Monsieur Nelsonii
Die Schweiz hat uns ja bei unserer Ankunft mit strahlendem Sonnenschein empfangen. Ob all der Blütenpracht haben wir kurz die blühenden Orchideen im Gers vergessen. Mit dem Regenwetter kommt jetzt die Erinnerung und auch die Zeit, all die Fotos zu ordnen, die wir am Tag vor der Abreise gemacht haben. Es blühen dort jetzt gerade 15 verschiedene Orchideen-Arten:
Viele von ihnen werden noch blühen, wenn wir wieder zurück sind. Und hoffentlich auch unser Monsieur Nelsonii = ein seltener Hybride zwischen zwei Ophrys-Arten (insectifera x scolopax), den wir vor zwei Jahren zufällig entdeckten.
Letztes Jahr ist er erfroren, und in diesem Jahr ist seine erste Blüte ausgerechnet am Abend vor unserer Abreise aufgegangen, bei Sonnenuntergang, eher ungünstig für Aufnahmen im Gegenlicht. Also haben wir morgens bei der Abreise noch mal einen Stop gemacht neben Mr Nelsonii – mit mässigem Erfolg……
Immerhin sieht man, dass da noch einige Knospen dran sind – neue Bilder folgen also hoffentlich, wenn wir wieder zurück im Gers sind.
Am 9. Mai 2007 war es für uns noch die Namenlose…
Purpurwiese
Inventar auf der Purpurwiese hinter dem Haus zwischen zwei Regenfällen:
Neben hunderten „normalen“ Orchis purpurea blühen hier jetzt 29 monochrome Purpurorchis. Solche Albinos gibt es bei jeder Orchideenart. Unter Orchideenfreunden sind solche Farbanomalien sehr beliebt und jedes einzelne Exemplar wird sofort nach dem Fund in den entsprechenden Foren publiziert. Obwohl die farblosen Orchideen im Gegensatz zu vielen Hybriden fertil sind, treten sie gemäss Fachliteratur meist nur einzeln auf. Weshalb sie sich ausgerechnet hinter unserm Haus so munter vermehren, bleibt uns ein Rätsel.
Neben den reinen Albinos gibt es auf der gleichen Wiese auch noch 5 weitere Orchis purpurea mit einer Farbanomalie.
4 rosa gefärbte Purpureas in einer Gruppe:
Und 1 blassrosa gefärbte Purpurea etwas abseits vom grossen Pulk:

Und „normal“ sehen sie so aus:


Aber auch diese vier „Normalen“ sind doch sehr individuell und unterschiedlich sowohl in Farbe wie Punktierung etc.
Was also ist denn eigentlich „normal“???
Und hier noch neben vier „Normalen“ ein ganz spezieller, individueller Einelkämpfer!
Und ganz zum Schluss noch eine, die total aus der Reihe tanzt. Im Gegensatz zur Farbanomalie geht es hier um eine Formanomalie. Ein Lusus also…. oder vielleicht doch ein Hybrid??? Eine Kreuzung zwischen Purpurea und ???

Ferme des Orchidees
Im Departement Gers wurden bisher von der Société botanique 43 verschiedene wilde Orchideenarten entdeckt. Einzelne sind sehr häufig, andere kommen nur in wenigen Teilregionen vor und einzelne sind national geschützt. Von einer Orchideenart gibt es im Gers bisher nur ein einziges Exemplar!
Auf unserem Hof (70 ha) hat Stephanie bisher 27 verschieden Orchideenarten gefunden und dokumentiert. Die Domaine „La Oueyte“ wird mehr und mehr zu einer in Fachkreisen bekannten „Ferme des orchidees“.
Ophrys scolopax
Obwohl es zwei Tage lang ohne Unterbruch geregnet hat, die Orchideen blühen weiter. Und jetzt gehen mit jedem Sonnenstrahl neue Blüten auf. Hier die Ophrys scolopax:
Orchideenfieber
Bevor die grösseren Orchideen kommen, hier jetzt noch mal alle drei kleinen Ophrys (=Ragwurze), die seit Ende Februar/Anfang März überall auf unsern Wiesen blühen.
Extraterrestrisches
Erstaunlich, was die Natur jeweils für Formen schafft. Sehen diese Orchideen nicht wie Gestalten von einem anderen Planeten aus?
Variabilité marzuola
Höchste Zeit für die Darstellung der Variabilität der Orchidee die den März im Namen trägt: Ophrys marzuola



















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