Bottled Life
Peinlich, peinlich wie der Néstle-Chef Brabeck und sein Mediensprecher Rudolf Ramsauer ihr dreckiges Geschäft rechtfertigen wollen: Wasser als öffentliches Gut sei eine „extreme Ansicht“ gewisser NGOs und das Problem sei der Wasserverbrauch in der Landwirtschaft. Einverstanden, der Wasserverbrauch bei gewissen landwirtschaftlichen Produktionsformen ist viel zu hoch, namentlich wenn die Landwirtschaft für den Nahrungsmittelkonzern Nestlé produziert…
Solothurner Filmtage
Aus dem Berner Filmschaffen:
Messies – Ein schönes Chaos
(ganz so schlimm ist es bei mir noch nicht…)
Was macht eigentlich…
Simon Widmer im Bieler Tagblatt über Ruedi Baumann:
„Politische Ämter reizen mich nicht mehr“
Präsident der Grünen Partei, EU-Befürworter und AKW-Gegner der ersten Stunde. Der Seeländer Ruedi Baumann war einer der profiliertesten Köpfe der politischen Schweiz. Seit 2001 lebt er mit seiner Frau in einem Dorf im Südwesten Frankreichs, wo er sein Glück gefunden hat.
Obwohl er unterdessen an die 1000 Kilometer vom Seeland entfernt lebt, besucht Ruedi Baumann sein Heimatdorf Suberg drei bis vier Mal pro Jahr. Auch diesen Januar steht der Peugeot mit dem französischen Nummernschild vor dem Bauernhof Inselmatt, den Baumann Jahre lang selber bewirtschaftet hat. „Ich komme gerne zurück“, sagt Baumann, der mit seiner linksgrünen Politik für viele Schweizer Bauern jahrelang ein rotes Tuch war. Trotzdem oder gerade deshalb war Baumann jahrelang ein einflussreicher Kopf in der Schweizer Politik. 1991 wurde er in den Nationalrat gewählt und von 1997 bis 2001 präsidierte er die Grüne Partei der Schweiz.
2003 sagte Baumann („Ich hasse Sesselkleber“) der Politik Adieu und wanderte mit seiner Frau Stephanie (SP-Nationalrätin von 1994 bis 2003) nach Frankreich aus. Den Bauernhof in Suberg übergab er seinem Sohn Kilian. Der Umzug nach Frankreich war für Baumann vor allem ein rationaler Entscheid. „In der Schweiz können sich doch nur noch Millionäre einen Bauernhof kaufen“, sagt er. Nach einer Suchphase von vier Jahren hatte Baumann seinen Traumbetrieb gefunden. Für 600‘000 Franken erstanden er und seine Frau einen 70-Hektar-Betrieb im Dörfchen Traversères, im Südwesten Frankreichs, ungefähr 100 Kilometer von Toulouse entfernt.
Neue Herausforderung gefunden
Dass der Hof 10 Jahre stillgelegt war und am Anfang weder Strom noch Wasser hatte, störte Baumann nicht. „Eine neue Herausforderung, das war genau was ich suchte“, sagt er. Dabei half ihm auch die Dorfbevölkerung von Traversères, die das Auswanderer-Ehepaar mit offenen Armen empfangen hat. Baumann kam wohl auch entgegen, dass die Bauern in Frankreich im Gegensatz zur Schweiz oft links-grün sind. „In unserem Bezirk kandidieren Bauern sogar für die Kommunisten – das wäre in der Schweiz undenkbar“, sagt er.
Schönster Orchideenhof Frankreichs
Landschaftlich sei die Gegend einzigartig: „La France rurale, die Gegend erinnert mich an die Schweiz der 50er Jahre, als noch nicht alles verbaut war“. Und auch sein Bauernhaus sei kein ordinärer Neubau, sondern ein „bâtiment de caractère“. Eine weitere Besonderheit des Grundstücks entdeckte Baumanns Frau Stephanie: Die neue Heimat der Baumanns wimmelt vor wilden Orchideen. „Wir haben den schönsten Orchideenhof in ganz Frankreich“, sagt Baumann nicht ohne Stolz. Stephanie Baumann hat denn auch eine neue Orchideenart entdeckt und ab und an besuchen französische Orchideen-Fans den Hof der Baumanns.
Ungefähr drei Tage die Woche benötigt Ruedi Baumann heute, um seinen Hof zu bewirtschaften. Den Rest der Zeit verbringt er mit Lesen (aktueller Literaturtip: „Jacob beschliesst zu lieben“ von Catalin Dorian Florescu), seinem regelmässig aktualisierten Auswandererblog und neuen Hobbys wie etwa dem Saxophon spielen, das er in Frankreich erlernt hat. Weiterhin eine wichtige Rolle im Leben des Öko-Pioniers spielt die Politik, wobei der dezidierte EU-Fan und AKW-Gegner der ersten Stunde kein Jota von seinen Überzeugungen abgeweicht ist. AKW-Betreiber setzten die Schweiz aufs Spiel und das passive Verhältnis der Schweiz zu Europa bezeichnet er als „weiterhin skandalös“. Auch tauscht er sich regelmässig mit ehemaligen politischen Weggefährten aus, die ihn oft in Frankreich besuchen, zuletzt alt Nationalrat Andrea Hämmerle (SP).
