Es läuft nicht Round für Glyphosat (& die Bauern?)
Wie eine Chemiebombe hat Ende März im globalen Hilfsstoff-Business die Nachricht eingeschlagen, dass das Internationale Krebsforschungsinstitut IARC, eine Agentur der WHO Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ („probably carcinogenic“) taxiert hat. Die Aufruhr ist nachvollziehbar: Der Totalherbizid-Wirkstoff ist für Branchenprimus und Erfinder Monsanto (Markenname Roundup) und zahlreiche Nachahmer viel mehr als ein Bestseller.
Glyphosat bildet das Rückgrat einer Strategie, mit der die Industrie in den letzten 20 Jahren Milliarden verdient hat. Die Interaktion mit den gegen Glyphosat resistenten („Roundup-ready“) Kulturpflanzen, namentlich Soja und Mais, ist seit den 1990er Jahren das erfolgreichste Geschäftsmodell der Branche. Es hat beispielsweise auf dem südamerikanischen Kontinent zu einer kompletten Umstrukturierung der Landwirtschaft geführt.
Die tubelisicheren Verdienstmöglichkeiten mit dem flächendeckenden Anbau des Cash-Crops hat die Rinderzucht ebenso verdrängt wie Spezialkulturen. Mit diesen arbeitsintensiven Landwirtschafts-Sektoren kam auch die ländliche Bevölkerung unter Druck, da zehntausende von Jobs verschwanden, das Resultat ist eine verstärkte Landflucht. Diejenigen die blieben tragen die Konsequenzen oft in Form von gesundheitlichen Auswirkungen…
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Selbstversorgung
Die ersten 40 Tomaten sind gepflanzt, die nächsten müssen warten, bis der Wintersalat gegessen ist.
Selbstversorgung auch fürs Gemüt: Orchideen-Wiese hinter dem Garten
Armenien
Ich nehme den Gedenktag an den Völkermord an den Armeniern zum Anlass, um auf meine seinerzeitigen Erfahrungen als OECD-Wahleobachter in Armenien (2003) zurückzugreifen. Enttäuscht bin ich, dass der schweizerische Bundesrat den Völkermord an den Armeniern immer noch nicht offiziell anerkannt hat, obschon er 2003 vom Nationalrat dazu aufgefordert wurde. Deutschland (Gauck) und Frankreich (Hollande) nehmen dazu klar und deutlich Stellung.
„Ich habe zusammen mit einer Amerikanerin die Wahlen in der Bergregion am Sevan-See (1900 m ü.M.) rund um die Kleinstadt Martuni beobachtet. Der Wahltag verlief äusserst friedlich und ohne jegliche Zwischenfälle. In allen 13 besuchten Wahllokalen wurde sorgfältig und mit ausgesprochener Gründlichkeit gearbeitet. Die zahlreichen Verfahrensvorschriften wurden mit Akribie eingehalten. Alle Wahldokumente und Utensilien wurden von den jeweils neun offiziellen Mitgliedern der lokalen Wahlkommission (PEC) geprüft, versiegelt und unterschrieben. Mich persönlich hat beispielsweise erstaunt, dass auf dem Wahlzettel nur das sogenannte Nike-Zeichen (Ö) als eindeutiger Wählerwillen akzeptiert wurde und demnach beispielsweise ein angekreuzter Kandidat (X) auf einem Wahlbogen dazu führte, dass der Wahlzettel als ungültig erklärt wurde.
Die Wahlbeteiligung betrug über 60 %, obschon es zur Zeit in Armenien bissig kalt ist und es am Wahltag fast ununterbrochen schneite. Ohne die bereitwillige Mithilfe der lokalen Bevölkerung und der ortskundigen Driver und Interpreter hätten wir viele Polling-Stationen in der tief verschneiten ländlichen Region kaum gefunden oder sicher nicht erreicht. Schneeräumung auf öffentlichen Strassen ist für die Dörfer ein Fremdwort.
Das Auszählen der Stimmen am Abend des Wahltages erfolgte in dem von uns beobachteten Wahllokal ebenfalls ausgesprochenen exakt. Das Zählen von 800 Stimmzetteln dauerte von 20.00 Uhr bis nach Mitternacht in kaum oder nicht geheizten Räumen. Dabei wurden nach intensiver Beratung 15 Ballots als ungültig erklärt.
Die anschliessende Zusammenfassung der lokalen Wahlergebnisse in der regionalen Wahlkommision (TEC) fand nachts in der Zeit zwischen 01.00 Uhr und 05.00 Uhr statt und war in unserem Fall ausgesprochen chaotisch. Dabei ging es aber nicht um Betrügereien, sondern vielmehr um organisatorische Probleme und Unfähigkeit des zuständigen Leiters. Zudem waren wohl wegen den schweren Schneefällen alle Fax-Leitungen unterbrochen und erschwerten so die Kommunikation.
