Der angekündigte Aufstieg der Marine Le Pen
Die Terroranschläge reichen nicht aus, um Le Pens Erfolg zu erklären. Ihr Sieg bei den Präsidentenwahlen ist nun wahrscheinlicher – das wäre katastrophal für Europa.
Georg Blume, Paris
7. Dezember 2015, 0:12 Uhr Quelle: ZEIT ONLINE
Es liegt nahe, den Sieg des rechtsextremen Front National (FN) bei den französischen Regionalwahlen mit den Pariser Attentaten zu erklären. Tatsächlich zeigten Wählerbefragungen nach dem Wahlgang, dass viele Franzosen der Partei bei Themen wie Terrorismusbekämpfung und innerer Sicherheit besonders viel Vertrauen schenken. Und doch reichen die Pariser Attentate nicht aus als Erklärung für den Sieg der Rechtsextremen.
Das Wahlergebnis hat alle Chancen, in die Geschichte einzugehen als letzter und erneut missverstandener Warnschuss der französischen Wähler vor der eigentlichen, sich seit Jahren immer stärker abzeichnenden Katastrophe. Nämlich einem Wahlsieg Marine Le Pens bei den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2017. Selbst ein sehr gutes Abschneiden der FN-Chefin ohne Sieg würde die französische Politik ganz neuen Zwängen unterwerfen. Diese Katastrophe ist heute wahrscheinlicher als je zuvor.
Zumal sich die Wahlergebnisse mit etwas Abstand zu den jüngsten Ereignissen nur als Fortsetzung eines mehrjährigen, immer steiler werdenden Trends lesen lassen. Im Jahr 2011 hat Marine Le Pen effektiv die Führung des FN übernommen. Als sie bei den Präsidentschaftswahlen 2012 erstmals als nationale Führungsfigur auftrat, entschied sich im ersten Wahlgang noch knapp jeder fünfte Wähler für sie. Sie landete bei 18 Prozent. Bei den Europawahlen 2014 war es dann jeder vierte Wähler. Sie landete bei 25 Prozent. Heute schenkt ihr jeder dritte französische Wähler seine Stimme. Sie liegt nun fast bei 30 Prozent landesweit.
Front National gewinnt Regionalwahlen
Der rechtsextreme Front National holt das beste Ergebnis seiner Geschichte ein. Marine Le Pen stellt mit dem Ergebnis die Weichen für die Wahlen 2017.
Schafft sie das auch 2017?
Ihr Fazit zur Wahl, dass der Front National „unbestreitbar“ die stärkste Partei Frankreichs sei, lässt sich deshalb schlecht widerlegen. Auch wird man bereits beim zweiten Wahlgang der Regionalwahlen in einer Woche bemerken können, dass das französische Mehrheitswahlrecht in zwei Wahlgängen der stärksten Partei auch dann noch einen Bonus verschafft, wenn diese Partei rechtsextrem ist. Will heißen: Nächsten Sonntag wird Le Pen aller Voraussicht nach erstmals bei über 50 Prozent der Stimmen liegen, jedenfalls in ihrer Region. Ab dann aber wird nur noch eine Frage die französische Politik bis zu den Präsidentschaftswahlen dominieren: Schafft sie das auch 2017?
Die Voraussetzungen, um ihren Aufstieg zu stoppen, sind nicht gut. Die alten Links- und Rechtsparteien sind sowohl untereinander als auch zwischen den Lagern tief zerstritten. Auf der Rechten bekriegen sich die Republikaner unter Ex-Präsident Nicolas Sarkozy mit den Zentristen. Auf der Linken die regierenden Sozialisten mit Grünen, Linksfront und Kommunisten. Nur vereint könnte eines der beiden Lager den FN im ersten Wahlgang noch schlagen. Doch wer eint sie? Und wer eint dann erst Rechte und Linke im zweiten Wahlgang? Sicher nicht Sarkozy, der bereits gestern Abend jegliche Wahlabsprache mit der Linken ausschloss. Und wohl auch nicht Präsident François Hollande, dessen recht gute Reaktion auf die Attentate seiner Partei an der Urne kaum geholfen hat.
Tatsächlich gibt es derzeit keinerlei Anzeichen, dass der Wahltrend für den FN seit 2012 abbricht – auch dann nicht, wenn er infolge der Attentate noch gestärkt wurde. Nimmt man das Wahlergebnis vom 6. Dezember deshalb ernst, müssten nicht nur in den Pariser Partei- und Regierungszentralen die Alarmglocken klingen, sondern in ganz Europa.
