Französische Revolution?
Französische Revolution?
Unsere Auswanderer-Kolumne im heutigen Bieler Tagblatt

Die Schonfrist für den neuen französischen Präsidenten ist vorbei. Nach der sensationellen Präsidenten- und insbesondere Parlamentswahl hat die schwierige und mühsame Regierungsarbeit schon lange begonnen. Und wie zu erwarten war rasseln die Umfragewerte auf der Beliebtheitsskala in den Keller.
Man muss sich das einmal vorstellen, ein 39jähriger Jungspund gründet eine neue Bewegung („En marche“), erobert gegen alle politischen Schwergewichte der staatstragenden Parteien das Präsidentenamt und anschliessend gleich noch eine satte Mehrheit im französischen Parlament!
Er verspricht eine „moralisation“ der politischen Arbeit und setzt seine Versprechen auch gleich um:
- Ende der Doppelmandate für Parlamentarier (cumul des mandats)
- Amtszeitbeschränkung auf drei Wahlperioden (15 Jahre)
- Offenlegung der persönlichen finanziellen Verhältnisse des Politpersonals usw.
Man kommt nicht umhin, sich eine ähnliche Frühlingsputzete auch für das eidgenössische Parlament zu wünschen: Abwahl aller Sesselkleber, Verbot oder zumindest Offenlgung aller Verwaltungsratshonorare und Lobbyistenentschädigungen, Transparenz in der Parteienfinanzierung usw.
Wir wissen, in Frankreich warten gewichtige Gesetzgebungsarbeiten, angefangen beim viel geschmähten „code du travail“ bis hin zur Reform des Rentensystems. Und man wird es dem neuen Präsidenten nicht leicht machen: Alle die etwas verlieren, wollen demonstrativ auf die Strasse gehen: die Gewerkschaften, die Studenten, die „Maires de France“ und die Bauern. Dies aber wohlverstanden erst nach den wohlverdienten Ferienwochen.
Präsident Emmanuel Macron hat aussenpolitisch bisher gute Figur gemacht. Er hat die Wichtigkeit der Europäischen Union wieder ins Zentrum gerückt, er hat dem amerikanischen Präsidenten klipp und klar gesagt, dass nicht America first sondern mit dem Klimaabkommen und den Menschenrechten unser ganzer Planet und die internationale Solidarität Priorität haben müssen.
Wir können nur hoffen, dass die neue französische Revolution erfolgreich sein wird und vielleicht sogar etwas auf die Schweiz abfärbt! Schliesslich war es vor mehr als 200 Jahren die französische Revolution und Napoleon die uns vom Joch der gnädigen Herren befreit haben!
Ruedi und Stephanie Baumann
Christus kam nur bis Eboli
Man kann ja auch manchmal alte Bücher (wieder) lesen:
Christus kam nur bis Eboli ist der autobiographische Bericht von Carlo Levi über die Zeit seiner Verbannung nach Grassano und Aliano in der süditalienischen Region Lucania.
Der Roman erschien 1945 und machte den Autor weltberühmt. Generationen von Gymnasiasten erfuhren mit dem Buch (und später mit dem Film (1979)) viel über die Zeit des Faschismus, über die Armut und die Nord-Süd-Problematik in Italien.
https://www.nzz.ch/article8JRR5-1.442855
Biel/Bienne, Zukunftsstadt
Wenn wir schon regelmässig im Bieler Tagblatt unsere Auswandererkolumnen publizieren dürfen, dann gehört ein Stadtbummel in Biel auch regelmässig zu unserem CH-Besuch. Die Schüss (Suze) wird im oberen Teil zur Zeit renaturiert und es entsteht eine schöne Parklandschaft…

Daneben baut Swatch einen architektonisch interessanten neuen Firmensitz…

Auch hier: Holz ist wieder in!

Eine Stadtwanderung in Biel lohnt sich alleweil!
Koala
Den Roman „Koala“ von Lukas Bärfuss habe ich erst jetzt gelesen (ich warte jeweils auf die Taschenbuch oder E-Reader Ausgabe) und bin ziemlich verwirrt. Das meint die NZZ:
https://www.nzz.ch/ein-gruendlich-erklaertes-requiem-1.18256715




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