AUSWANDERERBLOG

Das sind sie…

Posted in Politik by ruedibaumann on Februar 15, 2012

… unsere Präsidenten seit 1965.
Heute Abend will übrigens Nicolas Sarkozy seiner Wiederkandidatur (endlich offiziell) für die Präsidentschaftswahl am 6. Mai 2012 bekanntgeben.
Ich setze (faute de mieux…) auf François Hollande als neuen Präsidenten und Martin Aubry als seine Premierministerin…

Swiss Banksters

Posted in Politik by ruedibaumann on Februar 13, 2012

„Grosses Geld zahlt immer weniger Steuern. Überall in den letzten 20 Jahren ist das Vermögen der Superreichen fantastisch gewachsen; der Rest hat so gut wie nichts gewonnen. Multinationale Konzerne erhalten durch Steuervermeidung enorme Wettbewerbsvorteile gegenüber kleineren Konkurrenten. Sie beschäftigen Armeen von Buchhaltern, um Verluste in Hochsteuerländer, Gewinne in Steueroasen zu schieben.„
Nicholas Shaxon

Schweizer Banker sind unbelehrbar. Vierzig Jahre lang haben links-grüne Parteien in der Schweiz die Machenschaften der Zürcher Bahnhofstrasse angeprangert. Erfolglos.
Dank der immer noch anhaltenden geheimen Schmiergeldzahlungen an die bürgerlichen Parteien wurde das schweizerische Bankgeheimnis zum nationalen Heiligtum emporstilisiert. Die SVP wollte das Bankgeheimnis und damit das Recht auf Steuerbetrug sogar in der Bundesverfassung festschreiben!
Nachdem die UBS in den USA wegen ihrer aktiven Mithilfe zum Steuerbetrug haarscharf den Zusammenbruch vereiteln konnte, hätte man eigentlich erwarten können, die Schweizer Banken hätten nun begriffen, dass man nicht ungestraft internationale Rechtsnormen verletzen darf.
Weit gefehlt! Nicht weniger als elf weitere Schweizer Banken wussten nichts gescheiteres, als die von der UBS freigestellten amerikanischen Steuerbetrüger nun in ihren Konten vor dem amerikanischen Fiskus zu verstecken! Wenn die Privatbank Wegelin und mit ihr der großspurige Chef Hummler, nebenbei noch NZZ-Verwaltungsratspräsident(!), nun auf der Anklagebank sitzen, ist das nur folgerichtig. Unglaublich nur, dass gewisse Banker-Lobbyisten nicht müde werden, jetzt wieder den kleinen Schweizer Steuerzahler für die Verteidigung der Hochfinanzbetrüger zu verpflichten.

Nach 50 Jahren grosser Profite dank der in der Schweiz parkierten weltweiten Schwarzgelder sprechen nun alle von einer unabdingbaren Weissgeldstategie. Gemeint ist aber höchstens eine Zebrastrategie: die Schweiz gibt Finanzinformationen preis gegenüber den Mächtigen USA, Deutschland… Für Despotengelder aus Afrika und anderen Weltgegenden soll das Bankgeheimnis gelten wie eh und je. Unverhandelbar….Und das Gleiche gilt für die berühmt berüchtigten Steueroasen am schönen Zugersee.

Wahlen auf dem Dorfe

Posted in Politik by ruedibaumann on Februar 5, 2012

Leider ist unser langjähriger Maire Jean-Michel Liares zurückgetreten. Als Begründung hat er ins Feld geführt, dass in absehbarer Zeit eine Ortsplanung ausgearbeitet werden soll. Weil er als Landwirt und Grundeigentümer von allfälligen Bauzonen betroffen sein könnte, will er zum vornherein jegliche Interessenkonflikte ausschliessen. Chapeau!

Der neue Bürgermeister wird durch den neunköpfigen Gemeinderat gewählt werden. Daher musste heute vorerst in einer Urnenabstimmung ein Ersatzmitglied in den Gemeinderat gewählt werden.

Gleich vier Personen haben sich für eine Kandidatur entschlossen! Für eine Kleingemeinde mit weniger als 80 EinwohnerInnen eine doch sehr erfreuliche Ausgangslage, wenn ich die Situation mit vielen Kleingemeinden in der Schweiz vergleiche, wo es immer schwieriger wird, Gemeinderäte zu finden!

Trotz winterlichen Verhältnissen haben wir keine Mühe gescheut, uns bis zum Abstimmungslokal durchzukämpfen…

7 cm Schnee sind heute morgen gefallen, so viel wie noch nie seit wir in der Gascogne wohnen…

Spuren im Schnee von unerschütterlichen Demokraten auf dem langen Weg zur Wahlurne…

Jean-Michel Liares, Maire de Traversères überwacht die Urnenabstimmung, damit alles mit rechten Dingen zugeht!

