AUSWANDERERBLOG

Pachtzinse

Posted in Politik by ruedibaumann on Januar 2, 2012

Heute morgen wurde ich auf das folgende Inserat im Anzeiger des Amtes Aarberg aufmerksam gemacht:

Jetzt könnte man einfach sagen, die spinnen die Schweizer Bauern, 2’000 Franken pro Hektare Pachtzins zu bezahlen (in Frankreich beträgt der Pachtzins vergleichsweise etwa 100 Franken).

Man könnte auch auf die helvetische Gesetzgebung verweisen, und feststellen dass ein Pachtzins von 2000 Fr./ha eindeutig widerrechtlich ist: In Artikel 36 des Bundesgesetzes über die Landwirtschaftliche Pacht steht folgendes:“ Der Pachtzins unterliegt der behördlichen Kontrolle; er darf das zulässige Mass nicht übersteigen.“
Das „zulässige Mass“ ist eindeutig unter tausend Franken pro Hektare, aber die Pachtzinskontrolle funktioniert nicht, weil Boden- und Pachtzinsmarkt in der Schweiz völlig intransparent sind.

Man könnte aber auch auf das Direktzahlungssystem der Schweiz verweisen, das jedem Landwirt so gegen 4000 Franken pro Hektare ausbezahlt. Und weil diese Zahlungen pro Betrieb gegen oben unlimitiert sind, will jeder Bauer seinen Betrieb vergrössern. Wie man kürzlich erfahren konnte, erhält ein grosser Landwirtschaftsbetrieb im Jura jährlich 511’000 sfr. auf die Hand, Tendenz steigend!

Man könnte sich auch fragen, wo die Parlamentarier sind, die bei dieser Geldverteilerei an die grossen Landbesitzer endlich etwas die Sparschraube anziehen?

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  1. Avatar von Unbekannt ueli said, on Januar 2, 2012 at 12:57 pm

    Eigentlich müsste sich der Gesuchsteller outen statt hinter einer Chiffre zu „verstecken“.Er wird einen Landanbieter finden, der einen Vertrag abschliesst, ohne ihn bei der Pachtzinskontrollstelle zur Genehmigung vorzulegen. Leider ist das heutiger Alltag!

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  2. Avatar von Unbekannt martin said, on Januar 2, 2012 at 8:34 pm

    Was soll’s? Ist doch nur Geld – und von dem kann längst keiner mehr den Wert benennen.Liebe Grüße aus EURO-Land und ein gutes neues Jahr!

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  3. Avatar von Unbekannt Fritz Scheidegger said, on Januar 12, 2012 at 3:42 pm

    Landwirtschaftbetrieb im Jura erhält 511 TsFr. Direktzahlungen:Bei diesem Betrieb handelt es sich um eine Betriebsgemeinschaft. Die BG ernährt immerhin 6 Bauernfamilien, Lehrlinge und weitere Angestellte. Das gibt pro Arbeitskraft wesentlich weniger als RB als Nationalrat kassiert hat.

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