AUSWANDERERBLOG

Ich ärgere mich (fast) täglich…

Posted in Politik by ruedibaumann on Juni 19, 2009

… dass die Schweiz immer noch nicht Mitglied der Europäischen Union ist. Die Schweiz übernimmt zwar brav die Gesetzgebung und die Regelungen der EU, ohne aber selber mitzubestimmen. Die EU-Gegner der SVP gaukeln der Bevölkerung mit populistischen Sprüchen (EU Nie!) vor, wir würden mit unseren direktdemokratischen Abstimmungen alles selber bestimmen. Kein Wort davon, dass diese Abstimmungen durch geheime (!) Geldgeber aus Banken- und Industriewelt finanziert werden. In der EU nennt man das Korruption! Und wenn es mal wirklich um wichtige Anliegen geht, wie beispielsweise das Milliardengeschenk an die UBS, dann kann nicht einmal das Parlament, geschweige denn das Schweizervolk mitreden!

Bedauerlich finde ich, dass die Schweiz als schwarzer Fleck auf der Europakarte, zunehmend ganz einfach nicht mehr wahrgenommen wird, weil sie in allen Ländervergleichen schlicht und einfach fehlt. Täglich erscheinen in den europäischen Medien Quervergleiche zwischen den 27 Staaten der EU über alle erdenklichen gesellschaftlich wichtigen Fragen. Vergleiche zwischen Staatsfinanzen, Verschuldung, Sozialpolitik, medizinische Versorgung, Landwirtschaft, Ausbildung, Hochschulen, Energiepolitk, Umweltfragen usw. usf. werden aufgearbeitet und grafisch dargestellt. Nur die Schweiz fehlt.

Gestern abend fand auf France3 eine interessante Diskussion zur Frage statt, ob allenfalls Frankreich im Vergleich mit seinen Nachbarn die gegenwärtige Weltwirtschaftskrise besser meistere. Alle Nachbarn wurden miteinbezogen, das heisst alle… ausser der Schweiz!
Frankreich sei krisenresistenter weil sein Sozialmodel (égalité! solidarité!) für besseren Ausgleich sorge, weil die Einkommensunterschiede geringer seien, weil 60% der Französinnen und Franzosen Wohnungseigentümer seien, weil sie immer noch ihre Rechnungen bezahlen könnten, weil sie nicht exportabhängig seien, weil ihre Grossbanken vernünftig gehandelt hätten…

Der Vergleich mit der Schweiz hätte mich interessiert. Der Austausch, der Vergleich, auch die Rangierung im europäischen Vergleich ist für alle anderen Länder eine Selbstverständlichkeit, auch Anlass zu lernen, es besser zu machen! Die Schweiz steht freiwillig abseits und geht zunehmend vergessen. Ich ärgere mich über die selbstgefälligen, dummen EU-Gegner, aber noch fast mehr über die Höseler in anderen Parteien, die es nicht wagen, endlich den Beitritt laut und deutlich zu fordern.
Wider besseres Wissen werden jungen Schweizerinnen und Schweizern wichtige Zukunftsperspektiven verbaut.
Armes Land, das sich vor der europäischen Integration und Mitgestaltung so fürchtet und stattdessen jetzt wieder drei Monate darüber streitet, aus welchem Kaff ein neuer Bundesrat kommen soll…

Galette

Posted in Diverses by ruedibaumann on Juni 18, 2009

Die bretonische Galette ist eine Crêpe, wird aus blé noir (Buchweizen) hergestellt und besteht in ihrer einfachsten Form nur aus Mehl, Wasser und Salz. Buchweizen ist keine Graminée wie alle anderen Getreidearten sondern gehört zu der Familie der Knöterichgewächse.
In der Bretagne wird die Galette häufig zusammen mit Cidre brut oder Cidre doux (Apfelmost in einer grossen Tasse) genossen.
Die Galette kann mit allen erdenklichen Zutaten angereichert werden.
Klar, dass wir uns nach unserer Bretagne-Reise Buchweizenmehl besorgt haben und nun Galetten in allen Formen und Farben mit Spiegeleier, Schinken, Käse, Champignons, Gemüse und Salat selber herstellen.
Versuchet es auch, es schmeckt!

(Galette paysannes, Rezepte)

Naturschutz in der Bretagne

Posted in Patrimoine et architectures by ruedibaumann on Juni 16, 2009

Die Bretagne gilt europaweit als Landwirtschaftsregion mit (zu) hohem Nutztierbesatz (ähnlich wie gewisse Regionen in der Inner- und Ostschweiz) mit den damit verbundenen Gewässerbelastungen.
Nichtstestotrotz hat es in der Bretagne beachtliche Naturschutzgebiete. Georges, ein Orchideenexperte aus der Region, hat uns durch die Dünen bei Etel geführt und uns auf die Besonderheiten der Flora und Fauna aufmerksam gemacht.

