AUSWANDERERBLOG

Blauzungenkrankheit

Posted in Politik by ruedibaumann on November 17, 2007

Bürki in 24heures

Die Schweizer Bauern fürchten sich vor der Blauzungenkrankheit aber noch mehr vor einem Freihandelsabkommen mit der EU. Bundesrätin Leuthard will jedem Bauern 50 000 Franken in die Hand drücken um ihnen die Zollsenkungen schmackhaft zu machen. Aber richtige Schweizer Bauern wollen nichts davon wissen, sie lassen sich nicht kaufen! Recht so. Schade nur, dass sich viele verkaufen lassen, an die SVP…..

Immer wieder die EU…

Posted in Politik by ruedibaumann on November 13, 2007

Selbstbestimmung ade. Die Schweiz wird immer mehr zu einem rechtlosen EU Satelliten.
Wichtige Entscheide die unser tägliches Leben betreffen werden mehr und mehr in Brüssel getroffen, ohne unsere Mitbestimmung notabene. Alles was der Schweiz an Freiheit bleibt ist Nachvollzug. Jeden Tag und überall.
Der Finanzminister kündigt zuerst selbstsicher an, über die Steuern werde nicht verhandelt.
Dann etwas später, er müsse der EU nur unser Steuersystem erklären, die würden dann unsere Haltung schon begreifen. Gestern hat nun schon mal ein sog. „Dialog“ im Steuerstreit stattgefunden. Einziges Resultat, man werde im Januar den „Dialog“, nicht etwa die Verhandlungen, weiterführen…. Meine Hausbank hat mir schon lange mitgeteilt, „dass bei Geldüberweisungen an ein Finanzinstitut mit Sitz in der EU Name, Adresse und Kontonummer des Auftraggebers angegeben werden müssen. Zahlungsaufträge die diese Angaben nicht enthalten, werden ab dem 15. Dezember 2007 von den Banken in EU-Staaten nicht mehr akzeptiert“. Gut so, eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

Im neuesten Tagesanzeiger-Magazin versucht ein überheblicher Journalist eine EU-Kommissarin davon zu überzeugen, dass nur das schweizerisch-direktdemokratische System die Volksrechte wahre…

Die Überheblichkeit und der Realitätsverlust gewisser Leute in der Schweiz ist schon fast beängstigend. Man preist die direkte Demokratie, ohne auch nur ein Wort darüber zu verlieren, dass sie nur funktionieren kann, wenn die Geldflüsse offengelegt würden….
Und nachdem nun in diesem Land eine fremdenfeindliche, rechts-nationalistische Partei mit der simplen Parole „EU-Beitritt nie“ mit Millionenaufwand die Wahlen gewonnen hat, glaubt man den anderen 27 demokratischen Staaten Europas Lektionen erteilen zu können.

Mein EU-Pass gibt mir sehr viel mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten und Freiheiten, als die trotzigen und kurzsichtigen Sprüche helvetischer EU-Gegner!

Speedy Sarko

Posted in Politik by ruedibaumann on November 5, 2007

Er hat sie heimgebracht! Schnell zwei Stunden im Tschad und schon kann die Welt aufatmen. Und auf dem Rückweg hat er noch gerade ein paar spanische Sünder bei Zapatero abgeliefert. Wetten, dass er heute morgen schon wieder in Brest an der Atlantikküste ist, um den dort wegen den hohen Treibstoffpreisen demostrierenden Fischern eigenhändig ein paar Kanister Dieseltreibstoff in ihre leeren Tanks zu schütten. Und dann wird er demnächst sicher einen TGV oder zumindest einen Vorortszug pilotieren, weil die Lokführer wegen den Renten schon wieder streiken wollen.
Weil immer noch einem halben dutzend Landsleute in Darfur wegen ihrer Hauruck-Katastrophenhilfe langjährige Strafarbeit droht, wird er nächste Woche sicher noch einmal in Afrika vorbeischauen. Vielleicht könnte er bei dieser Gelegenheit einen kurzen Umweg über Pakistan machen, und Mustaraff und Co. anleiten, wie man heutzutage Krisen löst und wer weiss, vielleicht auf dem Flug über Saudi Arabien noch gerade ein paar Airbus verkaufen….

