Vorortschweiz

Schon im Foyer des Kornhauses in Bern wird man vom Männerchor Suberg vor der Hecke empfangen (ausgekoppelte Schlussszene aus dem Dokumentarfilm „Zum Beispiel Suberg“).
Irgendwie bezeichnend für die Vorortsschweiz: Der Chor geht ab, die Hecke bleibt stehen. Man lebt auf dem Land (nicht im Dorf), man lebt zufällig nebeneinander aber man kennt sich nicht. Vereine und Gasthöfe gehen ein, es fehlt zunehmend an sozialem Zusammenhalt. Dramatische Vereinzelung im schweizerischen Mittelland!
Die Gemeinden haben zunehmend Mühe geeignete Leute zu finden um ihre Behörden zu bestellen. Man wohnt auf dem Land, abgeschlossen für sich, man will sich nicht mehr engagieren. Für kulturelle Anlässe fährt man in die Stadt.
Die Ausstellung im Kornhausforum in Bern zeigt Szenen und Bilder aus der Agglomeration: Was sind die Beweggründe und Motivationen auf dem Land zu wohnen? Beeindruckende Analyse der Einfamilienhausarchitektur!
Vorortschweiz, Ausstellung im Kornhaus Bern, 22. November 2024 bis 2. Februar 2025
Machtkampf
„Bei den anhaltenden Protesten in Frankreich gegen das EU-Mercosur-Abkommen spielt der Machtkampf zwischen den Bauernverbänden eine wesentliche Rolle. Bei den Wahlen der Landwirtschaftskammern im Januar 2025 geht es für die Verbände um politischen Einfluss.
Die Demonstrationen der Landwirte werfen nicht nur Bedenken hinsichtlich der Folgen der Unterzeichnung des Abkommens zwischen der EU und den Mercosur-Ländern für die französische Landwirtschaft auf, sondern sind auch ein Teil des aktuellen Wahlkampfs zwischen den Agrarverbänden.
Am 15. Januar 2025 können die französischen Landwirte ihre Vertreter für die örtlichen Landwirtschaftskammern wählen. Diese Vertreter fungieren dann als Sprecher des Agrarsektors gegenüber den Behörden.
Während die Verbände das EU-Mercosur-Abkommen einstimmig ablehnen, ist auf der Straße eine Spaltung zu beobachten.
„Die Demonstrationen im vergangenen Winter waren bereits vom Wahlkampf geprägt, aber seitdem überbieten sich die Verbände gegenseitig, weil alle auf sich aufmerksam machen wollen“, sagte Véronique Lucas, Agrarsoziologin beim INRAE (Französisches Nationales Forschungsinstitut für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt), gegenüber Euractiv.
Bei den letzten Wahlen im Jahr 2019 ging der Nationalverband der landwirtschaftlichen Betriebsinhaber (Fédération Nationale des Syndicats d’Exploitants Agricoles, FNSEA) mit 54 Prozent der Stimmen als Sieger hervor. Den zweiten und dritten Platz belegten die rechtsgerichtete Coordination rurale und die linksgerichtete Confédération Paysanne mit 21 und 20 Prozent der Stimmen.
Ein Wahlsieg bedeutet Einfluss in den Landwirtschaftskammern und erhebliche öffentliche Mittel.
Seit den 1950er dominiert der konservative nationale Dachverband FNSEA die französische Landwirtschaft, er ist der Agrarindustrie nahestehend und gilt als exportfreundlich.
„Diese Hegemonie gibt es auch in anderen europäischen Staaten, wie in den Niederlanden“, erklärte der Experte, und weniger in föderalen Staaten wie Spanien und Italien, wo es mehr Pluralismus bei den Bauernverbänden gibt.
Gewerkschaftskriege
Bei den Protesten auf den Straßen Frankreichs in dieser Woche „kämpft jeder seinen eigenen Kampf“, sagte der Präsident der Coordination Rurale in Dordogne, Rémi Dumaure, gegenüber France bleu. Die regionale Vertretung der Coordination Rurale hat beschlossen, sich während der Demonstrationen nicht mit den anderen Gewerkschaften zu verbünden.
Die Rivalität zwischen FNSEA und der Coordination rurale hat sich verstärkt, seit Letztere im vergangenen Jahr mit Verkehrsblockaden besonders aktiv war. Im Februar entlud sich die Spannung auf der Landwirtschaftsmesse International de l’Agriculture in gewalttätigen Ausschreitungen.
„Die Coordination rurale hat bei den letzten Wahlen mehr Stimmen erhalten und ist seitdem in den Medien präsenter“, sagte Lucas und bezog sich dabei auf die Berichterstattung bestimmter konservativer Sender wie Cnews und BFM TV.
Die Confédération paysanne versucht, sich über ihren in Brüssel ansässigen Partner Via Campaesina auf europäischer Ebene im Mercosur zu positionieren. Die beiden Organisationen demonstrierten am vergangenen Mittwoch (13. November) in Brüssel als Reaktion auf einen Aufruf der wallonischen Organisation Fugea.
Wandel unwahrscheinlich
Mehrere Experten sagten gegenüber Euractiv, dass die FNSEA wohl kaum ihre Führungsposition bei den Wahlen im Januar verlieren werde.
Die Agrarsoziologin Lucas betonte jedoch, dass viele andere Themen die Wahl beeinflussen könnten: „Die Auswirkungen des Klimawandels, die Entwicklung von Tierseuchen, die Reaktion der Regierung auf die Anliegen der Landwirte – es gibt viele Faktoren, die entscheidend sein werden.“
Bündnisse zwischen der Confédération paysanne und der Coordination rurale sind weiterhin unwahrscheinlich. IIm vergangenen April hatten sie sich zusammengeschlossen, um das EU-Mercosur-Abkommen zu blockieren und Präsident Emmanuel Macron aufzufordern, sich für die Verbesserung der Einkommen der Landwirte einzusetzen.
Ein politischer Abschluss des Mercosur-Abkommens könnte Anfang 2025 nach den Wahlen der Landwirtschaftskammern erreicht werden. Das bedeutet, dass die Demonstrationen in der Zwischenzeit fortgesetzt oder sogar intensiviert werden könnten.“ (Bericht aus Euractiv von heute)

