Comptabilité – Buchhaltung
Ich gebe gerne zu, die Buchhaltung unseres Betriebes zu führen gehört nicht zu meinen liebsten Beschäftigungen. Aber es muss sein. Wir haben zu diesem Zweck die cerfrance.fr engagiert. Marion Lasserre kümmert sich um unseren ordentlichen Buchhaltungsabschluss, die Steuererklärung und die Mehrwertsteuerabrechnung. Sie war heute auf Betriebsbesuch.
Es ist wie in der Schweiz: man mutet den PME (petit et moyen entreprise) schon einigen administrativen Aufwand zu, allen staatlichen Vorschriften zu entsprechen….
Wenn man ein Formular endlich in seiner vollumfänglichen Bedeutung begriffen hat, dann ist im nächsten Jahr ganz sicher alles schon wieder ganz anders… Papierkrieg à la française: PAC, TVA, impot du revenue, taxe foncière, MSA, assurances, DPU, vente, achats….
Merci les femmes pour votre soutien!
Die Masseneinwanderung hält an
Heute morgen um sieben Uhr ist wieder ein Kuhkälblein auf die Welt gekommen. Mutter mit Migrationshintergrund, Vater Ausländer.
Bei uns im Stall gilt im Gegensatz zur SVP-Schweiz das droit du sol. Das heisst, wer hier geboren ist, ist automatisch BürgerIn dieses Landes und geniesst alle Vor- und Nachteile.
Unsere Kälber sind mir lieber als die SVP-Kälber!
Frauenpower
In Frankreich gibt es eine halbe Million Landwirtschaftsbetriebe. Davon werden rund 30% von Frauen geführt. Tendenz steigend! Und das ist gut so und sehr erfreulich!
Auch bei uns bestimmt die Bäuerin was geht…
Erosionsproblematik
Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Offene Ackerböden leiden weltweit unter der Erosion, besonders in Hanglagen. Natürlich hängt die Bodenabschwemmung auch stark von der Bodenart, der Häufung der Niederschläge und der Bewirtschaftungsart ab.
Aber ich glaube, dass die Problematik immer noch unterschätzt wird.
Aus der Grafik sieht man, dass in Frankreich unsere Region sehr stark erosionsgefährdet ist (intensiver Ackerbau in Hanglagen).
Mehr zum Thema: Pollué, labouré, oublié : le sol français est en train de disparaître
Knochenarbeit
Weil ich immer noch keinen Zugang zu meinem Blog habe über den heimischen Internetanbieter, muss ich von Zeit zu Zeit ein HiFi-Restaurant in der Stadt frequentieren: Heute Le Daroles in Auch (Apérozeit 11:00), auch um uns etwas von der gestrigen Knochenarbeit zu erholen…
Verdrehte Eichendrämel spalten, ist auch mit einer starken Hozspaltmaschine noch harte Knochenarbeit!
Übrigens: 60 Ster schönes Cheminée-Eichenholz zu verkaufen (50 €/Ster).
Wenn ich wüsste,…
… dass morgen die Welt untergeht, würde ich noch heute ein Apfelbäumchen pflanzen.
Nun, die Welt wird nicht untergehn und ich habe nicht ein Apfelbäumchen, sondern ein Nefles-Bäumchen gepflanzt.
Vielleicht erinnern Sie sich, mit einem pflanzenbaulichen Trick haben wir von unserem Nefles-Baum vor einem halben Jahr einen Setzling gezogen.
Heute sah das so aus:
Der Ast hat schöne Wurzeln gebildet…
Voilà, das geklonte Nefles-Bäumchen…
… auf dass es gedeihen möge bis ins nächste Jahrhundert!
Ortswechsel
Nach 9 Stunden Autofahrt, 922 km, begleitet von 6 Stunden Hörspiel „Ueli der Pächter“ von Jeremias Gotthelf, wieder auf den Feldern der Gascogne…
Getreide striegeln ist angesagt!
Direktzahlungen pro Betrieb begrenzen
Interview im Schweizer Bauer vom 4.12. 2013
Schweizer Bauer: Im Kanton Bern spannt die Lobag bei der Kulturlandinitiative mit den Grünen zusammen. In Ihren Augen haben es die Bauern nun endlich begriffen, oder?
Ruedi Baumann: Es ist ein Riesenfortschritt, dass die Lobag und vernünftige Kräfte aus der Landwirtschaft jetzt zusammenarbeiten. Früher war ja klar: Landwirtschaft gleich SVP. Die Grünen waren alle des Teufels. Da hat sich offenbar einiges verbessert.
Und was sagen Sie zu den nationalen Volksinitiativen?
Man kann doch nicht einfach in die Verfassung schreiben, dass man den Selbstversorgungsgrad halten will. Das ist ein Blödsinn– in einem Land, das jeden Liter Rohöl importieren muss. Und wenn schon, müssten alle verwendeten Futtermittel in der Schweiz produziert werden.
Also auf den Nettoselbstversorgungsgrad zielen?
Wenn schon, sicher. Für mich sind aber beide geplanten nationalen Initiativen eine reine Beschäftigung der Bauern. Mit schönen Initiativtexten wollen die SVP und der Bauernverband die Bauern bei Laune halten. Aber damit wird kein einziger Quadratmeter Boden vor dem Überbauen gerettet. Man müsste die Freiheit beim Landverkauf einschränken.
Inwiefern?
In Frankreich haben wir ein bäuerliches Bodenrecht, das greift. Klar, es hat sozialistische Züge, aber es führt zu guten Strukturen. Jeder Landverkauf muss öffentlich ausgeschrieben werden, und die Anstösser haben ein Vorkaufs- und Vorpachtrecht. Hat es mehrere Interessenten, entscheidet eine grosse, staatliche Kommission. Deshalb sind die landwirtschaftlichen Strukturen so viel besser und wettbewerbsfähiger als in der Schweiz. Auch unsere 70 ha in der Gascogne liegen auf einer einzigen Parzelle rund um unsere Gebäude. Was nützt ein 50ha-Betrieb, wenn er 50 einzelne Parzellen bewirtschaften muss? Eine einzige müsste er haben.
Das ganze Interview im heutigen Schweizer Bauer. Die Fragen stellte Daniel Salzmann
















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