Bei dieser Kandidatenflut ist damit zu rechnen, dass nächsten Sonntag voraussichtlich der zweite Wahlgang stattfinden wird. Hoffentlich dann bei frühlingshaftem Wetter!

Resultate in der „La Dépêche du Midi“ 6.2.2012:

Traversères. Elections : il y aura un 2e tour
Une élection municipale partielle avait lieu hier dimanche 5 février, afin d’élire un conseiller municipal. Après la démission de Jean-Michel Liarès -de ses seules fonctions de maire- et le décès d’un autre conseiller, le conseil municipal était incomplet.

Résultats du 1er tour. Inscrits : 67 ; votants : 48 ; suffrages exprimés : 48. Ont obtenu : Tom Lignières, 22 voix ; Pascale Torrès, 13 voix ; Alain Gomez, 8 voix ; Miche Cardonne, 5 voix.

La majorité n’ayant pas été obtenue, une nouvelle élection aura lieu dimanche 12 février de 8 heures à 18 heures.

Präsidentschaftswahlen – wo sind die Grünen?

Posted in Politik by ruedibaumann on Februar 3, 2012

Bei den Präsidentschaftswahlen in Frankreich geht es auch darum, dass sich neben den rechten und linken Schwergewichten Sarkozy und Holland die verschiedenen Kleinparteien in Erinnerung rufen.
Da ist beispielsweise der „ewige Kandidat“ Bayrou, der sich mit seiner Mittepartei regelmässig krampfhaft um Einfluss bemüht. Da ist der rechtsextreme Front National, der mit Tochter Le Pen alle Unzufriedenen und Enttäuschten sammelt um den Regierenden zumindest im ersten Wahlgang Eins auszuwischen!

Da wären aber auch die Grünen, die bei den letzten Europawahlen ausgezeichnet abgeschnitten haben (16%) und nun dafür sorgen möchten, dass sie in einer künftigen linken Regierung viel Gewicht erhalten werden. Leider ist ihre Kampagne bisher völlig unsichtbar. Ihrer Kandidatin, Eva Joly, gelingt es offensichtlich nicht, sich im rüden Wahlkampf Gehör zu verschaffen. Schade, denn den französischen Sozialisten würde etwas mehr Umweltbewusstsein – man denke beispielsweise an die französischen Atomkraftwerke -, nur gut tun!

Le Monde electronique 2.2.2012

Les Verts auf der Liste der gefährdeten Arten: Daniel Cohn-Bendit muss (wieder mal) zu Hilfe eilen um ein Wahldebakel zu verhindern.

Interessanter Artikel über die französische Polit-Blogsphäre

Agropoly

Posted in Politik by ruedibaumann on Januar 25, 2012

Die Hälfte der Weltbevölkerung lebt auf dem Land. Sie erwirtschaftet weit mehr als die Hälfte ihres Einkommens aus der Landwirtschaft. Von weltweit etwa 450 Millionen Bauernhöfen sind 85 % kleinbäuerlich. Diese produzieren etwa die Hälfte aller Nahrungsmittel.
Auf industrialisierten Plantagen und Farmen sind rund 450 Millionen Landarbeiter tätig. Diese großen Farmen sind immer häufiger im Besitz von Banken oder anderen großen Unternehmen, die den Bauern Saatgut und Agrarchemie sowie Jungtiere und Futtermittel vorfinanzieren.
Das Interesse der Investoren wächst mit den steigenden Agrarpreisen rasant weiter. Flächen von der Größe Frankreichs werden jedes Jahr ins Ausland verkauft. Diese Landnahme (Land grabbing) betrifft besonders Afrika.

Ein Beispiel:

Hohe Konzentration in wenigen Jahren: 1996 hielten die zehn größten Unternehmen der Saatgutindustrie einen Marktanteil von unter 30 %. Heute kontrollieren die drei größten Unternehmen über 50 % des Marktes. Das Saatgut wurde in vielen Fällen teurer. Die drei Marktleader beim Saatgut sind allesamt auch führende Pestizidverkäufer.

Das und noch viel mehr steht in einer neuen Broschüre der Erklärung von Bern, die hier heruntergeladen werden kann!

