Gewölle einer Eule
Wissen sie was ein Gewölle ist? Wie (fast) immer hilft Wikipedia weiter. Ein Gewölle ist ein Speiballen und für uns ein sicheres Zeichen dafür, dass seit einigen Wochen wieder eine Schleiereule in unserer Scheune haust. Vielleicht erinnern sie sich an den Beitrag Tod einer Schleiereule über den ich vor mehr als zwei Jahren berichtet habe. Seither ist glücklicherweise keine Eule mehr in unserem Tränkebecken ertrunken (Dank den wertvollen Tips von Kennern).
Zurück zu den Gewöllen: zahlreich liegen sie unter dem Sitzbalken der Eule. Wenn man sie aufbricht kommen ganze Mäuseskelette zum Vorschein!
Mäuse haben es bei uns nicht einfach…
Überschwemmung…
Starke Regenfälle in der letzten Nacht haben dazu geführt, dass unsere sonst häufig trockenen Bächlein (Ruisseau de la Ouaitte und Ruisseau d’Embarrut) plötzlich viel Wasser führen und das angrenzende Kulturland teilweise überschwemmt haben. Ärgerlich, weil die gesäten Bohnen gerade gekeimt haben und nun stellenweise abgeschwemmt wurden. Ich habe mich den ganzen Tag bemüht, Gräben zu schaufeln um Wasser um- und abzuleiten. Hard work! Das isch haut buuret!
Besuch aus Paris
Ruedi Mäder, Frankreichkorrespondent von Radio DRS hat uns auf unserer Ferme besucht.
Seine Reportage im Zusammenhang mit der heutigen schweizerischen Landwirtschaftsdebatte im Bundeshaus können Sie hier hören.
Die EU-Landwirtschaftspolitik ist besser als ihr Ruf (in der Schweiz)!
Der EU-Bauer an der Arbeit.
Der Himmel über der Schweiz…
Der Himmel über der Schweiz… ist offenbar doch nicht so weit und offen wie ich gedacht und gehofft habe. Die Abstimmung über die Minarett-Verbots-Initiative ist wahrlich kein Ruhmesblatt für ein Land, das sich bisher immer als weltoffen, den Menschenrechten und der Humanität verpflichtet, gesehen hat.
Wohlverstanden, ich habe nichts übrig für missionierende Gottesanbeter jeglicher Couleur. Ich kann mit religiösen Ritualen nichts, aber auch gar nichts anfangen, unabhängig davon, ob die nun von Moslems, Christen, Juden, Buddisten, Freikirchlern, oder irgendwelchen Sekten praktiziert werden.
Frömmlerisches Getue ist mir zutiefst zuwider.
Ich bin selber konfessionslos, aber fest überzeugt, dass die Religionsfreiheit zu den demokratischen Grundrechten gehört und nur eingeschränkt werden soll, wenn Freiheits- und Menschenrechte verletzt werden. Ein Minarett verletzt kein Menschenrecht.
Ich wünschte mir, dass auch in der Schweiz eine klare Trennung von Kirche und Staat in der Gesetzgebung verankert und der liebe Gott aus der Verfassung gestrichen würde.
Ich bin einverstanden, dass man religiöse Kopftücher und Kruzifixe in französischen Schulen verbietet und alle zum Schwimmunterricht verpflichtet und hoffe, dass das in der Schweiz gleich praktiziert wird..
Wenn man aus dem Urnengang vom letzten Sonntag etwas lernen kann, dann dies:
Wenn Menschenrechtsfragen auf dem Spiel stehen, darf man das Feld nicht nur den Scharfmachern und Demagogen überlassen und wenn Begehren Völkerrecht verletzen, dann sollten Initianten vor der Volksabstimmung angehalten werden, ihren Text völkerrechtskonform auszugestalten.