„Das französische Volk kann stolz auf sich sein!“, verkündete die Wahlsiegerin Le Pen am Sonntagabend, mit ihrer Partei werde Frankreich wieder den Weg zu alter Größe finden. Es war eine eigentlich nicht überhörbare Ankündigung zum Ausstieg aus der Europäischen Union. Und dennoch fragte man sich, wer wirklich zuhörte und das Ausmaß der Bedrohung begriff. (ZEIT ONLINE)
Elections régionales
Les élections régionales auront lieu les 6 et 13 décembre 2015.
A partir du 1er janvier 2016 la France sera organisée en 13 régions métropolitaines créées à partir des 22 anciennes dont certaines ont fusionné, sans modification des départements qui les composent.
La réforme territoriale a pour objectif de rendre l’État plus efficace en renforçant les capacités de pilotage stratégique au niveau des grandes régions.
Elle s’accompagne d’une modernisation de la fonction publique, avec comme objectifs l’amélioration de la qualité du service public, son accessibilité dans tous les territoires et le renforcement de la cohésion sociale territoriale.
Qui peut voter ?
Pour voter aux élections régionales, il faut être de nationalité française, âgé de 18 ans révolus, jouir de ses droits civils et politiques et être inscrit sur la liste électorale d’une des régions ou collectivités concernées par ce scrutin.
Pour qui vote-t-on en décembre prochain ?
Les conseillers régionaux sont élus sur des listes de candidats comportant des sections départementales, ce qui permet à chaque département d’être représenté au sein de l’assemblée régionale.
Ils sont élus pour six ans.
Seront ainsi élus :
Les 1671 conseillers régionaux (7 pour le Gers) des 12 nouvelles régions métropolitaines (hors Corse).
Les 51 membres de l’Assemblée de Corse, qui sont élus selon un mode scrutin spécifique
Les 41 conseillers régionaux de la Guadeloupe et les 45 conseillers régionaux de la Réunion
Les conseils régionaux et généraux de Guyane et de Martinique seront remplacés à l’occasion des élections régionales de 2015 par une collectivité territoriale unique dans chacun de ces territoires
Quelles nouveautés pour le mode de scrutin ?
Les assemblées régionales sont renouvelées intégralement tous les 6 ans. La loi du 16 janvier 2015 relative à la délimitation des régions, aux élections régionales et départementales et modifiant le calendrier électoral ne change pas le mode de scrutin, mais redéfinit le nombre des élus de chaque département au sein des conseils régionaux.
La liste qui recueille la majorité absolue des suffrages exprimés reçoit un quart des sièges à pourvoir, arrondi à l’entier supérieur (art. L338).
Les autres sièges sont répartis selon la règle de la plus forte moyenne entre toutes les listes ayant obtenu au moins 5% des suffrages exprimés.
Si aucune liste n’obtient la majorité absolue, il est procédé à un second tour, à la majorité relative.
Seules sont autorisées à se présenter les listes ayant obtenu au moins 10% des suffrages exprimés au premier tour. Par ailleurs, entre les deux tours, les listes peuvent être modifiées, notamment pour fusionner avec des listes ayant obtenu au moins 5% des suffrages exprimés.
La loi du 6 juin 2000 implique que les listes de candidats soient constituées selon un principe de parité stricte.
Consultez sur l’Internet Départemental de l’État la rubrique „élections régionales“
50. Legislatur Nationalrat
ERÖFFNUNGSREDE ZUR LEGISLATUR VON LISA MAZZONE
DIE JÜNGSTE NATIONALRÄTIN IST EINE GRÜNE
Die 27-jährige neu gewählte Grüne Nationalrätin Lisa Mazzone aus Genf hielt heute die Eröffnungsrede zur 50. Legislatur im Nationalrat. Vor dem Plenum sprach sie davon, dass die Politik von heute an die Generation von morgen gerichtet sein muss. Sie nahm dabei Bezug auf die laufende Klimakonferenz in Paris.
Wenn man sich fürs Klima engagiert, kann man global handeln und lokal den Alltag verbessern. Es ist auch eine Chance, den Sinn wiederzuentdecken, dass wir eine Gemeinschaft sind.
