Wasser predigen und… Wasser trinken
Mit den Reben wird das nix dieses Jahr. Nachdem letztes Jahr die Trauben ohne jegliche chemische Spritzung gesund blieben, bin ich übermütig geworden und wollte auch dieses Jahr auf die präventive Bordeauxbrühe (Cu-Spritzung gegen Mehltau) verzichten. Als dann anfangs Juli plötzlich der Mildiou auftrat, war es schon zu spät…. Wie nach einem Feuerbrand wurde innert Tagen alles trostlos braun… Kurative Spritzungen sind im Biolandbau nicht erlaubt.
Jetzt wird es halt keinen 2013er Jahrgang „Merlot La Oueyte“. Künstlerpech. Trostlos!
Leistungsfähig!
Innert weniger Stunden ist ein Getreidefeld von 15 ha Fläche abgeerntet, das Stroh gepresst und abgeführt. Die Technik macht’s möglich!
Mähdreschen…
pressen…
aufladen…
fertig!
Briefkasten
Nach eingehender Evaluation haben wir einen neuen Standbriefkasten angeschafft. Wahrlich kein Luxus, weil der alte kleine Briefkasten immer wieder überquoll und der Briefträger die Post öfters auf der Fenstersimse deponieren musste… Jetzt hat es genügend Platz neben den vielen Rechnungen auch für unsere Buchbestellungen und Weihnachtspäckli 😉 selbst bei Regenwetter.
Sieht doch sehr professionell aus, nicht?
Eratzteilsuche in der französischen Provinz
Es ist nicht zum ersten Mal, dass ich tagelang ein kleines Ersatzteil suchen muss. Meine Débrousailleuse (Entbuschungs-Mulcher) hat beim harten Einsatz entlang der Dornenhecken ein Klinge verloren, weil eine Schraube gebrochen ist.
So sieht das unscheinbare Ding aus:
Dummerweise existiert die Firma, bei der ich vor zehn Jahren die Maschine gekauft habe, nicht mehr ( was ja vorkommen kann).
Die Débroussailleuse Moris wurde in Italien hergestellt. Die Homepage der Herstellerfirma gibt es nur auf italienisch und mein Typ (Serie Doc 300) wird nicht mehr fabriziert.
Also beginne ich meine Internetsuche bei den Ersatzteil-Ateliers für Landmaschinen im Umkreis von 100 km in Südwest-Frankreich.
Die Ersatz-Débrousailleuse-Klingen bei Agram in Mirande sehen ähnlich aus… also nichts wie los!
Leider nein, Klingen passen nicht (sind 10 mm länger). Von den nächsten drei Landmaschinenfirmen die ich aufsuche, hat eine kürzlich definitiv geschlossen, die andere hat keine Klingen und die Dritte nur unpassende…
Nach 150 km erfolgloser Suche, müde und einwenig genervt gebe ich entmutigt auf.
Am Abend mache ich halb verzweifelt noch einen letzten hoffnungslosen Versuch: Ich schreite, die Nadel im Heuhaufen suchend, die 5 km Hecken ab, wo ich irgendwo das verdammte Ding verloren habe…
Heureka! Ich habe das Ding tatsächlich gefunden! Manchmal hat man mehr Glück als Verstand!
Die schönste Alpweide…
… die ich kenne, befindet sich in den… Pyrenäen! Grund genug die Bergwanderung dorthin zu wiederholen (wir waren schon mal…). Der Zugang ist nur zu Fuss möglich mit einem ziemlich steilen, gut zweistündigen mittelschweren Anstieg (600m) auf eine Höhe von 1667m.
Gascogne-Kühe und bretonische Pferde weiden friedlich im schönsten Wiesengrunde…
Ein kleiner Bergsee ladet zum Bade…
… und ein mäandrierender Bergbach ziert die Landschaft
… und auch die Kühe sind eine Augenweide!
Es hat keine Alpstrassen, keine Alphütten (nur ein kleines Steinhaus), keine Infrastruktur, nur Natur pur!
Hier können Sie selber herausfinden (wenn Sie wollen), wie der Bergsee heisst…(Föteli vergleichen).
2301
Das ist mein zweitausenddreihundertunderste Blogbeitrag! Alle geschrieben in den letzten sechs Jahren. Jeden Tag einen (fast), manchmal zwei, gute und schlechte, kurz- und langweilige, banale und interessante, fast immer bebildert, verlinkt mit anderen Texten, oft kommentiert.
Ich weiss, Blogs sind seit facebook und twitter etwas veraltet, nicht mehr zeitgemäss.
Dank der Suchfunktion auf der Frontseite ist mein Blog inzwischen für mich aber ein wertvolles Betriebs-, Familien- und Erinnerungsarchiv geworden. Und immerhin interessiert es offenbar immer noch jeden Tag 1300 Besucher, was in der France profonde gewerkelt wird.
