Orchideen / Orchidée de Traversères
Nach drei Jahren Pause blüht sie endlich wieder: l’Orchidée de Traversères:

Erstmals entdeckt 2009, 2011 publiziert und aufgenommen im International Plant Names Index als xSerapicamptis traverseriana S. Baumann.
Seither blühten jedes Jahr ein bis maximal sieben Exemplare dieser seltenen Orchidee in unsern Wiesen. Danach blieb die Suche drei Jahre lang ohne Erfolg. Wegen Trockenheit? Oder hatte sie sich zu gut versteckt im Maigras? Auf jeden Fall ist es ohnehin ein Zufall, wenn überhaupt so eine Orchidee entstehen kann, handelt es sich doch um einen nicht fortpflanzungsfähigen Hybrid zwischen den zwei Gattungen Anacamptis und Serapias, welche nicht den gleichen Bestäuber haben. Für die Geburt einer Orchidee von Traversères braucht es also jedes Mal ein kleines Insekt, das sich verirrt. Oder wir könnten jeweils im Mai mit einem Pinselchen die Pollen von einem Pflugschar-Zungenstendel auf eine Pyramiden-Hundswurz übertragen und hoffen, dass es irgendwann klappt. Denn von der erfolgreichen Bestäubung bis zur blühfähigen Pflanze dauert es einige Jahre. Wir überlassen das lieber weiterhin der Natur!
Die Eltern der Orchidee von Traversères blühen übrigens zurzeit zu Hunderten in unsern Wiesen Anacamptis pyramidalis (Pyramiden-Hundswurz) und Serapias vomeracea (Pflugschar-Zungenstendel)

Und hier noch mal ihr Baby:


Wissen Sie, was ein Pflugschar-Zungenstendel ist?
Ja, es ist eine wilde Orchidee auf unserer Naturwiese…

Serapias vomeracea (Pflugschar-Zungenstendel)

Platanthera chloranta (grünliche Waldhyazinthe)

Ophrys apifera (Bienenragwurz) Schon wieder etwas gelernt!
Artenreiche Wiesen
Wenn Sie ihren Rasen zwanzig Jahre nicht düngen, dann sieht es bei Ihnen im Garten vielleicht auch so aus wie bei uns… ist doch schön, oder?


Seltenes Exemplar
Ein Bauer in der Umgebung hat Stephanie (d i e Orchideenexpertin!) angerufen, um eine seltene Orchidee, die er auf seiner Pferdeweide entdeckt hat, zu bestimmen. Und tatsächlich handelt es sich um eine Ophrys ciliata (auch Ophrys miroir genannt, wegen der spiegelähnlichen Blühte). Bisher wurden im ganzen Gers nur sechs Einzelexemplare dieser seltenen Orchidee gefunden, die sonst nur in den Pyrenäen vorkommt. Man mutmasst, dass die Orchidee durch in den Pyrenäen gesömmerte Schafe den Weg ins Gers gefunden hat.

Die Dritte
Nach der braunen Ragwurz (links im Bild) und der März-Ophrys (rechts im Bild)



Biodiversität
Sie sind zwar munzig klein, aber wunderschön. Und sie blühen jetzt gerade zu Hunderten in unseren Wiesen.



Herbstwendelähre
Trotz extremer Trockenheit blüht jetzt die Herbstwendelähre (Spiranthes spiralis) in allen Wiesen und auch ums Haus herum:









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