AUSWANDERERBLOG

Präsidentschaftswahlen – wo sind die Grünen?

Posted in Politik by ruedibaumann on Februar 3, 2012

Bei den Präsidentschaftswahlen in Frankreich geht es auch darum, dass sich neben den rechten und linken Schwergewichten Sarkozy und Holland die verschiedenen Kleinparteien in Erinnerung rufen.
Da ist beispielsweise der „ewige Kandidat“ Bayrou, der sich mit seiner Mittepartei regelmässig krampfhaft um Einfluss bemüht. Da ist der rechtsextreme Front National, der mit Tochter Le Pen alle Unzufriedenen und Enttäuschten sammelt um den Regierenden zumindest im ersten Wahlgang Eins auszuwischen!

Da wären aber auch die Grünen, die bei den letzten Europawahlen ausgezeichnet abgeschnitten haben (16%) und nun dafür sorgen möchten, dass sie in einer künftigen linken Regierung viel Gewicht erhalten werden. Leider ist ihre Kampagne bisher völlig unsichtbar. Ihrer Kandidatin, Eva Joly, gelingt es offensichtlich nicht, sich im rüden Wahlkampf Gehör zu verschaffen. Schade, denn den französischen Sozialisten würde etwas mehr Umweltbewusstsein – man denke beispielsweise an die französischen Atomkraftwerke -, nur gut tun!

Le Monde electronique 2.2.2012

Les Verts auf der Liste der gefährdeten Arten: Daniel Cohn-Bendit muss (wieder mal) zu Hilfe eilen um ein Wahldebakel zu verhindern.

Interessanter Artikel über die französische Polit-Blogsphäre

Agropoly

Posted in Politik by ruedibaumann on Januar 25, 2012

Die Hälfte der Weltbevölkerung lebt auf dem Land. Sie erwirtschaftet weit mehr als die Hälfte ihres Einkommens aus der Landwirtschaft. Von weltweit etwa 450 Millionen Bauernhöfen sind 85 % kleinbäuerlich. Diese produzieren etwa die Hälfte aller Nahrungsmittel.
Auf industrialisierten Plantagen und Farmen sind rund 450 Millionen Landarbeiter tätig. Diese großen Farmen sind immer häufiger im Besitz von Banken oder anderen großen Unternehmen, die den Bauern Saatgut und Agrarchemie sowie Jungtiere und Futtermittel vorfinanzieren.
Das Interesse der Investoren wächst mit den steigenden Agrarpreisen rasant weiter. Flächen von der Größe Frankreichs werden jedes Jahr ins Ausland verkauft. Diese Landnahme (Land grabbing) betrifft besonders Afrika.

Ein Beispiel:

Hohe Konzentration in wenigen Jahren: 1996 hielten die zehn größten Unternehmen der Saatgutindustrie einen Marktanteil von unter 30 %. Heute kontrollieren die drei größten Unternehmen über 50 % des Marktes. Das Saatgut wurde in vielen Fällen teurer. Die drei Marktleader beim Saatgut sind allesamt auch führende Pestizidverkäufer.

Das und noch viel mehr steht in einer neuen Broschüre der Erklärung von Bern, die hier heruntergeladen werden kann!

Bottled Life

Posted in Politik by ruedibaumann on Januar 24, 2012

Peinlich, peinlich wie der Néstle-Chef Brabeck und sein Mediensprecher Rudolf Ramsauer ihr dreckiges Geschäft rechtfertigen wollen: Wasser als öffentliches Gut sei eine „extreme Ansicht“ gewisser NGOs und das Problem sei der Wasserverbrauch in der Landwirtschaft. Einverstanden, der Wasserverbrauch bei gewissen landwirtschaftlichen Produktionsformen ist viel zu hoch, namentlich wenn die Landwirtschaft für den Nahrungsmittelkonzern Nestlé produziert…

„OSONS LA BIO!“

Posted in Politik by ruedibaumann on Januar 20, 2012

„NOUS, PRODUCTEURS, CONSOMMATEURS ET CITOYENS, PARCE QUE NOUS CONSIDÉRONS QUE L’AGRICULTURE BIO EST, ÉCOLOGIQUEMENT, SOCIALEMENT ET ÉCONOMIQUEMENT, UNE DES SOLUTIONS PRIORITAIRES POUR L’AVENIR, NOUS DEMANDONS AUX CANDIDATS À L’ÉLECTION PRÉSIDENTIELLE DE 2012 DE S’ENGAGER À SOUTENIR AVEC FORCE LE DÉVELOPPEMENT DE LA BIO PAR DES MESURES FINANCIÈRES, FISCALES ET D’ACCOMPAGNEMENTS TECHNIQUES.“

HIER KLICKEN!

