AUSWANDERERBLOG

Von den trockenen zu den saftigen Wiesen

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on September 20, 2009

Wir haben wohl 30 Hektaren Wiesen eingezäunt, aber Pferde und Kühe müssen auf dieser grossen Fläche suchen, um nach bald fünf Monaten Trockenheit noch irgend etwas Fressbares zu finden…

Heute sind wir in die Schweiz gefahren, und was fällt uns als erstes auf: green, green grass of home..

Glückliche Schweizer Kühe!

Feldfahrzeuge

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on September 10, 2009

Wir sind auf unseren französischen Feldern nicht nur mit dem Traktor unterwegs. Oft natürlich zu Fuss und wenn’s pressiert mit dem Velo oder dem bald 30-jährigen 4 x 4 Nissan Prairie.

Die Sonnenblumen-Pflanzenreste habe ich gehäckselt (broyen sagen dem die Franzosen) und arbeite sie nun oberflächlich ein (déchaumer). Beim ersten (längst fälligen) Regen werden so auch die Unkrautsamen zum keimen gebracht.

Heute war ich übrigens zwei mal in der nächstgelegenen mechanischen Werkstätte. Ein Grubberzahn ist gebrochen und ein Kugellager war defekt. Die Maschinen werden durch die harten trockenen Böden ausserordentlich beansprucht.

Ernte

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on September 9, 2009

Erntebilder…

…keine Zeit zum texten…

… das sind Sonnenblumenkerne für Biomüesli oder Bio-Sonnenblumenoel…

… Tag- und Nachtarbeit!

Von der Saat zur Ernte

Mähdreschen

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on September 8, 2009

Sonnenblumenernte, es ist heiss, 31 Grad, äs stübt…
Zum Glück ist die Mädrescherkabine klimatisiert.
Ertrag ist eher entäuschend, ca 1 Tonne pro Hektare, kein Wunder nach dieser viermonatigen Trockenheit.
Erlös pro Tonne ca. 210 €uro (konventionell) für Bio hoffentlich etwas mehr…
Kosten für Mähdrescher 80 €uro/ha

Rebbau

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on September 7, 2009

In unserem Versuchs-Rebgarten haben wir im Laufe der Jahre einige Hundert Rebstöcke gepflanzt. Es ging mir darum, herauszufinden, welche Rebsorten in unseren Böden am besten gedeihen. Wir ernten zur Zeit Cabernet, Merlot, Tannat, Gros Manseng, Chasselas, Mouscat und Cardinal. Die Merlot-Trauben haben sich bisher am besten entwickelt. Jetzt wird es darum gehen, einen hervorragenden Cuvé de Garage zu produzieren…

Weinbau in diesem Blog

Trockenheit – sécheresse

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on September 5, 2009

Seit Mai hat es hier praktisch nicht mehr geregnet, und wenn, dann jeweils höchstens 5 mm. Kein Wunder, dass es sehr trocken ist. Die Getreideernte ist denn auch eher bescheiden ausgefallen. Südlich der Linie Biarritz – Besancon herrscht extremer Futtermangel. Die Bodenbearbeitung wird zur Zeit zu einer staubigen Angelegenheit. Der Mais gedeiht nur dank ständiger Bewässerung. Ich habe für nächste Wochhe die Sonnenblumenernte vorbereitet.

Die ehemals leuchtenden Sonnenblumen…

…lassen die Köpfe hängen,…

… die jungen Reben leiden…

… und der Heupreis steigt!

Bauernhöfe – fermes

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on August 29, 2009

Was ist ein Bauernhof?

Ist es das?

Seeland-Zentrum

Oder das?

Biohof Inselmatt

…oder gar das?

La Oueyte, Traversères, France

In Zukunft könnte ein Bauernhof auch so aussehen: Mexikanische Schweinefarm

Das Nachbardorf zu diesem Hightech-Betrieb war übrigens Ausgangspunkt der Schweinegrippe…

Wikipedia sieht es übrigens so.

Und für oder gegen was demonstrieren die Bauern heute im luzernischen Sempach eigentlich? Für einen höheren Milchpreis oder gegen die EU?

Ich glaube, sie werden einmal mehr von SVP-Parteioberen instrumentalisiert, die selber Direktzahlungen einstreichen, die weit höher sind als Beamtenlöhne. Wie wäre es, wenn endlich die Brunners, Kunzes, Walthers, Gfellers und wie sie alle heissen, ihre Direktzahlungen offen legen würden?

In der EU sind die einzelbetrieblichen staatlichen Subventionen transparent und öffentlich!