«Politik ist, Träume zu hegen und dann zu erfüllen», schloss die neu gewählte Genferin ihre Rede ab. Begonnen hatte sie die Rede mit einem Zitat von Alcide de Gasperi, Ministerpräsident Italiens zwischen 1945 und 1953: «Ein Politiker schielt auf die nächsten Wahlen. Ein Staatsmann schaut auf die nächste Generation.» Um Generationen und um die Verantwortung der Politik drehte sich ein grosser Teil ihrer Rede. Vor allen Dingen wollte Lisa Mazzone ihre Vision darlegen, dass alle gemeinsam für die Zukunft arbeiten müssen – egal welcher politischer oder sonstiger Couleur.
Je sors de chez moi et croise mon voisin indien qui travaille dans l’épicerie au coin de la rue. Mon téléphone sonne, c’est mon amie d’études québecoise, devenue enseignante de latin. Dans le train, je croise deux jeunes Kosovars, arrivés comme réfugiés pendant la guerre, que j’aidais à apprendre leur vocabulaire d’allemand quand ils étaient enfants. J’arrive chez ma grand-‐mère qui a grandi à Rapperswill et s’est mariée avec un Italien ayant lui grandi en Egypte. Là, mes deux autres grand-‐parents prennent le café, physiciens, italiens eux aussi, venus à Genève pour travailler au CERN. Voilà ma réalité, et probablement celle de nombreux Suisses. Dans cet ensemble que nous formons, les échanges nous enrichissent, dès lors qu’on les accepte.
Aufgeschnappt…
„Der Nachteil der Demokratie ist, dass auch Idioten mitreden können.“
„Als Schweizer hat man ja gar nie mit irgendetwas zu tun.“
Stunde der Rechtsparteien
„Schweizer entscheiden sich aus Angst für Abschottung“, titelt etwa die Zeitung „Die Welt“. Der Erfolg der SVP sei zwar vorhergesagt worden, „in seinem Ausmass ist er aber doch überraschend“. Das Ergebnis dürfte die Beziehung zwischen der Schweiz und der EU weiter belasten.
„Die Schweizer haben die rechtsbürgerlichen Kräfte in ihrem Land gestärkt“, stellt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ fest. Während die SVP von der Flüchtlingskrise in Europa profitiert habe, spielte „der Wirtschaftsabschwung infolge der Stärke des Franken“ der FDP in die Karten. Doch solange sich die Wahlgewinner in der Europa-Frage nicht einig seien, „kann von einem bürgerlichen Schulterschluss nicht die Rede sein“.
Die „Süddeutsche Zeitung“ sieht durch die Stärkung des rechten Lagers „das politische Erfolgsmodell des Landes“ in Gefahr. „Die Schweiz, das war das Land, in dem alle zusammen regieren.“ In der Praxis sei die Eidgenossenschaft längst zum Vorbild der europäischen Rechtspopulisten geworden. „Von gemeinsamer Entscheidungsfindung ist dabei keine Rede.“
„Die erfolgreichsten Rechtspopulisten Europas“, nennt auch das deutsche Nachrichtenmagazin „Spiegel“ die Wahlsiegerin SVP in seiner Analyse. In deren Mittelpunkt steht der SVP-Nationalratsneuling Roger Köppel. „Er könnte in den nächsten Jahren eine zentrale Rolle in der Partei spielen.“ Die grosse Frage, die sich nun stelle, sei, ob die FDP als zweite Gewinnerin sich künftig stärker mit der SVP verbünde.
Laut der Zeitung „Die Presse“ aus Österreich hat eine Woche nach dem Erfolg des FPÖ-Rechtspopulisten Heinz-Christian Strache in Wien nun in der Schweiz die „Stunde der Rechtsparteien“ geschlagen: „Auch die internationale Grosswetterlage kam der SVP zupass.“ Wie immer habe die Volkspartei den Wahlkampf mit einer Angst- und Feindbildkampagne geführt: gegen Flüchtlinge, Ausländer und die EU.
Die britische Zeitung „The Guardian“ setzt den Erfolg der SVP ebenfalls in einen Zusammenhang mit der steigenden Flüchtlings- und Migrantenzahl in Europa. Das habe dem Thema auch in der Schweiz Aufmerksamkeit verliehen, „wenn auch die wohlhabende Alpennation bislang nicht massgeblich von der Krise betroffen war“.