Vielleicht trägt der verunglückte Urnengang auch dazu bei, das künftig gewisse Schweizerinnen und Schweizer ihre „älteste Demokratie der Welt (?)“ nicht mehr so selbstgefällig und grenzenlos verklären wie das bisher der Fall war… Die Schweiz ist ein ganz gewöhnliches (egoistisches) Land, mit Schwächen und Stärken und einem Tolggen im Reinheft.
Ein Gespenst geht um in der Schweiz, das Gespenst heisst Populismus!
Pauvre Suisse…
Das Schweizer Volk hat mit 57% Ja gesagt zu einer menschenrechtswidrigen, rassistischen Initiative, lanciert von populistischen, rechtsextremen, religös-nationalistischen Scharfmachern.
Stellvertretend eine Reaktion eines französischen „Le Monde“-Lesers zur Annahme der Anti-Minarett-Initiative :
„Alors on fait quoi ? On ferme nos frontières avec la Suisse, on expulse les diplomates helvètes et on interdit la présence de ses banques sur notre sol. Ce serait une juste réponse à ce pays qui pratique le racisme, la vente d’arme, le détournement de fond et l’intégrisme religieux de manière systématique, tout ça en se drapant dans une pseudo-neutralité qui n’est en fait qu’une vraie compromission. Le pire, c’est qu’ils risquent de faire tâche d’huile“
Wahrlich kein guter Tag für die Schweiz!
Kommentar auf Spiegel-Online:
(–) Das Votum wird zweifellos das Bild der Schweiz in der Welt verändern. Das Land, das sich gerne als neutrale Hüterin der Menschenrechte sieht, das Land, in dem das Rote Kreuz gegründet wurde und die Genfer Konvention beschlossen wurde – dieses vermeintliche demokratische Musterland missachtet das Menschenrecht der freien Religionsausübung und diskriminiert eine einzelne Religionsgruppe, die Muslime.
Das Verbot wird folgenschwere Auswirkungen haben – es wird nicht die Integrationsprobleme in der Schweiz beseitigen, aber es wird die Schweiz international vor große Probleme stellen. Die Schweizer Banken und die Schweizer Wirtschaft, die mit der ganzen Welt, auch mit der arabischen Welt, eng verflochten sind, werden darunter zu leiden haben – und womöglich auch der Tourismus. Es wird die Schweiz für muslimische Länder auch in ihrer Glaubwürdigkeit als Vermittlerin beschädigen, sei es als diplomatische Vertreterin der USA in Iran oder im Konflikt zwischen Armenien und der Türkei. Und schließlich wird es das Verhältnis der Schweizer zu ihren Muslimen massiv belasten – und erst recht jene Abkapselung vom Rest der Gesellschaft fördern, gegen die die Initiative angeblich gerichtet war.
Für die Schweiz ist das auch deswegen bedauerlich, weil sie im vergangenen Jahr schon viel von ihrer Strahlkraft verloren hat: Die großen Wirtschaftsmächte der Welt attackierten sie, weil sie Steuerflüchtlinge schützt, und die Regierung musste das mythische Bankgeheimnis in weiten Teilen opfern. Ihre größte Bank, die UBS, geriet wegen der Finanzkrise und wegen illegaler Aktivitäten an den Rand des Zusammenbruchs. Auch die Verhaftung des Starregisseurs Roman Polanski in Zürich bescherte ihr unliebsame Publizität. Dass ihre Bürger nun eine Religion völkerrechtswidrig diskriminieren, beschädigt ihren Ruf weiter. (–)
LGV Bordeaux – Toulouse
Die Schweiz ist wesentlich näher bei Paris als der Südwesten Frankreichs. Das hat Vor- und Nachteile (on n’est pas à Paris ici…). Die Zugreise Toulouse-Paris dauert zur Zeit 5 h 17.