Besucher…

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on August 28, 2009

Seit wir in Frankreich bauern (bald 9 Jahre) haben wir hier auf La Oueyte weit über hundert Besucher aus der ganzen Welt empfangen. Darunter auch viele Bauernkollegen aus der Schweiz. Diese Tage waren zum Beispiel unsere ehemaligen Nachbarn Ruth und Jürg Friederich hier. Sie bewirtschaften mit viel Engagement im Berner Seeland einen vielseitigen Ackerbaubetrieb mit Poulet- und Schweinemast. Zudem ist ihr Lohnunternehmen (Zuckerrüben-Vollernter, Mähdrescher, Bodenbearbeitung, Holzschnitzel, Transporte usw.) weit über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt (Lohnunternehmen Jürg Friederich).

Schön, wenn Schweizer Bauern an Ort und Stelle mit Berufskollegen aus der EU fachsimpeln können und einen direkten Einblick in französische Landwirtschaftsbetreibe erhalten.

Jean-Pierre zeigt uns hier eine seiner Entenmasthallen. Er produziert auf seinem 60 ha-Betrieb neben vielen anderen Produkten, Label-Entenfleisch (Freiland) für den französischen Markt.

Haltebedingungen, Futterzusammensetzung, Tierschutzauflagen, Produzentenpreise, Stallhygiene… es fehlt nie an Gesprächsstoff!

Über dreissig Blogbeiträge zum Thema Besucher oder elf Beiträge zum Thema Gäste.

Grüne Algen – algues vertes

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on August 21, 2009

„Frankreichs Premierminister François Fillon hat seinen Urlaub in der Toskana abgebrochen und ist am Donnerstag in die Bretagne gefahren. Auch der westliche Zipfel seines Heimatlandes gilt als Ferienregion. Doch Fillon kam nicht, um Urlaub zu machen, sondern weil sich dort an vielen Stränden eine Algenschicht ausgebreitet hat, die für den Menschen durchaus tödlich sein kann. Über manche Küstenabschnitte zieht sich die stinkend glibberige grüne Masse über Kilometer.“

Grüne Algen in der Bretagne

Ursache dieses Algenteppichs ist die zu intensive Landwirtschaft in dieser Region Frankreichs. Schweine- und Rindermastbetriebe mit übersetzten Tierbeständen belasten die Küstengewässer seit Jahrzehnten und seit Jahren versprechen die Regierungen etwas dagegen zu unternehmen. Geschehen ist offenbar bisher wenig oder nichts.

Dabei hat auch diese Regierung erst vor zwei Jahren versprochen, bei den Förderungsmassnahmen die biologische und umweltschonende Landwirtschaft zu bevorzugen. Leider ist auch das bisher toter Buchstabe geblieben!

Nächstes Jahr sind Regionalwahlen in Frankreich und die Grünen haben seit den erfolgreichen Europawahlen grossen Zulauf. Grund genug für den Premierminister, endlich auch im Umweltschutz den Worten Taten folgen zu lassen?

Bretagne in diesem Blog

Wenn die grünen Algen toxisch sind, wie ist es denn mit der Austernzucht in diesen Gewässern?

wwoofing

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on August 20, 2009

„wwoofing“ bedeutet mithelfen und Leute kennen lernen auf öklogischen Bauernhöfen gegen freie Kost und Logis

WORLD-WIDE OPPORTUNITIES ON ORGANIC FARMS

Heute widmet die „Le Monde“ dem wwoofing in Frankreich einen ausführlichen Artikel und betont, dass es sich dabei um alles andere als ein touristisches Ferienangebot handelt.
Die Wwoofer arbeiten täglich mit auf einem Biohof und integrieren sich in das Arbeitsleben der Bauernfamilie. Wwoof France zählt inzwischen 450 Bauernhöfe auf ihren Listen. Dabei fällt auf, dass sich darunter sehr viele Klein- und Kleinstbetriebe befinden. Dieses Jahr haben bereits 4500 Woofers eine oder mehrere Wochen auf französischen Biohöfen verbracht. Die Tage seien gut ausgefüllt, manchmal hart, aber man habe nicht das Gefühl in einem Arbeitsprozess zu stecken betont einer der Volontäre.
Le Monde glaubt, dass sich diese wertvolle Art von Kulturaustausch zwischen verschiedensten Menschen weiter entwickeln wird.
Auf wwoof.fr gibt es eine Liste der beteiligten Biohöfe, Hinweise über den Arbeitseinsatz, Kontakt- und Anmeldeadressen.
Selbstverständlich gibt es WWOOF-Biohöfe überall auf der Welt, insbesondere auch in der Schweiz, Deutschland (wwoof.de), Italien, Spanien usw.

Ziele des WWOOFing (Charta):

Permettre à des non-initiés d’avoir une première expérience
dans le domaine de l’agriculture biologique et de l’éco construction
> Donner la possibilité aux citadins de vivre et d’aider au sein
d’une ferme biologique
> Découvrir des façons de vivre alternatives
> Etablir des contacts avec d’autres personnes du mouvement
bio et écologique
> Etendre la communication au sein du mouvement
de l’agriculture biologique
> Etablir des liens durables entre les citadins et les ruraux
> Faciliter l’échange culturel entre des personnes de différentes
nationalités ou de différentes régions