Eigentlich hätte Frankreich ja noch einen Premierminister, eine Aussenminister und dutzende anderer Minister und Staatssekretäre aber Speedy Sarko ist schneller, besser, effizienter! Man spricht schon von Zorro, dem Zauberer….

Löhne

Posted in Politik by ruedibaumann on Oktober 31, 2007

Travailer plus pour gagner plus ist einer der Wahlslogans unseres hyperaktiven Präsidenten Nicolas Sarkozy. Und weil er so viel arbeitet, will er jetzt auch mehr Lohn. Ich meine, der Mann verdient es!

Die Monatslöhne des politischen Personals in Frankreich:(in €uro)

Président de la République (Sarkozy) 8’457.-
Premier minister (Fillon) 20’000.-

Ministers 13’471.-
Secrétaires d’Etat 12’124.-
Parlamentarier, débutés et
sénateurs 6’952.-
bei Ämterkumulation (leider
sehr viele…) plafoniert auf 8’100.-

Maires (Gemeindepräsidenten)
wird lokal festgelgt aber national
plafoniert)
mehr als 100’000 Einwohner 5’227.-
20’000 bis 50’000 Einw. 3’244.-
10’000 bis 20’000 Einw. 2’342.-
weniger als 10’000 Einw. 1’982.-
weniger als 3’500 Einw. 1’550.-
weniger als 1’000 Einw. 1’117.-
weniger als 500 Einw. 612.-

Quelle: La Dépêche du Midi du 30. oct 2007

Die Ospels, Vasellas und Konsorten sollten sich an der Bescheidenheit des französischen Politpersonals ein Beispiel nehmen….

aus Le Monde éléctronique du 31. oct. 2007

Nicolas Sarkozy a décidé, mardi 30 octobre, d’augmenter sa rémunération de 140 %. Dans l’après-midi, l’Assemblée nationale s’est acquittée de cette formalité sans broncher, ou presque.

Grüne Revolution?

Posted in Politik by ruedibaumann on Oktober 26, 2007

Monsieur le Président
Ich habe im Fernsehen Ihre Rede zur französischen Umweltoffensive gehört und gesehen und bin begeistert! Endlich eine grüne Revolution in Frankreich, ich gratuliere Ihnen!
Ambitieuse Energiesparmassnahmen, Förderung des öffentlichen Verkehrs, Bonus-malus-Systeme, Güter auf die Bahn, Pestizidverbrauch halbieren, Biolandbau innert drei Jahren verdreifachen, Förderung erneuerbare Energie…. alles Forderungen die aus unserem grünen Parteiprogramm stammen könnten! Frankreich soll ein leuchtendes Vorbild werden pour le développement durable!

Wir sind seit sieben Jahren überzeugte Biobauern im Südwesten. Die Umstellung auf den Biolandbau wurde uns durch beispielshafte Massnahmen (Contrat térritorial d’éxploitation, CTE, Umweltvertrag) ermöglicht.
Nur, diese oekologisch vorbildlichen Massnahmen stammten alle von der früheren sozialistischen Regierung Jospin. Und schlimmer noch, von den nachfolgenden bürgerlichen Regierungsmannschaften, denen Sie notabene angehört haben, wurden sämtliche Förderungsmassnahmen für die umweltschonende Landwirtschaft gestrichen! Seither werden französische Biobauern nicht nur nicht gefördert, sondern durch ungleich tiefere Direktzahlungen (DPU) gegenüber der konventionellen Intensiv-Landwirtschaft benachteiligt! Warum ist die Anlage und Pflege von artenreichen Orchideenwiesen viel weniger wert als ein Maisacker in Monokultur?

Kein Wunder, dass in den letzten Jahren der Biolandbau in Frankreich keine Fortschritte gemacht hat. Wegen dieser Politik sind die Biobauern in unserer Umgebung leider nach wie vor sehr dünn gesät!
Ich weiss aus früheren Erfahrungen aus der Schweiz, dass der grösste Widerstand gegen den Biloandbau am Anfang aus den (Gross-) Bauernverbänden (FNSEA) stammt, aber das ist in der Regel eine Frage der Zeit.

