AUSWANDERERBLOG

Heuet

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Juni 24, 2011

30 ha Heu am Boden…

… 20 Stunden mähen!

Orchideenheu

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Juni 23, 2011

Heuen und emden von früh bis spät!

Unterschiedliche Schwerpunkte

Posted in Politik by ruedibaumann on Juni 22, 2011

Hin und wieder vergleiche ich im Fernsehen die Schweizer Tagesschau mit dem Journal auf TF1 oder France 2. Auffallend ist, wie unterschiedlich die Schwerpunkte gesetzt werden. Auf den französischen TV-Kanälen werden Unglück und Verbrechen landesweit an erster Stelle gebracht. Ein vermisstes Kind beschäftigt sofort die ganze Fernsehnation. Zudem haben Gerichtsverhandlungen einen viel höheren Stellenwert als in der Schweiz. Dafür scheinen mir die Auslandmeldungen der französischen Sender viel sachlicher und nüchterner als als bei SF1.

Beispiel Frankenteuerung/Euroschwäche
Auffallend ist, wie die Schweizer Fernsehanstalten seit Wochen mit einer zerbrochenen Euromünze im Logo und dramatischen Formulierungen den Wertzerfall des Euro und den baldigen Zusammenbruch des ganzen Euroraums thematisieren. In französischen Medien habe ich noch nie etwas von Euroschwäche gesehen oder gelesen. Der Euro-Kurs ist gegenüber dem Dollar sogar noch gestiegen! Der Euro ist eine Erfolgsgeschichte und wenn die Schweiz als Fluchthafen für Währungsspekulanten zunehmend Probleme mit ihrem starken Franken hat ist das nicht unser Problem sagen sich die Franzosen. Euroschwäche: nie gehört, und in Griechenland wird man die Probleme schon irgendwie in den Griff bekommen…

Beispiel Börse
In den Schweizer Medien sind Börsenkurse allgegenwärtig. Das Schweizer Fernsehen bringt Börsennachrichten und Kursverlauf ausführlich und an bester Sendezeit als würden die Schweizerinnen und Schweizer nicht mehr von ihrer produktiven Arbeit sondern nur noch von ihren Zinsen, Börsentransaktionen und Dividenden leben. Die Stimmung der Nation steigt und fällt mit dem Kurs der Novartis- und UBS-Aktie!
Ganz anders in Frankreich: Börsenkurse, das mag etwas sein für die Pariser Schickeria aber doch nicht für den Normalverdiener. Wichtig ist hier der SMIC (staatlich garantierter Mindestlohn), die vier Wochen bezahlter Sommerferien und die prime d’impot bei Gebäuderenovationen… Uns Franzosen interessiert der Brot- Gemüse- und Benzinpreis, aber doch nicht der Aktienkurs der Börse!

Beispiel Wetterprognose
Im Hinblick auf Ernte- Heu- und Emdwetter hier wie dort das Wichtigste: gute Aussichten für die nächsten Tage!

Rehbock

Posted in Von Tag zu Tag by ruedibaumann on Juni 21, 2011

Wir begegnen ihnen täglich und wenn sie sich nicht gerade an unserem Gemüsegarten oder Rebberg gütlich tun sind sie willkommen…

Fête des foins

Posted in Patrimoine et architectures by ruedibaumann on Juni 20, 2011

Während man in der Schweiz Jodler-, Schwing-, Trachten und Musikfeste feiert, so stehen hier im ländlichen Frankreich landwirtschaftliche Produkte Pate für die dörflichen Festfreuden. Es gibt rurale Festivitäten für das Getreide (moisson à l’ancienne), für den Mais, für den Knoblauch (!), für die Melonen, die Enten und Gänse (Fois gras), die Wildschweine (sanglier à la broche) und natürlich für den Wein!

Gestern fand in Simorre „La Fête des Foins“ statt, einschliesslich einem repas poule au pot (18 €), d‘ outils d’autrefois, des plantes anciennes und natürlich mit demonstrations de recolte de foin!

