Terroir
Es gibt keine exakte Übersetzung für das Wort terroir. Terrain ist ihm ähnlich, hat aber einen nicht so gefühlsbetonten Begriffsinhalt. Manche sehen darin nur einen Versuch gallischer Mystifizierung, die das Besondere am Boden und der Landschaft Frankreichs hervorheben und ihre unergründlichen Wirkungen auf die Qualität des französischen Weins verklären sollen.
Terroir gibt es überall, in jedem Garten sogar unterschiedliches, denn vor und hinter dem Haus sind die Wachstumsbedingungen für Pflanzen verschieden. Terroir bedeutet Wachstumsumfeld. Also nicht nur die physikalische Beschaffenheit des Bodens, die Durchlässigkeit des Unterbodens, die Exposition usw., nein auch das Makro- und Mikroklima, die Nebelgrenze, der Grundwasserstand usw. werden mit dem Begriff „terroir“ gemeint.
Auch wenn durch das Hervorheben des Terroirs die Vielfalt der französischen Weine unübertrefflich ist, für den Export nach China beispielsweise drängen sich auch in Frankreich mehr und mehr Vereinfachungen und klare Qualitätsbezeichnungen auf.
Wer kann schon die folgenden Kategorien und Qualitätsbezeichnungen klar und eindeutig unterscheiden:
AOC (Apéllation d’Origines Contrôlée)
VDQS (Vins De Qualité Superieure)
Vins de pays
Vins de table
Mise en bouteille au château/domaine/à la propriété
Cru
Cru classé
Grand Cru
Premier Cru
usw.
Natürlich gehört sehr viel Brimborium zu der Weinkultur und offenbar schätzen das die europäischen Konsumenten und sie sind auch bereit, für gewisse Weine irrationale Phantasiepreise zu bezahlen.
Für den Export nach China funktioniert diese Bezeichnungsvielfalt offenbar nicht mehr. Jedenfalls ist der französische Landwirtschaftsminister daran, einfachere und verständlichere Qualitätsbezeichnungen zu erlassen.
Wie wär’s mit meinem cuvée de garage?
Bauer – paysan
„Je trouve plus de plaisir à labourer, à semer, à planter, à réceullir qu’à faire des tragédies“
(Voltaire)
…. ich kann nur sagen: ich auch!
Bambi
Das kleine Rehkitz scheint sich nicht darum zu kümmern, dass halb Frankreich gegen die Rentenreform streikt. Wir auch nicht. Stephanie ist gestern diese seltene Aufnahme gelungen.
Stand der Kulturen
Der Stand der Kulturen vor unserer Haustüre (am 21. Mai 2008 um 14 Uhr)….
Kirschen…
Trauben…
Tomaten
Kürbisse…
Blumenwiese…
Hollunderblühten…
und Feigen!
Orlaya grandiflora
Tägliche Gewitterregen, Toulouse in Weiss nach Hagelschlag, wahrlich kein Heuwetter. Dafür bei uns immer noch ein Meer von wilden Gladiolen….
….und Blumenwiesen mit Orlaya grandiflora!
Dünger!
Mit genügend Wasser und Dünger lasse sich hier alles produzieren, sagen meine Bauernkollgen. Richtig, nur mit dem Dünger ist es auch so eine Sache: er ist in den letzten Jahren auch etwa dreimal teuer geworden. Nehmen wir den für die weltweite landwirtschaftliche Praxis wichtigsten Pflanzennährstoff, den chemischen Stickstoffdünger (N): er lässt sich synthetisch herstellen, allerdings nur mit riesigem Energieaufwand.
Stickstoff wäre auch in den guten alten organischen Hofdünger (Mist, Gülle) enthalten. Allerdings in einem vergleichbar so kleinen Prozentsatz, so dass der Einsatz in landwirtschaftlichen Grossbetrieben schon aus transporttechnischen Gründen kaum mehr in Frage kommt.
Bleiben noch die sogenannten Gründünger, Pflanzen die die Fähigkeit haben, mittels Knöllchenbakterien den Luftstickstoff zu nutzen und ihn teilweise der nachfolgenden Kultur zu überlassen.
Wir versuchen das mit mehr oder weniger Erfolg in unserer Fruchtfolge: nach Getreide oder Sonnenblumen bauen wir jeweils eine stickstoffspeichernde Leguminose an. Bei uns sind das die Féveroles-Bohnen oder die Luzerne als Futterpflanze.
