Swiss community
Eigentlich bin ich kein Fan von Schweizervereinen im Ausland. Wir erwarten schliesslich auch immer, dass sich die Ausländer integrieren, die Sprache lernen und sich mit der neuen Heimat beschäftigen und Land und Leute kennenlernen.
So gesehen finde ich auch die Beteiligung von Auslandschweizer-Kandidaten an den eidgenössischen Wahlen reine Folklore. Erstens wird nie einer gewählt (weil zu wenig bekannt) und zweitens sehe ich nicht ein, warum beispielsweise ein Auslandschweizer aus Honolulu besser geeignet sein soll die Probleme des Landes zu lösen, als ein Kandidat aus Ostermundigen…
Dennoch, die Schweiz stellt den Auslandschweizern eine tolle Plattform zur Verfügung, damit die Heimwehschweizer sich auch in der Fremde wie zu Hause fühlen:
Aber sehen Sie selbst!
Der Verdingbub
Ein Film von Markus Imboden
Basierend auf 100’000 wahren Geschichten erzählt der Film in bewegenden Bildern das Schicksal von Max, der als Waisenkind auf einem Bauernhof im Emmental verdingt wird.
Der Film leistet meines Erachtens einen wichtigen Beitrag an die historische Aufarbeitung eines dunklen Kapitels der schweizerischen Sozialgeschichte.
Wer soll uns ernähren, die Bauern oder die Banken?
„Die grösste Herausforderung für die Zukunft wird es sein, den galoppierenden Aufkauf von Wasser, Land, Saatgut und die Übernahme des Ernährungssektors durch Investoren und die Industrie zu stoppen. Vieles, was Jahrhundertlang Allgemeingut war, wird heute privatisiert. Es muss wieder ein Ernährungssystem entstehen, das nachhaltiger ist, ökologischer und näher bei den Menschen. Dafür werden wir weiterkämpfen.“
Interview mit Henk Hobbelink, Co-Gründer von GRAIN, zur fortschreitenden Privatisierung von öffentlichen Gütern, zur Macht der Banken und zur Wichtigkeit einer Nahrungsmittelproduktion, die wieder näher zum Menschen rückt.
Dezemberwanderung
Château, Domaine oder Ferme… Bauernhöfe zwischen Faget-Abatial und Monferran-Plaves in schönstem Herbstlicht. Kulturlandschaften im Gers.
Blocher muss zurücktreten
„Blocher hat sein politisches Kapital verspielt“
„Christoph Blocher hat die Öffentlichkeit brandschwarz belogen – vielleicht nicht im juristisch spitzfindigen Sinn, aber ohne jeden Zweifel in jener Sprache, derer er sich selbst am liebsten bedient: in der Sprache des Volkes.
Das war von den SVP-Chefs anders vorgesehen: Im Oktober wollten sie einen Wahlsieg einfahren, heute hätte der Triumphzug mit der Eroberung des zweiten Bundesratssitzes stattfinden sollen. Stattdessen präsentiert sich die grösste Schweizer Partei am Tag der entscheidenden Weichenstellung für den Bundesrat in einem desolaten Zustand. Aus dem Wahlsieg wurde nichts. Der unter Applaus von allen Seiten nominierte Bundesratskandidat Bruno Zuppiger musste seine Kandidatur innerhalb einer Woche wieder zurückziehen. Dass er eine Leiche im Keller hatte, ist das eine. Das andere, weit Schlimmere ist, dass ausgerechnet die sonst so päpstlich agierende Parteispitze bei einem langjährigen Kollegen nicht genau hinschauen wollte. Den grössten Schaden aber richtet nun ausgerechnet jener Mann an, der die SVP in seiner langen Karriere aufgebaut, finanziert und geprägt hat.
Ein Jahr lang bestritt Christoph Blocher vehement und öffentlich, direkt oder indirekt an der «Basler Zeitung» beteiligt zu sein. Was nun seit den ersten Enthüllungen scheibchenweise ans Licht der Öffentlichkeit drang, ist mehr als bitter für die Wählerinnen und Wähler der Volkspartei. Mittlerweile ist klar, dass er eben doch der mysteriöse Mann im Hintergrund war.
Christoph Blocher hat die Öffentlichkeit brandschwarz belogen – vielleicht nicht im juristisch spitzfindigen Sinn, aber ohne jeden Zweifel in jener Sprache, derer er sich selbst am liebsten bedient: in der Sprache des Volkes.
Mag sein, dass Blocher damit in der Geschäftswelt durchkommt und die «Basler Zeitung» weiter kommandiert. Politisch hingegen hat er nun höchstpersönlich vollbracht, was Legionen von Journalisten und Gegnern in jahrelanger Arbeit nicht gelungen ist: Seine Glaubwürdigkeit ist selbst bei der eigenen Gefolgschaft dahin. Ein alt Bundesrat, der die Öffentlichkeit hinters Licht führt, kann für die SVP kein überzeugender Chefstratege sein. Und schon gar nicht ein «Oppositionsführer», der der «Classe politique» den Spiegel vorhält. Wenn es Christoph Blocher wirklich um die Sache und nicht um seine Person geht, dann zieht er sich jetzt aus der Politik zurück.“
Michael Hug im Bieler Tagblatt
Gioconda Belli
Ich lese gerne Autobiographien. Insbesondere wenn es um Zeitgenossen geht, Frauen und Männer aus allen Gesellschaftsschichten mit unterschiedlichsten Lebensläufen aus allen Ecken der Welt.
Gioconda Belli stammt aus der Oberschicht Nicaraguas und beteiligte sich ab 1970 am Widerstand der Sandinistischen Befreiungsfront FSLN gegen die Somoza-Diktatur ihres Landes.
Mit bemerkenswerter Offenheit schildert sie ihre Lebensgeschichte („Die Verteidigung des Glücks“), ihre Zweifel und Hoffnungen als Politaktivistin, ihre Glücksgefühle im Befreiungskampf ihres Landes, ihr Stolz als uniformierte Sandinistin plötzlich an weltgeschichtlichen Ereignissen mitwirken zu können, ihre Enttäuschungen nach dem Sieg der Revolution, ihre alltäglichen Kämpfe als vierfache Mutter, ihre Trauer beim gewaltsamen Tod von vielen ihrer Freunde.
Ich kann nur sagen, sehr bemerkenswert und sehr lesenswert, insbesondere wenn man selber eine Schwäche hat für revolutionäre Romantik und Weltverbesserung.
Und natürlich macht man immer wieder Quervergleiche mit dem eigenen bescheidenen Alltagserfahrungen: Wo war ich beispielsweise am 19. Juli 1979, als die siegreichen sandinistischen Campagneros in Managua einmarschiert sind und warum war ich nicht dabei? Ich war am Raps dreschen auf dem Bleuacker…
Pflanzennamen-Index
Die von Stephanie entdeckte und beschriebene Orchidee (Orchidee de Traversères) ist inzwischen auch in den Internationalen Pflanzennamen-Index aufgenommen und publiziert worden. Für die Mairie und den Salle de fête der Gemeinde werden nun ausgewählte Bilder vorbereitet, um die seltene Blume zu präsentieren.
Welche Gemeinde hat schliesslich schon eine Blume, die offiziell nach ihr benannt ist und (bisher) nur auf ihrem Gemeindegebiet gefunden wurde?
(zum Vergrössern wiederholt auf das Bild klicken)





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