Monsieur le Président, wenn Ihnen nun schon Al Gore und Baroso Unterstützung zugesagt haben und wie ich eben auf France Inter höre, auch José Bové Ihre Zielsetzungen lobt, dann hoffe ich nur, dass die Grenelle de l’environnement nicht nur eine rhetorische Meisterleistung bleibt. Was gäbe es Besseres, als wenn Frankreich neben liberté, égalité, fraternité auch noch „durabilité“ auf seine Fahne schreiben könnte!
Vive la France!

Ruedi Baumann

Schande für die Schweiz

Posted in Politik by ruedibaumann on Oktober 23, 2007

Frontseite von Le Monde:

Editorial
Succès xénophobe
Les sondages l’avaient laissé entendre, et pourtant le choc est rude : les électeur helvétiques ont placé en tête des élections législatives du 21 octobre l’Unio démocratique du centre, dont l’homme fort, Christoph Blocher, ne cache pas ses idée xénophobes. Avec 29 % des voix, l’UDC gagne près de trois points, conforte sa place d premier parti de Suisse, loin devant les socialistes, et étend son influence au-delà des canton alémaniques pour s’implanter chez les Romands

Depuis que M. Blocher en a pris la direction, ce parti n’a plus de centriste que le nom. Le fils de pasteur qui a réussi dans l’industrie a fait de la dénonciation des étrangers et de la menace qu’ils sont supposés représenter pour l’identité et la tranquillité suisses son fonds de commerce. Avec succès. Le pays qui a vu naître Henri Dunant, fondateur de la Croix-Rouge, et qui abrite nombre d’organisations internationales a cessé depuis longtemps, il est vrai, d’être un havre pour les réfugiés du monde entier.

Depuis plusieurs années, les lois contre les demandeurs d’asile ont été durcies. Une grande partie de l’opinion helvétique trouve de toute évidence que les contrôles restent insuffisants, encouragée dans son hostilité aux étrangers par une dégradation de la situation économique. Jadis îlot de stabilité, la Suisse a connu la dépression, l’inflation et le chômage, à l’instar de nombreux pays du Vieux Continent. Toujours dans la veine xénophobe que son parti a exploitée, M. Blocher est un farouche adversaire de l’Europe, celle de Bruxelles et des “ bureaucrates „. Les Suisses ont refusé plusieurs fois de la rejoindre, même s’ils sont bien obligés de composer avec elle, ne serait-ce que pour des raisons géographiques.

La victoire de l’UDC ne semble pas devoir remettre en cause la “ formule magique “ selon laquelle la Confédération helvétique est gouvernée depuis les années 1950. Quatre partis se distribuent les sept postes de conseillers fédéraux (ministres), et l’un d’eux est désigné, à tour de rôle, président de la Confédération pour un an. Ce sera le tour de M. Blocher en 2009. On voit mal comment pourrait être évitée cette nomination qui ne fera pas honneur à la Suisse et qui risque de lui causer des déboires sur la scène internationale. Le parti “ libéral “ de Jörg Haider n’avait pas atteint le score de l’UDC, et l’Autriche s’était pourtant retrouvée, pour un temps, au ban de l’Union européenne

Le caractère feutré de sa vie politique et son goût de la modération assuraient à la Suisse une place à part. Elle va rester une exception, mais pour des raisons opposées. “ Y en a point comme nous “ : cette fière revendication des Romands est en passe de se vérifier pour toute la Confédération. Mais ce qui était une prétention à l’excellence n’est plus, cette fois, à son avantage.

© Le Monde

„Je vais mourir!“

Posted in Politik by ruedibaumann on Oktober 23, 2007

„Je vais mourir ! Ce que je vous demande, toi, en particulier ma petite maman, c’est d’être courageuse. Je le suis et je veux l’être autant que ceux qui sont passés avant moi. Certes, j’aurais voulu vivre. Mais ce que je souhaite de tout mon cœur, c’est que ma mort serve à quelque chose. Je n’ai pas eu le temps d’embrasser Jean. J’ai embrassé mes deux frères Roger et Rino. (…).

Der ganze Brieftext

Brieftext deutsch übersetzt

Gestern wurde auf Veranlassung von Nicolas Sarkozy an den französischen Gymnasien der bewegende Abschiedsbrief von Guy Môquet, einem 17jährigen kommunistischen Resistance-Kämpfer vorgelesen, der am 22. Oktober 1941 mit 27 anderen jungen Leuten von den Nazis erschossen wurde.