Alte und uralte Traktoren, mähen mit der Sense…

… die ersten Mechanisierungsschritte mit ochsengezogenem Heulader…

… dem bekannten Heuzetter (Tinguely-Museum!)…

… diversen antiken Mähmaschinen in vollem Einsatz…

..mit eisenbereiften Traktoren bis hin zu modernsten Hochdruckpressen.

Nostalgie pur für alte Bäuerinnen und Bauern! So war das bei uns vor 50 Jahren!

Paysanne und paysan française mit Migrationshintergrund

Posted in Von Tag zu Tag by ruedibaumann on Juni 18, 2011

Nächste Woche feiern wir unser Zehn-Jahres-Jubiläum in Frankreich! Zehn gute, schöne, arbeitsreiche, erholsame, anstrengende, spannende, lehrreiche und einzigartige Jahre in der France profonde! Wir bedanken uns herzlich bei Land und Leuten! Vive la France!


Foto Oliver Lang

„Es war spätabends und entsprechend finster in dieser gottverlassenen Gegend, als wir am 21. Juni 2001 hier ankamen. Wie abgemacht, lag der Hausschlüssel unter einem Stein neben dem Haupteingang des Maison du Maitre, aber wir hatten weder Strom noch Wasser und auch das Telefon funktionierte nicht. So biwakierten wir in unserm neuen unmöblierten Heim bei Kerzenlicht auf dem Fussboden, das Wasser holten wir aus dem nahen Senkbrunnen und zur nächsten Telefonkabine fuhren wir meilenweit. In den ersten Wochen war aufräumen, reparieren, entsorgen, einkaufen und anstreichen angesagt. Daneben knüpften wir erste Kontakte zu den Bauernfamilien in der Gegend. Unsere Gemeinde zählt nur 65 Einwohner, die nächsten Nachbarn sind eineinhalb Kilometer entfernt. Wir stellten uns beim Maire vor und schlugen uns mit der französischen Administration, mit der Electricité de France und der France Telecom herum. Einen Traktor und Maschinen haben wir gemietet, bis wir nach und nach das Nötige anschafften.
Während vier Jahren hatten wir etwa 30 Betriebe besucht, bis wir hier in der France profonde den passenden gefunden haben. Unser Hof liegt in der Gascogne, 100 km westlich von Toulouse, im Midi-Pyreneé, Departement Gers. Die hügelige Region gilt als Abwanderungsgebiet und ist am dünnsten besiedelt von ganz Frankreich. Die Böden sind hart und steinig, kalk- und tonreich und oft sehr trocken. Unser Hof umfasst eine landwirtschaftliche Nutzfläche von 70 ha, alles an einem Stück, mit alten aber charaktervollen Gebäuden. Die früheren Besitzer waren sogenannte Pieds noirs, die 1963 von Algerien hierher kamen. In den letzten 10 Jahren war der Betrieb mit Hilfe von EU-Subventionen stillgelegt. Einerseits ideal für uns, weil wir ab dem ersten Tag mit biologischem Landbau beginnen konnten, andererseits waren Hof und Felder stark vernachlässigt und verbuscht. Aber was gibt es schöneres als etwas wieder instand zu stellen, Böden zu rekultivieren, zu säen und zu ernten und das alles in einer landschaftlich zauberhaften Gegend. Inzwischen haben wir am Wohnhaus das Dach saniert, eine Heizung eingerichtet, die Wasserversorgung erneuert und alle Zimmer gestrichen. Auf einem alten Stall haben wir eine Photovoltaikanlage eingerichtet und produzieren damit grünen Strom, den wir ins öffentliche Stromnetz einspeisen. Auf 40 ha Acker gediehen in den letzten Jahren Sonnenblumen, Brot- und Futtergetreide, Luzerne und Févéroles (Bohnen). Wir haben Drainagerohre eingelegt und Bachläufe saniert, einen kleinen Rebberg und einen Garten mit Gewächshaus angelegt.
Die notwendigen grossen landwirtschaftlichen Maschinen haben wir ganz am Anfang gemietet, weil auf dem Hof kein brauchbares Material mehr vorhanden war. Inzwischen haben wir die wichtigsten Maschinen, Bodenbearbeitungsgeräte, Saat- und Mähapparate, Schaufelbagger und Frontlader usw. nach und nach angeschafft. Nicht ohne vorher alle Maschinenausstellungen in der Region besucht und intensiv mit den Maschinenhändlern verhandelt zu haben. Einen neuen, topmodernen 120-PS Massey-Ferguson Traktor haben wir uns Ende des ersten Betriebsjahres zu Weihnachten geleistet. Stephanie und ich bewirtschaften den Hof allein mit gelegentlicher Mithilfe unserer Söhne aus der Schweiz.
Weil wir nicht grossflächig bewässern können, sind die Erträge nur etwa halb so hoch wie in der Schweiz. Der Absatz der Bioprodukte erfolgt über landwirtschaftliche Genossenschaften, allerdings zu Marktpreisen die zwei- bis dreimal tiefer liegen als in der Schweiz. Auf den Naturwiesen- und Weideflächen produzieren wir Oekoheu für den Verkauf oder bestossen sie kurzfristig mit den Mutterkühen unseres Nachbarn. Die Orchideenvielfalt auf diesen ungedüngten Wiesen ist einzigartig und inzwischen bei vielen Orchideenliebhabern in ganz Frankreich bekannt.“

