AUSWANDERERBLOG

Energieholzgewinnung

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Januar 5, 2013

Eichen sind in unserer Gegend die vorherrschende Baumart. Bäume mit einem Durchmesser von mehr als 40 cm werden dabei als Nutzholz, jüngere Bäume eher als Brennholz genutzt.

Wir beabsichtigen, eine Hecke wegen dem zunehmenden Schattenwurf zu verjüngen und haben vorerst den zu erwartenden Holzertrag gemessen bzw. abgeschätzt.

Dazu haben wir den Durchmesser von 173 Eichen auf Brusthöhe (ca.1.3m) gemessen um dann den Holzertrag mit folgender Formel zu berechnen:

Vrm = pi/4 x BHD x h x FBA x 1.4Rm

Vrm : Holzvorrat in Raummeter
pi: 3.14
BHD: Brusthöhedurchmesser in Meter
FBA: Faktor Baumart; Eichen = 0.5
h: Höhe des Baumes (durchschn. 20 m)
Rm: Umrechnungsfaktor: 1 Festmeter = 1.4 Raummeter bzw. Ster Brennholz

Resultat unserer Planung:

In der oben abgebildeten Hecke wartet ein Brennholzvorrat (173 Eichen zwischen 10 und 45 cm Brusthöhedurchmesser) von nicht weniger als 440 Ster!

Wenn wir den Ster Brennholz für 50 €uro verkaufen können, lösen wir dafür 22’000 €!
Allerdings bedeutet das vorerst wochenlange Knochenarbeit: Motorsägen, Holzschleppen, Spalten, Aufschichten, Zwischenlagern, Abtransportieren, Häckseln der Äste, Aufräumen…

Wegen den angrenzenden Kulturen können wir die Arbeiten erst in den schweisstreibenden Sommermonaten August, September in Angriff nehmen, sozusagen als Fitnessprogramm!

Die Energieholzgewinnung erfordert halt einen gewissen Arbeitseinsatz…

Leguminosen (Hülsenfrüchtler)

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Januar 3, 2013

Dank dem relativ milden Winter gedeihen unsere Féveroles (Leguminosen) prächtig. Das gilt aber auch für die Unkräuter und -gräser (insbesondere Flughafer). Eigentlich möchte ich die 20 Hektaren schon lange striegeln, das ist aber wegen den reichlichen Niederschlägen zumindest in den nächsten zehn Tagen unmöglich.

Landwirtschaft ist wetterabhängig, Biolandbau ganz besonders!

Die Bohnen spriessen…

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Dezember 10, 2012

… und falls es so gut weitergeht…

… ist die Proteinversorgung der Welt nächstes Jahr gewährleistet 😉

Die Bohnen keimen!

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on November 22, 2012

Kein Wunder bei diesem prächtigen Herbstwetter…

Doch, es ist immer wieder ein Wunder, jedenfalls für mich!

Saat vor 14 Tagen

Holzen

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on November 21, 2012

Ich habe dieser Tage am Südhang neben unserem Wohnhaus geholzet. Projektiert sind Solarpanel für die Heizung und zur Warmwasser-Produktion. Zwei Eichen, zahlreiche Lorbeer-Stauden und einige Schwarzdorn- und Brombeerstauden mussten dran glauben, damit künftig kein Schatten auf die Panels fällt.
Die Holzerei im Steilhang ist kräfteraubend und schweisstreibend aber ersetzt das Fitnessstudio problemlos. Zudem fallen zwei Kubik Nutzholz und etwa sechs Ster Brennholz an!

Abeitsplatz für Geniesser

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on November 15, 2012

Der été indien strahlt in allen Farben und ich geniesse es!

Unkrautkur (hackstriegeln) auf dem Bohnenfeld…

… im Dienste der Welternährung… 😉

Der gentechnisch veränderte Mais von Monsanto ist krebsfördernd

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on September 21, 2012

Die Langzeitstudie eines französischen Forschungsteams behauptet, dass der Monsantomais bei Ratten Krebs auslöst (Le Monde) . Natürlich wird diese Studie sofort von den Lobbyisten der Gentechnologie angezweifelt, die Versuchsanlage sei ungenügend, die Stichprobe (200 Tiere) zu klein, es brauche mindestens 1000 Tiere usw..
Wie dem auch sei. Erschreckend für mich ist jedenfalls, dass bisher keine Langzeitstudien über die Wirkung von pestizidresistenten Pflanzen gemacht wurden! Es behauptet ja niemand, ein Teller Gentechfood mache krank, aber wie sieht das nach zwanzig, dreissig Jahren Ernährung mit Gentech(fast)food aus?