11.11.2024
Es bleibt unter uns
77
(soixante-dix-sept tönt weniger
bedrohlich…)
Herzlichen Dank für alle guten
Wünsche auf diversen Kanälen!

Weingeschichte(n)
Von den unzähligen landwirtschaftlichen Produkten die wir hier auf La Oueyte in den letzten 25 Jahren angebaut haben, zählte der Bio-Rebbau zu den anspruchsvollsten. Da waren mal die Spätfröste, der Hagel, der falsche Mehltau und schlussendlich die lieben Vögelein die einige erfolgreiche Cuveés zerstört haben. Zudem ist die Vinifizierung von Naturwein in relativ kleinen Mengen ganz ohne Kupfer, Schwefel und anderen Hilfsmittel sehr anspruchsvoll! Hut ab vor allen Rebbäuerinnen die das können! Immerhin haben wir in unserem Rebkeller noch einige Flaschen von unserem Merlot falls weitere schlechte Ernten kommen sollten…

Reben schneiden im Herbst/Winter bleibt eine schöne Beschäftigung, immer in der Hoffnung auf einen guten (nächsten) Jahrgang!
„Wir Erben“

Bild Marco Frauchiger
«Meine Eltern wollen uns ihr Lebenswerk vererben. Wir müssen reden. Über Erwartungen und Ideale. Über Privilegien und Bürden. Aber auch über Geld.» So formuliert Regisseur Simon Baumann seine Motivation zu seinem neuen Dokumentarfilm – und die ist in jeder Szene spürbar. Hartnäckig, mutig und mit liebevollem Witz geht Baumann diesen Fragen nach, beobachtet aus der Distanz, die ihm der Blick durch die Kamera ermöglicht, wie die beteiligten Familienmitglieder mit dem anfallenden Erbe umgehen und was es bei ihm selbst auslöst.
Selten ist über das Tabuthema Erben so offen, mutig und gleichzeitig so gelassen diskutiert worden. Der Film legt Familiengeschichten frei, streift Geschlechterdynamiken und individuelle Sehnsüchte, zugleich führt er, von der Familie ausgehend, immer wieder auf eine übergeordnete Ebene. Denn in der Art und Weise, wie wir als Erben mit unserem Erbe umgehen, das macht der Film klar, liegt letztlich auch eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung.
Interview im „Der Beobachter“ von Helene Aecherli
Kinostart 30. Januar 2025
Blacken stechen

Blacken (rumex) stechen ist eine häufige Tätigkeit auf schweizer Biobetrieben. Hier, in unseren humusarmen Böden kann das lästige Unkraut auf Ackerböden ziemlich problemlos bekämpft werden. Ein Durchgang mit der Scheibeneichte (déchaumeur) bei trockenem, heissen Wetter lässt die Tiefwurzler rasch austrocknen. Blacken stechen beschränkt sich auf einzelne Nester in Naturwiesen.








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