AUSWANDERERBLOG

Heuen…

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Mai 27, 2009

…. keine Zeit zum bloggen!

Feierabend

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Mai 26, 2009

Rückkehr von der Feldarbeit

Unfairer Milchpreis

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Mai 22, 2009

Wie offenbar überall in Europa ist der Produzentenpreis für Milch in Frankreich stark gefallen. Sage und schreibe nur noch 31 Rappen pro Liter Milch erhalten die französischen Milchproduzenten zur Zeit. Um nicht weniger als 30% ist der Milchpreis für die Produzenten im Laufe eines Jahres gefallen, und das, obschon ja in der EU die Milchkontingentierung nach wie vor in Kraft ist.
Kaum etwas von diesem Preiszerfall gemerkt haben indessen die Konsumenten. Ich habe heute im Carrefour wie eh und je pro Liter UHT-Milch umgerechnet 1.20 Franken bezahlt.

Kein Wunder, dass die französischen Milchproduzenten seit Wochen, diese unfairen Milchpreise anprangern. Für nächsten Montag ist landesweit wiederum ein sog. jour d’action der Milchbauern angesagt und stösst eigentlich überall auf grosses Verständnis. Es liegt auf der Hand, dass unter der gegenwärtigen Marktsituation keine kostendeckende Milchproduktion mehr möglich ist. Schuld an der Misere sind die marktmächtigen Grossverteiler, die ihre Marge laufend auf Kosten der Bauern erhöht haben.

Unser gegenwärtiger Landwirtschaftsminister Michel Barnier hat offenbar zu wenig Zeit, sich mit den Nöten der Milchbauern zu beschäftigen. Er ist im Wahlkampf und will Europaabgeordneter werden. Für die Milchpreisverhandlungen hat er zwei Mediatoren eingesetzt…

Eine Kuh macht Muuhh, viele Kühe machen Mühe!

Fingerspitzengefühl…

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Mai 20, 2009

… ist notwendig bei der biologischen (Un-)Krautbekämpfung in meinem Sonnenblumenfeld. Der Einsatz des Hackstriegels (Hatzenbichler) darf nicht zu früh aber auch nicht zu spät erfolgen, der Boden sollte nicht zu nass, aber auch nicht zu trocken sein. Der Hackstriegel soll mechanisch die noch kleinen Beikräuter zerstören, ohne die etwas grössere Kulturpflanze (zu stark) zu schädigen… Entlang der schattigen Hecken haben die Schnecken (limace) die Tournesol schon arg dezimiert…
Quadratur des Kreises oder hohe Schule des Biolandbaus?

Tournesol keimen

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Mai 9, 2009

Die Sonnenblumen sind schön aufgelaufen. Allerdings werden die Keimblätter bei dem regnerischen Wetter durch die Schnecken attakiert. Im konventionellen Landbau werden die Schneckenkörner zusammen mit dem Saatgut ausgebracht und die Sonnenblumensamen sind chemisch gegen allerlei Schädlinge gebeitzt… Wir im Biolandbau dürfen keine chemischen Hilfsmittel einsetzen und müssen mit Verlusten rechnen und daher die Saatmenge etwas höher ansetzen. Durch die mechanische, statt chemische Unkrautbekämpfung werden die Kulturpflanzen zusätzlich etwas dezimiert.

Schnaps brennen

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Mai 5, 2009

Ruedi Gehri in Lobsigen ist unser Lohnbrenner. Jedes Jahr brennt er für uns den obligaten Bätzi. Aus drei Fässli vergärtem Obst gibt es dieses Jahr 15 Liter 42%igen Apfelschnaps. Steuerfrei für Landwirte in der Schweiz, abhängig von der Anzahl Grossvieheinheiten…
Eben hat die Alkoholverwaltung angekündigt, dass sie die inzwischen fragwürdige, unendliche Bürokratie im Zusammenhang mit Kleinproduzenten reduzieren will. Man darf gespannt sein! Prost!

Das Feuerwasser fliesst in einem dünnen Strahl aus dem Destilationsofen…

Übrigens: Nachdem Frankreich an der Eishockey-WM Letzter, und die Schweiz Zweitletzter wurde, fahren wir morgen zurück nach Frankreich. Es weint der Himmel…

Sture Bauern?

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Mai 4, 2009

In einem Beitrag des Schweizern Fernsehens (Kassasturz: Sture Schweizer Bauern) wird den CH-Bauern vorgeworfen, sie würden in Bezug auf Maschinen und Traktoren viel zu wenig zusammenarbeiten. Im Vergleich eines 37 ha CH-Betriebes aus dem Thurgau mit einem 118 ha Betrieb aus Süddeutschland wird dargelegt, dass der EU Bauer dank gemeinsamer Maschinenbenützung viel günstiger produziere.