Dem pflichtet die spanische Zeitung „El Pais“ bei. Die SVP habe zudem bei jenem Teil der Bevölkerung Ängste geschürt, der befürchte, „den hohen Lebensstandard und die nationale Identität zu verlieren“.
Die französische Tageszeitung „Le Monde“ spricht von einer Bestätigung des Drucks der populistischen Rechten in der Schweiz. Sie relativiert aber zugleich, das System der direkten Demokratie verringere die Bedeutung der Wahl ein Stück weit. „Le Figaro“ bescheinigt der SVP eine „spektakuläre Steigerung“ und die „Libération“ spricht von einer „Rechtskurve“.
(SDA)
Sonnenfinsternis im Land der Zwerge
Es ist zehn Uhr, Sonntagvormittags, Wahlsonntag in der Schweiz. In wenigen Stunden werde ich mich über den populistischen Rechtsrutsch ärgern. Ich tue was ich immer tue vor wichtigen anstehenden Entscheiden und Beschlüssen: ich stelle mir den „Worstcase“ vor: massive Gewinne der Rechtsnationalisten, Triumph für den Milliardär und seine Adlaten, Verluste für die Grünen und Linken, Abwahl oder Nichtwahl von Hoffnungsträgern…. Die Folge davon: keine Energiewende mehr, Dämpfer für Solarenergie, Sonnenfinsternis, weitere Entfremdung von Europa und der Weltgemeinschaft, verbale Enthemmung der Fremdenhasser, soziale Härte gegen Flüchtlinge, Rückschritt für ökologische Landwirtschaft usw. usf.. Kurz, ein Wahlsonntag zum Auswandern (wenn man denn nicht schon ausgewandert ist).
Und ich suche mir schon zum voraus tröstende Lichtblicke. Einer davon, dass sich endlich wieder ein Schriftsteller von Format mit einer Wutrede den ganzen Frust vom Leibe schreibt wie zu Dürrenmatt und Frischs Zeiten. Bärfuss hält dem Land der Zwerge den Spiegel vor! Und Pedro Lenz zögert nicht, ihn dabei politisch zu unterstützen! Endlich wieder richtige politische Auseinandersetzungen statt dem ewigen Gesäusel praktisch aller Massenmedien um Akzeptanz, Sonderfall, Wirtschaftsinteressen und Blocherismus. Es gibt noch Hoffnung für das Land der Zwerge!
„Décullotée“, blamiert bis auf die Knochen haben sich mit einer Monsterniederlage les Quinzes de France, unser Rugby-Nantionalmannschaft gestern Abend gegen Neuseeland. Wie kommt es nur, dass ich mich inzwischen auch darüber ärgere, wenn „les Bleus“ verlieren, bzw. freue wenn sie gewinnen. Ist das Heimatliebe, Chauvinismus oder Nationalismus?
Vive l’Europe, vive la France, vive la Suisse (aber nur wenn der Rechtsrutsch ausbleibt)! Das gilt für alle!
Neue Region
Da sagt man immer Frankreich sei reformunfähig und nun das: innert nur zweier Jahre hat Frankreich seine territoriale Gliederung ganz umgekrempelt. Aus 22 Regionen werden ab 1.1. 2016 nur noch 13 Regionen. Das ist etwa so, wenn die Schweiz aus 26 Kantonen innert Jahresfrist 5 Kantone machen würde!
Unsere Region Midi-Pyrénées wird mit der Region Langedoc-Roussion fusioniert und wird mit 72 000 km2 wesentlich grösser als la Suisse entière. Mit 5,7 Millionen Bewohnern ist die neue Region allerdings etwas weniger dicht besiedelt als die Schweiz. Zur Zeit streitet man sich noch um die Hauptstadt: Toulouse oder Monpellier? Auch der Name ist noch offen: Die grosse Mehrheit der Zeitungsleser der neuen Region voten für Occitanie (Okzitanien).
Im Dezember wird das neue Parlament gewählt und wir hoffen natürlich auf eine nach wie vor rot-grüne Mehrheit. Es lebt sich hier wie anderorts viel besser ohne SVP und ohne Front National!
Trotz den eidgenössischen Wahlen…
… fahren wir zurück nach Frankreich. Für alle In- und Auslandschweizer kann ich nur eines empfehlen:
Grün wählen statt schwarz malen!
Au revoir en France!






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