Atomstaat Frankreich
Frankreich setzt seit jeher fast ausschliesslich auf Kernkraftwerke. 58 Reaktoren an 19 Standorten sichern bis zu 80 % die Stromversorgung des Landes. Diese einseitige Abhängigkeit von Kernenergie wurde möglich dank einem politischen Konsens zwischen den rechten und linken Regierungsmehrheiten. Die Sozialisten in Frankreich haben im Gegensatz zum übrigen Europa auch immer auf Atomenergie gesetzt.
So fehlt denn auch in der Bevölkerung eine starke Gegnerschaft gegen les céntrales nucléaires. Nur die Grünen (les verts, Europe écologie) haben sich hierzulande immer gegen Kernenergie ausgesprochen, ohne allerdings je eine breite Gegnerschaft mobilisieren zu können.
Ich bin denn auch immer wieder erstaunt, wie leichtfertig die französische Öffentlichkeit auftretende Störfälle bei einzelnen Atomkraftwerken im Inland zur Kenntnis nimmt (Atomunfall).

Source: ASN, ministère d’Ecologie, Dépéche du midi 15.3.2011
Die Regierung Sarkozy hat sich angesichts der Atomkatastrophe in Japan bisher auch nur zu einer halbherzigen Reaktion durchgerungen: man werde den französischen Atompark im Lichte der japanischen Erfahrungen überprüfen aber selbstverständlich an der Atomenergie festhalten…
Selbst die Förderung von erneuerbaren Energien (Wind, Photovoltaik) ist in den letzten Monaten wegen Budgetrestriktionen wieder ins Stocken geraten!
Japanische Atomkraftwerke
Japanische Atomkraftwerke sind erdbebensicher!
Sie würden auch einem gewaltigen Erdbeben standhalten, das nur höchstens alle tausend Jahre einmal stattfinden kann!
Dabei werden noch zusätzliche Sicherheitsmargen eingebaut, dass wirklich nichts geschehen kann!
Bei einem Erdbeben werden die Reaktoren automatisch und vorsorglich abgestellt!
Ja, selbstverständlich müssen die abgestellten Reaktoren weiter gekühlt werden, damit sie nicht zu heiss werden.
Wenn die Stromversorgung ganz ausfällt, dann treten Notstromgruppen in Kraft damit die Kühlsysteme weiter funktionieren. Wir haben alles im Griff.
Vorsorglich sollen die Leute im Umkreis von 10 km evakuiert werden. 50’000 Leute bitte (nur vorübergehend und sicherheitshalber) wegfahren. Fenster schliessen!
Der Druck im Reaktorgebäude ist zu hoch. Wir müssen leider etwas Druck ablassen. Die entweichende Radioaktivität ist nur bescheiden… Zudem weht der Wind in Richtung Meer…
Die Kernschmelze ist möglicherweise doch eingetreten… Ihr braucht euch keine Sorgen zu machen…
Da ist nur ein wenig weisser Rauch… eine Explosion des Reaktorgebäudes ist nicht zu erwarten….
Es ist nur die Aussenhülle eingestürzt!
Gute Nacht!
Kernschmelze im zweiten Reaktor
Das Ende des Atomzeitalters!
Muslimbruderschaft
Ich habe Neuland entdeckt, eine Internetplattform oder vielmehr ein multimediales Magazin mit seriöser Information und gut recherchierten Beiträgen. Heute zum Beispiel ein differenzierter Artikel von André Marty zum Thema: „Wir Westler und die Muslimbruderschaft“.
Wahlkampf auf dem Dorfe
Die Kantonalwahlen werfen in der französischen Provinz keine hohe Wellen. Der „Wahlkampf“ ist fair, sachlich, unaufgeregt und bürgernah. Für viele natürlich auch etwas langweilig. Die Kandidaten informieren zusammen mit ihren Stellvertreterinnen über das bisher geleistete und/oder was in den nächsten Jahren ihrer Meinung nach gemacht werden soll.
Im Gemeinderatszimmer von Traversères waren gestern Abend die Vertreter der Parti Socialiste zu Gast. Geschlagene drei Stunden lang hat der bisherige Amtsinhaber monologartig die (wenigen) Zuhörer informiert über Sozialeinrichtungen, Strassenbau, Kehrichtentsorgung, Schulwesen, Wasserversorgung, Schülertransporte… usw. usf.
Basisdemokratie ist ein hartes Geschäft!
Cantonales
Am 20. und 27 März finden bei uns die zwei Wahlgänge für die Kantonalwahlen (Éléctions cantonales française) statt. Von den 31 Conseil généraux im Gers sind 16 zu erneuern. Seit 12 Jahren wird unser Departement Gers von einer klaren linken Mehrheit regiert (21 Divers Gauche, 10 Divers Droite als Opposition). Das ist umso erstaunlicher, als das Gers als eine der „ruralsten“ Regionen Frankreichs gilt.
In unserem Kanton Saramon mit 16 kleinen Landgemeinden tritt Jean-Pierre Salers von den Sozialisten wieder an. Daneben kandidieren VertreterInnen von Europe Écologie Les Verts und der Kommunisten. Die rechte UMP ist zur Zeit ziemlich desorientiert und hat offenbar bei uns gar keinen Kandidaten gefunden oder ist mit der linken Mehrheit zufrieden…
Es ist abzusehen, dass im Gers die Links-Grünen wiederum die Mehrheit stellen werden und das ist gut so! Ich finde sie machen einen guten Job!