Die Düngerversorgung der Böden ist so natürlich viel bescheidener als bei der üblichen chemischen Düngung und entsprechen bleiben die Erträge unterdurchschnittlich. Dafür tragen wir aber auch nicht zu der grassierenden Nitratverschmutzung der Gewässer bei und erhalten die Biodiversität.
Damit lasse sich aber die wachsende Weltbevölkerung nicht ernähren, sagt der amerikanische Nobelpreisträger Norman Borlaug: „Without chemical fertilizer, forget it. The game is over!“
Was meinen Sie?
Die Mär vom Oekobauern…
… so titelt heute der Berner „eBund“. Die jährlich 130 Millionen ausbezahlten Direktzahlungen in der Schweiz für artenreiche Wiesen, Brachflächen und hochstämmige Obstbäume hätten den Artenschwund und das weitere Aussterben bedrohter Wildtierarten nicht gebremst (Die Mär vom Oekobauern). Die Ausgleichsflächen würden von den Bauern vielfach nur nach betriebswirtschaftlich sinnvollen Kriterien ausgewählt und sie hätten oft nur für kurze Zeit Bestand.
Nun, ich würde vorschlagen, die Oekologisierung der Landwirtschaft und damit die Erhaltung der Biodiversität in die Europäische Union oder andere Länder auszulagern, wie das ja auch mit dem CO2-Ablasshandel geschieht.
Ich biete beispielsweise in der Gascogne, für den gleichen Preis… sagen wir 20mal mehr Naturwieseflächen als dies Schweizer Bauern tun! Agrarfreihandel mit der EU sollte sich nicht nur auf Pouletschenkel und Brüsselersalat beschränken….
Weltlandwirtschaftsrat
400 Experten aus Wissenschaft und Politik wollen die globale Agrarproduktion radikal umstellen. Notwendig sei die Rückbesinnung auf natürliche und nachhaltige Produktionsweisen, heißt es dazu in dem Bericht der der sog. Weltlandwirtschaftsrat (IAASTD) gestern veröffentlicht hat. Dazu zähle der Einsatz natürlicher Düngemittel und traditionellen Saatguts sowie kürzere Wege zwischen Produzenten und Verbrauchern. Der Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut, von immer mehr Pestiziden und mineralischen Düngern sei keine erfolgsversprechende Lösung zur weltweiten Ernährungssicherung.
„Business as usual ist keine Option mehr“, heißt es in dem Dokument, das von 54 Staaten unterzeichnet wurde (warum hat eigentlich die Schweiz nicht unterschrieben?). Das derzeitige System helfe den Bedürftigen nicht. „Die ärmsten Entwicklungsländer sind die Verlierer weiterer Handelsliberalisierungen“, erklärte IAASTD-Direktor Robert Watson. Das Hauptaugenmerk der globalen Agrarwirtschaft dürfe nicht mehr allein auf der Massenproduktion liegen, die zu einem „immer zerstörteren und geteilteren Planeten“ führe. Dies sei zwar „keine neue Botschaft“. „Aber es ist eine Botschaft, die in einigen Teilen der Welt nicht ausreichend gehört worden ist“, sagte Watson.
Tatsächlich, neu ist die Botschaft nicht. Diese Forderungen hat beispielsweise die Schweizerische Kleinbauernvereinigung bereits vor einem Vierteljahrhundert in ihren Statuten festgeschrieben… Nur leider haben die multinationalen Chemie- und Saatgutfirmen mit ihrer Lobbyarbeit erreicht, dass die Entwicklungen in der Weltagrarwirtschaft immer noch in eine ganz andere Richtung laufen!
Sag mir wo die Blumen sind…
Im Laufe der Jahre ist diese wirklich einzigartige Orchideenwiese entstanden. Eine stillgelegte Ackerfläche (reconversion terre arable) haben wir seit 8 Jahren nur einmal im Jahr spät gemäht, natürlich nie gedüngt und nur extensiv und kurzzeitig beweidet. Das Resultat ist eine Magerwiese mit einem Orchideenbestand der schon bald die Auszeichnung Weltnaturerbe verdient…
Orchis purpurea in allen Farben…





















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