Holzschlag
Die höheren Holzpreise haben diesen Winter auch in der Schweiz dazu geführt, dass viel mehr Holz geschlagen wurde als üblich. Im Berner Seeland wurden vielerorts durch die intensive Waldnutzung das Landschaftsbild (vorübergehend) massiv verändert.


Der Wald wird nachwachsen, weniger Fichten und Tannen, mehr trockenheitsresistente Laubbäume.
50ème Foire Agricole
In Barcelonne du Gers wie alle Jahre wieder der landesweit grösste Anlass für das Landvolk: Traktoren, Landmaschinen, Solaranlagen… und Marktstände soweit das Auge reicht… https://www.foiredebarcelonne.com


Und alles mit Blick auf die verschneite Pyrenäenkette…

Reben schneiden
Natürlich ist es schöner wenn die Sonne scheint, als wenn einem ein kalter Wind um die Ohren pfeift…
Unsere Reben haben im letzten Trockensommer sehr gelitten. Der Spätfrost im April und ein Hagelwetter haben ihre Spuren hinterlassen. Wir hoffen auf einen besseren Jahrgang 2023!


Intensivstation
Unser Massey-Ferguson verliert Treibstoff an der Einspritzpumpe. Der Schaden konnte nicht an Ort behoben werden. Wohl oder übel müssen wir den Traktor in die Werkstatt bringen…

Baumriese
Am Silvester ist die alte Eiche umgestürzt, heute schon hat eine professionelle Equipe der Forstbetriebe Lyss den Riesenbaum aufgeholzt und fein säuberlich in Nutzholz (Stamm), Spältenholz und Hackholz (Holzschnitzel) aufgeteilt. Es braucht Motorsägeschwerter von 110 cm Länge, einen sackstarken Erntetraktor und viel Know-how um die schwere, gefährliche Arbeit zu bewältigen. Chapeau allen Beteiligten!








Kunstinstallation

Natürlich nicht! Das Bild zeigt eine arbeitsaufwendige Anpflanzung von Laubbäumen im Berner Wald.
Die kleinen Setzlinge (Eichen, Buchen, Ahorne usw.) müssen durch diese Kunststoffrohre vor dem Verbiss durch Wildtiere geschützt werden, auf dass vielleicht in 200 Jahren wieder mächtige Eichen die Wälder schmücken… Generationenarbeit!
Es war einmal…
… eine sehr alte Eiche in unserem Hinterholz. Sicher die älteste Eiche in der Gemeinde Grossaffoltern, eine der ältesten im Berner Seeland. Die Altersschätzungen gehen von 300 Jahren aus… Der Stamm dicht bewachsen mit Efeu stand sie majestätisch seit Generationen am Waldrand…

Und heute, ausgerechnet an Silvester 2022, ist sie mit grossem Getöse umgefallen. Einfach so. Samt Wurzelstock.
Natürlich hatte sie seit jeher etwas Schlagseite, die weitausladenden Äste und die starken Niederschläge in den letzten Tagen haben den Baum plötzlich umstürzen lassen. Glück im Unglück: es war niemand auf dem Spazierweg und niemand ist zu Schaden gekommen. Aber die Eiche wird fehlen!


Es war einmal…
… ein kleines Bauerndorf, schön gelegen am Südfuss des La Dôle, mit grandioser Aussicht auf den Genfersee und Panoramablick auf den Mont Blanc: Chéserex —> https://de.wikipedia.org/wiki/Chéserex
Ich habe in Chéserex vor genau 60 Jahren auf dem grossen Hof Ansermet mein erstes landwirtschaftliches Lehrjahr (Burestifti) absolviert. Die Gemeinde Chéserex zählte damals etwa 250 Einwohner*innen. Auf der Ferme Ansermet waren neben dem Betriebsleiterehepaar, der Grossvater, ein Bruder, ein Melker, ein Knecht, eine Lehrtochter und ich als Stift beschäftigt. Im Stall standen 40 Simmenthaler Milchkühe. 45 Hektaren schöne Ackerböden wurden vielseitig bewirtschaftet.


Inzwischen ist einiges geschehen in Cheserex: die Einwohnerzahl hat sich verfünffacht (!). Chéserex zählt nun 1250 Einwohner*innen und ist zu der reichsten Gemeinde der Schweiz avanciert (höchster Steuerertrag pro Einwohner)! Zurückzuführen ist das auf reiche Zuzüger (u. a. Adecco Holding), extravagante Villenviertel stehen nun da, wo wir früher Kartoffeln gesetzt haben…
Der Hof Ansermet ist ausgesiedelt und wird nun als Mutterkuhhaltungsbetrieb geführt. Für das Gemeindehaus und die Dorfplatzgestaltung wurde die Gemeinde mit einem Architekturpreis ausgezeichnet.


Das alte Bauernhaus im Dorf steht zwar noch, aber die grosse Scheune und der Schweinestall mussten einem Mehrfamilienhaus Platz machen…

Durch die zahlreichen Baulandeinzonungen und -verkäufe sind wohl diverse Grundeigentümer sehr reich geworden.
Bauernmuseum
Seit etwa 12’000 Jahren wird Landwirtschaft betrieben. Vorher lebten die Menschen bekanntlich als Jäger und Sammler. –> https://de.wikipedia.org/wiki/Landwirtschaft
Was mich immer wieder erstaunt ist, dass in dieser Zeit während rund 11’900 Jahren die landwirtschaftliche Tätigkeit mehr oder weniger gleich blieb: es wurde von Hand gearbeitet! Natürlich gab es einfachste Werkzeuge wie Messer, Hacken, Gabeln, oder man verwendete erste Zugtiere. Aber die Tätigkeit als Bauer oder Bäuerin blieb Handarbeit.
Geändert hat sich das schwergewichtig erst in den letzten hundert Jahren!

Dieses Bild stammt aus dem Musee paysan in Simorre in SW-Frankreich, aufgenommen vor etwa hundert Jahren. Kühe und Ochsen ziehen eine Lieuse, sprich Bindemäher.
Vor bald 70 Jahren (bis 1965) habe ich persönlich auf der Lieuse meines Grossvaters in Suberg mit der Mechanisierung der Landwirtschaft angefangen….
Inzwischen wurde die Landwirtschaft mehr und mehr industriealisiert, die Bedienung der Maschinen digitalisiert. Traktoren und Vollernter werden immer grösser und schwerer, aber so revolutionär wie in den letzten hundert Jahren wird sich die Landwirtschaft kaum mehr verändern.
Ob das gut oder schlecht ist? Im Jahr 2122 werden „wir“ es wissen….. 😇

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