Der neue Landwirtschaftsminister Le Foll und der Premier Ayrault reagierten sofort. Der Anbau der OGM sei in Frankreich weiterhin verboten und die Zulassung entsprechender Nahrungs- und Futtermittel müsse im Rahmen der EU undbedingt überprüft werden!

Ich kann dem nur zustimmen und hoffen, dass zumindest herbizidresistente Gentechpflanzen, die für den steigenden Verbrauch von Pestiziden verantwortlich sind, weltweit untersagt werden.

Französischer Biolandbau wächst

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on September 19, 2012

Im Departement Gers hat sich die Zahl der biologisch wirtschaftenden Landwirtschaftsbetriebe in den letzten vier Jahren verdoppelt. Inzwischen sind das 25’000 ha Biofläche und 8% der Bauernbetriebe. Die Region Midi-Pyrenées ist die führende Region Frankreichs in Sachen Biolandbau und im Gers allein werden 10% der Grandes Cultures (Getreide, Ölfrüchte wie Raps und Sonnenblumen und Protagineux wie Bohnen und Erbsen) der nationalen Bioproduktion angebaut!
Diese Produkte müssen alle gesammelt, gelagert und verarbeitet und allenfalls exportiert werden. Kein Wunder haben sich in den letzten zehn Jahren eine Reihe von Landwirtschaftlichen (Bio-)Genossenschaften gebildet die diese Aufgaben wahrnehmen. Als wir vor zwölf Jahren hier begonnen haben, war der Bioabsatz noch in den Kinderschuhen und man musste sich intensiv selber mit den einzelnen Abnehmern herumschlagen.

Unsere Bioproduzentenorganisation Gabb 32 hat gestern zu einer Orientierungsversammlung eingeladen, wo die diversen Firmen und Genossenschaften vorgestellt wurden (wer die Wahl hat hat die Qual…). Allerdings haben nur sehr wenige Bauern der Einladung folge geleistet.
Es ist wie in der Schweiz, die Bauern möchten produzieren, um den Absatz sollen sich gefälligst andere kümmern…

Vom Saatgut

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on September 17, 2012

Das hier sind 3,2 Tonnen Bohnen (Févéroles) für die Saat von 20 ha im November. Ich habe sie von einem Biobauer im Gers gekauft.

Als sogenannte semence fermier haben wir uns auf einen Preis von 380 Euro pro Tonne geeinigt. Dazu kommen die Transportkosten für 60 km Distanz von 200 €uros.

Die gleiche Menge Févéroles-Saatgut von einer Saatgutfirma franko Hof geliefert kostet zur Zeit 3200 €uros. Differenz also 1784 €uros!

Darum kämpfen die Bauern hierzulande und weltweit dafür, dass der direkte Saatguthandel zwischen Produzenten weiterhin möglich bleibt. Die Saatgutmultis machen alles dafür, die semence fermier zu verbieten um ihre Gewinnmargen zu steigern.

Syngenta Aktienkurse

Ziegenbäuerin

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on September 16, 2012

Wir haben ihr gestern mit dem Frontlader eine grosse Rundballe Luzerneheu gebracht. Sie ist inzwischen 77-jährig und sieht aus wie fünfzig. Unermüdlich und mit Begeisterung betreut sie nach wie vor ihre 40-köpfige Milchziegenherde. Mutterseelenalllein. Das heisst morgens und abends melken, füttern, Mist ausbringen, Zäune flicken… Zwei John Deere Traktoren stehen auf dem Hofplatz. Arbeit erhält jung, ganz offensichtlich!
In der sauber eingerichteten Hofkäserei verarbeitet Sie die Ziegenmilch in verschiedene Ziegenkäse um sie direkt zu vermarkten.Wöchentlich einmal ist sie mit ihren gefragten Milchprodukten am dörflichen marché des producteurs anzutreffen.
La France profonde…mit Freiräumen und autonomen Lebensentwürfen die mich immer wieder überraschen.