Operation am offenen Herzen
Maschinen gehen kaputt wenn man sie braucht, sagt man. Mein MF verlor plötzlich massiv Oel.
Natürlich war der Schaden am unzugänglichsten Ort: eingeklemmt zwischen Kabine, Motorblock und Getriebe. Unmöglich für mich festzustellen, wo genau sich das Leck befand und welche Leitung betroffen war. Da konnte nur ein Profi weiterhelfen…
Während drei Stunden hat der Landmaschinenmechaniker Leitungen, Schläuche und Kabel entfernt um an den defekten Hydraulikschlauch zu kommen. Aber er hat es geschafft.
In Auch konnten wir kurz vor Feierabend und Wochenende einen entsprechenden Ersatzschlauch mit Anschlüssen anfertigen lassen.
Jetzt ist der Traktor wieder bereit für die schweren Feldarbeiten und ich werde morgen früh wieder vergnügt über die trockenen Felder tuckern! Es soll niemand sagen, Frankreich hätte keine guten Handwerker!
Sonnenblumenernte
Die Ernte der Sonnenblumen-Körner ist in vollem Gang. Die Erträge sind bescheiden (es war zu trocken), dafür sind die Preise stark angestiegen….
Die Stengel werden gehäckselt (broyen) und anschliessend als organischer Dünger in den Boden eingearbeitet.
Wenn Spinnen Golf spielen…
Es sieht zwar aus wie ein (kleiner) Golfball, ist es aber nicht, denn…
die Spinne trägt ihren eigenen Eierkokon mit sich…
und versucht ihre künftigen Nachkommen so schnell wie möglich zu verstecken!
Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt…
Kartoffelernte zur Selbstversorgung. Meine Technik, die Kartoffeln nicht in Furchen zu pflanzen sondern nur auf den Ackerboden zu legen und mit einer dicken Strohschicht zu bedecken hat sich in unseren harten Böden (argilleux calcaire) einmal mehr bewährt!
Stroh entfernen…
Kartoffeln zusammenlesen…
leicht umgraben (ein Teil der Kartoffeln sind in der obersten Bodenschicht eingewachsen)…
Schöne Ernte! Heute gibt es Rösti zum Znacht!
Tournesol
Wegen den hohen Temperaturen wird die Sonnenblumenernte schon in der nächsten Woche beginnen.
Man sieht in den Feldern zur Zeit gut, wo in den Böden noch letzte Wasserreserven angezapft werden können…
Zum Beispiel hier im Talboden sieht es anders aus als am Hang
Erstaunlich ist und bleibt, wie trockenheitsresistent die Sonnenblumen sind.
Ringelnatter
Es kommt eher selten vor, dass wir auf unserem Hof lebende Schlangen beobachten können.
Und wenn schon, dann nur so kurz, dass das fotografieren nicht gelingt.
Immerhin, heute hat es wieder mal geklappt…. Kunststück, die Ringelnatter lag tot in einer Giesskanne…
Schade um das schöne Tier. Ich frage mich immer wieder, warum man sich gegenüber den scheuen und meist harmlosen Schlangen irgendwie fürchtet? Unkenntnis? Dabei sind viele vom Aussterben bedroht.
Tomaten, Pomme d’oro, Paradiesapfel…
Bei uns ist die Zeit der grosse Tomatenernte. Stephanie verarbeitet gegenwärtig Tomaten von früh bis spät!
Dank eigenem Saatgut und Setzlingen sind unsere biologischen Paradiesäpfel viel chüschtiger als was man in aller Regel im Restaurant oder beim Grossverteiler erhält.
Erstaunlicherweise sind die Freilandtomaten hier aus unserem Potager viel weniger krankheitsanfällig als seinerzeit in der Schweiz.
Frischsalate, getrocknet, eingemacht, zu diversen Saucen verarbeitet… unsere Tomaten schmecken köstlich!
Ganz ander ist das laut Le Monde Magazin mit dem heutigen Tomatenangebot im Handel: Qui a volé le goût de la Tomate? frägt die Zeitung provokativ. Die grossen Saatgutfirmen hätten während Jahrzehnten nur noch auf Ertrag und Haltbarkeit gezüchtet und den Goût der Tomaten völlig aus den Augen bzw. Gaumen verloren. Wer kennt das nicht: die vom Aussehen her makellosen Hybridsorten schmecken nach gar nichts mehr und vermiesen jedes Essen!
Die Moral der Geschichte: Die Saatgutproduktion darf nicht industrialisiert werden. Rettet les semences fermier und deren biologische Vielfalt! Bringt die geschmacklosen Tomaten dem Grossverteiler zurück!
Die Natur hilft sich selbst!
Jahrelang hatten wir das Problem, dass die schattenspendenden Rosskastanien auf unserem Gartensitzplatz wegen leidigen Schädlingen schon im August ihre Blätter vollständig verloren hatten. So sah das beispielsweise im August vor fünf Jahren aus:
Und der gleiche Baum heute am 1. August 2012! Das Blätterdach ist noch weitgehend intakt und macht die Sommerhitze erträglich.
Ich stelle mir vor, dass der letzte relativ kalte Winter die Schädlingspopulation reduziert hat, oder dass sich inzwischen auch natürliche Feinde der Miniermotte Cameraria ohridella bilden konnten, die den lästigen „Laubfresser“ in Schach halten!
Wie dem auch sei, jedenfalls hat sich die Natur selber (und uns) geholfen. Für mich bleiben pflanzenschützerische Interventionen mit Fungiziden, Antibiotika und Baumfällen (wie das beispielsweise beim Feuerbrand in der Schweiz geschieht) jedenfalls weiterhin sehr fragwürdige und meist sinnlose Operationen von übereifrigen Anhängern der chemischen Pflanzenschutzindustrie!
Geduld bringt Rosen (und lauschige Schattenplätze)!
Trockenheit
Es ist trocken und heiss in der Gascogne. Heute erwarten wir wieder 38°C.
Heu, Emd und Getreide ist eingebracht. Viele Sonnenblumen sind schon verblüht und werden langsam schwarz. Der Körnermais wir seit Wochen andauernd bewässert.
C’est l’été!



























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