Laubarbeiten

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Juni 17, 2011

Die Laubarbeiten im Rebberg haben alle ein gemeinsames Ziel: Sie schaffen gute Bedingungen für gesundes und qualitativ hochwertiges Traubengut. Rasches abtrocknen der Blätter und Trauben nach Niederschlägen lässt den Sporen von Pilzkrankheiten weniger Chancen zum keimen und schützt die Rebe somit gegen Befall.

Um die gute Durchlüftung zu gewährleisten habe ich zwischen den Rebenreihen auch viel mehr Abstand gewählt als sonst üblich, aber auch, damit ich mit dem breiten Traktor inkl. Broyeur durch die Reihen fahren kann.

Aber was nützen all‘ die pflanzenbaulichen Bemühungen, wenn der Wein trotzdem nicht so ist, wie ich mir das gewünscht habe. Aber dazu ein andermal mehr.

Mehr zum Thema Reben auf diesem Blog.

Tauben fliegen auf

Posted in Diverses by ruedibaumann on Juni 16, 2011

Melinda Nadj Abonji hat letztes Jahr den schweizerischen und den deutschen Buchpreis gewonnen. Sehr zurecht wie ich meine. Ihr autobiografisch geprägter Roman Tauben fliegen auf erzählt die Geschichte einer Emigrantenfamilie aus der ungarisch serbischen Vojvodina in die Schweiz der achziger Jahre.
Es ist ein schwieriger Anpassungsprozess, den die Familie in der Schweiz durchmacht, hin- und hergerissen zwischen alter und neuer „Heimat“. Hochzeiten und Tod rufen sie jedesmal wieder zurück, dorthin wo Mamika und all die anderen Verwandten leben, solange sie leben.

„Als wir nun endlich mit unserem amerikanischen Wagen einfahren, einem tiefbraunen Chevrolet, schokoladenfarben, könnte man sagen, brennt die Sonne unbarmherzig auf die Kleinstadt, hat die Sonne die Schatten der Häuser und Bäume beinahe restlos aufgefressen, zur Mittagszeit also fahren wir ein, recken unsere Hälse, um zu sehen, ob alles noch da ist, ob alles noch so ist wie im letzten Sommer.“

Ein wunderbares Buch! Unbedingt lesen!

Die Geschichte eines Sommers…

Posted in Orchideen by ruedibaumann on Juni 15, 2011

Pfingst(montag)marsch

Posted in Patrimoine et architectures by ruedibaumann on Juni 14, 2011

Die Gascogne ist ein Wanderwunderland. Kirchen, Schlösser, Fermes, Pigeonniers auf Schritt und Tritt. Patrimoine, douce France, Getreide-, Raps- und Sonnenblumenfelder…

Kirche von Monaut-les-Créneaux

Die Getreideernte beginnt…

Château Tournemire