleinbauern. Er warb für umwelt- und tierfreundliche Landwirtschaft. Dass sich René Hochuli mit Karl Schweri, dem ersten Discounter im Schweizer Detailhandel verbündete, sorgte für böses Blut. Die agrarpolitischen Auseinandersetzungen erreichten mit der Abstimmung über die Kleinbauern- Initiative den Siedepunkt. Nur wenige Zehntelsprozente fehlten für den über raschenden Sieg gegen Bundesrat und Parlament. So oder so löste das Resultat eine politische Schock welle aus. Heute gilt die Abstimmung vom 3.Juni 1989 als Auslöser für die Agrarreform, die zehn Jahre später in einen neuen Bundesverfassungsartikel und in ein neues Landwirtschaftsgesetz mündete.

Der Bauernhof besteht weiter
René Hochuli erlebte den Abstimmungstag nicht. Drei Monate zuvor war er an einem Krebsleiden zuhause in seinem Bauernhaus verstorben. Seine Frau Frieda führte mit den vier Kindern den Betrieb weiter. Heute bewirtschaftet die Nachfolgegeneration den Hof. Susanne Hochuli und ihre Familie haben dem Bauernhof eine Reittherapie angegliedert. Was ist das Vermächtnis von René Hochuli? Otto Piller, ehemals Ständerat für den Kanton Freiburg und persönlicher Freund von René Hochuli, sagt es in einem Satz: «Er gab den kleinen und mittleren Bauern in der schweizerischen Politik eine Stimme. » Otto Piller ist überzeugt, dass die Bauern und Bäuerinnen René Hochuli viel verdanken. Ruedi Baumann, Hochuli’s Nachfolger im Präsidium der Kleinbauern-Vereinigung, sieht das schweizerische Direktzahlungssystem als wichtigstes Resultat der kleinbäuerlichen Vorstösse: «Die Direktzahlungen wären weniger hoch, weniger ökologisch und weniger sozial, wenn René Hochuli und die Kleinbauern-Vereinigung nicht mit Volksinitiativen und Referenden ein gegriffen hätten.»

Schweizerische Kleinbauernvereinigung