Bottled Life

Posted in Politik by ruedibaumann on Januar 24, 2012

Peinlich, peinlich wie der Néstle-Chef Brabeck und sein Mediensprecher Rudolf Ramsauer ihr dreckiges Geschäft rechtfertigen wollen: Wasser als öffentliches Gut sei eine „extreme Ansicht“ gewisser NGOs und das Problem sei der Wasserverbrauch in der Landwirtschaft. Einverstanden, der Wasserverbrauch bei gewissen landwirtschaftlichen Produktionsformen ist viel zu hoch, namentlich wenn die Landwirtschaft für den Nahrungsmittelkonzern Nestlé produziert…

„OSONS LA BIO!“

Posted in Politik by ruedibaumann on Januar 20, 2012

„NOUS, PRODUCTEURS, CONSOMMATEURS ET CITOYENS, PARCE QUE NOUS CONSIDÉRONS QUE L’AGRICULTURE BIO EST, ÉCOLOGIQUEMENT, SOCIALEMENT ET ÉCONOMIQUEMENT, UNE DES SOLUTIONS PRIORITAIRES POUR L’AVENIR, NOUS DEMANDONS AUX CANDIDATS À L’ÉLECTION PRÉSIDENTIELLE DE 2012 DE S’ENGAGER À SOUTENIR AVEC FORCE LE DÉVELOPPEMENT DE LA BIO PAR DES MESURES FINANCIÈRES, FISCALES ET D’ACCOMPAGNEMENTS TECHNIQUES.“

HIER KLICKEN!

Stresstest

Posted in Politik by ruedibaumann on Januar 13, 2012

Dank der Frauenmehrheit im Bundesrat hat die Schweiz (endlich) eine neue Energiepolitik aufgegleist: weg vom Atomstrom hin zu erneuerbaren Energien!

Allerdings brütet ein inzwischen über vierzig Jahre altes Atomkraftwerk nur 15 km vor den Toren der Stadt Bern weiter still vor sich hin.

Ironie der Geschichte: erst ein EU-Stresstest scheint nun dazu zu führen, dass Mühleberg endlich abgestellt wird.
Knapp zwei Kilometer oberhalb des Atomreaktors befindet sich die 1920 erbaute Staumauer des Wohlensees.

Bei einem Erdbeben mit Bruch der Staumauer könnte in Mühleberg ähnliches passieren wie in Fukushima. Schlimmer noch: die Hauptstadt der Schweiz und die ganze Grossregion Bern-Biel-Freiburg würde unbewohnbar!

Betonwüsten

Posted in Politik by ruedibaumann on Januar 12, 2012

Am 11. März können wir in der Schweiz über die Initiative Schluss mit uferlosem Bau von Zweitwohnungen abstimmen.

Als Auslandschweizer fällt einem wahrscheinlich bei gelegentlichen Schweiz-Besuchen die rücksichtslose Verbetonierung der alten Heimat ganz besonders auf.
Die Entwicklung ist nicht neu und hat in den letzten Jahrzehnten viele einzigartige Landschaften unwiederbringlich zerstört. Natürlich nicht nur in den Tourismusregionen.

Das schweizerische Raumplanungsrecht ist zahnlos und konnte und kann die zahllosen Betonwüsten nicht verhindern.

Ich werde der Initiative gegen den zerstörerischen Zweitwohnungsbau zustimmen. Es ist Zeit, ein klares Zeichen zu setzen

Pachtzinse

Posted in Politik by ruedibaumann on Januar 2, 2012

Heute morgen wurde ich auf das folgende Inserat im Anzeiger des Amtes Aarberg aufmerksam gemacht:

Jetzt könnte man einfach sagen, die spinnen die Schweizer Bauern, 2’000 Franken pro Hektare Pachtzins zu bezahlen (in Frankreich beträgt der Pachtzins vergleichsweise etwa 100 Franken).

Man könnte auch auf die helvetische Gesetzgebung verweisen, und feststellen dass ein Pachtzins von 2000 Fr./ha eindeutig widerrechtlich ist: In Artikel 36 des Bundesgesetzes über die Landwirtschaftliche Pacht steht folgendes:“ Der Pachtzins unterliegt der behördlichen Kontrolle; er darf das zulässige Mass nicht übersteigen.“
Das „zulässige Mass“ ist eindeutig unter tausend Franken pro Hektare, aber die Pachtzinskontrolle funktioniert nicht, weil Boden- und Pachtzinsmarkt in der Schweiz völlig intransparent sind.

Man könnte aber auch auf das Direktzahlungssystem der Schweiz verweisen, das jedem Landwirt so gegen 4000 Franken pro Hektare ausbezahlt. Und weil diese Zahlungen pro Betrieb gegen oben unlimitiert sind, will jeder Bauer seinen Betrieb vergrössern. Wie man kürzlich erfahren konnte, erhält ein grosser Landwirtschaftsbetrieb im Jura jährlich 511’000 sfr. auf die Hand, Tendenz steigend!

Man könnte sich auch fragen, wo die Parlamentarier sind, die bei dieser Geldverteilerei an die grossen Landbesitzer endlich etwas die Sparschraube anziehen?