Der Beitrag wird mit über 200 Reaktionen auf dem Netz zur Zeit leidenschaftlich und zum Teil unflätig diskutiert.

Ich bin zwar EU-Bauer in Frankreich und gehöre auch zu denen, die lieber selber eine (Occasions-)Maschine kaufen, als diese mit Nachbarbetrieben zu teilen. Dafür habe ich, glaube ich, gute Gründe:
– der Maschinentourismus auf den Strassen ist gefährlich, zeitaufwendig und lästig für alle Verkehrsteilnehmer (oft Distanzen zwischen 20 und 30 km!)
– für breite Maschinen verlangen die EU-Verkehrsvorschriften ein Begleitfahrzeug mit drehenden Signalleuchten
– die Vorstellungen über den Maschinenunterhalt sind zwischen den Landwirten sehr unterschiedlich…
– der zeitlich richtige Einsatz ist im Biolandbau sehr wichtig

Selbstverständlich bin auch ich auf Lohnunternehmer angewiesen bei grossen Maschinen (Mähdrescher, Grossballenpresse, Containerlastwagen usw.), für Anbaugeräte zähle ich lieber auf meinen Maschinenpark.
Übrigens: In vielen Fällen sind die Lohnkosten für fremde Maschinen höher als die Vollkosten für eigene Geräte…

Mein Maschinenpark (70 ha Ackerbaubetrieb)
1 Traktor (120 PS) mit Frontlader
3-Schar-Pflug/Déchaumeur/Grubber/Kreiselegge
Schlegelmäher/Débroussaieuse/Scheibenmähwerk
Sämaschine/Einzelkornsaatgerät/Pendelstreuer
Hackstriegel, Heumaschinen
Schaufelbaggeranbaugerät

Total Buchwert Maschinenpark rd. 50’000€

Hand aufs Herz: Wer teilt schon gern sein Automobil mit all‘ seinen Nachbarn obschon es doch so viel günstiger wäre…?

Die Wahrheit über die Agrarsubventionen

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Mai 1, 2009

Seit heute müssen die 27 Staaten der EU die einzelbetrieblichen Agrarsubventionen offen legen (endlich!). Einzig Deutschland weigert sich noch, das zu tun.
In der Schweiz haben Bundesrat und Parlament meine diesbezüglichen parlamentarischen Vorstösse leider immer abgelehnt. Es scheint, dass reiche Grossbauern hüben und drüben diese schon lange unumgängliche Transparenz scheuen wie der Teufel das Weihwasser…

Einige Beispiele aus der EU gefällig:

Die englische Queen erhält für ihren grossen Schlossgutbetrieb umgerechnet jährlich rund 800’000 sfr. Direktzahlungen aus dem EU-Topf und ist dabei noch lange nicht die grösste Profiteurin des Brüsseler-Mannas. Nestlé hat ja in England auch Landwirtschaftsbetriebe und kassiert dafür jährlich rund 1,6 Mio Schweizerfranken!

In Frankreich beziehen 390 000 Bauern 7,9 Mia Euros EU-Landwirtschaftssubventionen, im Durchschnitt pro Betrieb und Jahr 20’000 € (30’000 sfr.).
Das pikante dabei: 10% der Grossbauern erhalten je über 50’000 €/Jahr und beanspruchen damit 36% sämtlicher Agrarhilfen!
Dagegen werden 30% der französischen Petitpaysans mit weniger als 5’000 €/Jahr abgefertigt, was aufsummiert nur 2,5% sämtlicher Agrarhilfen ausmacht.

Ähnlich die Situation in Deutschland.

Die Quintessenz daraus: Wer hat dem wird gegeben (wie in der Schweiz!)…
Wenn man endlich die Agrarsubventionen pro Betrieb auf ein erträgliches Mass plafonieren würde, dann würde sich auch die Wachstumsphilosophie („wachse oder weiche“) als unverantwortbare Irrlehre entpuppen!

Übrigens, wir erhalten selber rund 10’000 €/Jahr für die Bewirtschaftung unseres 70 ha- Betriebes in Frankreich.

Schweizer Bauer

Agrarsubventionen-Bowling

Säen, säen, säen…

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on April 23, 2009

Wer ernten will muss säen! Saat 20 ha Tournesol, Sorte Karamba, 70’000 Körner pro ha, Reihenabstand 67 cm, Pflanzabstand in der Reihe 21cm, Saattiefe 4 cm…

Flugaufnahme

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on April 11, 2009

Die Kontrolle und Deklaration der landwirtschaftlichen Anbauflächen, Bewirtschaftungsmassnahmen, Heckenbestände usw. erfolgt inzwischen ausschliesslich über Flug- oder Satelitenaufnahmen. Unsere Ferme sieht von oben so aus:

Übrigens: wir haben Regenwetter und es ist Büroarbeit angesagt. Vorgestern war Biokontrolle von Ecocert . Alles in bester Ordnung!