Wir wurden während dem ganzen Einsatz im Privathaushalt unseres Drivers untergebracht und genossen eine schon fast unbeschreibliche Gastfreundschaft. Die Leute waren froh, und wohl auch ein wenig stolz, dass sich die internationale Gemeinschaft um ihre Probleme kümmert. Wir wurden wiederholt gebeten, doch bitte noch dieses und jenes Abstimmungslokal zu besuchen. Erstaunt hat mich persönlich auch, dass beispielsweise der drohende Irak-Krieg für die Dorfbevölkerung kaum ein Thema ist. Offensichtlich hat man bei bis zu 80%iger Arbeitslosigkeit andere Probleme.“
Überall fand unsere Wahlbeobachtung uneingeschränkte Zustimmung und Dank. Ich möchte diesen Dank an die zuständigen Stellen im EDA weiterleiten.
Vom Telefonieren
Auch in der französischen Provinz hat sich in den letzten Jahren in Sachen Internet und Telefonie einiges verändert.
Seit einem halben Jahr haben wir unseren Telefon-Festanschluss ganz aufgegeben. Zuviel Ärger mit Telefon-Werbung, viele Betriebsstörungen und viel zu teuer. Der Anbieter, ursprünglich France Telecom, später Orange, verlangte eine monatliche Abogebühr von rund 30 €.
Mit CH-Mobil-Abis (prepaid) sind wir auch nicht besonders gut gefahren: die astronomisch hohen Roaming-Gebühren für Auslandgespräche sind ruinös!
Seit einigen Monaten haben wir ein Mobil-Abonnement von Free (free.fr) und sind begeistert! Ja, das ist die Firma von Xavier Niel, der als Mobilfunkanbieter und Internetprovider den hiesigen Platzhirschen (Orange, SRF und Bouygues) tüchtig Konkurrenz macht. Wir bezahlen jetzt 2€ Grundgebühr pro Monat und telefonieren zu günstigsten Tarifen in Frankreich und Europa (unsere Monatsrechnung hat 10€ noch nie überschritten!).
Free hat kürzlich Orange Schweiz übernommen und heute auf den Namen Salt umgetauft. Der „französische Steve Jobs“ hat kürzlich auch zusammen mit Freunden die meines Erachtens beste Zeitung Frankreichs, „Le Monde“ übernommen und gerettet (?).
Ich bin gespannt, ob er jetzt auch den (zu) teuren Schweizer Markt aufmischt?
Auftischen
Das erste Gewitter in diesem Jahr hat uns prompt drei Tage Internet-Ausfall beschert… wie war das jeweils ohne Internet?
Jetzt sind Stühle und Tische gewaschen und instandgestellt, die Gäste können kommen…
Hollande bei den Eigenbrötlern
Marseillaise auf dem Berner Münsterplatz, wolkenloser Frühlingshimmel, Ehrenformation der Schweizer Armee: freundlicher Empfang durch die Schweizer Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga. Alles direkt übertragen in die gute Stube in der Gascogne durch das CH-Fernsehen.
Viele freundliche Worte und das offensichtliche Bemühen der Bundespräsidentin, beim französischen Staatsgast Verständnis für die unsägliche schweizerische Masseneinwanderungsinitiative zu gewinnen…
Für die Franzosen und alle übrigen EU-Mitglieder bleiben die Schweizer in der Mehrheit Eigenbrötler, die seit Jahrzehnten die Erfolge der Europäischen Union kleinreden.
In den französischen Medien war der Staatsbesuch Hollandes nur eine kleine Randbemerkung. Immerhin wurde da und dort auf das erfolgreiche schweizerische Lehrlingswesen hingewiesen…
Blumiges
Ankebälleli und Bachbummele gibt’s nicht im Gers. Aufs Frühlingsgelb müssen wir trotzdem nicht verzichten:
Ophrys jaune (Ophrys lutea, gelbe Ragwurz)
Foto: Traversères F, 14.4.2015 Stephanie Baumann

Ankebälleli = Trollblume
Foto: Elsigenalp CH, 22.6.2012 Stephanie Baumann

Bachbummele = Sumpfdotterblume
Foto: Lyssbach in Suberg CH, 12.4.2015 Simon Baumann
Vo wäge de gröschte Härdöpfu…
Die Methode hat sich bei unseren harten schweren Böden bewährt:
Saatkartoffeln auf den gut gelockerten und mit Mist gedüngten Boden legen (unsere Favoriten: Anabelle, Charlotte, Corolle…)
Anschliessend nur mit einer dicken Schicht Stroh zudecken (nicht mit Erde!), gut wässern, fertig!

















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