Zum Beispiel: heute morgen stellte ich eine Diesellache unter meinem Traktor fest. Eine Treibstoffleitung hatte ein Leck… Ich erinnerte mich vage, dass hatten wir doch schon einmal, klick , tuyaux accordeon, September 2008, hat nur fünf Jahre gehalten!
Oder Diskussionen über gelesene Bücher: unter „Suchen“ gebe ich „lesen“ ein, klick, nicht weniger als 115 gute (gelesene) Bücher erscheinen auf meiner Liste, inkl. Inhaltsangabe und Rezensionstexte. Unentbehrliche Gedankenstütze für abnehmendes Erinnerungsvermögen.
Was war am 30. August 2007? Klick!
Überschwemmung auf der Inselmatt in Suberg. Schon wieder sechs Jahre her!
Wie doch die Zeit vergeht.
Verliebte Feinde
„Iris von Roten, promovierte Juristin aus evangelisch-großbürgerlichem Haus, wurde 1958 mit ihrem feministischen Manifest Frauen im Laufgitter über Nacht zur meistgehaßten Frau in der Schweiz und zu einer über die Grenzen hinaus bekannten Frauenrechtlerin. Verheiratet war sie mit dem katholisch-konservativen Walliser Patrizier, promovierten Juristen und Politiker Peter von Roten. Für die Ehe, hatte Iris von Roten durchgesetzt, mußte von Anfang anvöllige Eigenständigkeit jedes Partners in ökonomischen, politischen, beruflichen und sexuellen Belangen gelten. Iris und Peter von Roten haben ihren Lebensplan gelebt, sie wußten darum, kein glückliches Ehepaar im herkömmlichen Sinne zu sein. Während der zahlreichen und länger andauernden Trennungen der beiden Iris von Roten unternahm, allein, wie vor ihr Ella Maillart und Annemarie Schwarzenbach, Reisen in den Nahen Osten, die USA , schrieben sie sich ca. 1500 Briefe, ein intellektuell und gesellschaftskritisch reicher Fundus, der nun erstmals von Wilfried Meichtry ausgeschöpft wird. Wilfried Meichtry erzählt die spannende private und politische wie kulturelle Zeitgeschichte der Schweiz im 20. Jahrhundert, es ist auch eine Geschichte der Frauenbewegung, des konservativsten Katholizismus und ein Bild der 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Und es ist das Dokument eines radikalen Lebensentwurfs ähnlich dem von Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir, zwar unter weniger metropolitanen Vorzeichen, aber intensiver, letztlich konsequenzenreicher.“
(Inhaltsbeschrieb)
Ich bin fasziniert von dem Buch. Es ist eine aussergewöhnliche Liebes- und Ehegeschichte und dazu eine private, politische und kulturelle Zeitgeschichte der Schweiz im 20. Jahrhundert. Wilfried Meichtry, promovierte Historiker und Germanist, arbeitet die Geschichte sorgfältig auf und schreibt spannender als jeder Romancier.
Natürlich bin ich jetzt gespannt auf den Film, der zur Zeit auch am Filmfestival von Locarno gezeigt wird. Ich hoffe, der Film wird nicht nur in der Schweiz und Deutschland, sondern auch in Frankreich aufgeführt!
Militärdienst in Europa
In Europa haben fast alle Länder vernünftigerweise die obligatorische Wehrpflicht abgeschafft.
In der Schweiz geht das leider einmal mehr (siehe Frauenstimmrecht oder UNO- und EU-Beitritt) etwas länger und braucht mehrere Volksabstimmungen.
Am 22. September stimmen wir über die Abschaffung der obligatorischen Wehrpflicht ab.
Ich empfehle ein vorbehaltloses JA!
Es gibt sinnvollere Beschäftigungen als Krieg zu spielen!
Gendarmerie
Wenn plötzlich die Polizei vor dem Haus steht gibt das im allgemeinen ein etwas mulmiges Gefühl. Nicht so in der französischen Provinz.
Von Zeit zu Zeit bekommen wir Besuch von der regionalen Gendarmerie. Einfach so. Sie erkundigen sich auf den abgelegenen Höfen bei den Leuten wie es geht, ob alles ok sei, ob das Gewitter letzte Nacht irgendwelche Schäden verursacht habe usw.
Das nenne ich noch service publique! Die Gendarmerie dein Freund und Helfer!
50 Tonnen Heu und Emd zu verkaufen
100 Rundballen Bio-Heu und Emd (Luzerne und Naturwiese) haben wir anzubieten. Alles ohne ein Tropf Regen eingebracht. Top Qualität, vernünftiger Preis.


















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