Misstöne bei Gedenkfeier

Vielerorts ist dadurch eine heftige Debatte entbrannt, ob sich ein Staatspräsident derart in den Geschichtsunterricht des Landes einmischen dürfe (Sarkozy als Oberlehrer).

Ich weiss es auch nicht. Immerhin ist es eine Möglichkeit, den jungen Leuten zu zeigen, zu welchen Verbrechen der Fremdenhass, die Ausgrenzung und der Nationalismus führen können. Selbstverständlich muss das Geschehen im Rahmen des Geschichtunterrichts an den Schulen in den Gesamtzusammenhang eingebettet werden. Ich habe immer das Gefühl, dass Frankreich die Zeit des Zweiten Weltkriegs (Résitance, Collaboration, Vichy-Regime) noch nicht genügend aufgearbeitet hat. Vielleicht ist diese Gedenkfeier und die Diskussion darüber ein Schritt in die richtige Richtung.

Wer ist bürgerlich?

Posted in Politik by ruedibaumann on Oktober 22, 2007

„Was ist denn heute noch bürgerlich?
(…) Patriotische Gefühle kann man sich bei der SVP holen – allerdings nur in Kombination mit einem antibürgerlichen Antietatismus, einer antihumanistischen Asylpolitik, einer Antivölkerrechtspolitik, einer Antisozialreformpolitik, einer Politik der Steuerungerechtigkeit, einer Antikulturpolitik freysingerschen Zuschnitts, einem der bürgerlichen Kultur konträren Personenkult, einer im Kalten Krieg stecken gebliebenen Landesverteidigungspolitik und einem antiliberalen Kampf gegen eine «Classe politique», der man seit 1928 angehört. Zudem hat der Patriotismus der SVP keinerlei Zukunftsorientierung: Er bezieht seine Kraft nur aus der Tatsache, dass es kein anderes Projekt Schweiz gibt. (…)
Eine Ausschaffungsinitiative, die die Sippenhaft fünfzig Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg wieder einführen will, der Kampf gegen eine imaginierte «Classe politique» in unserer Demokratie, der Kampf gegen das humanitäre Völkerrecht und zentrale Institutionen unseres Rechtsstaats, der Kampf gegen schwarze Schafe und der Personenkult – das alles kann schlicht unter keinem Titel mehr als «bürgerlich» bezeichnet werden.“

Kurt Imhof im TAM 42/2007

Die Würfel sind gefallen…

Posted in Politik by ruedibaumann on Oktober 22, 2007

Mein Kommentar zu den CH-Wahlen:
Die Grünen haben die Wahlen gewonnen (plus 10 Sitze, inklusive Ständeratssitz). Phantastisches Resultat! Ich gratuliere herzlich!
Grüner Wahlsieg!

Nachrichtenmeldung Radio France Inter:
Der rechtsextreme, fremdenfeindliche Schweizer-LePen, Blocher, hat mit seiner nationalistisch-populistischen Partei die Wahlen in der Schweiz gewonnen.

Schlagzeile Le Monde:
La droite ultranationaliste aux élections législatives suisses
Avec 29 % des voix, l’UDC de Christoph Blocher a confirmé, dimanche 21 octobre, sa place de parti dominant à Berne, bouleversant les équilibres politiques traditionnels.

L’ÉDITORIAL
Succès xénophobe
Les sondages l’avaient laissé entendre et pourtant le choc est rude : les électeurs helvétiques ont placé en tête des élections législatives du 21 octobre l’Union démocratique du centre, dont l’homme fort, Christoph Blocher, ne cache pas ses idées xénophobes.

Stellungnahme Zgraggenschagg

Unsere 400jährigen Eichen werden alles überleben.

Sonnenblumen

Posted in Politik by ruedibaumann on Oktober 17, 2007

Sonnenblumen sind vielseitig verwendbar. Die Grünen haben im Wahlkampf Zehntausende an ihre WählerInnen verschenkt, weil sie einfach schön sind….

Hier dienen sie als Speiseoellieferanten oder Agrodiesel… aber darüber ein andermal mehr.