Goldener Herbst
Herbsttag
Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
Und auf den Fluren lass die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
Gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
Dränge sie zur Vollendung hin und jage
Die letzte Süße in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
Wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
Und wird in den Alleen hin und her
Unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.
Rainer Maria Rilke (1875 – 1926)
(Herbst 1902)
Biobauer
Eigentlich wollte ich im nächsten Frühjahr erstmals Biohirse (Sorghum) anbauen. Abklärungen bei unserer Genossenschaft Agribio Union www.agribio.fr haben ergeben, dass es nach der Ernte aus Kapazitätsgründen Logistik-, Lagerungs- und Trocknungsprobleme geben würde. Ich habe daher beschlossen, auf dieser Parzelle (16 ha) Féveroles (Ackerbohnen) anzubauen.
Nun ist aber zerifiziertes Bio-Saatgut sehr teuer (1010 €/Tonne) und ist zudem in arbeitsaufwendige 25 kg-Säcke abgepackt.
Inzwischen habe ich über Internet einen Bioproduzenten gefunden, der mir aus seiner diesjährigen Ernte direkt 2,5 Tonnen Féveroles zu vernünftigen Bedingungen verkaufen will.
Allerdings muss ich die Semence fermier noch selber in Bigbags abfüllen und den Transport organisieren. Trotz Rezession scheint hier das Transportgewerbe mehr als ausgelastet zu sein. Fünf angefragte Transportfirmen haben abgesagt, weil sie keine freien Kapazitäten haben.
Hackstriegeln als Unkrautkur Wochen vor der Saat.
Reise ins Emmental
In der Käsereigenossenschaft Tal in Schangnau (www.hohgant-kaeserei) haben wir Hohgant- und Emmentalerkäse gekauft. Im Kemmeribodenbad sind wir eingekehrt und haben endlich die Heu-Ausstellung besucht. Und schliesslich sind wir über die Höger gewandert und haben an der Emme Rast gemacht.
Ein Wiedersehen im schönen Oberemmental!
Begegnungen auf dem Feld
Traktorist kann eine einsame Beschäftigung sein. Immerhin kann ich im Massey-Ferguson France Inter, France Culture, France Musique, Sudradio usw. empfangen und stundenlang mehr oder weniger interessante Hörerdiskussionen oder philosophische Streitgespräche mitverfolgen.
Dank der reichen Fauna gibt es aber immer wieder Gelegenheit, verschieden Wildtiere zu beobachten. Erstaunlicherweise haben Rehe und Fasane vor Spaziergängern viel mehr Respekt oder Angst als vor ratternden Traktoren. Traktoren jagen nicht!
Selbstversorgung
Die Kartoffel-Selbstversorgung funktioniert auch im trockenen Südwesten. Zwar sind die Böden humusarm und dafür stein- und tonreich (argilleux-calcaire) und alles andere als geeignete Härdöpfuböde… Wir pflanzen die Kartoffeln nicht in, sondern nur auf den Boden und decken sie danach mit einer dicken Strohschicht ab. Das ausgraben geht so sehr viel leichter und die Erträge sind gut.
Heute habe ich in der Morgenfrische die restlichen 30 kg geerntet. Nachmittag soll es 37 bis 40 Grad warm werden.
Mattebuur
Der „mattebuur“ will es genau wissen, er schreibt:
„Luzerne macht ja 15 Meter lange Wurzeln, tief in den Boden. Was macht den Deine Luzerne afange. Kannst Du ein Bild einer Einzelpflanze ins Netz stellen. Wieviele Pflanzen hat es pro Quadratmeter. Wieviele Hektaren Luzernematten hast Du. Hast Du dort auch schon mal Orchideen gesehen.“
Also: Mein Luzernebestand ist nach wie vor sehr unterschiedlich und zum Teil lückig. Pro Quadratmeter zähle ich je nachdem nur wenige bis 250 Pflanzen. Insgesamt habe jetzt noch 20 ha Luzerne. Die besten Fläche (rund 20 ha) habe ich in diesem Frühjahr gepflügt und Sonnenblumen angebaut. Die Knöllchenbakterien der Luzernewurzeln dienen hier als willkommener Stickstofflieferanten (ich mache im Biolandbau nur Gründüngung).
Nach dem Heuet (ende Mai, anfangs Juni) werde ich diese Woche emden. Das Heu verkaufe ich als Luzerne-Raygras-Mischung. Ein Teil der Fläche wird beweidet. Orchideen hat es nur in den Naturwiesen und Brachlandflächen, nicht aber in den Luzernefeldern, die zu meinen Fruchtfolgeflächen gehören.
Bestand 7. August 13:30 Uhr…
Einzelpflanze 30 cm bis 100 cm hoch. Die 15 m langen Wurzeln kann ich nicht ausgraben, weil der Boden infolge Trockenheit sehr hart ist….
Voyante et Marius
Wir haben uns zwei Landschaftspfleger zugelegt. Voyante (22) und Marius (10) sollen die „lande“ pflegen und dafür sorgen, dass die lichten Eichenwäldchen nicht verbuschen. Voyante und Marius sind Bretonen. Des chevaux bretons. Gross, muskulös, genügsam, mit mächtigen Hufen. Sie haben sich schon gut an die neue Umgebung gewöhnt.
Marius, zehnjähriger Bretonenhengst
Voyante, 22-jährige Bretonenstute
Auf der Wiese…
… hinter unserem Haus blühen zurzeit: Margueriten und Serapias vomeracea (Orchideen) und die gelben Klappertöpfe (Rhinantus) um die Wette! Zu schön um zu heuen….



















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