Sikkation
Wissen Sie was Sikkation heisst? Nein, ich wusste es auch nicht.
Sikkation heisst Austrocknung und ist ein Verfahren zur „Abreifebeschleunigung“ in der Landwirtschaft. Dass mit chemischen Mittel die Kartoffelstauden vor der Ernte „abgebrannt“ werden ist mir bekannt. Dass aber ein ähnliches Verfahren im Getreidebau angewendet wird habe ich bisher nie gehört: Mit dem berühmten Glyphosat-Wirkstoff (bekannt unter dem Markennahmen Round-up) wird offenbar auch Getreide und Raps kurz vor der Ernte gespritzt, um allfällige grüne Unkräuter zu „verbrennen“, als „Erntebeschleuniger“ sozusagen!
Nachweise von Glyphosat in menschlichem Urin zeigen, dass dieses Herbizid in ganz Europa zur Hintergrundbelastung beim Menschen beiträgt. Dass aber das Pestizid trotzdem sogar noch kurz vor der Ernte angewendet wird finde ich ein Skandal!
Die regelmäßige Anwendung von Glyphosat zur Sikkation soll jetzt in Deutschland verboten werden, weil es immer noch eine „weit verbreitete Praxis“ sei…
Ich kann nur sagen: Höchste Zeit! Und das findet offenbar auch der deutsche Bund für Naturschutz: Beitrag auf Adi’s Agro-Blog
Flurbegehung
Der Weizen läuft sehr schön auf…
… auch da wo es steinig ist…
… und wenn es nicht weitere Niederschläge gibt, könnte ich in den nächsten Tagen gegen das Unkraut bzw. -gras striegeln!
Die Saat geht auf
Erstaunlich, nur knapp eine Woche nach der Saat haben die Getreidekeimlinge bereits eine Höhe von 3 cm! Das Chlorophyll (Blattgrün) leuchtet in der Herbstsonne. Der Ackerbauer staunt (immer wieder!) und freut sich!
Maschinenunterhalt
Die trockenen harten Böden des Südwestens beanspruchen die Bodenbearbeitungsgeräte enorm. Die gehärteten Scharen des Déchaumeurs muss ich jedes Jahr auswechseln.
Der Weizen keimt
Am Montag gesät und jetzt nach vier Tagen bereits so kräftig gekeimt: offenbar hat es noch genügend Feuchtigkeit im Boden und die immer noch sommerlichen Temperaturen (heute zum Beispiel 27°C!) fördern das Wachstum.
Höchste Zeit zum „blind striegeln“, weil sonst die Keimlinge beschädigt werden könnten!
Wer ernten will muss säen
Beim Säen ist höchste Konzentration gefordert, weil Fehler oder Unaufmerksamkeiten einem beim Auflaufen der Saat bis zur Ernte tagtäglich ärgern können. Lücken oder andere Ungenauigkeiten bleiben lange für jedermann sichtbar…
In den letzten zwei Tagen habe ich 20 Hektaren Winterweizen gesät und akribisch darauf geachtet, dass alles klappt. Angefangen bei der Saatbettvorbereitung: nicht zu fein und nicht zu grob. Saatgutbeschaffung von einem Bioproduzenten in portionierten Bigbags. Transport und Handling organisieren. Vorbereitung und Einstellung der pneumatischen Sämaschine.
Saatmenge 200 kg/ha (hängt von Tausendkorngewicht ab), Saattiefe, Spurmacher usw. usf.
Alles hat soweit gut geklappt und ich bin gespannt auf das Keimen der Saatkörner. Jedenfalls ist die Erleichterung immens nach der langen Tag- und Nachtarbeit!
Nach vier Tagen erfolgt das „blind striegeln“ zur ersten Unkrautbekämpfung und dann nach dem Bestocken weitere Durchgänge mit dem „Hatzenbichler“. Als Düngung muss die Vorfrucht (Fèveroles-Bohnen mit Knöllchenbakterien als Stickstofflieferant) genügen. Fungizide und Herbizide sind selbstverständlich im Biolandbau nicht zugelassen.
Unkrautkuren vor der Saat
Der Hackstriegel (Hatzenbichler) leistet gute Dienste und ist mit 12 Meter Arbeitsbreite sehr leistungsfähig (7 ha pro Stunde).
Saatgut
Vier Tonnen Bio-Saatgut steht bereit für die nächste Aussaat. 20 Hektaren Weizen (Astardo) soll damit angesät werden.
Die Bauern im Departement Gers sind inzwischen die wichtigsten Biogetreideproduzenten Frankreichs. Und trotzdem muss immer noch Biogetreide importiert werden, während konventionelle Ware exportiert wird.























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