Kein Comeback als Politiker
Was also läge näher als ein Comeback für den alt Nationalrat, der sowohl die französische als auch die schweizerische Politik verfolgt? Zumal der Gemeindepräsident von Traversères letzte Woche seinen Rücktritt erklärt hat. „Politische Ämter reizen mich nicht mehr“ winkt Baumann ab und lächelt milde. Um ein politisches Amt seriös auszuüben, müsse man unglaublich chrampfen, sagt Baumann, der während seiner Zeit im Nationalrat oft ganze Wochenende mit Aktenstudium verbracht hat. „Ich arbeite mit grossem Vergnügen, und kann jeden Tag selber entscheiden, was ich machen will. Diese Freiheit möchte ich nicht aufgeben“.
Der Blog von Ruedi Baumann:
auswandererblog.ch
Autobiographie: Baumann, Ruedi: Bauernland. Mein Leben. 138 S. Nagel & Kimche, 2006
Zur Person (Info-Box):
• Ruedi Baumann wurde 1947 als zweites von drei Kindern in Suberg, Gemeinde Grossaffoltern geboren
• 1991 wurde der grüne Politiker in den Nationalrat gewählt, wo er bis 2003 politisierte. Von 1997 bis 2001 war er Präsident der Grünen Partei
• Verheiratet ist der EU-Befürworter und AKW-Gegner mit Stephanie, die von 1994 bis 2003 für die SP im Nationalrat sass.
• 2001 wanderten die Baumanns in den Südwesten Frankreichs aus.
„OSONS LA BIO!“
„NOUS, PRODUCTEURS, CONSOMMATEURS ET CITOYENS, PARCE QUE NOUS CONSIDÉRONS QUE L’AGRICULTURE BIO EST, ÉCOLOGIQUEMENT, SOCIALEMENT ET ÉCONOMIQUEMENT, UNE DES SOLUTIONS PRIORITAIRES POUR L’AVENIR, NOUS DEMANDONS AUX CANDIDATS À L’ÉLECTION PRÉSIDENTIELLE DE 2012 DE S’ENGAGER À SOUTENIR AVEC FORCE LE DÉVELOPPEMENT DE LA BIO PAR DES MESURES FINANCIÈRES, FISCALES ET D’ACCOMPAGNEMENTS TECHNIQUES.“
Winterweide
Endlich ist der Boden gefroren. Ideales Wetter für die Winterweide.
Das ist Ernst. Vorgestern auf die Welt gekommen.
Und das ist Olga. Sie braucht Familienanschluss.
Solothurner Waldwanderungen
Das Limpachtal ist eine noch weitgehend intakte Kulturlandschaft. Etwas abseits der grossen Verkehrsströme hat die Zersiedelung hier weniger Schaden angerichtet als dies entlang der Autobahnen überall zu beobachten ist.
Auch die angrenzende Region Bucheggberg ist ein lohnendes Wandergebiet. Unter dem Titel Solothurner Waldwanderungen haben wir, aus gehend vom Schloss Buchegg in Kyburg einen schönen Sonntagsspaziergang gemacht.
Zugegeben, wir haben wegen der kalten Bise nicht den ganzen Rundweg geschafft, aber gelohnt hat es sich trotzdem.
Schöne Landschaften und Wälder, interessante Bachläufe und Sandsteinhöhlen…
… und glücklicherweise viel mehr Gasthöfe als wir das von der France profonde kennen!
Stresstest
Dank der Frauenmehrheit im Bundesrat hat die Schweiz (endlich) eine neue Energiepolitik aufgegleist: weg vom Atomstrom hin zu erneuerbaren Energien!
Allerdings brütet ein inzwischen über vierzig Jahre altes Atomkraftwerk nur 15 km vor den Toren der Stadt Bern weiter still vor sich hin.
Ironie der Geschichte: erst ein EU-Stresstest scheint nun dazu zu führen, dass Mühleberg endlich abgestellt wird.
Knapp zwei Kilometer oberhalb des Atomreaktors befindet sich die 1920 erbaute Staumauer des Wohlensees.
Bei einem Erdbeben mit Bruch der Staumauer könnte in Mühleberg ähnliches passieren wie in Fukushima. Schlimmer noch: die Hauptstadt der Schweiz und die ganze Grossregion Bern-Biel-Freiburg würde unbewohnbar!
Betonwüsten
Am 11. März können wir in der Schweiz über die Initiative Schluss mit uferlosem Bau von Zweitwohnungen abstimmen.
Als Auslandschweizer fällt einem wahrscheinlich bei gelegentlichen Schweiz-Besuchen die rücksichtslose Verbetonierung der alten Heimat ganz besonders auf.
Die Entwicklung ist nicht neu und hat in den letzten Jahrzehnten viele einzigartige Landschaften unwiederbringlich zerstört. Natürlich nicht nur in den Tourismusregionen.
Das schweizerische Raumplanungsrecht ist zahnlos und konnte und kann die zahllosen Betonwüsten nicht verhindern.
Ich werde der Initiative gegen den zerstörerischen Zweitwohnungsbau zustimmen. Es ist Zeit, ein klares Zeichen zu setzen
Zwei an einem Tag
„Zwei an einem Tag ist ein wundervolles, wunderbares Buch. Klug, witzig, scharfsinnig, einfühlsam und oft unerträglich traurig“
The Times
Der „Spiegel“-Bestseller (Originalausgabe: ONE DAY) ist eine herrliche Liebesgeschichte, geschrieben vom englischen Erfolgsautor David Nicolls.
Inzwischen wurde der Roman offenbar auch verfilmt und läuft in den europäischen
Kinos.
Weil ich das Buch so unterhaltsam finde, verzichte ich lieber auf den Film, weil ich mir vorstelle, dass das Ganze ziemlich kitschig wirken könnte….
Wenn mir jemand sagen kann, dass der Film gleich gut ist wie das Buch, dann gehe ich sofort ins Kino!












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