Kein Wunder, dass auch die übergeordnete Region Midi-Pyrénées (conseil régional) eine deutliche linke Mehrheit aufweist.
Das Gers wird übrigens auch in Paris von zwei linken Députées vertreten und im Senat ist je ein Sitz von Links und Rechts besetzt.
Wenn es dann 2012 noch gelingt, auf nationaler Ebene eine links-grüne Mehrheit zu installieren, dann fühlen wir uns in unserer neuen Heimat rundum wohl! Vive la France!
Diktatoren
Wer hat denen nur die Waffen geliefert? Frankreich? Schweiz? China? USA? Russland?
Wo haben die jahrelang ihre geraubten Millionen versteckt? Auf Schweizer Banken? In Monaco?
Gibt es nicht Gesetze gegen Waffenlieferungen in Staaten wo die Menschenrechte mit Füssen getreten werden?
Hat die Schweiz nicht ein strenges Geldwäschereigesetz?
Ein Abstimmungssonntag zum Auswandern
Es ist in der Schweiz gäng wi gäng: Knappe Abstimmungsresultate zu Gunsten der finanzstarken Lobby, gegen den gesellschaftlichen Fortschritt.
Die Mehrheit der Schweizer wollen weiterhin ihr Sturmgewehr im Schlafzimmerschrank aufbewahren und die daraus resultierende familiäre Bedrohung und zahllose grässliche Suizide in Kauf nehmen! Dem sagt man hierzulande „schweizerische Werte“! Vernünftig sind nur die Romands und die Städter, die die Waffenschutzinitiative deutlich annehmen.
Die BernerInnen haben sich von der Millionenpropaganda der BKW-Oberen einschüchtern lassen und haben sich (zwar knapp) und nur konsultativ für ein neues Atomkraftwerk inklusive atomares Zwischenlager in Mühleberg ausgesprochen. Einmal mehr: die sogenannte Landbevölkerung lässt sich kaufen… Nur durch Schaden wird man klug!
Und da ist noch ein Ständeratskandidat, mit dem Horizont einer lärmenden Motorsäge, dem Politprogramm eines Hinterwäldlers und seinem Konterfei auf jedem Tennstor… alles offenbar keine Gründe, ihn nicht ins Stöckli zu wählen! Abstimmungssonntag zum Kotzen!
Auch wenn es in diesem Land niemand wahrhaben will: diese Abstimmungsresultate sind nur dank der geheimen Geldflüsse in die Abstimmungs- und Wahlpropaganda so und nicht anders ausgefallen! Irgend einmal wird man das auch in der Eidgenossenschaft mehrheitlich einsehen…
Die Schweiz ist keine Musterdemokratie…
… und Frankreich schon gar nicht. Der Unterschied zwischen den beiden Ländern ist aber, dass die Eidgenossen immer noch glauben, sie hätten die beste Demokratie der Welt, während die Franzosen wissen, wie viele Mängel und Tücken ihr Politsystem hat.
Die hauptsächlichen Reaktionen der SchweizerInnen auf die wissenschaftliche Studie der Universität Zürich (Demokratiebarometer) die der direkten Demokratie in ihrem Land nur Mittelmässigkeit zubilligt, waren denn auch sofort, das sei alles erfunden und erlogen.
Eigentlich wäre es eine gute Gelegenheit, endlich wahrzunehmen, dass das CH-System einige gravierende Mängel hat und dafür zu sorgen, es zu verbessern. Im Vordergrund stehen für mich die intransparenten Geldflüsse in der Wahl- und Abstimmungsdemokratie.
Solange grosse Geldgeber anonym und hemmungslos die öffentliche Meinung beliebig manipulieren und täuschen können, wird das Alpenland nie zu einer Vorzeigedemokratie.
Zwanzig Jahre lang Indoktrination mit Banken- und Blochermillionen haben dazu geführt, dass die Mehrheit der Stimmberechtigten nicht nur eine völlig verschobene Wahrnehmung der europäischen Einigung hat, sondern auch zunehmend fremdenfeindlich geworden ist.
Als ich als Jugendlicher in Europa herumgetrampt bin, waren Spanien, Portugal und Griechenland Dikdaturen, Ungarn. Tschechoslowakei, Polen, Rumanien, Bulgarien, Jugoslawien und andere mehr oder weniger Satelliten der Sowjetunion. Heute sind das alles demokratische Staaten und gewillt, in der Europäischen Union zusammenzuarbeiten. 17 Länder haben inzwischen mit dem Euro eine gemeinsame Währung!
Ich finde diese Entwicklung phantastisch und verneige mich vor den Staatsfrauen und -männern, nicht zuletzt aus Frankreich und Deutschland, die das seit 1945 möglich gemacht haben.
Die Schweiz hat dazu leider gar nichts beigetragen. Ganz im Gegenteil, obwohl wir von der EU täglich profitieren, haben wir mit unserem Bankgeheimnis, dafür gesorgt, dass die Reichen dieser Welt ihr Geld bei uns verstecken und es ihrem Staatswesen ungestraft entziehen konnten.
Wahrlich kein Ruhmesblatt für die „Musterdemokratie“ im Herzen Europas!
Und was ist der Schlachtruf der populistischen, rechtsnationalistischen, xenophoben, von Milliardären manipulierten grössten Partei der Schweiz für die kommenden Wahlen: EU nie!
Schämen die sich eigentlich nie?



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