Gesang der Truten
Chansons des dindes, turkey songs, aufgenommen heute im Gers, SW-Frankreich, douce France….
Terre amoureuse
Nach 15 mm Niederschlag sind die Böden auf unserem Hof sehr „anhänglich“, des terres amoureuses wie man hier sagt. Wir haben harte, schwere, ton- und kalkreiche (argilleux-calcaire) Böden, die oft schwierig zu bearbeiten sind. Die Böden haben ein gutes Wasserrückhaltevermögen und eignen sich gut für den Getreideanbau. Körnermais und Soja sind nur mit künstlicher Bewässerung möglich. Viele Flächen sind steinreich und die zahlreichen Farbnuancen lassen auch auf einen unterschiedlichen Humusgehalt schliessen. Die Sommertrockenheit erzeugt breite Spalten im Boden und hilft mit, allfällige Bodenverdichtungen zu beheben. Im Winter gefriert es nur selten, so dass das Gefrieren und Auftauen wesentlich weniger Auswirkungen auf die Bodenstruktur haben als in der Schweiz.
Um die Erosion in Hanglagen zu minimieren, betreiben wir pfluglosen Ackerbau (sans labour), das heisst, die Böden werden nur sehr oberflächlich bearbeitet (nur ca. 15 cm tief) und die Pflanzenrückstände (Stroh, Sonnenblumen usw.) bleiben ausnahmslos auf dem Feld.
Maschinenunterhalt
Der Materialverschleiss bei den Bodenbearbeitungsgeräten ist wegen den harten Böden beträchtlich. Ich habe 24 Messer der Kreiselegge (Herse rotative) ausgewechselt. Sorgfältger Maschinenunterhalt ist eine Schweizer Tugend. Dafür funktionieren sie dann (meistens) wenn man sie braucht.
Flurschäden
Nein, das hier war nicht der Schwarze Block von Bern, das sind nur die Spuren der nächtlichen Besucher auf meinem Luzernefeld. Die lieben kleinen Sangliers haben einfach kein Verständnis für ein schön schweizerisch zubereitetes Saatbeet….
Aber dafür hatte Petrus ein Einsehen: er liess über Nacht den ersehnten leichten Regen über unsere Felder niedergehen.
Maschinenkauf
Ich habe lange evaluiert. Um unsere 40 Hektaren Luzerne zu ernten, brauchen wir Maschinen. Und weil die Heuernte wetterabängig ist, helfen Mietmaschinen nur bedingt weiter. Für die Grossballenpresse werde ich ohnehin auf einen Unternehmer angewiesen sein.
Vier Offerten habe ich eingeholt, eine Maschinendemonstration besucht, auf dem Occasionsmarkt recherchiert und jetzt entschieden: Kauf eines Scheibenmähers, eines Schwadkreisels (auf berndeutsch Zabli), und eines Kreiselschwaders. Alles zusammen für 10 253.- € HT (HT heisst nicht etwa Huere Tüür, sondern Hors Taxe und meint ohne die 19,6% Mehrwertsteuer). Die Offerten bewegten sich zwischen 9’500.- € und 14 600.- €.
Jetzt brauche ich nur noch einen warmen Landregen, damit die Luzernesaat schön aufgeht….
Faucheuse…
Faneuse….
Andaineur…. du bon matériel, j’éspère!
Buntbrache
In der Europäischen Union sind die Landwirte verpflichtet, 10% ihrer Betriebsfläche brach zu lassen. Diese sogenannten surfaces jachères (Brachflächen, Stillegungsflächen) waren jahrelang mit der tendenziellen agrarischen Überproduktion im europäischen Raum begründet worden. Selbstverständlich hatten diese Buntbrachen auch einen positiven Einfluss auf die Artenvielfalt (Biodiversität).
Jetzt ist alles anders. Angesichts der weltweiten Getreide-Unterversorgung und den damit einhergehenden Nahrungsmittel-Preiserhöhungen, hat die EU beschlossen, diese 10%-Regel aufzuheben. Die Bauern sollen animiert werden, wieder mehr zu produzieren!
Sinvollerweise gilt das nicht für die letztes Jahr eingeführten Ökokorridore (bandes enherbée) entlang aller Wasserläufe. Beidseitig aller Bäche sind je ein 5m breiter Grünstreifen frei zu lassen, auf dem weder gepflügt, gedüngt oder gespritzt werden darf.
Eine Massnahme die sich sehr positiv auf Gewässerschutz und Landschaft auswirkt. Eigentlich erstaunlich, dass in der umweltbewussten Schweiz, dem Wasserschloss Europas, diese Brachflächen entlang der Gewässer nicht generell gesetzlich vorgeschrieben sind. Ich empfehle dem neuen Parlament, das schleunigst nachzuholen.
1 Million Sonnenblumen
Auf dem Biohof Inselmatt ernten Bettina und Kilian zurzeit die Sonnenblumen, die die Grünen ihren WählerInnen verschenken!
Nicht vergessen: gruenwählen!
Ich habe es bereits getan!
Tag- und Nachtarbeit
Seit drei Tagen fast rund um die Uhr: Saatbeetvorbereitung (Déchaumer, Kreiselegge), Saat Luzerne mit Pendelstreuer, Anwalzen…..
Leider ist unser Internetempfang wieder mal en panne… le technicien kann erst nächste Woche unsere Telefonleitung reparieren!
Mildiou
Die wenigen Bio-Rebbauern hatten dieses Jahr hier im Südwesten nichts zu lachen. Das feucht warme Wetter im Frühjahr war ideal für Pilzkrankheiten. Der (falsche) Mehltau, le mildiou hat den Reben so zugesetzt, dass der Ertrag nur noch minimal sein wird. Ohne systemisch wirkende Fungizide war den Pilzkrankheiten nicht beizukommen. Systemisch wirkende Pflanzenschutzmittel werden von den Pflanzen aufgenommen und in ihren Gefässen transportiert, das heisst sie wirken kurativ und sind im Bio-Landbau untersagt. Die im Bio-Rebbau zugelassene, nur präventiv wirkende Bordeauxbrühe (Cu-Spritzung), konnte in diesem Jahr die Pilzkrankheiten auf den Reben nicht in Schach halten.
Bio-Wein des Jahrgangs 2007 dürfte sehr rar werden.
Saatgut
Aus mir nicht ganz nachzuvollziehenden Gründen ist hier in Frankreich der Austausch von Saatgut zwischen Landwirten untersagt. Wahrscheinlich wird das mit der Sortenreinheit der betreffenden Pflanze begründet. Naheliegender ist aber der Schutz der Saatgutorganisationen und -firmen, da zertifiziertes Saatgut 30%bis 1000%(!) teurer ist, als das sogenannte „semence fermier“.
Ich habe mich auf der chambre d’agriculture erkundigt, da ich ja zwingend Bio zertifiziertes Saatgut brauche. Hier wurde mir beschieden, dass ich im Inserat eben nicht „semence“ suchen darf, sondern nur „grains“ (Körner). Der Austausch von Futtermittel sei völlig frei, schliesslich könnte ich die grains ja auch den Tauben verfüttern…
Also, ich suche 600 kg Luzerne-Saatgut, pardon: Luzerne-Körner direkt von einem Biobauer. Was ich damit mache weiss ich noch nicht….
Bauernschläue à la française.












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