Man beachte die Orchideen, die wir bei uns nicht finden:
Ophrys passionis, Epipactis palustris, Liparis loeselii und Spiranthes aestivalis…

… und den Lapin im Vordergrund, nicht den im Hintergrund…

Das Moorgebiet im „Parc naturel régional de Brière“ gilt neben der Camarque als grösstes Marais Frankreichs (Grande Brière). Wir haben uns auf einer Barke von einem lokalen Naturschutzexperten durch die Kanäle führen lassen.

Voisinage

Posted in Comédie française by ruedibaumann on Juni 15, 2009

Das Comité de fête unserer Gemeinde hat ein rencontre de voisinage organisiert mit balade und repas. Das ganze Dorf mit Kind und Kegel genossen die gemeinsame Wanderung und das köstliche Essen…

…. ein richtiges Käferfest eben.

So wohnt man in der Bretagne…

Posted in Patrimoine et architectures by ruedibaumann on Juni 14, 2009

Sei es im einfachen Strandhaus von St. Cado…

… im herrschaftlichen Bürgerhaus direkt an der Küste von St. Malo…

…oder gar in einem Weltkulturerbe…

Gut, der Mont Saint-Michel gehört eigentlich schon zur Basse-Normandie. Als Neu-Franzosen muss man natürlich d i e Touristenattraktion Frankreichs einmal gesehen haben…

… auch bei schlechtem Wetter hat es hier zwei drei andere Touristen. Vive la France!

Austernzucht

Posted in Diverses by ruedibaumann on Juni 13, 2009

Austern gehören zwar nicht zu meinen Lieblingsspeisen, aber in den Küstenregionen Frankreichs kommt man fast nicht darum herum. Die Austernzucht in den bretonischen Küstengewässern ist für uns Binnenlandbewohner aber doch sehr faszinierend: Austernzucht

Da Austern keine Fortbewegungsmöglichkeiten haben, sind sie darauf angewiesen, dass die Nahrung (Plankton) zu ihnen kommt. Das wird durch die Gezeitengewässer in Küstennähe (Ebbe und Flut) ideal erfüllt. Wenn Sie jetzt wieder mal nachlesen wollen, wie die beeindruckenden Wasserstands-Unterschiede entstehen, dann könne sie das hier tun: (Gezeiten)

Hier hat Obelix seine Menhire deponiert…

Posted in Patrimoine et architectures by ruedibaumann on Juni 12, 2009

In den sog. Alignements de Carnac stehen hunderte von Megalithen in Reih und Glied, allerdings schon seit über 4000 Jahren vor Christus. Obelix konnte also zu Zeiten der Römer seine Menhire (Hinkelsteine) gerade reihenweise herumtragen…

Diente allenfalls diese gehimnissvolle Anordnung von Magalithen als Vorlage für ein ganz anderes Denkmal in Berlin?

Aber es gibt in der Bretagne nicht nur Steine und Steilküsten, sondern zum Beispiel auch…

… Kühe…

…Sandstrände (hier bei Etel)…

… und mondäne Jachthäfen (La Baule)

Grüne Gemeinde

Posted in Politik by ruedibaumann on Juni 12, 2009

Bei den Europawahlen vom Wochenende wurde in unserer Gemeinde Traversères bei einer Stimmbeteiligung von 64% zum ersten Mal mehrheitlich grün gewählt! Bravo!
Die Resultate:
Liste des Verts (José Bové) 28.21%
Liste de la majorité (UMP) 17.95%
Liste du parti socialiste (PS) 10.26%
Liste du centre (MoDem) 5.13%
Liste du PCF et du Parti de gauche 0.00%

Die 10 Sitze der Grossregion Südwesten für das Europaparlament wurden denn auch an diese 5 Parteien vergeben (UMP 4 Sitze, Vert 2, PS 2, MoDem 1, PCF 1).

Am Meer

Posted in Von Tag zu Tag by ruedibaumann on Juni 11, 2009

Wir waren, zum ersten Mal, ein paar Tage in der Bretagne und sind so oft wie möglich entlang der Atlantikküste gefahren und gewandert. Zum schwimmen war es leider etwas zu kalt… Zuerst ein paar Bilder vom westlichen Landzipfel Frankreichs: Pointe du Raz

Im Departement Finistère („Fin de la Terre“) hört die Welt auf….

…in einem Garten mit tausend intensiven Farben

Le soleil se couche ici plus tard que partout en Europe.

Abwechslungsreiche Landschaften mit rauen Felsküsten…

…und Küstengärten mit Heide, Ginster und Stechginster, un immense jardin bordé par la mer!

Nach getaner Arbeit…

Posted in Comédie française by ruedibaumann on Juni 3, 2009

… übrigens, die Tabakmischung enthält Vanille… eine Orchideenart (Danske Club, Vanilla)!