Das soll sich nun ändern. Die Pläne für den Bau einer neuen LGV-Strecke (line grande vitesse) Bordeaux – Toulouse nehmen langsam Formen an. Die Strecke misst rund 200 km und wird die Städte Agen und Montauban anschliessen. Offen ist noch, ob der neue TGV auf neuen Stationen „auf freiem Feld“ halt machen soll, oder ob er durch die bestehenden Bahnhöfe geschleust wird.
Die Linienführung umfasst zur Zeit noch mehrere Varianten in einem etwa 500 m breiten Korridor. Zurzeit sind umfangreiche Konsultationsverfahren bei der örtlichen Bevölkerung im Gange wie gestern die Regionalzeitung „La Dépèche du Midi“ berichtet hat.
Im Jahre 2020 soll die neue Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecke (360km/h) eröffnet werden. Paris wird dannzumal innert drei Stunden erreicht werden können. Im Tal der Garonne werden im Laufe des nächsten Jahrzehnts umfangreiche Bauarbeiten notwendig werden.
Noch keine Winterruhe
Wahrscheinlich ist das milde Herbstwetter dafür verantwortlich, dass sich unsere zahlreichen Laubfrösche noch nicht zur Winterruhe begeben haben. Jeden Abend vollführen sie ihre Kletterkünste an unseren Stuben- Küchenfenstern. Schöne Tiere!
Pferde stehlen
Mein Lesetip für Leute „die die tatsächlichen Verrichtungen arbeitender Menschen im ländlichen Raum“ schätzen: Der Roman „Pferde stehlen“ von Per Petterson hat mich begeistert.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.04.2006:
Christoph Bartmann ist ergriffen: „Eindringlicher als Per Petterson kann man von Leuten in ihrer Landschaft nicht erzählen“, so lautet das kritische Fazit seiner mit Heideggerschen Untertönen versehenen Rezension. In der Sprache Pettersons sei die „Weite“, „Härte“, „Schönheit“ und „Gleichgültigkeit“ der norwegischen Natur eingefangen, so der Rezensent, und in der Umsetzung bedeutet das, dass Pettersons Sprache eine „rhythmische, frei atmende, manchmal wehmütige und fast schmerzhaft konkrete Sprache“ ist. Erzählt wird in dieser Sprache vom alten Trond, 67, der sich, an den Ort seiner Kindheit zurückgekehrt, an die Ereignisse der Kriegszeit erinnert: Wie sein Vater ein Verhältnis hatte mit der Nachbarsfrau, wie die beiden gemeinsam im Untergrund gegen die nationalsozialistischen Besatzer operierten, wie der eine Sohn der Nachbarn aus Versehen den anderen erschoss. Von solcher Zeit von „Idyll und Drama“ erzählt Petterson „zutiefst und willentlich unwitzig, ja sogar ideenarm“, wie Bartmann feststellt. Denn anstatt sich, wie die modernen Medien, in der Darstellung von Ideen zu verstricken, erzählt der norwegische Autor lieber „von den tatsächlichen Verrichtungen arbeitender Menschen im ländlichen Raum“. Das sei selten, und also, folgert Bartmann, sei es poetisch. Den geschilderten Ereignissen eigne eine ganz eigene Evidenz, „so ruhig und so leuchtend“ komme das alles daher.
Teiche – Mares
Zwei Techniker von der ADASEA haben uns heute beraten, wie mit den Feuchtgebieten und kleinen Teichen auf unserem Hof umzugehen ist. Leider werden auch hier immer noch kleine Tümpel aufgefüllt und als Bewirtschaftungshindernis weggeräumt. Wir haben drei Teiche auf unserem Hof, die wir selbstverständlich im Interesse einer vielseitigen Flora und Fauna erhalten wollen. Damit sie nicht verlanden, müssen wir von Zeit zu Zeit das Schilf entfernen.
Les mares: un potentiel écologique et économique…
un écosystème original crée par l’homme…
élément remarquable du patrimoine local…
au multiples fonctions…
mais fragile et menacé!












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