Tuyau accordéon
Dieses Teil hier hat mich jetzt fünf Tage beschäftigt:
Es ist ein simpler Treibstoffschlauch von meinem Massey-Ferguson-Traktor und der war defekt und hat getropft…
Das Ersatzteil konnte ich zwar bei der regionalen Traktorenwerkstätte bestellen, die beschafften das Ding im Elsass und der private Transporteur fuhr sofort los aber dem Vernehmen nach in die falsche Richtung…
In der Zwischenzeit habe ich gewartet, 150 Liter Diesel-Treibstoff abgelassen, neun mal telefoniert, auf der Suche nach dem“Handharmonika-Schlauch“ 210 km zurückgelegt, 61 Euro 79 bezahlt und jetzt endlich das piéce de résistance wieder eingebaut….
Ohne meinen MF geht gar nichts!
Wie gross das Ding sei wurde ich gefragt: ich kann nur sagen riesengross! zer (zer-cartoon@bluewin.ch) hat es hier richtig dargestellt:
Übrigens: den Begriff „tuyau accordeon“ habe ich selber erfunden, aber alle haben es auf Anhieb verstanden…
Der Regen darf kommen…
Die Drainagerohre habe ich verlegt, Gräben wieder zugedeckt, Bachbett (Vorfluter) ausgehoben und alles fein säuberlich mit Grubber und Kreiselegge bewirtschaftet. Der Regen dürfte kommen (es ist sehr trocken)…
Brombeeren so weit das Auge reicht
Die Brombeeren (ronce) sind in unseren Äckern ein hartnäckiges und lästiges Unkraut. Bisher sind jedenfalls alle meine biologischen Bekämpfungsmethoden mehr oder weniger fehlgeschlagen. Die Wurzeln sitzen tief und schlagen immer wieder aus. Vielleicht weiss jemand aus meinem Leserkreis, wie man Brombeeren im Acker- und Feldbau grossflächig und ohne Herbizide erfolgreich zu Leibe rückt?
Ganz anders werten wir natürlich die vielen Brombeerstauden in unseren Hecken. Hier ist zur Zeit reiche Ernte angesagt! Wir könnten Tag und Nacht ablesen, einmachen und einfrieren, und würden doch nur einen kleinen Teil der Früchte ernten.
Die Natur ist stark und verschwenderisch!
Baggere
Baggere ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Wahrscheinlich weil ich gerne in der Erde wühle und das mit einem hydraulisch gesteuerten Gerät sehr viel leichter ist als das früher von Hand mit Schaufel und Pickel der Fall war… (nur fliegen ist schöner). Ich bin am Drainagerohre verlegen und hoffe so, die lästigen Nässen in meinen Feldern zu verbannen. Kaum zu glauben, dass noch vor drei Monaten wegen Staunässe Feldarbeiten hier völlig unmöglich waren.
Flying Winemakers
Gestern abend zeigte France 3 den 2003 entstandenen Dokumentarfilm „Mondovino“, ein Film über die Irrungen und Wirrungen der Weinproduktion, gedreht (warum auch immer?) mit wakeliger Handkamera.
Der amerikanische Filmemacher Jonathan Nossiter reiste zur Recherche von „Mondovino“ um die ganze Welt, um die krassen Gegensätze zwischen traditionellem Weinanbau klassischer Prägung und der globalisierten Form der Gewinnung und vor allem des Vertriebs aufzuzeigen. Italien, Frankreich, die USA, Großbritannien, Brasilien und Argentinien waren seine Stationen. Herausgekommen ist eine äußerst kurzweilige Collage nicht nur über den Prozess, sondern substanziell über die Menschen, die hinter den Erzeugnissen stehen. Nossiter präsentiert knorrige Charaktere und aalglatte Global Player, deren Arroganz aus jeder Pore ihres Körpers tritt. Anhand der verschiedenen Personen zeigt der Regisseur die unterschiedlichen Schlüsselfiguren der Branche und macht klar, wie die Mechanismen funktionieren.
Besonders beleuchtet werden im Film die (fragwürdigen) Rollen der Weinpäpste Robert Parker und Michel Rolland, die als sogenannte Flying Winemakers das Kaufverhalten von Tausenden von Weinkkäufern und Millionen von Konsumenten und damit die Weinpreise und die Produktion massgebend beeinflussen. Gute Weine zeichnen sich nach Ansicht dieser Önologen etwa durch folgende Kriterien aus:
tiefe Farbe
sehr reife, teils sogar überreife Frucht
starke Extraktion
markanter Holzton mit Röst- und Vanillenoten
eher niedrige Säurewerte
eine durch Alkoholgehalt und Holz hervorgerufene Süßeempfindung
Ich bin kein Weinkenner und habe mit Parker und Rolland nur gerade den Jahrgang gemeinsam, aber mich erstaunt immer wieder, mit welchem Brimborium und Marketingaufwand überhöhte Weinpreise gerechtfertigt werden. Für mich gibt es nur Wein den ich gerne trinke und solchen den ich nicht mag, Punkt. Kosten sollte der Wein nicht über zehn Euro pro Flasche (einen Merlot aus der Region den ich gerne trinke kostet zwei Euro!).
