Regierungsumbildung
So quasi über Nacht hat Präsident Sarkozy seine Regierung umgebaut. Nicht weniger als acht Minister hat er ausgewechselt oder umgeteilt. Zu diesem Umbau gehören auch überrraschende Nominationen wie beispielsweise die von Frédéric Mitterand als neuen Kulturminister. Mitterand ist der Neffe des letzten sozialistischen Staatschefs François Mitterand. Der rechte Sarkozy bezeichnet die Wahl von Ministern, die eigentlich aus dem Lager der Opposition stammen (z. Bsp. Aussenminister Bernhard Kouchner von der PS) als ouverture gegenüber der linken Minderheit. Die Sozialisten sehen das eher als Provokation und verurteilen diese „Abweichler“ als Konvertite. Wetten, dass Sarkozy bald auch eine(n) prominte(n) Grüne(n) in seine Regierung hisst…
Weil Michel Barnier von der UMP ins Europaparlament gewählt wurde (und dort wahrscheinlich einen Posten als Mitglied der Kommission anstrebt) bekommen wir wieder mal einen neuen Landwirtschaftsminister (den siebenten in acht Jahren…)!
Politique à la française!
Nun, wenn wir diese Regierungsumbildung mit der Diskussion um die in drei Monaten anstehende Ersatzwahl eines Bundesrates in der Schweiz vergleichen, dann muss man sich allerdings schon fragen was besser ist. Ich glaube, ein Minister Hansruedi Merz würde in der französischen Regierung keine vierzehn Tage überleben…
Ich persönlich neige zur Ansicht, dass die grande nation trotz aller Unzulänglichkeiten besser regiert wird als die Schweiz. Was meinen Sie?
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