Stresstest

Posted in Politik by ruedibaumann on Januar 13, 2012

Dank der Frauenmehrheit im Bundesrat hat die Schweiz (endlich) eine neue Energiepolitik aufgegleist: weg vom Atomstrom hin zu erneuerbaren Energien!

Allerdings brütet ein inzwischen über vierzig Jahre altes Atomkraftwerk nur 15 km vor den Toren der Stadt Bern weiter still vor sich hin.

Ironie der Geschichte: erst ein EU-Stresstest scheint nun dazu zu führen, dass Mühleberg endlich abgestellt wird.
Knapp zwei Kilometer oberhalb des Atomreaktors befindet sich die 1920 erbaute Staumauer des Wohlensees.

Bei einem Erdbeben mit Bruch der Staumauer könnte in Mühleberg ähnliches passieren wie in Fukushima. Schlimmer noch: die Hauptstadt der Schweiz und die ganze Grossregion Bern-Biel-Freiburg würde unbewohnbar!

Betonwüsten

Posted in Politik by ruedibaumann on Januar 12, 2012

Am 11. März können wir in der Schweiz über die Initiative Schluss mit uferlosem Bau von Zweitwohnungen abstimmen.

Als Auslandschweizer fällt einem wahrscheinlich bei gelegentlichen Schweiz-Besuchen die rücksichtslose Verbetonierung der alten Heimat ganz besonders auf.
Die Entwicklung ist nicht neu und hat in den letzten Jahrzehnten viele einzigartige Landschaften unwiederbringlich zerstört. Natürlich nicht nur in den Tourismusregionen.

Das schweizerische Raumplanungsrecht ist zahnlos und konnte und kann die zahllosen Betonwüsten nicht verhindern.

Ich werde der Initiative gegen den zerstörerischen Zweitwohnungsbau zustimmen. Es ist Zeit, ein klares Zeichen zu setzen

Pachtzinse

Posted in Politik by ruedibaumann on Januar 2, 2012

Heute morgen wurde ich auf das folgende Inserat im Anzeiger des Amtes Aarberg aufmerksam gemacht:

Jetzt könnte man einfach sagen, die spinnen die Schweizer Bauern, 2’000 Franken pro Hektare Pachtzins zu bezahlen (in Frankreich beträgt der Pachtzins vergleichsweise etwa 100 Franken).

Man könnte auch auf die helvetische Gesetzgebung verweisen, und feststellen dass ein Pachtzins von 2000 Fr./ha eindeutig widerrechtlich ist: In Artikel 36 des Bundesgesetzes über die Landwirtschaftliche Pacht steht folgendes:“ Der Pachtzins unterliegt der behördlichen Kontrolle; er darf das zulässige Mass nicht übersteigen.“
Das „zulässige Mass“ ist eindeutig unter tausend Franken pro Hektare, aber die Pachtzinskontrolle funktioniert nicht, weil Boden- und Pachtzinsmarkt in der Schweiz völlig intransparent sind.

Man könnte aber auch auf das Direktzahlungssystem der Schweiz verweisen, das jedem Landwirt so gegen 4000 Franken pro Hektare ausbezahlt. Und weil diese Zahlungen pro Betrieb gegen oben unlimitiert sind, will jeder Bauer seinen Betrieb vergrössern. Wie man kürzlich erfahren konnte, erhält ein grosser Landwirtschaftsbetrieb im Jura jährlich 511’000 sfr. auf die Hand, Tendenz steigend!

Man könnte sich auch fragen, wo die Parlamentarier sind, die bei dieser Geldverteilerei an die grossen Landbesitzer endlich etwas die Sparschraube anziehen?

Was ist eigentlich die gemeinsame Agrarpolitik?

Posted in Politik by ruedibaumann on Dezember 31, 2011

Filmchen ansehen!

Und so sieht es Jean Ziegler

GAP – PAC

Posted in Politik by ruedibaumann on Dezember 30, 2011

GAP=Gemeinsame Agrarpolitik=PAC=Politique Agricole Commune

Wer soll uns ernähren, die Bauern oder die Banken?

Posted in Politik by ruedibaumann on Dezember 16, 2011

„Die grösste Herausforderung für die Zukunft wird es sein, den galoppierenden Aufkauf von Wasser, Land, Saatgut und die Übernahme des Ernährungssektors durch Investoren und die Industrie zu stoppen. Vieles, was Jahrhundertlang Allgemeingut war, wird heute privatisiert. Es muss wieder ein Ernährungssystem entstehen, das nachhaltiger ist, ökologischer und näher bei den Menschen. Dafür werden wir weiterkämpfen.“

Interview mit Henk Hobbelink, Co-Gründer von GRAIN, zur fortschreitenden Privatisierung von öffentlichen Gütern, zur Macht der Banken und zur Wichtigkeit einer Nahrungsmittelproduktion, die wieder näher zum Menschen rückt.

Das ganze Interview