Mein eigener biologischer „Garagewein“ ist noch nicht so weit, aber in ein zwei Jahren werde ich hoffentlich einen „Jahrhundertwein“ kredenzen können, der alles Bisherige in den Schatten stellt (ha, ha, ha…). Und das Beste, er wird garantiert unverkäuflich sein!
Drohendes Gewitter
Das drohende Gewitter hat uns veranlasst, unsere Heustapel mit Blachen abzudecken… natürlich hat es dann nicht geregnet. Wir sind eben gebrannte Kinder: vor vier Tagen hat ein nicht angesagtes, kurzes aber heftiges Gewitter in der Nacht 22 mm Niederschlag gebracht und einen bereitgestellten Heustapel gewässert!
Der Heuverkauf und Abtransport hat begonnen…
… das Aufladen erfordert Fingerspitzengefühl….
… das Fuder ist geladen…
…das drohende Gewitter vorbei!
Heutransporte
Ich muss mein Heu für den Verkauf an die lastwagenbefahrbare Zufahrtsstrasse verfrachten. Heavy work! 150 Tonnen schwer!
Partikelfilter bei Traktoren
Bisher gibt es leider keine Traktorentypen, bei denen Partikelfilter serienmässig eingebaut sind. Das Nachrüsten ist teuer, sind doch Kosten je nach Modell von 8’000 bis 15’000 sfr. zu veranschlagen….
Die Forschungsanstalt Agroscope Tänikon hat Studien gemacht und mir auf entsprechende Fragen folgendes geantwortet:
„Ab Werk sind Partikelfilter aktuell nur bei Transportern oder Zweiachsmähern zu bekommen, da solche Maschinen in der Schweiz auch produziert werden. Bei Traktoren werden die Partikelfilter meist von den Importeuren aufgebaut, wenn ein entsprechender Filter vom Käufer gewünscht wird.
Die nächste Verschärfung des Partikelgrenzwertes tritt ab 2011 in Kraft. Das Datum ist dabei von der Leistungsklasse abhängig. Zum Erreichen des Grenzwertes muss nicht zwingend ein Filter aufgebaut werden, da sich der Grenzwert nur auf die Partikelmasse bezieht. Nach momentanem Wissensstand muss für die Erfüllung der zukünftigen Grenzwerte das Abgas nachbehandelt werden. Es kommen folgende Systeme in Frage: SCR-System zur Reduktion der Stickoxidemissionen, der Motor kann dabei auf geringe Russemissionen eingestellt werden. Oder der Einsatz von Partikelfiltern um den Russ zu reduzieren.“
Was tun, wenn man heute vor der Frage steht einen neuen Traktor anzuschaffen?
Mas du Soleilla
Wir haben zwei schöne, erholsame und interessante Tage auf dem Weingut „Mas du Soleilla“ verbracht und uns von Peter Wildbolz und Christa Derungs in die Geheimnisse des Qualitätsweinbaus einführen lassen. Das Gut befindet sich auf der Halbinsel La Clape zwischen dem Mittelmeer und der ehemaligen römischen Hafenstadt Narbonne. Der Rebberg (19 ha) und die Weine sind sorgfältig und mit Leidenschaft gepflegt. Es werden Spitzenweine produziert, die in den letzten Jahren wiederholt ausgezeichnet wurden. Peter Wildbolz war früher Direktor der Zürcher Staatskellerei und hat sich hier in Südfrankreich als Weinproduzent innert weniger Jahre einen ausgezeichneten Namen geschaffen.
Stichworte zum Mas du Soleilla:
Apellations: AOC Coteaux du Languedoc – La Clape
Encépagement: Syrah, Grenache Noir, Mourvèdre, Cabernet Franc et Merlot
Terroir: Cailloutis, calcaire à silex, marnes argilo-calcaire
Vendages: À la main, double tri manuel des grappes de raisin
Élevage: En cuves et en barriques pendant 6 à 18 mois
Production: Environ 70’000 bouteilles par an
Vier Gästezimmer auf dem Hof ermöglichen es, unbeschwerte und erholsame Tage in einer einmaligen Umgebung zu verbringen. Christa Derungs hat den Gästebereich sehr geschmackvoll eingerichtet.
Leben wie Gott in Frankreich…
Holunder
Wir haben bereits Holunder-Confi, -Gelée und Sirup gemacht, aber die Holunder-Stauden und Bäume strotzen immer noch vor schwarzen Beeren-Dolden. Ich versuche es jetzt einmal mit Holunder-Schnaps. Es gibt zwar viele Holunder-Likeur-Rezepte, aber ich möchte einen klaren Holunder-Schnaps produzieren. Hat jemand da draussen Erfahrung damit?

















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