AUSWANDERERBLOG

UNTERLEUTEN

Posted in Uncategorized by ruedibaumann on August 26, 2016

Die Welt wurde in Städten erfunden, verwaltet, regiert und dekoriert. Also sollten die Irren mit ihrem Irrsinn auch in den Städten bleiben. Kein Schwein interessierte sich für Unterleuten, wenn es darum ging, Breitbandkabel zu verlegen, verarmte Rentner zu unterstützen oder eine Arztpraxis zu eröffnen. Dann sollten sie gefälligst auch ihre Windräder im Berliner Tiergarten errichten. Unterleuten bedeutete Freiheit, Symbol der Freiheit war ein unverstellter Horizont.
Unterleuten las keine Zeitungen, sah kaum fern, benutzte das Internet nicht, interessierte sich nicht für Berlin, rief niemals die Polizei und vermied überhaupt jeden Kontakt mit der Außenwelt – aus einem schlichten Grund: weil es die Freiheit liebte.

Juli Zeh hat mit „Unterleuten“ einen phantastischen Gesellschaftsroman geschrieben. „Manchmal kann die Idylle auch die Hölle sein. Wie das Dorf Unterleuten irgendwo in Brandenburg“ liest man auf dem Klappentext.

Das Porträt eines fiktiven ostdeutschen Dorfes und seiner Bewohner ist etwas vom Besten was ich in letzter Zeit gelesen habe. Spannend und facettenreich wird das Dorfleben beschrieben und wie Landromantiker aus der Grossstadt dort an ihren Träumen scheitern. Köstliche Formulierungen und Wortschöpfungen wie“eine sich selbst subventionierende Gutmenschenbürokratie“ machen das Buch zu einem einzigartigen Lesevergnügen!

Und der Roman erinnert mich auch ein wenig an Suberg (http://www.zumbeispielsuberg.ch) oder Traversères…

 

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