Orchideen / Orchidée de Traversères
Nach drei Jahren Pause blüht sie endlich wieder: l’Orchidée de Traversères:

Erstmals entdeckt 2009, 2011 publiziert und aufgenommen im International Plant Names Index als xSerapicamptis traverseriana S. Baumann.
Seither blühten jedes Jahr ein bis maximal sieben Exemplare dieser seltenen Orchidee in unsern Wiesen. Danach blieb die Suche drei Jahre lang ohne Erfolg. Wegen Trockenheit? Oder hatte sie sich zu gut versteckt im Maigras? Auf jeden Fall ist es ohnehin ein Zufall, wenn überhaupt so eine Orchidee entstehen kann, handelt es sich doch um einen nicht fortpflanzungsfähigen Hybrid zwischen den zwei Gattungen Anacamptis und Serapias, welche nicht den gleichen Bestäuber haben. Für die Geburt einer Orchidee von Traversères braucht es also jedes Mal ein kleines Insekt, das sich verirrt. Oder wir könnten jeweils im Mai mit einem Pinselchen die Pollen von einem Pflugschar-Zungenstendel auf eine Pyramiden-Hundswurz übertragen und hoffen, dass es irgendwann klappt. Denn von der erfolgreichen Bestäubung bis zur blühfähigen Pflanze dauert es einige Jahre. Wir überlassen das lieber weiterhin der Natur!
Die Eltern der Orchidee von Traversères blühen übrigens zurzeit zu Hunderten in unsern Wiesen Anacamptis pyramidalis (Pyramiden-Hundswurz) und Serapias vomeracea (Pflugschar-Zungenstendel)

Und hier noch mal ihr Baby:


Bioweizen

So sieht heute mein Getreideacker aus: der Weizen blüht, die Mohnblumen auch

Der Bauer beim Blacke stäche…
Europawahlen in der France profonde
Nicht weniger als 34 landesweiten Listen stehen übernächsten Sonntag in Frankreich zur Auswahl, um die 79 Abgeordnete ins EU-Parlament zu wählen. Dank der Sperrklausel von 5 % werden es wahrscheinlich nur etwa 6 bis 8 Parteien schaffen, ein oder mehrere Mandate zu erobern. Da nicht wie in der Schweiz kumuliert und panaschiert werden kann, werden die einzelnen Listen stark durch die jeweiligen Spitzenkandidaten geprägt. Allerdings sind in der französischen Provinz selbst die jeweiligen Spitzenkandidaten wenig bekannt. Also gar nicht so einfach, sich in ländlichen Regionen eine Übersicht zu verschaffen.
Stellvertretend für die Eurodéputées stehen dann notgedrungen die viel bekannteren nationalen Politgrössen im Vordergrund, obwohl die ja gar nicht zur Wahl stehen.
Präsident Macron steht für La République en marche (LREM) und seine europafreundliche Liste heisst „Renaissance“ mit der Spitzenkandidatin Nathalie Loiseau.
Die Grünen (EELV) sind leider nicht so im Aufwind wie in der Schweiz und Deutschland und zudem auf verschiedenen Listen präsent. Die Sondages gehen von 7 bis 10% aus.
Bei den letzten EU-Wahlen 2014 war der EU-feindliche, rechtspopulistische Front National (jetzt Rassemblement National) stärkste Partei. Obschon ihre „Leistungen“ in Brüssel desaströs waren, ist zu fürchten, dass die LePenisten wiederum um die 20% erreichen, gleichauf mit der Liste Macron.
Die früher staatstragenden Parteien (Sozialisten und bürgerliche Republikaner) sind sehr geschwächt und dürften nur noch 5 bis 13% der Stimmen erreichen.
Die Gelbwesten (Gilet jaunes) sind heillos zerstritten und treten offenbar mit drei chancenlosen konkurrierenden Listen an.

Jede noch so kleine Gemeinde muss für jede der 34 Listen eine identische Plakatfläche zur Verfügung stellen. Wie man sieht, ist offenbar nicht jede Partei in der Lage (oder Willens) für 50 StimmbürgerInnen einen Aushang zu finanzieren. Ein Teil der Wahlkampfaufwendungen werden meines Wissens nur dann zurückerstattet, wenn 3% WählerInnenanteil erreicht wird….

https://de.wikipedia.org/wiki/Europawahl_in_Frankreich_2019

Castéra-Verduzan
Castéra-Verduzan ist eine Gemeinde in der Gascogne in einer sehr ländlichen Umgebung mit vielen schönen Wanderwegen. So mag ich Frankreich!



Auch den Freilandschweinen (porc noir gascon) ist es hier offensichtlich wohl:
Wissen Sie, was ein Pflugschar-Zungenstendel ist?
Ja, es ist eine wilde Orchidee auf unserer Naturwiese…

Serapias vomeracea (Pflugschar-Zungenstendel)

Platanthera chloranta (grünliche Waldhyazinthe)

Ophrys apifera (Bienenragwurz) Schon wieder etwas gelernt!
Heuverkauf
Endlich konnte ich mit drei Lastwagen mein Naturwiesenheu verkaufen, noch gerade rechtzeitig vor dem neuen Heuet…


Blödsinn
Gerade das Ende der Schweizer Landwirtschaft prognostiziert der Schweizerische Bauernverband, falls die Trinkwasserinitiative angenommen würde! Dabei stützt er sich auf ein selber bestelltes „Gutachten“ von einigen Studenten von dem landwirtschaftlichen Technikum in Zollikofen (HAFL).
Eine vernünftige landwirtschaftliche Produktion sei schlichtweg ohne Pestizide, Antibiotika und massiven Futterzukäufen aus dem Ausland nicht möglich, behaupten die Mannen aus Brugg.
So ein Blödsinn! Grosse und kleine Biobetriebe beweisen seit Jahrzehnten im In- und Ausland, dass es auch ohne Zerstörung der Umwelt geht! Der Biodiversitätsbericht verlangt ja gerade zwingend, dass das schweizerische Direktzahlungssystem korrigiert werden muss um die Artenvielfalt zu erhalten!
Viele würden dann halt auf Direktzahlungen verzichten und weitermachen wie bisher oder sogar noch intensivieren, drohen die Bauernoberen! Ob das bei den Schweizer StimmbürgerInnen ankommen wir?
Michelle Obama

Die Autobiografie der früheren First Lady ist eine schonungslose Selbstkritik mit der sie ihr bisheriges Leben überprüft. becoming-michelle-obama-biographie
Eine Chronik der vielen Jahre, aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen in einem schwarzen Quartier in Chicago, ihre Familie mit der großartigen Mutter und dem kranken Vater, ihr Ehrgeiz immer bei den Besten zu sein und immer wieder die Frage: „Bin ich gut genug?“ Aber auch Glücksgefühle, Selbstironie, all die Probleme einer berufstätigen Mutter, der schwarzen Familien. Miche, die Powerfrau, der Kontrollfreak, die Planerin und daneben der legere Barack, politisches Ausnahmetalent, Vielleser, brillanter Redner. Die Wahlkämpfe, die Geschehnisse die die junge Familie schlussendlich ins Weisse Haus spülen. Ihre Bemühungen, ihren Töchtern auch hinter Panzerglas und umgeben von Sicherheitsagenten ein einigermassen normales Aufwachsen zu ermöglichen.
Eine grossartige Autobiografie, gut zu lesen, witzig, nie überheblich. Für uns Normalsterbliche bleibt die grosse Frage: Wie kann das amerikanische Volk nach diesen hervorragenden acht Obama-Jahren einen Rüpel wie Donald Trump als Präsidenten wählen?

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